Wolfgang Herrndorf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wolfgang Herrndorf (* 12. Juni[1] 1965 in Hamburg) ist ein deutscher Schriftsteller, Maler und Illustrator. Er lebt in Berlin.

Wolfgang Herrndorf, 2011

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk [Bearbeiten]

Herrndorf studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Er arbeitete als Illustrator und Autor unter anderem für das Fanzine Luke & Trooke, den Haffmans Verlag und die Satirezeitschrift Titanic.

Belletristisches Werk [Bearbeiten]

Wolfgang Herrndorf (Foto) – nominiert für den Preis der Leipziger Buchmesse 2011, Kategorie Belletristik – und Jury.
Wolfgang Herrndorf (erste Reihe, 2. von links) beim Training der Fußballautorennationalmannschaft (2007).

2002 erschien sein Debütroman In Plüschgewittern im Zweitausendeins-Verlag, bei dem es sich (trotz des knapp 30-jährigen Protagonisten) laut Herrndorf um einen „Adoleszenzroman“[2] handelt. Von der Kritik wurde der Roman der Popliteratur zugeordnet, eine überarbeitete Fassung von In Plüschgewittern erschien 2008 als Taschenbuch im Rowohlt Verlag. 2007 brachte der Eichborn Verlag unter dem Titel Diesseits des Van-Allen Gürtels eine Reihe zusammengehöriger Kurzgeschichten Herrndorfs heraus; im selben Jahr erschien im SuKuLTuR-Verlag ein von Herrndorf erfundenes Interview mit einem (nicht vollkommen vertrauenswürdigen) Kosmonauten, das Science-Fiction-Elemente enthält. Der unzuverlässige Erzähler ist ein wiederkehrendes Element in Herrndorfs Prosa, das auf den Einfluss Vladimir Nabokovs zurückgeht.[3] 2010 erschien mit Tschick ein weiterer Bildungsroman, dessen Protagonisten etwa 14 Jahre alt sind. Das Buch stand über ein Jahr auf der deutschen Bestsellerliste.[4] Im November 2011 erschien der Roman Sand, der Merkmale des Kriminalromans, des Gesellschaftsromans und des historischen Romans vereinigt.[5] Laut Herrndorf wäre es auch möglich, Sand dem „Genre des Trottelromans“[6] zuzuordnen. Nachdem 2011 bereits Tschick für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert gewesen war, wurde Herrndorf dieser Preis 2012 für Sand schließlich zugesprochen.[7] Im selben Jahr gelangte Sand auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Sonstiges [Bearbeiten]

Herrndorf schreibt regelmäßig im Internetforum Wir höflichen Paparazzi und beteiligt sich mit Beiträgen am Weblog Riesenmaschine. Herrndorf ist Mitglied der Fußballautorennationalmannschaft. Nach der Diagnose eines bösartigen Hirntumors (Glioblastom) veröffentlicht der Schriftsteller seit September 2010 ein digitales Tagebuch.[8]

Werke [Bearbeiten]

Auszeichnungen [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Laut eigener Angabe im Blog von Wolfgang Herrndorf
  2. Interview mit Wolfgang Herrndorf (PDF; 92 kB)
  3. Wolfgang Schneider: »Ich bin kein Bohemien«. In: Börsenblatt 174, H. 10 (8. März 2006), S. 35f.
  4. Tschick auf Bestsellerliste
  5. Rezension von Sand durch Andrea Hanna Hünniger in der ZEIT (22. November 2011): Die Wüste ist ein sinnloser Ort
  6. Kathrin Passig interviewt Wolfgang Herrndorf in der FAZ (31. Januar 2011): Wann hat es Tschick gemacht, Herr Herrndorf?
  7. Spiegel Online: Wolfgang Herrndorf erhält Leipziger Buchpreis, 15. März 2012
  8. http://wolfgang-herrndorf.de
  9. Rezension von Rainer Moritz im Deutschlandradio Kultur vom 8. Dezember 2011: „Wenn kein Sandkorn auf dem anderen bleibt“
  10. Lob für Wolfgang Herrndorf – Website des Bachmann-Preises