Bahnhof Eichenberg

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Eichenberg
Empfangsgebäude
Empfangsgebäude
Daten
Lage im Netz Kreuzungsbahnhof
Bahnsteiggleise 7
Abkürzung HEBG
IBNR 8000090
Kategorie 4
Profil auf Bahnhof.de Eichenberg
Lage
Stadt/Gemeinde Neu-Eichenberg
Ort/Ortsteil Eichenberg-Bahnhof
Land Hessen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 22′ 30,7″ N, 9° 55′ 17,4″ OKoordinaten: 51° 22′ 30,7″ N, 9° 55′ 17,4″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Hessen
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Der Bahnhof Eichenberg ist der einzige Bahnhof der Gemeinde Neu-Eichenberg im Werra-Meißner-Kreis in Nordhessen. Er liegt östlich der historischen Ortslage jenseits der B 27 im Ortsteil Eichenberg-Bahnhof.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Eichenberger Bahnhof entstand mit der Inbetriebnahme der Eisenbahnlinie Halle–Kassel.

1876 wurde der Teilabschnitt Niederhone–Eichenberg–Friedland (Han) der Bahnstrecke Göttingen–Bebra fertiggestellt. Damit wurde Eichenberg zu einem Eisenbahnknotenpunkt. Um die Wasserscheiden zwischen Fulda und Werra bei Cornberg und zwischen Werra und Leine bei Eichenberg zu überwinden, waren erhebliche Steigungen und vier Tunnel notwendig, wodurch die Strecke sehr kurvenreich wurde.

Am 15. Dezember 1915 wurde die 25 km lange Gelstertalbahn von Velmeden über Großalmerode Ost nach Eichenberg eröffnet. Im Güterverkehr diente sie vor allem dem Transport von Braunkohle aus dem Nordhessischen Braunkohlerevier.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war Eichenberg Grenzbahnhof. Hier fanden die Kontrollen zwischen britischer und amerikanischer Zone statt, am 1. November 1948 wurden sie in Richtung Norden (britische Zone) aufgehoben, ein Jahr später auch in Richtung Süden (amerikanische Zone). Der Zugverkehr zwischen Eichenberg und Arenshausen war dagegen eingestellt. Eine Öffnung wurde seitens der westlichen Verwaltung abgelehnt, da der Bahnhof Eichenberg durch die Kontrollen schon überbelegt war. Im Helmstedter Abkommen von 1949 wurde eine Öffnung der Strecke zwar beschlossen, aber später nicht umgesetzt. Die Gleise zwischen Eichenberg und Arenshausen waren seit 1948 demontiert.

Am 2. Juni 1973 wurde der Personenverkehr auf der Gelstertalbahn eingestellt. Am 31. Dezember 2001 wurde auch der Restgüterverkehr von Eichenberg nach Witzenhausen Süd beziehungsweise zur Papierfabrik beendet.

1989 wurde die Wiederinbetriebnahme des Streckenstückes Eichenberg–Arenshausen als einer der ersten Lückenschlüsse erwogen. Schon am 6. Januar 1990 fanden erste Vermessungsarbeiten statt. In Eichenberg wurde der ungenutzte östliche Bahnsteig (Gleise 10 und 11) komplett erneuert und verlängert, der Zugang zur Unterführung wurde wiederhergestellt. Auch wurde an der Strecke nach Kassel eine Weichenverbindung verlegt, um im Ost-West-Verkehr eine höhengleiche Kreuzung der Nord-Süd-Strecke zu vermeiden. Am 26. Mai 1990 wurde der neue Bahnsteig in Betrieb genommen.

Züge zwischen Nordhausen und Göttingen mussten südlich der Bahnsteige die Fahrtrichtung wechseln, so dass keine planmäßigen Fahrten in dieser Relation vorgesehen wurden. Für sie wurde die Eichenberger Kurve als Verbindungskurve am Nordkopf des Bahnhofes neu gebaut und 1998 in Betrieb genommen.

Hier verkehrt der Regional-Express von Göttingen in Richtung Erfurt; der Bahnhof Eichenberg wird somit weiterhin umfahren.

Gleisanlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gleisanlagen des Bahnhofs Eichenberg

Der Bahnhof Eichenberg besitzt noch heute umfangreiche Gleisanlagen. Der Personenverkehr wird an sieben Bahnsteiggleisen abgewickelt.

Die Nummerierung beginnt auf der Nordwestseite am Empfangsgebäude.

  • Gleis 1 ist ein Durchgangsgleis und liegt als Hausbahnsteig direkt vor dem Empfangsgebäude. Das Gleis wird im planmäßigen Schienenpersonennahverkehr bis auf einzelne Züge Richtung Kassel am späteren Abend nicht mehr genutzt.
  • Gleis 2 ist ein Durchgangsgleis ohne Bahnsteig und dient den Zügen des Güter- und Fernverkehrs als Durchfahrtsgleis.
  • Gleis 3 teilt sich mit Gleis 4 einen Inselbahnsteig. Heute halten hier die Züge der Cantus-Linien R7 und R8 in Richtung Kassel (R8) beziehungsweise Eschwege/Bebra/Fulda (R7).
  • Gleis 4 ist ein Durchgangsgleis und liegt am Bahnsteig neben Gleis 3. Heute halten hier die cantus-Züge in Richtung Göttingen.
  • Gleis 5 ist ein Durchgangsgleis und teilt sich mit Gleis 6 den mittleren Inselbahnsteig. Zurzeit (Stand: Ende Oktober 2012) wird dieser Bahnsteig modernisiert und deshalb verkehren momentan von diesem Gleis keine Züge.
  • Gleis 6 ist ein weiteres Durchgangsgleis und liegt am Bahnsteig neben Gleis 5. Auch hier verkehren aufgrund der Modernisierung des Bahnsteigs momentan keine Züge.
  • Gleis 7 war ein Durchgangsgleis ohne Bahnsteig, welches heute jedoch größtenteils mit Büschen und kleinen Bäumen überwachsen ist.
  • Gleis 8 war wie Gleis 7 ein überwachsenes Gleis ohne Bahnsteig.
  • Gleis 9 besitzt wie die Gleise 7 und 8 keinen Bahnsteig und ist heute größtenteils mit Büschen und kleinen Bäumen überwachsen.
  • Gleis 10 ist ein Durchgangsgleis und teilt sich mit Gleis 11 den äußersten Inselbahnsteig. Hier verkehren die Züge in Richtung Halle (Saale) Hauptbahnhof beziehungsweise Erfurt Hauptbahnhof über Leinefelde und Nordhausen sowie nach Kassel-Wilhelmshöhe.
  • Gleis 11 ist ein weiteres Durchgangsgleis und liegt am äußersten Inselbahnsteig neben Gleis 10. Hier fahren einzelne Regionalbahnen in Richtung Nordhausen, welche in Eichenberg beginnen oder enden, ab.
  • Gleis 12 ist ein Durchgangsgleis ohne Bahnsteig und dient den Zügen des Güter- und Fernverkehrs als Durchfahrtsgleis in Richtung Leinefelde/Nordhausen.
  • Von Gleis 12 zweigt ein Gleis ab, welches heute nicht mehr regelmäßig genutzt wird.
  • Zwischen Gleis 12 und 13 lag bis zum Umbau des Bahnhofes 1990 der Bahnsteig, an dem die Züge der Gelstertalbahn verkehrten.

Die Gleise 1 bis 6 schließen sich im Norden an die Strecke nach Göttingen an, die Gleise 10 bis 12 an diejenige Richtung Leinefelde.

Die Bahnsteige des Bahnhofs Eichenberg sind nicht barrierefrei nur über die Treppen der Personenunterführung zu erreichen. Der Einbau eines Fahrstuhls ist geplant.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichenberg gehört wie ganz Nordhessen zum Tarifgebiet des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), ist gleichzeitig aber auch in den Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN) integriert.

Der Eichenberger Bahnhof ist Knotenpunkt von alter Nord-Süd-Strecke (Bahnstrecke Göttingen–Bebra) und der Halle-Kasseler Eisenbahn. Es bestehen im Personenverkehr Direktverbindungen nach Witzenhausen, Hann. Münden, Kassel Hauptbahnhof/Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe, Göttingen, Leinefelde, Nordhausen, Halle (Saale), Mühlhausen, Erfurt, Eschwege, Bebra und teilweise nach Bad Hersfeld und Fulda. Der Personenverkehr Göttingen–Kassel und Göttingen–Bebra wird seit 2005 von der cantus Verkehrsgesellschaft ausgeführt. Richtung Halle verkehren seit 13. Dezember 2015 Elektrotriebzüge der Baureihe 442 die von der Abellio Rail Mitteldeutschland betrieben werden. Die Linie nach Erfurt wird seit Dezember 2013 mit Dieseltriebwagen der Baureihe 642 von DB Regio befahren, die die Erfurter Bahn ablöste.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Empfangsgebäude im Sommer 2014

Der Eichenberger Bahnhof ist nicht barrierefrei. Seit Langem wird ein barrierefreier Ausbau der Bahnsteige von der Bevölkerung erwünscht. Ebenfalls wird ein Umbau des Eichenberger Bahnhofs in den Zustand vor 1954 auch immer wieder gefordert. Bislang ist jedoch noch nichts Näheres über einen Umbau des Bahnhofs bekannt, jedoch wurde im März 2013 das Bahnhofsgebäude auf einer öffentlichen Versteigerung angeboten[1]. Bis Mitte März 2014 waren die Türen und Fenster des Hauptbahnhofsgebäudes vernagelt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralf Roman Rossberg: Grenze über deutschen Schienen 1945–1990. 2. Auflage. EK-Verlag, Freiburg 1991, ISBN 3-88255-829-6, S. 130–133.
  • Wolfgang Koch, Werner Keller, Paul Lauerwald: Bahnhof Eichenberg. Glanz, Fall und Wiederaufstieg eines Eisenbahn-Knotenpunktes. Hessisch Lichtenau 1990, 232 Seiten, zahlreiche Schwarz-Weiß- und Farbabbildungen, ISBN 3-9800576-6-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Claas Michaelis (clm): Bahn AG versteigert Gebäude in Eichenberg: Bahnhof für 7000 Euro. HNA, 13. März 2013; abgerufen am 23. März 2014.