Barèges

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Barèges (Barètge)
Wappen von Barèges
Barèges (Frankreich)
Barèges
Region Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées
Département Hautes-Pyrénées
Arrondissement Argelès-Gazost
Kanton La Vallée des Gaves
Gemeindeverband Communauté de communes du Pays Toy
Koordinaten 42° 54′ N, 0° 4′ OKoordinaten: 42° 54′ N, 0° 4′ O
Höhe 1.070–3.087 m
Fläche 45,84 km²
Einwohner 176 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 4 Einw./km²
Postleitzahl 65120
INSEE-Code

Barèges (gaskognisch Barètge) ist eine französische Gemeinde mit 176 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) im Département Hautes-Pyrénées in der Region Midi-Pyrénées. Der kleine Kurort liegt an der westlichen Rampe zum bekannten Col du Tourmalet.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Barèges liegt in einem Seitental des Gave de Pau, das nördlich durch den Pic du Midi und südlich durch den Pic de Néouvielle beherrscht wird. Durch das Tal fließt in westliche Richtung der Bastan, ein kleiner Fluss, der am Tourmalet entspringt.

Das weitflächige Gemeindegebiet besteht überwiegend aus Gebirge, Hochtälern und zahlreichen Seen und Bächen. Die Weiler (hameaux) Artigalas und Cazaous bilden das heutige Dorfzentrum. Weiter flussabwärts liegt der Weiler Cabadur. Zudem gibt es noch einige Einzelgehöfte.

Die nächsten größeren Orte sind Luz-Saint-Sauveur, etwa acht Kilometer in westlicher Richtung am Talzugang, und Campan, etwa 33 Kilometer entfernt am Fuß der Ostrampe des Tourmalet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem kleinen Bergdorf der Pyrenäen ist jahrhundertelang extensive Landwirtschaft und Viehhaltung betrieben worden, bis die Heilquellen am Ort entdeckt und genutzt wurden. Der Überlieferung nach waren es Hirten, die bemerkten, dass verletzte Schafe in den warmen und schwefelhaltigen Quellen schneller gesundeten.

Die Thermalquellen wurden erstmals 1675 überregional bekannt, als Madame de Maintenon und Auguste I., Herzog von Maine und Sohn von Ludwig XIV. die Bäder von Barèges für einen Kuraufenthalt besuchten.

Im Jahre 1680 ließ Louvois, Staatssekretär und Staatsminister, in Barèges sein gebrochenes Bein behandeln. Nach seiner Rückkehr zum Hof von Versailles genehmigte er einen Kredit für das erste Hospital am Ort und für den Ausbau der Thermalbäder.

Die Gemeinde ist erst seit 1946 eine selbständige Gemeinde. Bis dahin war sie lediglich das östliche Gemeindegebiet von Betpouey. Zudem war Barèges von 1946 bis 2015 Teil des Kantons Luz-Saint-Sauveur (1793-1962 unter dem Namen Kanton Luz) und seit 1946 verwaltungstechnisch Teil des Arrondissements Argelès-Gazost. Erste indirekte namentliche Erwähnung im grünen Buch von Bénac, in dem (1037/1040) ein Guilhermus de Baregda aufgeführt ist.

Wirtschaft, Infrastruktur und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt am Rand des Nationalparks. Entsprechend ist die Wirtschaft des Ortes vollständig auf den Tourismus ausgerichtet. In und um das Dorf werden sämtliche Bergsporten angeboten: Gleitschirmfliegen, Wandern, Radfahren, Canyoning, Höhlenwandern, Klettern, Mountainbiking und vieles mehr.

Barèges ist auch der zweitälteste Skiort in Frankreich und mit der 1936 errichteten Standseilbahn avancierte der Ort zu einem ganzjährigen Urlaubs- und Erholungsort. Durch die Verknüpfung mit La Mongie bildet die Region das größte Skigebiet in den französischen Pyrenäen.

Der Stoff aus Seide oder Baumwolle und Wolle namens Barege wurde hier erstmals produziert und hat daher seinen Namen von diesem Ort.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1946 1954 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 328 374 286 332 279 282 257 288 240 175
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thermen von Barèges-Barzus (auf dem Gemeindegebiet von Sers)
  • Botanischer Garten Le Tourmalet
  • Dorfkirche Sainte-Marie-Madeleine

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Barèges – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien