Saint-Savin (Hautes-Pyrénées)

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Saint-Savin
Sent Savin
Wappen von Saint-Savin
Saint-Savin (Frankreich)
Saint-Savin
Region Okzitanien
Département Hautes-Pyrénées
Arrondissement Argelès-Gazost
Kanton La Vallée des Gaves
Gemeindeverband Pyrénées Vallées des Gaves
Koordinaten 42° 59′ N, 0° 5′ OKoordinaten: 42° 59′ N, 0° 5′ O
Höhe 433–1.320 m
Fläche 3,86 km2
Einwohner 379 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 98 Einw./km2
Postleitzahl 65400
INSEE-Code
Website http://www.saint-savin65.com/

Saint-Savin (gaskognisch Sent Savin) ist eine französische Gemeinde mit 379 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Hautes-Pyrénées in der Region Okzitanien; sie gehört zum Arrondissement Argelès-Gazost und zum Kanton La Vallée des Gaves.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saint-Savin liegt im Süden des Département Hautes-Pyrénées rund 31 km (Luftlinie) südsüdwestlich von Tarbes. Der Ort liegt am Ostabhang einer Bergkette und westlich des Gave de Gavarnie im Umfeld des Nationalparks Pyrenäen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gelände der heutigen Abteikirche Saint-Savin stand einst ein römisches Kastell, das Palatium Aemilianum. Bereits im 4. Jahrhundert siedelten sich Mönche an und gründeten einen Ort namens Bencer/Bencus. Die Abtei zählte bis zu ihrem Untergang 1790 zwischen 12 und 160 Mönche. Im frühen Mittelalter wechselte die Herrschaft häufig (Westgoten, Basken, Franken, Sarazenen). Danach war der Ort jahrhundertelang unter der Herrschaft des Königreichs Aquitanien respektive des Herzogtums Gascogne. Von 900 bis 1609 gab es eine Grafschaft Bigorre innerhalb der vorgenannten Gebiete. Im Hundertjährigen Krieg war Saint-Savin manchmal unter englischer, manchmal unter französischer Herrschaft. Von 1425 bis 1609 gehörte der Ort als Teil der der Grafschaft Bigorre zur nur lose mit Frankreich verbundenen Grafschaft Foix. Weil der letzte Herrscher dieser Grafschaft, König Heinrich II. aus dem Hause Bourbon, 1589 den Thron von Frankreich (als Heinrich IV.) bestieg, waren die Orte der Region 1609 bis 1789 Krondomäne. Die Gemeinde gehörte von 1793 bis 1801 zum District Argelès. Zudem war sie von 1793 bis 1801 Kantonshauptort des Kantons Saint-Savin und von 1801 bis 2015 Teil des Kantons Argelès-Gazost (1793–1896 unter dem Namen Kanton Argelès). Mit Ausnahme der Jahre 1926 bis 1942 (Arrondissement Bagnères) war Saint-Savin seit 1801 verwaltungstechnisch Teil des Arrondissements Argelès-Gazost. Erste namentliche Erwähnung als Solon um 103 im Kopialbuch von Saint-Savin.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1793 1800 1806 1821 1831 1846 1861 1876 1911 1921 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2012
Einwohner 555 561 1.141 564 620 637 586 508 512 417 373 377 327 316 331 353 377 381
Quellen: Cassini und INSEE

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Romanische Abteikirche Saint-Savin aus dem 12. Jahrhundert; seit 1840 ein Monument historique[1]
  • Museum Le Musée-Trésor
  • Kapelle Notre Dame de Piétat, erste Erwähnung 1493; seit 1935 ein Monument historique[2]
  • Haus Villa Bencus in Bouits aus dem 13.–18. Jahrhundert; seit 1976 ein Monument historique[3]
  • Dorfbrunnen und Lavoir (Waschhaus)
  • Denkmal für die Gefallenen
  • Schloss Miramont
  • alte Häuser im Dorfzentrum

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der überwiegende Teil des Romans Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte von Paulo Coelho spielt in dem Ort Saint-Savin und seiner Umgebung.[4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. kurze Beschreibung (französisch)
  2. kurze Beschreibung (französisch)
  3. kurze Beschreibung (französisch)
  4. Paulo Coelho: Am Ufer des Rio Piedra saß ich und weinte. Aus dem Brasilianischen übersetzt von Maralde Meyer-Minnemann. Diogenes, Zürich 1997.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Saint-Savin (Hautes-Pyrénées) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien