Vals GR

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GR ist das Kürzel für den Kanton Graubünden in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Valsf zu vermeiden.
Vals
Wappen von Vals
Basisdaten
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Surselvaw
Kreis: Lumnezia/Lugnez
BFS-Nr.: 3603i1f3f4
Postleitzahl: 7132
Koordinaten: 733633 / 16430846.6166649.1833351252Koordinaten: 46° 37′ 0″ N, 9° 11′ 0″ O; CH1903: 733633 / 164308
Höhe: 1'252 m ü. M.
Fläche: 152.73 km²
Einwohner: 986 (31. Dezember 2012)[1]
Einwohnerdichte: 6 Einw. pro km²
Website: www.vals.ch
Ansicht von Norden

Ansicht von Norden

Karte
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Vals ([fals], von den Walserdeutsch sprechenden Einheimischen Falts [falts] ausgesprochen,[2] rätoromanisch Val [val]?/i) ist eine politische Gemeinde im Kreis Lumnezia/Lugnez, Bezirk Surselva des schweizerischen Kantons Graubünden.

Vals ist eine walserdeutsche Sprachinsel im rätoromanischen Val Lumnezia. Die Walser sind Nachkommen von Oberwallisern, die vor rund 700 Jahren einwanderten und die höchsten Täler Graubündens besiedelten.

Geographie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus fünf Tälern, wobei jedoch nur das Haupttal, das Valsertal bewohnt ist, das vom Valser Rhein durchflossen wird. Der Ort Vals wird in diesem Haupttal von zwei Schluchten, jeweils im Norden und im Süden, abgeschnitten. Von den knapp 153 km² Fläche besteht knapp die Hälfte aus Wiesland und Alpweiden, der Bergwald bedeckt acht Prozent des Tals und der Rest besteht aus Fels und Eis (Gletscher). Flächenmässig etwa so gross wie das Fürstentum Liechtenstein ist Vals eine der grössten Gemeinden der Schweiz. Die höchste Erhebung mit Anteil der Gemeinde Vals ist das Rheinwaldhorn auf 3'402 m ü. M.

Die Nachbargemeinden von Vals sind nördlich St.Martin (Rätoromanisch/Deutsch), Vrin (Rätoromanisch) und Lumbrein (Rätoromanisch), östlich Safien (Deutsch) sowie südlich Nufenen (Deutsch), Hinterrhein (Deutsch), sowie jenseits der Adula-Alpen die früheren Tessiner-Gemeinden Aquila, Campo (Blenio), Olivone, Torre und Dangio (alle italienisch), welche seit dem 22. Juli 2006 die Gemeinde Blenio bilden. Der Dorfkern heisst Vals-Platz. Es gibt auf dem Gebiet der Gemeinde Vals eine ganze Reihe typischer Walser-Hofsiedlungen, die früher alle ganzjährig bewohnt waren. Die meisten werden heute noch als Maiensäss genutzt. Ganzjährig bewohnt sind neben Vals-Platz nur noch Camp, Leis und Valé.

Die erwerbstätige Bevölkerung arbeitet zu 23 % in der Land- und Forstwirtschaft, zu 29 % in Industrie und Gewerbe und zu 48 % im Dienstleistungssektor.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Schrägrechtsgeteilt von Gold (Gelb) und Schwarz, in Gold eine schwarze Blockstiege (Belmontstiege), in Schwarz ein goldener Schlüssel, den Schlüsselbart linksgewendet

Der Schlüssel ersetzt die Petrusfigur aus einem alten Gemeindesiegel, während die Stiege auf die grundherrlichen Rechte der Belmont hinweist.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Deutsch sprechenden Walser wanderten aus Westen in mehrere Täler des romanischsprachigen Graubünden ein. Diese Gegenden waren nicht unbewirtschaftet, wie eingedeutschte romanische Flurnamen wie Selvaalp zu romanisch selva ('Wald') bezeugen. Der Grundherrschaft waren Zuzüger durchaus nicht unerwünscht, und dementsprechend erfolgte die Besiedelung im Einvernehmen. Der Dialekt von Vals wird dokumentiert in: Ruedi Vieli, Valserdeutsch, Desertina, Chur 2009.

Der Weg talauswärts war bis zum Bau der Strasse 1881 beschwerlich, und so war Vals gegen Süden und Osten zu seinen Walserischen Nachbarn im Safiental und Rheinwald orientiert. Im Gegensatz zu diesen vermochte sich jedoch die Reformation in Vals nicht durchzusetzen, und Vals blieb katholisch.

Kapellen[Bearbeiten]

In Vals stehen zahlreiche Kapellen und Bildstöcke. Die bekanntesten sind die

Lawinenkatastrophe vom 20. Januar 1951[Bearbeiten]

Im Lawinenwinter 1951 ging in Vals eine zerstörerische Lawine nieder. Im Talgrund waren innert drei Tagen anderthalb Meter Neuschnee gefallen. Am 20. Januar 1951 ging im Malatobel eine Lawine nieder, was zuletzt 1812 der Fall gewesen war. Der Gemeindepräsident ordnete die Evakuierung gefährdeter Häuser an, was aber nicht oder nur teilweise befolgt wurde. Um 21.59 Uhr ging die Alpbühllawine nieder und erfasste den gesamten Dorfteil auf der Westseite des Tals zwischen Glüs und dem Kurhaus bei der Therme. 11 Häuser und 12 Ställe wurden von der Lawine erfasst. Insgesamt wurden 30 Menschen verschüttet, davon starben 19, darunter 14 Kinder. Auch 12 Rinder und 13 Ziegen kamen ums Leben. [3]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Vals ist zum grossen Teil vom Tourismus abhängig, besitzt jedoch dank dem anstehenden Gestein und der Thermalquelle auch eine starke Industrie:

Truffer AG[Bearbeiten]

Das Familienunternehmen Truffer AG bearbeitet Steinplatten (Valser Quarzit) für die Baubranche und stellt Platten für den Bau von Inneneinrichtungen (z.B. Küchen) her. Ausser für die Therme lieferte die Unternehmung auch Steinplatten für den Bundesplatz in Bern und den Zürcher Sechseläutenplatz.

In Vals sind sämtliche Dächer – auch neu erstellter Häuser – mit dem lokalen Stein zu decken. Das Ortsbild bleibt dadurch einheitlicher als in vergleichbaren Gebieten.

Durch einen mit der Truffer AG verbundenen Kunsthandwerker werden zudem Dreharbeiten aus diesem Gestein hergestellt. Dies ist erwähnenswert wegen der Neigung des Gesteins zum Abschuppen und gelegentlichem Aufspalten infolge seines Glimmergehaltes, für die Dreharbeit eine unangenehme Gesteinseigenschaft.

Kraftwerke Zervreila AG[Bearbeiten]

Die Kraftwerke Zervreila erzeugen durch Wasserkraft ihrer Speicherbecken Elektrizität. Der Stausee Zervreila ist der fünftgrösste in der Schweiz. Nach der kleinen Zentrale in Zervreila nutzt die Firma das Wasser durch Produktionsanlagen in Wanna, Safien, Rothenbrunnen und Realta, mit insgesamt genutzten knapp 1200 Höhenmetern. Die gesamte Anlage wurde im Jahre 1958 in Betrieb genommen. Am Bau beteiligten sich bis zu 1500 Personen. Der Name entstammt der ursprünglichen Siedlung Zervreila, welche sich in der Teilung des Tales etwa 1.5 km hinter der Staumauer befand. Wie üblich wurde für die abgerissene Kirche eine Kapelle erstellt, sie steht rund 100 Höhenmeter südöstlich über der Staumauer.

Valser Wasser

Valser Mineralquellen AG[Bearbeiten]

Valser, im Jahre 1960 von Donald M. Hess und Dr. Robert Schrauder gegründet und in die Hess Group integriert, gehört der Coca-Cola HBC. Valser ist nach inoffiziellen Angaben das bekannteste Mineralwasser der Schweiz und verdankt seinen Namen der St. Petersquelle. Die Quelle wird bereits seit Jahrhunderten als Heilquelle genutzt. Funde beim Bau des ersten Kurhotels hatten gezeigt, dass sie vermutlich schon in prähistorischer Zeit genutzt wurde. Die Valser Mineralquellen AG ist ein wichtiger Arbeitgeber im Dorf und besitzt neben verschiedenen modernen Anlagen auch ein Besucherzentrum.

Tourismus[Bearbeiten]

Therme Vals[Bearbeiten]

Therme in Vals

Seit 1893 bestanden mit wechselndem Erfolg Hotelbetriebe an der Thermalquelle. Die Therme Vals (früherer Name: Felsentherme) erfüllt die strenge Definition für ein Thermalbad, während die in ähnlichem Gestein liegende Andeerer Quellen nur 18 °C erreichen. Das Wasser tritt mit zirka 30 °C aus dem Boden aus. Jeweils die Hälfte des Wassers wird von der Valser Mineralquellen AG und vom Thermalbad genutzt. Die aktuelle, 1996 neu gebaute Therme des Architekten Peter Zumthor wurde mit rund 60'000 Steinplatten aus Valser Quarzit gebaut, die im nahegelegenen Steinbruch abgebaut werden.

Die Therme Vals gehört zusammen mit dem Hotel Therme der Gemeinde Vals. Diese hatte die Gesellschaft im Oktober 1983 von einer Schweizer Grossbank gekauft, um den drohenden Konkurs abzuwenden.[4][5] Am 9. März 2012 entschieden die Stimmbürger, dass die Hotel und Thermalbad Vals AG an die Stoffelpart AG des Churers Immobilienhändlers Remo Stoffel verkauft werden soll. Ebenfalls beworben hatte sich die IG Therme Vals mit Peter Zumthor. [6]

Skigebiet Vals3000[Bearbeiten]

Zervreilasee und -horn

Das kleine Skigebiet beginnt ganz zuhinterst im Dorf und reicht hinauf zum Dachberg (ca. 2900 m), womit Vals zu den höhergelegenen Skigebieten des Kantons Graubünden zählt. Eine 8er-Gondelbahn vom Talgrund bis auf ca. 1820 m erschliesst das Skigebiet, oberhalb führen Skilifte bis auf den Dachberg (vier Skilifte, wovon einer ein Kinderlift).

Gastronomie-Betriebe[Bearbeiten]

  • Bergrestaurant Gadastatt (ca. 1'800 m ü. M.)
  • Dachberghütte (ca. 2'500 m ü. M.)
  • Flee Bar (bei der Talstation)
  • Après-Ski Bar Ganni (im Hof Leis)

Bei Gadastatt und der Talstation ist ein Sportgeschäft und die Verwaltung von Vals3000.

Zervreila[Bearbeiten]

Zervreila mit dem gleichnamigen Stausee vor dem Zervreilahorn wird vor allem im Sommer von zahlreichen Gästen besucht. Im Winter wird die etwa 8 km lange Strasse von Vals nach Zervreila streckenweise zur Schlittelbahn präpariert. Im Sommer kann die Strecke mit einem Trottinett befahren werden.

Bilder[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Martin Schmid (* 1969), Regierungsrat des Kantons Graubünden (Justiz- und Polizeidepartement)
  • Josef Jörger (1860–1933), Arzt, Psychiater, Dialektschriftsteller und erster Direktor der Klinik Waldhaus in Chur
  • Konrad Toenz (* 1939), Radiojournalist und Fernsehmoderator

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Vals – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen, hg. vom Centre de Dialectologie an der Universität Neuenburg unter der Leitung von Andres Kristol, Frauenfeld 2005, S. 912.
  3. Christian Pfister: Am Tag danach. Zur Bewältigung von Naturkatastrophen in der Schweiz 1500–2000; Haupt, 2002; ISBN 3-258-06436-9; S. 158
  4. Übersichtsartikel zur Valser Therme
  5. Offizielle Website der Therme Vals
  6. NZZ, 10. März 2012
  7. Wallfahrtskapelle Mariä Schmerzen auf www.graubuendenkultur.ch.
  8. Thermalbad auf www.graubuendenkultur.ch.
  9. Hotel Alpina auf www.graubuendenkultur.ch.
  10. Maschinenhaus auf www.graubuendenkultur.ch.
  11. Hohe Brücke auf www.graubuendenkultur.ch.