Anjorka Strechel

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Anjorka Strechel (* 12. Januar 1982 in Lüneburg) ist eine deutsche Film - und Theaterschauspielerin. Neben Auftritten beim Polizeiruf 110 und im Tatort machte sie vor allem durch die Kinofilme Mein Freund aus Faro (2007) und Krai (2010) auf sich aufmerksam.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anjorka Strechel wuchs in Lüneburg auf und begeisterte sich schon früh für den Schauspielberuf. Nach dem Abitur 2001 am Bernhard-Riemann-Gymnasium in Scharnebeck studierte Strechel Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg unter dem Dekan Pjotr Olev. Eine ihrer Dozentinnen war Jutta Hoffmann. Beim Schauspielschultreffen in Hannover 2004 gewann sie – zusammen mit dem Ensemble – den Publikumspreis für Was Ihr Wollt. Während des Studiums spielte sie bereits auf Hamburger Bühnen, so beispielsweise in Tom Sawyer und Huckleberry Finn und in White Trash am Thalia Theater sowie in Edgar Wibeau auf Kampnagel und in Hamlet in den Zeisehallen. Das Studium schloss sie 2005 mit dem Diplom ab.

Direkt nach ihrem Studium war sie von 2005 bis 2009 am Theater Osnabrück engagiert. Seit 2010 ist Strechel freischaffend und trat u. a. am Staatstheater Braunschweig, am Staatstheater Hannover und am Deutschen Theater Berlin auf. 2007 drehte sie den Kinofilm Mein Freund aus Faro, für den Nana Neul das Drehbuch schrieb und Regie führte. Julia Teichmann schrieb im film-dienst, in diesem Film sei ihr ein „schauspielerisches Geniestück“ gelungen.

Zwischen 2008 und 2009 stand sie in der Nähe von St. Petersburg für die Golden-Globe-nominierte russische Produktion Krai vor der Kamera. Der britische Branchendienst Screen International führte sie im Februar 2009 unter seinen „European stars of tomorrow“[1], während sie für den Part der Elsa mit dem russischen Filmpreis Solotoi Orjol als beste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet wurde. Damit ist sie „Schauspielerin des Jahres 2010“ in Russland. Die gleiche Rolle brachte ihr eine Nominierung für den russischen Filmpreis Nika Russlands ein.

Seit 2009 ist Strechel regelmäßig als Jurymitglied auf Filmfestivals zu sehen. Beim Baltic-Debuts-Filmfestival in Swetlogorsk bei Kaliningrad, Russland saß sie in der Jury des offiziellen Wettbewerbs. Die Jury-Arbeit führte sie ebenfalls zum Filmfestival Cottbus, wo sie 2010 Mitglied der Internationalen Jury war, sowie zum Filmfestival Festróia in Setúbal, Portugal. Hier war sie 2011 in der Main Jury des offiziellen Wettbewerbs.

Seit 2010 lebt Strechel als freischaffende Schauspielerin in Berlin. 2013 nahm sie an der Humboldt-Universität zu Berlin ein Studium der Sportwissenschaften und der Philosophie auf.[2]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Burgfestspiele Jagsthausen
Kampnagel
  • 2003: Edgar Wibeau … als Charlie (Regie: Julius Seyfarth)
Thalia Theater Hamburg
Theater Osnabrück
  • 2005: Spargelzeit … als Lisa (Regie: Doro Schroeder)
  • 2005: Die Schneekönigin … als Gerda (Regie: Katja Wolff)
  • 2006: Der Entenfreund … als Nachfolgerin (Regie: Matthias Kaschig)
  • 2006: Cosí – Was Mozart nie zu träumen wagte … als Lucy/Julie (Regie: Katja Wolff)
  • 2006: Heimatort … als Sally (Regie: Peter Hailer)
  • 2006: Schneckenportrait … als Patientin (Regie: Nina Gühlstorff)
  • 2007: Frühlings Erwachen … als Wendla (Regie: Henning Bock)
  • 2007: Elektra … als Chrysothemis (Regie: Ingo Berk)
  • 2007: Musst Boxen … als Conny/Moni (Regie: Dariusch Yazdkhasti)
  • 2007: Die Ballade vom Nadelbaumkiller … als Anna (Regie: Doro Schroeder)
  • 2007: Schule der Arbeitslosen … als Regien Lichtenstein (Regie: Nina Gühlstorff)
  • 2008: Nathan der Weise … als Recha (Regie: Wolfram Apprich)
  • 2008: Bunbury … als Cecily Cardew (Regie: Jos van Kan)
  • 2009: Andorra … als Barblin (Regie: Jürgen Bosse)
Staatstheater Braunschweig
Deutsches Theater Berlin
  • 2010: PUTERNICII … als Programmiererin/Dragona (Regie: Susanne Chrudina)
Fringe Festival Hamburg/100° Berlin
  • 2010/11: Das kleine Hasenstück … Solabend/Performance (Regie: Kathrin Mayr)
Staatstheater Hannover
  • 2011: Die Schneekönigin … als Gerda (Regie: Dorothea Schroeder)
Lichthof Theater Hamburg
  • 2011: Mein kleines deutsches Schuldgefühl … als Good Girl (Regie: Kathrin Mayr und Johannes Ender)
Schauspielhaus Wien
  • 2012: zwanzig komma drei meter ruhe … als L (Regie: Kathrin Mayr)
Ballhaus Ost/spreeagenten Berlin/BITEF Belgrad
  • 2012: Frösche im heissen Wasser … als Marina (Regie: Susanne Chrudina)
MaximiliansForum München
Theater an der Ruhr Mülheim
Lichthoftheater Hamburg/Theater am Lend Graz
  • 2013: Du bist mein Wunder oder: Zieh die Arbeit aus dem Bild als Performer (Regie: Kathrin Mayr)
Altonaer Theater
  • 2014: Die Päpstin … als Johanna/Johannes Anglicus (Regie: Eva Hosemann)
  • 2017: Sophia, der Tod und ich … als Sophia (Regie: Hans Schernthaner)

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2004: Publikumspreis beim Schauspielschultreffen in Hannover für Was Ihr Wollt (gemeinsam mit dem Ensemble)
  • 2011: Solotoi Orjol („Goldener Adler“, Russland) als Beste Hauptdarstellerin für Krai
  • 2011: Nominierung für die Nika (Russland) als Beste Hauptdarstellerin für Krai

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „European stars of tomorrow“; Screen International, Heft 1677 vom 6. Februar 2009, S. 17 (PDF-Datei; 2,28 MB). Screen International, Februar 2009
  2. Nikola Kastner: Eine Rolle im „Tatort“ ist kein Garant für Bewunderung; Focus Online, 4. Dezember 2013.