Bahnhof München-Trudering

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München-Trudering
S-Bahnhof Trudering
S-Bahnhof Trudering
Daten
Lage im Netz Trennungsbahnhof
Bahnsteiggleise

2 S-Bahn, 2 U-Bahn

Abkürzung

MTR[1]

IBNR 8004162
Kategorie

5[2]

Eröffnung

15. Oktober 1871

Webadresse

Stationsdatenbank der BEG

Profil auf Bahnhof.de Muenchen-Trudering
Lage
Stadt/Gemeinde

München

Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 48° 7′ 34″ N, 11° 39′ 47″ OKoordinaten: 48° 7′ 34″ N, 11° 39′ 47″ O
Eisenbahnstrecken
Bahnhöfe in Bayern
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Der Bahnhof München-Trudering ist ein Bahnhof im gleichnamigen Stadtteil Trudering der bayerischen Landeshauptstadt München und eine Station der S- und U-Bahn München.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Trudering wurde am 15. Oktober 1871 an der gleichzeitig eröffneten Bahnstrecke München–Rosenheim in Betrieb genommen.[4] Zur Anbindung des neuen Rangierbahnhofs München Ost in Richtung Rosenheim nahm die die Deutsche Reichsbahn am 1. März 1926 eine eingleisige Verbindungsstrecke vom Rangierbahnhof nach Trudering in Betrieb. Am 1. Oktober 1938 wurde der Bahnhof Trudering in Bahnhof München-Trudering umbenannt.[5] Am 2. Oktober 1939 wurde der nur im Güterverkehr genutzte Münchner Nordring im Abschnitt von Daglfing nach Trudering eröffnet, wodurch der Bahnhof Trudering zum Trennungsbahnhof wurde.

Am 1. April 1970 wurde zwischen Berg am Laim und Trudering parallel zu den Gleisen der Bahnstrecke München–Rosenheim ein zusätzliches Gleis für die zukünftige S-Bahn eröffnet, das 1973 um ein zweites Gleis erweitert wurde. Als Vorbereitung für den S-Bahn-Betrieb erhielt der Bahnhof Trudering einen neuen 76 cm hohen Mittelbahnsteig. Am 28. Mai 1972 wurde der Betrieb der S-Bahn München am Bahnhof Trudering aufgenommen. Das alte Empfangsgebäude wurde in den 1970er Jahren abgerissen und durch einen eingeschossigen Neubau mit Flachdach ersetzt. Bis 1979 wurden auch auf dem Abschnitt von Trudering nach Haar zusätzliche S-Bahngleise errichtet. Um den Güterverkehr des Münchner Nordrings kreuzungsfrei über die S-Bahngleise in die Ferngleise nach Rosenheim einführen zu können, errichtete die Deutsche Bundesbahn ein Überwerfungsbauwerk 1,5 km östlich des Bahnhofs. Die zweigleisige Strecke des Münchner Nordrings unterquert darin die S-Bahngleise und fädelt an der neuen Abzweigstelle München-Waldtrudering höhenfrei in die Bahnstrecke München–Rosenheim ein. Am 17. September 1979 nahm die Deutsche Bundesbahn die zusätzlichen S-Bahn- und Gütergleise in Betrieb.[6]

Der unterhalb der Truderinger Straße errichtete Bahnhof an der U2 der U-Bahn München wurde am 29. Mai 1999 dem Verkehr übergeben. Während der Bauarbeiten für den Tunnel entstand am 20. September 1994 durch eindringendes Wasser ein Hohlraum unterhalb der Straße. Infolgedessen stürzte ein Linienbus in den entstehenden Krater. Bei diesem sogenannten Busunglück von Trudering kamen drei Menschen ums Leben. Dabei handelte es sich um zwei Fahrgäste und einen Bauarbeiter. Die Eröffnung der Tunnelstrecke nach Riem verzögerte sich in Folge dieses Unglücks, so dass die U-Bahn-Station erst 1999 eröffnet werden konnte.

Aufbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oberirdischer Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof München-Trudering besitzt zehn Gleise, von denen zwei einen Bahnsteig besitzen. Die bahnsteiglosen Gleise 1 und 2 dienen dem Fern- und Regionalverkehr der Bahnstrecke München–Rosenheim.

Die Gleise 3 und 4 befinden sich an einem 238 m langen und 96 cm hohen Mittelbahnsteig und dienen der S-Bahn.[7] Gleis 3 des S-Bahnhofs Trudering wird von den S-Bahnen in Richtung Zorneding bedient, Gleis 4 von den S-Bahnen in Richtung Münchner Innenstadt. Es gibt zwei Aufgänge, die in die beiden Verbindungstunnel führen. Außerdem führt ein Lift vom Bahnsteig in den östlichen Verbindungstunnel.

Die Gleise 5 und 6 gehören zum Münchner Nordring, der im Westen des Bahnhofs aus Daglfing kommend mit der eingleisigen Verbindungsstrecke von München Ost Rbf sowie der Bahnstrecke München–Rosenheim zusammentrifft. Sie werden daher hauptsächlich von Güterzügen bedient. Etwa 1,2 Kilometer östlich des Bahnhofs unterqueren die Gütergleise die S-Bahnstrecke und münden höhenfrei in die Fernbahngleise ein. Die Gleise 7 bis 10 dienen als Abstellgleise für Güterzüge und S-Bahn-Triebwagen. Im Westen des Bahnhofs sind die drei Strecken über Weichen miteinander verbunden.

Seit 1970 werden die Weichen und Lichtsignale des Bahnhofs über ein Spurplandrucktastenstellwerk der Siemens-Standardbauart S60 gesteuert. Das Stellwerk befindet sich in einem zweigeschossigen Bau mit Wellblechverkleidung im Südwesten des Bahnhofs.[8]

U-Bahnhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

U-Bahnhof Trudering

Der U-Bahnhof Trudering befindet sich unter der Truderinger Straße und liegt an der zweiten Stammstrecke des Münchner U-Bahn-Netzes. Er wird vom östlichen Ast der U-Bahnlinie 2 bedient.

Der Bahnhof wurde im Schildvortriebverfahren gebaut, so dass der Mittelbahnsteig auf zwei Bahnsteigröhren aufgeteilt ist. Diese sind durch zwei Querschläge miteinander verbunden. Da der Bahnhof in einer Kurve liegt, sind die Bahnsteige versetzt angeordnet. Die Seitenwände sind in einem kräftigen Rot, der Kennfarbe der Linie U2, gestrichen. Auf diesen ist der Bahnhofsname in weiß geschrieben. Die übrigen Gestaltungselemente sind in Grautönen gehalten. Die Innenwände der Bahnsteige und Teile der Decke sind mit Aluminium verkleidet. Der Boden wurde mit hell- und dunkelgrauen Granitplatten gestaltet. Mit einer Tiefenlage von 24 Metern zählt Trudering zu den tiefstgelegenen U-Bahnhöfen in München.

Verbindungstunnel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Östlicher Verbindungstunnel

Im östlichen Verbindungstunnel befinden sich eine Fingerhakel- und eine Armdrück-Darstellung. Er verbindet das östliche Sperrengeschoss des U-Bahnhofs und den S-Bahnhof miteinander. Außerdem gibt es einen Ausgang zum Busbahnhof und zur südlich des Bahnhofs gelegenen Truderinger Straße, sowie einen Ausgang zur nördlichen Birthälmer Straße. Ein Aufzug verbindet den S-Bahnsteig mit diesem Verbindungstunnel, ein weiterer Aufzug führt vom U-Bahnsteig über das östliche Sperrengeschoss zum Busbahnhof. Zudem gibt es auf der Nordseite einen dritten Aufzug, der vom Verbindungstunnel zur Oberfläche führt.

Vom westlichen Verbindungstunnel gelangt man ebenfalls zum S-Bahnsteig, zum U-Bahnhof und zur Truderinger Straße. Allerdings existiert hier keine Verbindung zur nördlichen Bahnhofsseite.

Außerdem gibt es an der Truderinger Straße und an der Birthälmer Straße je einen Park-and-Ride-Platz für den Umstieg zwischen Individualverkehr und ÖPNV.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Busbahnhof Trudering Bahnhof mit Bus der Linie 192

Der S-Bahnhof Trudering wird von der S4 der S-Bahn München von Geltendorf nach Ebersberg bedient, in der Hauptverkehrszeit fährt außerdem die S6 von Tutzing nach Zorneding, sodass ein 10-Minutentakt in die Innenstadt besteht. Täglich halten etwa 150 S-Bahnen an Trudering. Regional- und Fernverkehrszüge durchfahren den Bahnhof ohne Halt.

Der U-Bahnhof Trudering wird vom östlichen Ast der Linie U2, welche auf dieser Strecke in Teilen gemeinsam mit der U1 verkehrt, bedient. Über die Linie aus Feldmoching werden die dortigen Wohngebiete und damit die nördlichen Stadtteile Münchens erreicht. Über die am U-Bahnhof Scheidplatz kreuzende Linie U3 kann der Olympiapark erreicht werden. Daneben besteht die Verbindung zu den zentralen Umsteigepunkten Hauptbahnhof und Sendlinger Tor. Dort sind Umsteigemöglichkeiten zu den anderen beiden Stammstrecken der U-Bahn sowie der der S-Bahn vorhanden. Im weiteren Verlauf der U2 werden die Messestadt Riem mit dem dort zur Bundesgartenschau angelegten Riemer Park und die Messe angebunden.

Am Busbahnhof Trudering Bahnhof, der an der Truderinger Straße über dem U-Bahnhof liegt, halten Linien 139, 146, 192, 193 und 194 sowie die Nachtbuslinie N49 des Münchner Bussystems.

Die U-Bahn-Linie und die Buslinien werden von der Münchner Verkehrsgesellschaft betrieben. Es wird der Tarif des Münchner Verkehrs- und Tarifverbunds angewendet.

Linie Strecke Taktfrequenz
S4 Geltendorf – Türkenfeld – Grafrath – Schöngeising – Buchenau – Fürstenfeldbruck – Eichenau – Puchheim – Aubing – Leienfelsstraße – Pasing – Laim – Hirschgarten – Donnersbergerbrücke – Hackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof – Leuchtenbergring – Berg am Laim – Trudering – Gronsdorf – Haar – Vaterstetten – Baldham – Zorneding – Eglharting – Kirchseeon – Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg 20-Minutentakt
S6 Tutzing – Feldafing – Possenhofen – Starnberg – Starnberg Nord – Gauting – Stockdorf – Planegg – Gräfelfing – Lochham – Westkreuz – Pasing – Laim – HirschgartenDonnersbergerbrückeHackerbrücke – Hauptbahnhof – Karlsplatz (Stachus) – Marienplatz – Isartor – Rosenheimer Platz – Ostbahnhof (– Leuchtenbergring – Berg am Laim – Trudering – Gronsdorf – Haar – Vaterstetten – Baldham – Zorneding – Eglharting – Kirchseeon – Grafing Bahnhof – Grafing Stadt – Ebersberg) 20-Minutentakt in der Hauptverkehrszeit
U2 Feldmoching – Hasenbergl – Dülferstraße – Harthof – Am Hart – Frankfurter Ring – Milbertshofen – Scheidplatz – Hohenzollernplatz – Josephsplatz – Theresienstraße – Königsplatz – Hauptbahnhof – Sendlinger Tor – Fraunhoferstraße – Kolumbusplatz – Silberhornstraße – Untersbergstraße – Giesing – Karl-Preis-Platz – Innsbrucker Ring – Josephsburg – Kreillerstraße – Trudering – Moosfeld – Messestadt West – Messestadt Ost

Weiterführende Informationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Dieter Korhammer, Armin Franzke, Ernst Rudolph: Drehscheibe des Südens. Eisenbahnknoten München. Hestra-Verlag, Darmstadt 1991, ISBN 3-7771-0236-9.
  • Christoph Hackelsberger, Stefan Müller-Naumann: U-Bahn-Architektur in München. Prestel Verlag, München 1997, ISBN 3-7913-1827-6.
  • Wolfgang Pischek, Holger Junghardt: Die Münchner U-Bahn – Unterirdisch durch die bayerische Landeshauptstadt. GeraMond, München 2002, ISBN 3-7654-7194-1.
  • Florian Schütz: München U-Bahn Album: Alle Münchner U-Bahnhöfe in Farbe. Robert Schwandl Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-936573-19-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnhof München-Trudering – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Abkürzungen der Betriebsstellen auf michaeldittrich.de, abgerufen am 17. Januar 2016.
  2. Bahnhofskategorieliste 2016 (PDF; 330 kB) der Deutschen Bahn, abgerufen am 2. April 2016.
  3. Korhammer, Franzke, Rudolph: Drehscheibe des Südens. Darmstadt 1991, S. 155.
  4. Bahndirektion München auf bahnstatistik.de
  5. Korhammer, Franzke, Rudolph: Drehscheibe des Südens. Darmstadt 1991, S. 153–154.
  6. Bahnsteiginformationen zum Bahnhof München-Trudering auf deutschebahn.com
  7. Liste Deutscher Stellwerke. In: stellwerke.de. Abgerufen am 13. September 2014.