Bahnstrecke Regensburg–Passau

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Regensburg Hbf–Passau
Streckennummer:5500 (Regensburg Hbf–Obertraubling),
5830 (Obertraubling–Passau Hbf)
Kursbuchstrecke (DB):880, 931
Streckenlänge:119,086 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV, 16 2/3 Hz ~
Höchstgeschwindigkeit:160 km/h
Strecke – geradeaus
von Nürnberg Hbf
   
von Neuoffingen
Bahnhof, Station
138,1 Regensburg Hbf 339 m
   
s. Bahnstrecke München–Regensburg
Bahnhof, Station
130,4
109,8
Obertraubling 343 m
   
nach München Hbf
Straßenbrücke
B 15
   
zum Industriegebiet Neutraubling
Bahnhof ohne Personenverkehr
105,6 Mangolding
Brücke über Wasserlauf (groß)
Pfatter
   
100,9 Moosham (b Regensburg)
   
97,7 Taimering
Bahnhof, Station
93,0 Sünching 342 m
Brücke über Wasserlauf (groß)
Große Laaber
   
nach Geiselhöring (bis 1880)
   
von Neufahrn (Niederbay) (ab 1896)
Bahnhof, Station
86,4 Radldorf (Niederbay) 339 m
   
von Geiselhöring (bis 1896)
Straßenbrücke
B 8
   
Anschluss Gäubodenkaserne
Bahnhof, Station
76,8 Straubing 326 m
   
nach Bogen
Straßenbrücke
B 20
   
70,3 Amselfing
Bahnhof, Station
64,8 Straßkirchen 326 m
   
57,9 Stephansposching
Straßenbrücke
BAB A 92
   
von Landshut
Bahnhof, Station
52,4 Plattling 323 m
   
nach Bayerisch Eisenstein
Brücke über Wasserlauf (groß)
Isar
Straßenbrücke
B 8
   
43,0 Langenisarhofen
Bahnhof, Station
37,0 Osterhofen (Niederbay)
   
31,5 Girching
Bahnhof ohne Personenverkehr
27,9 Pleinting
Brücke über Wasserlauf (groß)
Vils
   
von Aidenbach
Bahnhof, Station
21,4 Vilshofen (Niederbay)
   
nach Ortenburg
Bahnhof ohne Personenverkehr
15,0 Sandbach (Niederbay)
   
11,8 Seestetten
Bahnhof ohne Personenverkehr
7,1 Schalding rechts der Donau
Straßenbrücke
BAB A 3
   
4,9 Heining
Straßenbrücke
B 12
   
von Freyung
   
2,5 Passau-Auerbach
Bahnhof ohne Personenverkehr
1,7 Passau Gbf
   
von Neumarkt-Sankt Veit
Bahnhof, Station
0,0 Passau Hbf 303 m
Strecke – geradeaus
nach Wels

Die Bahnstrecke RegensburgPassau gehört als Verbindung nach Österreich und südosteuropäischen Ländern zu den wichtigsten Eisenbahnstrecken in Süddeutschland. Sie ist durchgehend zweigleisig und elektrifiziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Erschließung des bis dahin eisenbahnlosen Ostbayerns überließ der bayerische Staat den dortigen Bahnbau der 1856 neu gegründeten privaten "Königlich privilegirten Actiengesellschaft der bayerischen Ostbahnen". Unter dem Datum vom 12. April 1856 erhielt die Ostbahngesellschaft die Konzession zum Bau und Betrieb von Bahnstrecken im Osten Bayerns. Die genaue Streckenführung war ab 1851 vom bayerischen Staat ausgearbeitet worden und wurde der Ostbahngesellschaft vorgeschrieben. Eine Strecke führte von München über Landshut (eröffnet am 3. November 1858) nach Geiselhöring. Dort verzweigte sie sich nach Norden nach Regensburg und nach Süden über Straubing nach Passau. Die Abschnitte Landshut–Geiselhöring–Regensburg und Geiselhöring–Straubing gingen am 12. Dezember 1859 in Betrieb. Von Straubing führte die 77 km lange Strecke ab 20. September 1860 weiter über Plattling und Vilshofen bis zur Grenzstadt Passau. Dort fand der Schienenweg ab 1. September 1861 seine Fortsetzung durch die österreichische Kaiserin-Elisabeth-Bahn in Richtung Linz und Wien.

Aufgrund dieser Streckenführung mussten durchgehende Züge von Regensburg nach Passau über Geiselhöring fahren und dort kopfmachen. Am 1. Juli 1873 wurde eine direkte Verbindung von Sünching nach Straubing eröffnet, die den Weg erheblich abkürzte und die Fahrt beschleunigte. Zwischen 1880 und 1897 legte man zunächst die nun überflüssige Teilstrecke SünchingGeiselhöring still und später auch Perkam–Straubing, nachdem man ab 30. September 1896 von Perkam her die Verbindung nach Radldorf hergestellt hatte, die dort in die Hauptstrecke in Richtung Straubing einmündet.

Die gesamte Strecke fiel mit der Verstaatlichung der Bayerischen Ostbahnen am 10. Mai 1875 der Bayerischen Staatsbahn zu. Mit Gesetz vom 3. März 1894 wurde der zweigleisige Ausbau der Strecke bis Passau eingeleitet. Am 1. Juni 1959 wurde der planmäßige elektrische Betrieb aufgenommen.

Im Bundesverkehrswegeplan 1985 war im Abschnitt Planungen das Projekt einer Ausbaustrecke Nürnberg–Passau mit Investitionskosten von 150 Millionen DM enthalten.[1]

Im Rahmen des Sofortprogramms Seehafen-Hinterlandverkehr wurden 28 neue Signale errichtet und damit die Streckenkapazität erhöht.[2]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundesstraße und Bahntrasse zwischen Donau und Löwenwand
Einweihung der elektrischen Zugförderung: Begrüßung der Gäste durch die Oberbürgermeister und Landräte im Salonwagen

Die Strecke läuft ab Regensburg gemeinsam mit der Strecke nach Landshut bis Obertraubling und biegt dort nach Südosten ab. Sie führt nun durch den Gäuboden bis Plattling. Zur Überquerung der Isar bei Plattling baute man eine eiserne Fachwerkbrücke auf Granitpfeilern mit insgesamt 162 Metern Weite. Mit den Flutöffnungen hat die Brücke eine Länge von 318,35 Metern. Durch das fünf Kilometer weite Überschwemmungsgebiet bei Plattling baute man außerdem einen zwei bis drei Meter hohen Bahndamm mit zehn Flutbrücken.

Zwischen Vilshofen und Passau verläuft die Bahnstrecke für gut vier Kilometer auf engstem Raum zwischen Donau und Löwenwand parallel zur Bundesstraße 8. Man führte die Bahn wegen der Hochwassergefahr bis zu drei Meter über der Straße und folgte dabei den Windungen der Donau.

1500 Meter weiter Richtung Passau wird die Strecke von der Donaubrücke Schalding überspannt, die die BAB 3 über die Donau führt.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zugverkehr heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dieser Strecke verkehren seit Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2007 im Zweistundentakt ICE-T-Züge – insgesamt sechs Zugpaare – und ein Intercity-Zugpaar am Tag. Das IC-Zugpaar beginnt bzw. endet in Passau, die ICE-Züge verkehren weiter bis Wien. Fernverkehrshalte sind Regensburg, Plattling und Passau.

Im Nahverkehr fahren zwischen Passau und Plattling Regional-Express-Züge (siehe auch Donau-Isar-Express). Diese halten unterwegs lediglich in Vilshofen und Osterhofen. Die Regional-Express-Züge verkehren ab Plattling direkt weiter nach München. Zwischen Plattling und Regensburg verkehren stündlich Regionalbahnen der Privatbahn agilis, die bis Neumarkt in der Oberpfalz durchgebunden sind. Auf beiden Linien werden Triebzüge des Typs Alstom Coradia Continental eingesetzt.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Streckenabschnitt zwischen Straubing und Plattling wird von DB Systemtechnik für Testfahrten genutzt. Hier werden Störstrommessungen an Bahnfahrzeugen durchgeführt. So kommt es des Öfteren vor, dass auf diesem Streckenabschnitt Eisenbahnprototypen unterwegs sind, um ihre Zulassung zu erhalten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur von Mayer: Geschichte und Geographie der deutschen Eisenbahnen. Berlin 1891.
  • Walther Zeitler: Eisenbahnen im Bayerischen Wald. 3. Auflage. Verlag Morsak, Grafenau 1980, ISBN 3-8755-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bahnstrecke Regensburg–Passau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Führerstandsmitfahrt auf einem Güterzug (Feb. 2013), Teil 1: Passau – Neumarkt, Teil 2: Neumarkt – Würzburg.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Linkerhägner: Bundesverkehrswegeplanung ’85. In: Die Bundesbahn. Band 66, Nr. 10, 1990, ISSN 0007-5876, S. 933–936.
  2. Deutsche Bahn AG (Hrsg.): Sofortprogramm Seehafen-Hinterlandverkehr verbessert Bahn-Infrastruktur in Bayern. Presseinformation vom 22. Januar 2014.