Osterhofen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Osterhofen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Osterhofen
Osterhofen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Osterhofen hervorgehoben
Koordinaten: 48° 42′ N, 13° 1′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Deggendorf
Höhe: 318 m ü. NHN
Fläche: 111,19 km²
Einwohner: 11.602 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 104 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94486
Vorwahlen: 09932, 09938 (Thundorf), 08547 (Galgweis, Gergweis)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: DEG
Gemeindeschlüssel: 09 2 71 141
Adresse der
Stadtverwaltung:
Stadtplatz 13
94486 Osterhofen
Webpräsenz: www.osterhofen.de
Bürgermeisterin: Liane Sedlmeier (Freie Wähler)
Lage der Stadt Osterhofen im Landkreis Deggendorf
Landkreis Dingolfing-Landau Landkreis Freyung-Grafenau Landkreis Passau Landkreis Regen Landkreis Rottal-Inn Landkreis Straubing-Bogen Aholming Auerbach (Landkreis Deggendorf) Außernzell Bernried (Niederbayern) Buchhofen Deggendorf Grafling Grattersdorf Hengersberg Hunding (Niederbayern) Iggensbach Künzing Lalling Metten Moos (Niederbayern) Niederalteich Oberpöring Offenberg Osterhofen Otzing Plattling Schaufling Schöllnach Stephansposching Wallerfing Winzer (Niederbayern)Karte
Über dieses Bild
Der Marktplatz von Osterhofen
Heimatmuseum und Rathaus

Osterhofen ist eine Stadt im niederbayerischen Landkreis Deggendorf.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im Gäuboden zwischen Plattling und Vilshofen an der Donau. Das Stadtgebiet erstreckt sich von der Donau im Norden bis ins Vilstal im Süden.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osterhofen wird umgeben von den Gemeinden Niederalteich, Hengersberg und Winzer (alle nördlich der Donau), Künzing, Aldersbach (Landkreis Passau), Roßbach (Landkreis Rottal-Inn), Eichendorf (Landkreis Dingolfing-Landau), Wallerfing, Buchhofen und Moos.

Stadtgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Osterhofen gehören die Orte, Weiler und Einöden: Absdorf, Aicha an der Donau, Altenmarkt, Anning, Arbing, Arbing im Feld, Aurolfing, Blaimberg, Bruderamming, Endlau, Eschlbach, Galgweis, Gergweis, Glucking, Göttersdorf, Gramling, Haardorf, Haid, Harbach, Haunpolding, Hitzenthal, Holzapfelöd, Holzhäuser, Käferling, Kälbermühle, Kapfing, Kasten, Kirchdorf bei Osterhofen, Klostermühle, Königsöd, Kuglstadt, Lahhof, Langenamming, Linzing, Maging, Mahd, Moos, Mühlham, Neu-Wisselsing, Neuharbach, Niedermünchsdorf, Obergessenbach, Oberndorf, Osterhofen, Ottach, Pöding, Polkasing, Pöschlöd, Raffelsdorf, Reisach, Reut, Röslöd, Roßfelden, Ruckasing, Schmiedorf, Schneipping, Schnelldorf, Seewiesen, Siegstatt, Thundorf, Untergessenbach, Viehhausen, Vierhöfen, Vorstadt, Werafing, Willing, Windhag, Winklarn, Wisselsing, Zainach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im heutigen Ortsteil Schmiedorf wurde während der Bandkeramik-Zeit zu Beginn des 5. Jahrtausends v. Chr. eine Kreisgrabenanlage errichtet. Die exakt kreisförmige Anlage wurde 1984 durch Magnetoprospektion entdeckt.

Neben dem hier gelegenen Kloster Osterhofen entstand eine große Ortschaft, die schon gegen Ende des 12. Jahrhunderts mit dem Marktrecht ausgestattet wurde. Kaiser Ludwig der Bayer erteilte dem Markt Osterhofen 1324 die völlige Gerichtsbarkeit mit Ausnahme der Fälle, auf welche die Todesstrafe stand.

Landgraf Johann von Leuchtenberg erwarb um 5.000 Goldgulden vom Bamberger Bischof Lamprecht die Lehensrechte über die Hofmark und gründete 1378 in der Nähe des bisherigen Marktes Osterhofen die neue Stadt Osterhofen. Die Bürger siedelte man größtenteils um, wodurch das alte Osterhofen, das bis Ende des 16. Jahrhunderts auch Altosterhofen oder Osterhofen im alten Markte genannt wurde und seither Altenmarkt heißt, zum Dorf herabsank.

1420 wurde Osterhofen an die Puchperger von Winzer erst verpfändet, dann um 8.000 Gulden verkauft. 1427 erwarb Herzog Heinrich XVI. der Reiche von Bayern-Landshut die Stadt um 30.000 Gulden, die er durch einen Pfleger verwalten ließ.

Die Herzöge Wilhelm und Ludwig stifteten in Osterhofen ein Spital und übergaben es der Stadt 1531. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Osterhofen 1632 niedergebrannt. 1803 wurde das Pfleggericht aufgelöst und stattdessen ein Rentamt hierher verlegt. 1839 erhielt Osterhofen ein königliches Landgericht, dessen Gebäude die Bürgerschaft auf eigene Kosten von Grund auf neu erbaute.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Altenmarkt, Anning, Galgweis (mit dem am 1. Januar 1964 aufgenommenen Oberndorf), Gergweis, Göttersdorf, Kirchdorf bei Osterhofen, Langenamming, Niedermünchsdorf und Wisselsing eingegliedert.[2] Am 1. Januar 1978 kam Aicha an der Donau hinzu.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohnerzahl
1961 9.256
1970 10.016
1987 10.428
2002 11.902
2003 12.045
2006 12.500
2009 11.707
2011 11.613

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stadtratswahl 2014[4]
Wahlbeteiligung: 57,05 %
 %
30
20
10
0
28,84 %
26,85 %
24,62 %
10,76 %
4,94 %
2,12 %
1,86 %
JL
PFW
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
+1,54 %p
+0,75 %p
+4,82 %p
-0,24 %p
+1,04 %p
+2,12 %p
-7,14 %p
JL
PFW
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Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Kommunalwahlen 2014 wurde Liane Sedlmeier (FW) zur 1. Bürgermeisterin gewählt. 2. Bürgermeister ist Thomas Etschmann (SPD), 3. Bürgermeister ist Kurt Erndl (CSU).

Stadtrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sitzverteilung im Stadtrat nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 (und zum Vergleich 2008):

FW CSU SPD JL ödp GRÜNE PFW Osterhofen Gesamt
2014 7 6 6 3 1 1 - 24
2008 7 7 5 2 1 - 2 24

Klima-Bündnis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Osterhofen ist Mitglied im internationalen Klima-Bündnis und hat damit ein Zeichen für den Willen zu Nachhaltigkeit in der Kommunalpolitik gesetzt.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • TschechienTschechien Tschechien, Stráž: Die Partnerschaft besteht offiziell seit dem 10. November 1997, aber bereits seit 1991 gab es immer wieder Treffen zwischen den beiden Städten; zwischen den beiden Städten findet auch ein Schüleraustausch statt.
  • IrlandIrland Irland, Ballybay: Die Partnerschaft mit Ballybay entstand aufgrund von privaten Kontakten, und wurde im August 2000 offiziell besiegelt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadtpfarrkirche Heiligkreuzauffindung
Die Asambasilika von Altenmarkt
Die Wallfahrtskapelle 'Maria, Zuflucht der Sünder'

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatmuseum der Stadt Osterhofen
    Museum unter anderem über die Stadtgeschichte, altes Handwerk, bäuerliches Gerät

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Baudenkmäler in Osterhofen

  • Basilika Altenmarkt: Die barocke Kirche St. Margaretha des ehemals dem Orden der Prämonstratenser gehörenden Klosters Altenmarkt und jetzige Pfarrkirche der Pfarrei Altenmarkt wurde 1726 von Johann Michael Fischer errichtet und von den Brüdern Cosmas Damian und Egid Quirin Asam ausgestattet. Die Kirche ist einer der frühesten selbständigen Bauten Fischers von bemerkenswerter Originalität. Der Titel Basilica minor wurde ihr 1983[5] durch Papst Johannes Paul II. verliehen. Von der Bauform ist sie eine Wandpfeilerkirche. Dieser konventionelle süddeutsche Typus wird von Fischer jedoch durch Abseitenkapellen auf ovalem Grundriss variiert, eine Reminiszenz an die kurvierte Architektur Böhmens und Mährens, die Fischer in seiner Lehrzeit kennengelernt hatte. Die kongeniale Ausstattung der Brüder Asam verleiht der Klosterkirche einen außergewöhnlich prächtigen, fast schon überreichen Raumeindruck.
  • Wallfahrtskapelle Maria, Zuflucht der Sünder: Die Kapelle befindet gleich gegenüber der Asambasilika, sie wurde im Dreißigjährigen Krieg aus Dank für die Rettung vor den Schweden gebaut und 1640 eingeweiht.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stanislaw Stankiewitsch (1907–1980), weißrussischer Nazikollaborateur, leitete das DP-Camp Osterhofen in der Nachkriegszeit

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joseph Klämpfl: Der ehemalige Schweinach- und Quinzingau. Eine historisch-topographische Beschreibung, 1855, Nachdruck 1993, Neue Presse Verlags-GmbH, Passau, ISBN 3-924484-73-2

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 585.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 605.
  4. http://www.osterhofen.de/wahl/271141_000033/index.html
  5. Chronik zum 1000-jährigen Jubiläum Osterhofens

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Osterhofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien