Wehringhausen

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Stadtteilladen in Wehringhausen
Buchladen Quadrux in Wehringhausen

Wehringhausen ist ein Stadtteil der kreisfreien Großstadt Hagen im östlichen Ruhrgebiet. 2011 hatte Wehringhausen 14.707 Einwohner.[1] Wehringhausen liegt zwischen der Hagener Innenstadt, dem wichtigen Stadtteil Haspe, sowie dem Stadtteil Kuhlerkamp.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Endung -hausen für eine Siedlung wurde früher häufig von den Franken genutzt. Es ist also anzunehmen, dass Wehringhausen seine Entstehung dem fränkischen Missionierungswillen verdankt. So kann man den Namen der Zeit der großen Wanderungen im 5. bis 8. Jahrhundert zuweisen.

Im Jahre 1130 wurde die Bauerschaft Wehringhausen als Wirdichuson zum ersten Mal erwähnt. Am 1. Januar 1876 wurde Wehringhausen zusammen mit Eilpe in die Stadt Hagen eingemeindet.[2] 1887 entstand in Wehringhausen die Accumulatoren Fabrik AG (AFA, ab 1962: VARTA), die sich zu einem der weltweit größten Batterienhersteller entwickelte.

Wehringhausen hat sich - verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg - zu einem eigenständigen Stadtquartier entwickelt, einer kleinen Stadt in der Großstadt, was das Leben in diesem Stadtteil wesentlich beeinflusst und vereinfacht. So haben sich zum Beispiel Geschäfte und Restaurants niedergelassen, die die Wege in die Innenstadt nicht mehr notwendig machen, da eigentlich alles Lebensnotwendige hier besorgt werden kann. Neben kleinen Cafes und Restaurants findet man einen Bioladen, ein Reformhaus, eine Buchhandlung, ein Discounter, einen Bäcker, einen Metzger sowie Obst-und-Gemüse-Läden und unterschiedliche Handwerksdienste. Wehringhausen gilt auf Grund seiner vielen verschiedenen Nationalitäten als multikultureller Stadtteil.

Kultur und Soziales[Bearbeiten]

In dem Stadtteil gibt es unter anderem die römisch-katholische Kirche St. Michael, die zwischen 1898 und 1915 in zwei Bauabschnitten errichtet wurde[3] und heute zur Kirchengemeinde St. Michael und Maria, Hilfe der Christen gehört. Die 1909–1911 erbaute Pauluskirche[4] ist das Gotteshaus der evangelisch-lutherischen Pauluskirchengemeinde.

Für die Grundschüler aus Wehringhausen gibt es zwei zuständige Grundschulen: die Emil-Schumacher-Schule und die Janusz-Korczak-Schule. Als weitere Schule gibt es die Hauptschule Wehringhausen sowie nicht zum Stadtteil gehörend, aber direkt angrenzend und mit einem großen Anteil Wehringhauser Schüler das Fichte-Gymnasium (benannt nach Johann Gottlieb Fichte).

Überregional bekannt ist das soziokulturelle Kulturzentrum Pelmke in Wehringhausen.

Seit November 2007 existiert im Stadtteil Wehringhausen ein offenes Jugendzentrum. Träger ist die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Hagen.

Im Sommer 2010 wurde der Wehringhauser "Stadtteilladen" eröffnet, der sich als ein "Kompass durch den Stadtteil" sieht und Information und Beratung anbietet. Der Stadtteilladen wird begleitet von Stadt und Wirtschaftsförderung, finanziell gefördert vom Land NRW und der EU, und unterstützt von der Wehringhauser Händlergemeinschaft.

Verkehr[Bearbeiten]

S-Bahnhof Wehringhausen

Durch die Lage zwischen der Hagener Innenstadt und dem wichtigen Stadtteil Haspe wird Wehringhausen von zahlreichen Verkehrsachsen durchzogen. Zum einen verläuft die Bundesstraße 7 durch Wehringhausen und hat hier den Namen Wehringhauser Straße. Ebenfalls durch Wehringhausen führen die Bahnstrecken Wuppertal–Dortmund, Düsseldorf–Dortmund (S-Bahnstrecke) und die Volmetalbahn. Es gibt jedoch nur den S-Bahnhaltepunkt Hagen-Wehringhausen, an dem die S-Bahnlinie S8 hält.

Ab dem 1. Mai 1922 gab es eine Straßenbahnstrecke durch die Lange Straße bis zur Franklinstraße, die von der Linie 8 der Hagener Straßenbahn befahren wurde. Die Strecke wurde am 27. Mai 1969 und wird heute von der Buslinie 528 (Bathey–Heubing) bedient.

Eine weitere Straßenbahnstrecke wurde am 7. Februar 1927 eröffnet und zwar die Strecke Kampstraße–Buscheystraße–Bachstraße–Augustastraße–Minervastraße, die von der Linie 9 befahren wurde. Nachdem die Strecke am 9. Oktober 1955 eingestellt wurde, verkehren heute auf der Buschey- und Eugen-Richter-Straße die Buslinien 521 (Vossacker–Westerbauer) und 525 (Garenfeld–Spielbrink).

Gleisreste auf dem Aldi-Parkplatz

Die bei weitem wichtigste Strecke war jedoch die Strecke im Zuge der Wehringhauser Straße, die 1885 eröffnet wurde. Da man sich jedoch nicht mit der Bergisch-Märkischen Eisenbahn über eine Querung des Bahnübergangs einigen konnte und ein gebrochener Verkehr nicht dauerhaft bestehen konnte, wurde die Strecke bereits im Sommer 1886 stillgelegt. Erst nachdem die noch heute bestehende Unterführung gebaut wurde, konnte die Strecke 1892 wieder in Betrieb genommen werden. Die Strecke wurde von den Linien 2 (Hohenlimburg–Gevelsberg), 3 (Emst–Gevelsberg) und 11 (Hagen-Markt–Breckerfeld) bedient. Nach Einstellung der Linien 2 und 3 am 1. Juni 1975 fahren heute die Busse der Linien 510 (Baukloh–Rummenohl), 542 (Gevelsberg–Kabel) und der Nachtbus NE3 der Hagener Straßenbahn und die Linie 511 (Hagen-Stadtmitte–Ennepetal Busbahnhof) der Verkehrsgesellschaft Ennepe-Ruhr auf der Relation. Nur am Rande berühren außerdem die Linien 517 (von Hohenlimburg) und 547 (nach Halden) zum Kuhlerkamp den Stadtteil, sie halten nur an der Volkshochschule.

Zudem lag in Wehringhausen der gleichnamige Straßenbahnbetriebshof. Auf dem Gelände des Depots stehen heute die Gebäude von Ener-Sys, ein Aldi-Discounter und eine Autowaschanlage. An der Einfahrt zum Aldiparkplatz von der Minervastraße und auf dem Parkplatz kann man noch umfangreiche Gleisreste der Straßenbahn erkennen.

Bodelschwinghplatz Wehringhausen[Bearbeiten]

Drei-Kaiser-Brunnen auf dem Bodelschwinghplatz

1874 wurde auf dem jetzigen Bodelschwinghplatz zu Ehren der im deutsch-französischen Krieg 1870/71 gefallenen Wehringhauser Soldaten ein Kriegerdenkmal mit einer aus Stein gearbeiteten Germania-Figur errichtet, das gegen Ende des Jahrhunderts jedoch starke Zersetzungsschäden aufwies[5]. Statt einer Restaurierung wurde 1897 von Wehringhauser Bürgern eine komplette Neugestaltung des Denkmals durch den Bildhauer Emil Cauer angeregt. Zentraler Bestandteil des von Cauer entworfenen Drei-Kaiser-Brunnens ist ein Obelisk aus rot poliertem Granit, der an drei Seiten die Portraits von Kaiser Friedrich III. (1831-1888), Wilhelm I. (1797-1888) und Wilhelm II. (1859-1941) trägt, auf der vierten Seite das Hagener Stadtwappen. Die Figurengruppe auf dem Brunnen bilden ein Schmied und der geflügelte Götterbote Merkur, die stellvertretend die einheimische Industrie und den Handel symbolisieren.
Der „Kaiserplatz“ mit dem Denkmal in seiner Mitte wurde 1933 durch die Nationalsozialisten in „Boelcke-Platz“ umbenannt und erhielt nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches seinen heutigen Namen, zu Ehren des evangelischen Pfarrers Friedrich von Bodelschwingh, einem erklärten Nazi-Gegner.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stadt Hagen: Bevölkerung in den Hagener Bezirken 2011 (PDF; 17 kB), abgerufen am 3. März 2013.
  2.  Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817–1967. Aschendorff, Münster Westfalen 1977, ISBN 3-402-05875-8, S. 292.
  3. Baugeschichte der Kirche St. Michael auf den Internetseiten der Gemeinde, abgerufen am 20. Juli 2010
  4. Bau und Ausstattung auf den Internetseiten der Pauluskirchengemeinde, abgerufen am 20. Juli 2010
  5. Drei-Kaiser-Brunnen auf dem Bodelschwinghplatz. SEH-Broschüre o.J.
 Commons: Hagen-Wehringhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.35277.45852Koordinaten: 51° 21′ N, 7° 28′ O