Lézignan

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Lézignan
Wappen von Lézignan
Lézignan (Frankreich)
Lézignan
Region Okzitanien
Département Hautes-Pyrénées
Arrondissement Argelès-Gazost
Kanton Lourdes-2
Gemeindeverband Agglomération Tarbes-Lourdes-Pyrénées
Koordinaten 43° 6′ N, 0° 0′ WKoordinaten: 43° 6′ N, 0° 0′ W
Höhe 398–602 m
Fläche 2,56 km2
Einwohner 350 (1. Januar 2017)
Bevölkerungsdichte 137 Einw./km2
Postleitzahl 65100
INSEE-Code

Blick auf das Zentrum von Lézignan

Lézignan ist eine französische Gemeinde mit 350 Einwohnern (Stand 1. Januar 2017) im Département Hautes-Pyrénées in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Argelès-Gazost und zum Kanton Lourdes-2 (bis 2015: Kanton Lourdes-Est).

Die Einwohner werden Lézignanais und Lézignanaises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lézignan liegt circa vier Kilometer östlich von Lourdes in dessen Einzugsbereich (Aire urbaine) in der historischen Grafschaft Bigorre.[2]

Umgeben wird Lézignan von den sechs Nachbargemeinden:

Julos Bourréac
Lourdes Nachbargemeinden Arcizac-ez-Angles
Jarret Les Angles

Lézignan liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Rieutort, ein Nebenfluss des Gave de Pau, durchquert das Gebiet der Gemeinde ebenso wie der Ruisseau des Graves, ein Nebenfluss des Échez.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gallorömische Statue

Im Jahre 1846 fand ein Landwirt namens Pruède auf seinem Feld am Ort mit dem Flurnamen Sendac eine 1,60 Meter große Marmorstatue ohne Kopf zusammen mit anderen Fundstücken, die heute verschwunden sind. Sie wird dem ersten Jahrhundert n. Chr. zugeschrieben. Sie ist kopflos, aber sie besitzt die Vorrichtung, dass ein Kopf aufgesetzt werden kann. Die Statue dürfte eine Villa in gallorömischer Zeit geschmückt haben, so dass die Theorie unterstrichen wird, der Name der Gemeinde leite sich von einem Eigennamen Lucinius ab. Sie steht in Zusammenhang mit der Römerstraße vom heutigen Toulouse zum heutigen Dax, die hier vorbeiführte. Es wird vermutet, dass die Statue zu einem großen Grabmal gehörte. Jedoch ist der Fundort heute gänzlich unbekannt. Die Statue selbst befindet sich im Museum Massey in Tarbes.[4]

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der okzitanische Name der Gemeinde heißt Lesinhan. Er stammt vom lateinischen Eigennamen Lucinius zusammen mit dem Suffix -anum ab, die Bezeichnung für das „Landgut des Lucinius“.

Toponyme und Erwähnungen von Lézignan waren:

  • De Lezinhano (1313, Steuerliste Debita regi Navarre),
  • De Lesignaa (1342, Kirchenregister in Tarbes),
  • de Lesinhano (1379, Prokuration Tarbes),
  • Lesinhan (1429, Volkszählung im Bigorre),
  • Lesinha (1541, Archiv des Départements Pyrénées-Atlantiques B1010),
  • Lezignaa (1760, Larcher, Kirchenregister in Tarbes).
  • Lesignan (1750 und 1793, Karte von Cassini bzw. Notice Communale),
  • Leusignan (1801, Bulletin des lois).[5][6][7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 435. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1950er Jahren auf ihren tiefsten Wert mit rund 215 Einwohnern. Es folgte eine Phase mit zeitweise starkem Wachstum bis zu den 1990er Jahren, in denen die Zahl der Einwohner auf rund 430 stieg. Seitdem schrumpft bis heute die Bevölkerung.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2017
Einwohner 241 244 329 383 431 390 370 373 350
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[7] INSEE ab 2011[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche de la Toussaint (Allerheiligenkirche)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirche, in früheren Zeiten dem Apostel Petrus geweiht, wurde am Ende des 17. Jahrhunderts errichtet. Im 19. Jahrhundert wurde sie als Maßnahme nach dem Erdbeben von 1854 weitgehend umgebaut, was insbesondere den Glockenturm betraf. Die Vorhalle aus dem Ende des 17. Jahrhunderts gewährt den Eingang in das Kircheninnere über Grabplatten auf dem Fußboden.

Viele Ausstattungsstücke sind als Monument historique eingeschrieben:

  • der Hauptaltar mit Altarretabel, Tabernakel und einen anbetenden Engel als Statue aus dem 18. Jahrhundert,
  • zwei Statuen aus Gips und Terrakotta aus dem frühen 19. Jahrhundert mit den Darstellungen Marias und Josef,
  • der Nebenaltar, geweiht dem heiligen Martin, genannt Saint-Blaise mit Retabel aus dem 18. Jahrhundert,
  • die Holzverkleidung des Chors aus dem 18. Jahrhundert,
  • der Nebenaltar der Pietà mit Retabel aus dem 18. Jahrhundert und
  • ein Calvaire aus dem 18. Jahrhundert mit Maria und dem Evangelisten Johannes.[9][10]

Häuser im Stil des Bigorre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zentrum der Gemeinde sind viele Häuser, darunter das Bürgermeisteramt (Mairie) in dem für die Gegend typischen Stil erhalten geblieben. Schmiedeeiserne Tore, die einen Innenhof abschließen, sind charakteristische Merkmale.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noir de Bigorre-Schinken

Lézignan liegt in den Zonen AOC der Schweinerasse Porc noir de Bigorre und des Schinkens Jambon noir de Bigorre.[11]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[12]
Gesamt = 10
Schulgebäude

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde verfügt über eine öffentliche Vor- und Grundschule mit 73 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2019/2020.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lézignan wird von der Route départementale 7 durchquert.

Jean-Marie Barthe, um 1900

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jean-Marie Barthe, geboren am 8. April 1849 in Lézignan, gestorben am 11. November 1934 in Shembaganur in der Nähe von Kodaikanal (Indien), war Jesuitenmissionar und Bischof von Tiruchirappalli.[14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Lézignan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hautes-Pyrénées (fr) habitants.fr. Abgerufen am 27. November 2019.
  2. Aire urbaine de Lourdes (242) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. November 2019.
  3. Ma commune : Lézignan (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 27. November 2019.
  4. La statue gallo-romaine de Lézignan (fr) loucrup65.fr. Abgerufen am 27. November 2019.
  5. Lézignan (fr) Département Hautes-Pyrénées. Abgerufen am 27. November 2019.
  6. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (en) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 27. November 2019.
  7. a b Notice Communale Lézignan (fr) EHESS. Abgerufen am 27. November 2019.
  8. Populations légales 2016 Commune de Lézignan (65271) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. November 2019.
  9. Lézignan (fr) Patrimoines Lourdes Gavarnie. Abgerufen am 27. November 2019.
  10. église de la Toussaint (fr) Französisches Kultusministerium. Abgerufen am 27. November 2019.
  11. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (fr) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 27. November 2019.
  12. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune de Lézignan (65271) (fr) INSEE. Abgerufen am 27. November 2019.
  13. École maternelle et élémentaire (fr) Nationales Bildungsministerium. Abgerufen am 27. November 2019.
  14. Bishop Jean-Marie Barthe, S.J. (en) catholic-hierarchy.org. Abgerufen am 27. November 2019.