Wendelin Werner
Wendelin Werner (* 23. September 1968 in Köln) ist Mathematiker und Professor an der Universität Paris-Süd, sein Arbeitsgebiet ist die Wahrscheinlichkeitstheorie. Er beschäftigt sich insbesondere mit selbstvermeidenden Irrfahrten und der Theorie der Perkolation.
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[Bearbeiten] Leben
Werner ist gebürtiger Deutscher und seit 1977 französischer Staatsbürger. Er besuchte die vorbereitenden Kurse (Classe préparatoire) für die französischen Eliteschulen am Lycée Hoche. Von 1987 bis 1991 studierte er an der École normale supérieure (ENS) und promovierte 1993 an der Universität Pierre und Marie Curie unter Jean-François Le Gall. 1991 bis 1997 war er Chargé des Recherches des CNRS und 1993 bis 1995 als Post-Doktorand an der Universität Cambridge. 1997 wurde er Professor an der Universität Paris-Süd und in Teilzeit 2005 an der ENS.[1] Er war unter anderem Gastprofessor am Caltech, dem Massachusetts Institute of Technology und der Königlich Technischen Hochschule in Stockholm.
2004 war er Invited Speaker auf dem 4. Europäischen Mathematikerkongress (SLE, conformal restrictions, loops) und auf dem ECM 2000 in Barcelona. Er ist Mitglied der Academie des Sciences (2008). Er ist Ehrenmitglied des Gaius and Gonville College in Cambridge. Er hielt den Cours Peccot am College de France.
[Bearbeiten] Werk
Werner hatte ab den 1990er Jahren eine führende Rolle in der strengen Begründung universeller Eigenschaften Brownscher Bewegung und zweidimensionaler Systeme am kritischen Punkt, die zuvor ein zentrales Forschungsfeld der statistischen Physik waren (insbesondere unter dem Aspekt konformer Feldtheorien). Dabei arbeitete er unter anderem mit Oded Schramm und Eugene Lawler sowie mit dem Fields-Medaillen-Preisträger Vladimir Smirnov zusammen.
Zum Beispiel konnte er 2001/2002 mit Lawler und Schramm die universellen Exponenten für die Überschneidungs-Wahrscheinlichkeit ebener Brownscher Zufallspfade ableiten, wobei sie die Technik der SLE (Schramm Loewner Evolution) benutzten. Sie bewiesen auch eine Vermutung von Benoit Mandelbrot über die fraktale Dimension Brownscher Fronten in zwei Dimensionen, nämlich dass diese 4/3 ist.
[Bearbeiten] Sonstiges
Als Jugendlicher spielte er im Film Die Spaziergängerin von Sans-Souci (1982) eine Rolle.
[Bearbeiten] Preise
- 1998 Rollo-Davidson-Preis
- 1999 Doisteau-Blutet Preis der Academie des Sciences
- 2000 EMS-Preis
- 2001 Fermat-Preis
- 2003 Jacques Herbrand Preis der Academie des Sciences
- 2005 Loève-Preis
- 2006 George-Pólya-Preis der SIAM.
- 2006 Fields-Medaille
[Bearbeiten] Schriften
- Werner Drawing large pictures at random, Oberwolfach Lecture 2007,Online, pdf
- Werner Some recent aspects of random conformally invariant systems, Les Houches Lectures 2005
- Werner Conformal restriction and related questions, Vorlesungen Edinburgh, 2003
- Werner Lectures on 2 dimensional critical percolation, Park City Lectures 2007, IAS/Park City Math. Ser., Band 16, 2009, S. 297–360
- Werner Random planar curves and Schramm-Loewner-Evolutions, Saint Flour Lectures 2002, Lectures on probability theory and statistics, Lecture Notes in Math., Band 1840, 2004 S.107–195
- Percolation et modèle d'Ising, Cours spécialisés, SMF Publ., Band 16, 2009
[Bearbeiten] Weblinks
- Literatur von und über Wendelin Werner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Wendelin Werner in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
- Page Personnelle Professionnelle am Département de Mathématiques d'Orsay (französisch)
- SIAM: Gregory F. Lawler, Oded Schramm and Wendelin Werner receive George Polya Prize in Boston
- Biographie anlässlich der Hirzebruch Lecture in Bonn 2011
- Charles M. Newman The Work of Wendelin Werner, ICM 2006, pdf
- Würdigung anlässlich des EMS Preises, Notices AMS 2000, pdf
[Bearbeiten] Einzelnachweise
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Werner, Wendelin |
| KURZBESCHREIBUNG | deutsch-französischer Mathematiker |
| GEBURTSDATUM | 23. September 1968 |
| GEBURTSORT | Köln |