Arcizac-ez-Angles

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Arcizac-ez-Angles
Arcizac-ez-Angles (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Hautes-Pyrénées (65)
Arrondissement Argelès-Gazost
Kanton Lourdes-2
Gemeindeverband Agglomération Tarbes-Lourdes-Pyrénées
Koordinaten 43° 6′ N, 0° 1′ OKoordinaten: 43° 6′ N, 0° 1′ O
Höhe 380–535 m
Fläche 1,93 km²
Einwohner 263 (1. Januar 2019)
Bevölkerungsdichte 136 Einw./km²
Postleitzahl 65100
INSEE-Code

Blick auf das Zentrum von Arcizac-ez-Angles

Arcizac-ez-Angles ist eine französische Gemeinde mit 263 Einwohnern (Stand 1. Januar 2019) im Département Hautes-Pyrénées in der Region Okzitanien (vor 2016: Midi-Pyrénées). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Argelès-Gazost und zum Kanton Lourdes-2 (bis 2015: Kanton Lourdes-Est).

Die Einwohner werden Arcizacais und Arcizacaises genannt.[1]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arcizac-ez-Angles liegt circa vier Kilometer östlich von Lourdes in dessen Einzugsbereich (Aire urbaine) in der historischen Provinz Bigorre.[2]

Umgeben wird Arcizac-ez-Angles von den fünf Nachbargemeinden:

Bourréac Escoubès-Pouts
Lézignan Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Les Angles Gez-ez-Angles

Arcizac-ez-Angles liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour. Der Échez, ein Nebenfluss des Adour, durchquert das Gebiet der Gemeinde ebenso wie sein Nebenfluss, der Ruisseau des Graves.[3]

Bürgermeisteramt (Mairie)

Toponymie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der okzitanische Name der Gemeinde heißt Arcisac eths Angles. Er hat seinen Ursprung im lateinischen Eigennamen Arcisus mit einem gallorömischen Suffix -akos und einem gaskonischen Endung -ac, das zusammen „das Landgut des Arcisus“ bedeutet.

Toponyme und Erwähnungen von Arcizac-ez-Angles waren:

  • De Artizaco (1313, Steuerliste Debita regi Navarre),
  • De Arsisaco (1342, Kirchenregister von Tarbes),
  • de Arcisaco (1379, Vollmacht Tarbes),
  • Arcisac (1429, Volkszählung im Bigorre),
  • Arcizac ez Angles (seit 1736, Kirchenbücher),
  • Arcizac des Angles (1750, Karte von Cassini),
  • Arcizac (1793, Notice Communale),
  • Arcizac-ez-Angles (1801, Bulletin des lois).[4][5][6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl bis zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen ersten Höchststand von rund 280. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bei kurzen Erholungsphasen bis zu den 1980er Jahren auf rund 125 Einwohner, bevor eine Phase mit zeitweise kräftigem Wachstum einsetzte, die in jüngster Zeit etwas stagniert.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2011 2019
Einwohner 158 138 130 127 157 191 240 269 263
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 1999,[6] INSEE ab 2006[7]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Caprais[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie ist dem hl. Caprasius geweiht, der in frühchristlicher Zeit Bischof von Agen gewesen sein soll. Die Kirche besitzt einen mit Schiefer gedeckten Glockengiebel (clocher mur) aus dem 18. Jahrhundert. Ihr einschiffiges Langhaus und ihre beiden Seitenkapellen mit flacher Apsis wurden im Jahr 1864 neu vergoldet. Das Altarretabel auf himmelblauem Hintergrund datiert aus dem 18. Jahrhundert und wird zusammen mit dem Altartisch im romanischen Stil der Werkstatt von Dominique Ferrère zugeschrieben. Es zeigt eine Darstellung des heiligen Caprasius, der von zwei Engeln und vier Schlangensäulen aus imitiertem Marmor eingerahmt wird. Der zentrale Teil wird von einer kleinen Kuppel gedeckt. Der Tabernakel wurde 1737 von Cazaux d’Asté geschaffen. Er wird an beiden Seiten von Anbetungsengeln eingerahmt. Die Seitenkapellen sind dem Apostel Petrus und Maria gewidmet und bergen kleine Altarretabel aus dem 18. Jahrhundert. Das Ölgemälde über dem Weihwasserbecken, das vermutlich ebenfalls aus dem 18. Jahrhundert stammt, zeigt die Taufe Jesu.[8][9]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noir de Bigorre-Schinken

Arcizac-ez-Angles liegt in den Zonen AOC der Schweinerasse Porc noir de Bigorre und des Schinkens Jambon noir de Bigorre.[10]

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[11]
Gesamt = 22

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arcizac-ez-Angles ist erreichbar über die Routes départementales 7, 98, 307 und 937, die ehemalige Route nationale 637.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Justin Balette, geboren am 3. November 1852 in Arcizac-ez-Angles, gestorben am 20. Januar 1918 in Tokio, war seit 1877 Missionar der Pariser Mission in Japan.[12]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Arcizac-ez-Angles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hautes-Pyrénées (Französisch) habitants.fr. Abgerufen am 16. September 2019.
  2. Aire urbaine de Lourdes (242) (Französisch) INSEE. Abgerufen am 16. September 2019.
  3. Ma commune : Arcizac-ez-Angles (Französisch) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 17. September 2019.
  4. Arcizac-ez-Angles (Französisch) Département Hautes-Pyrénées. Abgerufen am 17. September 2019.
  5. David Rumsey Historical Map Collection France 1750 (Englisch) David Rumsey Map Collection: Cartography Associates. Abgerufen am 17. September 2019.
  6. a b Notice Communale Arcizac-ez-Angles (Französisch) EHESS. Abgerufen am 17. September 2019.
  7. Populations légales 2016 Commune d’Arcizac-ez-Angles (65020) (Französisch) INSEE. Abgerufen am 16. September 2019.
  8. Église d’Arcizac-ez-Angles (Französisch) Comité Régional du Tourisme Occitanie. Abgerufen am 18. September 2019.
  9. Arcizac-ez-Angles (Französisch) Patrimoines Lourdes Gavarnie. Abgerufen am 17. September 2019.
  10. Institut national de l’origine et de la qualité : Rechercher un produit (Französisch) Institut national de l’origine et de la qualité. Abgerufen am 16. September 2019.
  11. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune d’Arcizac-ez-Angles (65020) (Französisch) INSEE. Abgerufen am 16. September 2019.
  12. Justin Balette (1852–1918) (Französisch) Archiv der Pariser Mission. Abgerufen am 17. September 2019.