Sumvitg

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Sumvitg
Wappen von Sumvitg
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Bezirk Surselvaw
Kreis: Kreis Disentis
BFS-Nr.: 3985i1f3f4
Postleitzahl: 7175
Koordinaten: 714247 / 17651046.738.9333321056Koordinaten: 46° 43′ 48″ N, 8° 56′ 0″ O; CH1903: 714247 / 176510
Höhe: 1'056 m ü. M.
Fläche: 101.88 km²
Einwohner: 1249 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 12 Einw. pro km²
Website: www.sumvitg.ch
Sumvitg

Sumvitg

Karte
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Sumvitg ( [ˈsʊmvic]?/i, dt. und bis 1985 offiziell Somvix) ist eine politische Gemeinde im Kreis Disentis im Bezirk Surselva des Kantons Graubünden in der Schweiz. Die Gemeinde besteht aus zahlreichen Dörfern und Weilern, die in die vier squadras Sumvitg, Cumpadials, Rabius und Surrein gruppiert werden.

  • Nördlich des Vorderrheins liegen Cumpadials (962 m ü. M.), Clavadi (1233 m), Sumvitg (1056 m), Siltginas (1249 m), Sogn Benedetg (1277 m), Runs (1003 m), Luven, Rabius (955 m) und Tschuppina (938 m).
  • Südlich des Vorderrheins liegen Pardomat-Dado (996 m), Falens (986 m), Laus (mit Foppas, 1250–1280 m), Surrein (897 m) und im langgestreckten Val Sumvitg (dt. Somvixertal) die Weiler Portas (1180 m) und Val (1208 m) sowie das Tenigerbad (Bogn Tenigia, 1305 m).

Geographie[Bearbeiten]

Die grossflächige Gemeinde in der Surselva liegt wie ein von Norden nach Süden liegender Keil quer zum Vorderrheintal. Im Norden grenzt der Ort an den Kanton Glarus - höchster Punkt ist der Tödi (romanisch Piz Russein, 3'614 m) - und im Süden reicht das Territorium beinahe bis zum Kanton Tessin. Ein kleiner See, der Lag da Laus befindet sich am Nordhang hoch über dem Vorderrheintal. Gegenüber liegt im Hochgebirge die Seengruppe Lag Serein, während sich im Val Russein bei Barcuns auf der nordwestlichen Gemeindegrenze die Wasserfassung für das Kraftwerk Russein der Axpo AG befindet. Der kleine Stausee soll in naher Zukunft durch eine Erhöhung der Mauer vergrössert werden. [2] Im Val Sumvitg bei Runcahez befindet sich schliesslich ein Ausgleichsbecken und die Wasserfassung des Rein da Sumvitg durch die Kraftwerke Vorderrhein.

Zur Gemeinde gehört ein ausgedehnter Gebirgsteil. Nebst dem Tödi im Norden sind der Piz Muraun (2898 m) an der West-, der Piz Vial (3168 m) an der Süd- und der Piz Tgietschen (2858 m) an der Ostgrenze der Gemeinde hervorzuheben. Auch ein Teil der schützenswerten Naturlandschaft Greina gehört zu Sumvitg.

Vom gesamten Gemeindegebiet von fast 102 km² sind 4797 ha (= 47 %) Gebirge und weitere 2731 ha (= 27 %) von Wald und Gehölz bedeckt. Von den 2526 ha, welche landwirtschaftlich genutzt werden können, sind 1956 ha Maiensässe und Alpweiden. Die restlichen 129 ha sind Siedlungsfläche.

Nachbargemeinden sind Disentis/Mustér, Glarus Süd im Kanton Glarus, Trun, Obersaxen, Lumnezia und Medel (Lucmagn).

Geschichte[Bearbeiten]

1175 als summovico («oberstes Dorf») urkundlich erwähnt, bildete Sumvitg einen Teil der Cadi, des Klosterstaats Disentis und gehörte somit in den Drei Bünden zum Grauen Bund.

Im Juli 2000 fand der Goldsucher René Reichmuth im Val Sumvitg Gold im Gesamtgewicht von 1,4 Kilogramm. Ein Stück von 400 Gramm vom Sumvitger Gold ist heute im Bündner Naturmuseum in Chur ausgestellt.

Burgruine "Tuor" , Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes von Sumvitg, ehem. Dienstherren des Klosters Disentis.

Auf dem Gemeindegebiet von Trun liegen die Ruinen der Burgen Cartatscha, Friberg und Ringgenberg (Zignau).

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geteilt von Silber und Schwarz, in Schwarz ein sechsstrahliger silberner Stern, in Silber eine schwarze Schachfigur

Das Wappen in den Farben des Grauen Bundes kombiniert den Stern der Maissen mit der Schachfigur der Herren von Hohenbalken, deren Burg am Ostrand des Russeinertobels stand.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Sumvitg zählt zu den Gemeinden, welche die angestammte romanische Sprache bis heute bewahren konnten. Bei der Volkszählung 2000 nannten als Hauptsprache: Romanisch 88 %, Deutsch 10 %. Amts- und Schulsprache ist Sursilvan. Von den Ende 2004 1383 Bewohnern waren 1355 Schweizer Staatsangehörige.

Verkehr[Bearbeiten]

Sumvitg liegt an der Hauptstrasse 19. Nächstgelegener Autobahnanschluss ist Reichenau an der A13. Die Vorderrheinlinie der Rhätischen Bahn bedient ebenfalls die Gemeinde. Auf Gemeindegebiet liegen die beiden Stationen Rabius-Surrein und Sumvitg-Cumpadials. Im Sommer betreibt die Gemeinde einen Kleinbus ins Val Sumvitg.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Dorfkern von Sumvitg mit katholischer Pfarrkirche S. Gion Battesta mit einem der wohlklingendsten sechsglockigen Geläute der Schweiz[3].
  • Ferner den Bürgerhäusern Casa Maissen[4] und Casa Schmidt
  • Alte Russeinerbrücke, Holzbrücke über das Russeinertobel, historische Grenze zwischen den beiden Teilen der Cadi (Sursassiala und Sutsassiala)
  • Caplutta Sogn Benedetg, 1988, Architekt: Peter Zumthor
  • Atelierhaus Jacomet, in Surrein, Architekt: Werner Schmidt[5]
  • Greina-Hochebene
  • Burgruine "Tuor", Stammburg des gleichnamigen Geschlechtes

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Galerie[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Aluis Maissen: Sumvitg/Somvix. Eine kulturhistorische Darstellung. Sumvitg 2001
  • Monica Rüthers: Gehört ein Gattenmord in die Geschichte eines Bergdorfes? Probleme und Chancen der modernen Ortsgeschichtsschreibung. In: Schweizerische Zeitschrift für Geschichte, Band 55/2005 (Digitalisat)
  • Die Gemeinden des Kantons Graubünden., Chur/Zürich 2003, ISBN 3-7253-0741-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sumvitg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. Möglicher Ausbau Kraftwerk Russein
  3. Katholische Pfarrkirche St. Johannes Baptist
  4. Maissen-Haus
  5. Atelierhaus Jacomet