Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode

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Bremervörde–Walsrode
Brücke über die Böhme nördlich von Walsrode
Brücke über die Böhme nördlich von Walsrode
Streckennummer (DB): 1711
Kursbuchstrecke (DB): ex 217 g
Streckenlänge: 87,6 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Bundesland (D): Niedersachsen
Betriebsstellen und Strecken[1]
Strecke – geradeaus
Strecke von Bremerhaven
   
Strecke von Bremen
Bahnhof, Station
150,6 Bremervörde
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Oste
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Strecke nach Stade,
  Strecke nach Buxtehude
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Bahnhof ohne Personenverkehr
146,6 Bevern
   
141,0 Deinstedt
Bahnhof ohne Personenverkehr
137,7 Selsingen
Bahnhof ohne Personenverkehr
133,0 Godenstedt
Brücke über Wasserlauf (groß)
Oste
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Strecke von Tostedt
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126,8 Zeven (Han)
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Zeven Süd
BSicon ABZlxr.svgBSicon ABZg+r.svgBSicon .svg
ehem. Strecke nach Wilstedt
Bahnhof ohne Personenverkehr
121,2 Elsdorf
Straßenbrücke
A 1
   
116,8 Gyhum
   
112,1 Mulmshorn
   
108,5 Bötersen
Bahnhof ohne Personenverkehr
106,8 Waffensen
BSicon .svgBSicon KRZo.svgBSicon STR+r.svg
Hauptstrecke von Bremen
BSicon .svgBSicon ABZg+r.svgBSicon STR.svg
Strecke von Verden
BSicon .svgBSicon BHF.svgBSicon BHF.svg
101,1 Rotenburg (Wümme)
BSicon .svgBSicon WBRÜCKE1.svgBSicon WBRÜCKE1.svg
Wümme
BSicon .svgBSicon xABZgl.svgBSicon STRl.svg
Hauptstrecke nach Hamburg
   
Rotenburg Harburger Straße
   
94,7 Hemsbünde
   
91,8 Brockel
   
Wiedau
   
Rodau
   
87,1 Bretel
   
84,2 Wittorf Ost
   
83,0 Wittorf
   
81,0 Nindorf
BSicon .svgBSicon xKRZu.svgBSicon STR+r.svg
Amerikalinie von Langwedel
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77,0 Visselhövede
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Amerikalinie nach Soltau
   
70,2 Jarlingen
   
Strecke von Bomlitz
Bahnhof ohne Personenverkehr
66,4 Cordingen
Brücke über Wasserlauf (mittel)
Böhme
   
Heidebahn von Soltau
Bahnhof, Station
62,0 Walsrode
   
Verden-Walsroder Eisenbahn
Strecke – geradeaus
Heidebahn nach Hannover

Die Bahnstrecke Bremervörde–Walsrode war eine Eisenbahnstrecke mit regionaler Bedeutung in Niedersachsen. Sie verband Bremervörde über Zeven, Rotenburg (Wümme) und Visselhövede mit Walsrode. Der Personenverkehr war in Rotenburg geteilt. Ursprünglich war die Verbindung als Teil einer durchgehenden Fernbahnstrecke HannoverGeestemünde konzipiert worden. Fernverkehr fand auf der Strecke jedoch nie statt; doch gab es um 1953 durchgehende Eilzüge zwischen Bremervörde und Hannover.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der erste Streckenabschnitt zwischen Walsrode und Visselhövede wurde am 1. Juli 1890 für den Güterverkehr und am 25. August 1890 für den Personenverkehr eröffnet. Dieser Abschnitt stellte zunächst die Fortsetzung des südlichen Heidebahnabschnittes Hannover–Walsrode dar und wurde vor allem auf Grund von Garantien der Firma Wolff & Co. in Bomlitz errichtet, die über den Bahnhof Cordingen eine Anbindung an die Nordseehäfen benötigte. Die Verlängerung von Visselhövede über Brockel, Rotenburg und Zeven nach Bremervörde wurde schrittweise ab 1906 eröffnet. Ab 11. Juli 1906 fuhren die Züge bis Rotenburg, ab 3. Oktober 1906 bis Zeven und ab 16. Mai 1908 schließlich bis Bremervörde.

Die gesamte Strecke spielte eine wichtige Rolle bei der Erschließung der Region, beim Transport landwirtschaftlicher Güter, im Schülerverkehr und für den Ausflugstourismus. Während der nationalsozialistischen Herrschaft war der Südteil zwischen Cordingen und Walsrode Teil eines Einbahn-Ringverkehrs über die Werkbahn Wolff und die Heidebahn, um das Verkehrsaufkommen durch die neu errichtete Bomlitzer Rüstungsindustrie zu bewältigen. Über die Bahnstrecke verkehrten auch Deportationszüge in die Konzentrationslager nach Bergen-Belsen und Sandbostel.

Teileinstellung des Verkehrs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Personenverkehr wurde auf dem Abschnitt Rotenburg–Visselhövede am 1. Juni 1958 eingestellt, nachdem zuletzt nur noch ein Zugpaar täglich in Form eines Schienenbusses die Strecke befuhr. Zuvor bestand noch eine durchgehende Verbindung von Stade, dem damaligen Sitz des Regierungsbezirkes, über diesen Abschnitt nach Walsrode. Weite Teile der Strecke zwischen Brockel und Visselhövede wurden nach der endgültigen Stilllegung 1963 demontiert. Dies betraf zunächst den Abschnitt Brockel–Wittorf, auf dem sich heute ein Fahrradweg befindet. 1979 wurde auch das Streckenstück Wittorf–Visselhövede abgebaut. Auf dem südlichen Abschnitt Visselhövede–Cordingen wurde als letztem der drei Abschnitte am 1. Juni 1980 der Personenverkehr eingestellt, Personenzüge fuhren noch bis 31. Mai 1991 von Walsrode über Cordingen nach Bomlitz. Der Abschnitt Visselhövede–Cordingen wurde am 28. September 1984 auch im Güterverkehr aufgegeben; die Gleise sind mittlerweile entfernt.

Übernahme durch die evb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen Bremervörde und Rotenburg herrscht noch reger Güterverkehr, nachdem hier am 29. September 1968 der Personenverkehr eingestellt wurde. Die noch vorhandenen Gleise zwischen Bremervörde, Rotenburg und Brockel sind von der Deutschen Bundesbahn 1991 in den Besitz der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) übergegangen. Sie bedient die Strecke zwischen Bremervörde und Rotenburg im Güterverkehr, der Verkehr auf dem Stück Rotenburg–Brockel wurde zum 31. Dezember 2002 eingestellt, die letzten Jahre wurden hier nur noch Kartoffeln abgefahren. Nach der Entgleisung eines Güterzuges auf Höhe des Streckenabzweiges in Rotenburg wurde die Anschlussweiche ausgebaut, so dass der Brockeler Zweig nicht mehr erreichbar ist und nun zunehmend bewachsen wird. Im Juli 2008 begann hier der Abbau der Gleise.

Im Nahverkehrsplan 2013–2017 des Landkreises Rotenburg (Wümme) wird die LNVG darum gebeten, den Abschnitt Bremervörde–Zeven–Rotenburg (Wümme) für den Schienenpersonennahverkehr zu reaktivieren. Allerdings wird dieser Maßnahme in dem Papier nur eine geringe Priorität eingeräumt.[2]

Beim Land Niedersachsen ist außerdem eine Elektrifizierung des Streckenabschnitts Rotenburg - Bremervörde im Gespräch. [3]

Streckenverlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Abschnitt Bremervörde – Rotenburg (Wümme)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Unterquerung in Zeven

Die Bahnstrecke, auf der früher die in den umliegenden Dörfern legendäre Dampflokomotive Heini verkehrte, existiert noch heute, wird jedoch nur noch im Güterverkehr befahren. Nachdem sie von der heute in der Relation Bremerhaven – Hamburg im Personenverkehr befahrenen Eisenbahnstrecke nach Süden in ein weitläufiges Geestgebiet mit vielen Kiefernwäldern abzweigt, verläuft sie parallel zur Bundesstraße 71 durch Bevern, Deinstedt, Selsingen, am ehemaligen KZ-Außenlager Sandbostel vorbei, durch Seedorf und Godenstedt nach Zeven. Am nördlichen Stadtrand wird die Wilstedt-Zeven-Tostedter Eisenbahn unterquert. Direkt südlich des Bahnhofes Zeven (Han) befindet sich eine Verbindungsweiche zum Bahnhof Zeven Süd an ebendieser früheren Kleinbahn, die heute ebenso wie die hier beschriebene Strecke der evb gehört. Südlich von Zeven zweigte bis zum Rückbau Ende 2007 ein Industriegleis nach Aspe ab, bevor die Fahrt weiter durch das Geestgebiet geht. Über Elsdorf mit seiner Molkerei, Gyhum, Mulmshorn, Bötersen, wo ein Gleis zur Rotenburger Kaserne abzweigt, und über Waffensen wird die Brücke über die Hauptstrecke von Bremen („Rollbahn“) erreicht.

Direkt hinter dieser Brücke fädelt sich die Strecke gemeinsam mit der von Süden kommenden Bahnstrecke Verden–Rotenburg in die Rotenburger Gleisanlagen ein, die von Westen her erreicht werden. Die Strecke Bremervörde–Rotenburg (Wümme) wird heutzutage hauptsächlich für den Güterverkehr genutzt: Containerzüge der evb von Bremerhaven nach Hamburg und umgekehrt, Züge für Baustofftransporte nach Zeven und Bremervörde sowie Holzzüge der Osthannoverschen Eisenbahn nach Stendal befahren diese Strecke.

Abschnitt Rotenburg (Wümme) – Visselhövede[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum Einsatz von Schienenbussen fuhr hier eine in den umliegenden Dörfern als Fidi bezeichnete dampflokbespannte Personenzuggarnitur mit im Volksmund als „Donnerbüchsen“ bekannten Personenzugwagen. Der Bahnhof Rotenburg wird nach Osten hinaus verlassen. Die Strecke nach Visselhövede zweigte nach der Wümmebrücke nach Südosten hin von der Hauptstrecke nach Hamburg ab. Früher zweigte rechts ein Anschlussgleis zu den Rotenburger Stadtwerken ab, das mittlerweile demontiert ist. Vor dem Bahnübergang der Harburger Straße in der Nähe der katholischen Kirche befindet sich heute ein famila-Warenhaus. Bis in die 1990er Jahre bestand hier ein Güterbahnhof einer örtlichen landwirtschaftlichen Genossenschaft und der ehemalige Haltepunkt Rotenburg Harburger Straße, der in den 1950er Jahren kurze Zeit bestand.

Die Strecke verlief weiter schnurgerade nach Südosten durch naturbelassene Geest- und Waldlandschaft. Vor einem Bahnübergang der Bundesstraße 71 lag früher der Haltepunkt Hemsbünde. Südlich des Bahnüberganges existierte ein Anschlussgleis zum Fenster- und Türenhersteller HBI. Die Strecke bog nach weiteren rund drei Kilometern nach Süden ab. In dieser Kurve zwischen den Ortschaften Bothel und Brockel lag der Bahnhof Brockel. Er war lange, nach Abbau der weiterführenden Gleise, Endpunkt der Strecke. Hier befanden sich neben dem alten Empfangsgebäude mehrere Ladegleise einer landwirtschaftlichen Genossenschaft, ein Holzspielzeughersteller und ein ehemaliges Bahnhofslokal. Die Gleise endeten vor einer ehemaligen Brücke über den Bach Wiedau.

Von hier an verläuft ein Fahrradweg auf der alten Trasse, die weiter nach Süden an Bothel vorbei verläuft. Im Bereich des Staatsforstes Trochel wird die Trasse von einer alten Brücke überquert, über die ein Feld- und Waldweg verläuft. Des Weiteren werden mehrere kleine Bäche und weitere Feld- und Waldwege an ehemaligen Bahnübergängen überquert. Im Bereich des Dorfes Bretel befindet sich ein altes Bahnwärterhaus an einem ehemaligen Bahnübergang. Eine alte Bahnsteigkante, heute mit Picknickplatz, zeugt vom ehemaligen Haltepunkt Bretel. Die Trasse verläuft weiter nach Süden, bis Wittorf erreicht wird. Hier endet der Fahrradweg am ehemaligen Bedarfshaltepunkt Wittorf Ost. Der nach rund einem Kilometer folgende Wittorfer Bahnhof ist heute ein Wohnhaus; bis 1979 lagen hier noch – ähnlich wie in Brockel – Ladegleise.

Südlich des ehemaligen Bahnhofes wurde die alte Bahntrasse mittlerweile überbaut. Die Strecke überquerte die Bundesstraße 440, bevor sie auf einem für die Gegend vergleichsweise hohen Damm westlich der Ortschaft Nindorf verlief. Hier wurde parallel zu Rotenburg Harburger Straße ebenfalls kurzzeitig ein Haltepunkt betrieben. Die beschriebene Strecke traf fast senkrecht auf die Bahnstrecke Uelzen–Langwedel, die unterquert wurde. Hierauf folgte eine scharfe Linkskurve, so dass der Bahnhof Visselhövede gemeinsam mit der „Amerikalinie“ von Westen her erreicht wurde.

Der Bahnhof Visselhövede heute. Die Gleise der Verbindung Rotenburg–Walsrode lagen im jetzigen Gebüsch rechts.

Abschnitt Visselhövede – Walsrode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Abschnitt war noch am längsten im Personenverkehr in Betrieb. Der Bahnhof Visselhövede wurde gemeinsam mit der Amerikalinie in Richtung Osten verlassen. Die Strecke nach Walsrode bog nach Süden in einer scharfen Kurve ab. Nachdem die Trasse durch bewaldetes Gebiet verlief, wurde der Bahnhof der kleinen Ortschaft Jarlingen erreicht. Der Bahnhof lag abseits des Dorfes, hier befand sich ein Bahnübergang an einem Feldweg. Heute ist die Trasse bebaut. Die Strecke verlief weiter nach Süden, bis der Bahnhof Cordingen erreicht wurde. Dieser Bahnhof wurde zeitweise noch im Personenverkehr auf der Bahnstrecke Bomlitz–Walsrode bedient. Heute liegen hier noch Gleise, die Bahnhofsausfahrt nach Visselhövede ist ebenfalls noch vorhanden, jedoch enden die Gleise nach 100 Metern stumpf. Südlich von Cordingen verläuft die Strecke durch leicht hügeliges Gebiet im Bereich des Vogelparkes Walsrode. Von Osten stößt die aus Bad Fallingbostel kommende Heidebahn hinzu, mit der die beschriebene Strecke gemeinsam von Norden her den Bahnhof Walsrode erreicht.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eisenbahnatlas Deutschland 2007/2008. 6. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2007, ISBN 978-3-89494-136-9.
  2. Nahverkehrsplan des Landkreises Rotenburg (Wümme)
  3. Bericht aus der Rotenburger Kreiszeitung zur geplanten Elektrifizierung