Gesetzliche Feiertage in Deutschland

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Die Regelungen zu den gesetzlichen Feiertagen in Deutschland fallen grundsätzlich in die Kompetenz der einzelnen Bundesländer. Lediglich der Tag der Deutschen Einheit als Nationalfeiertag am 3. Oktober wurde im Rahmen eines Staatsvertrags durch den Bund festgelegt.[1] Alle anderen Tage werden von den Ländern bestimmt, wobei es acht weitere Feiertage gibt, die in allen 16 Ländern gelten. Neben diesen neun bundeseinheitlichen Feiertagen haben elf Länder weitere Feiertage festgelegt.

Zusammen mit allen Sonntagen sind die Feiertage als „Tage der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ verfassungsmäßig (Art. 139 WRV i.V.m. Art. 140 GG) garantiert. Dieser Grundsatz ist außerdem auch in einigen Landesverfassungen festgeschrieben.[2]

Grafische Übersicht

Übersicht aller gesetzlichen Feiertage[Bearbeiten]

Hier werden gesetzliche Feiertage in Deutschland aufgelistet. Die Liste gilt, wenn in den Erläuterungen nicht anders angegeben, seit 1995. Von 1990 bis 1994 war der Buß- und Bettag in allen Ländern ein Feiertag. Vor dem 3. Oktober 1990 galten für die DDR (der Ostteil Berlins, die heutigen Länder Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie West-Staaken und Teile des heutigen niedersächsischen Landkreises Lüneburg) andere Regelungen.[3][4]

Datum Gesetzliche Bezeichnungen Coat of arms of Baden-Württemberg (lesser).svg
BW
Bayern Wappen.svg
BY
Coat of arms of Berlin.svg
BE
Brandenburg Wappen.svg
BB
Bremen Wappen(Mittel).svg
HB
Coat of arms of Hamburg.svg
HH
Coat of arms of Hesse.svg
HE
Coat of arms of Mecklenburg-Western Pomerania (great).svg
MV
Coat of arms of Lower Saxony.svg
NI
Coat of arms of North Rhine-Westfalia.svg
NW
Coat of arms of Rhineland-Palatinate.svg
RP
Wappen des Saarlands.svg
SL
Coat of arms of Saxony.svg
SN
Wappen Sachsen-Anhalt.svg
ST
DEU Schleswig-Holstein COA.svg
SH
Coat of arms of Thuringia.svg
TH
1. Januar Neujahr
Neujahrstag














6. Januar Heilige Drei Könige (Epiphanias)
Erscheinungsfest

Donnerstag vor Ostersonntag Gründonnerstag [A 1]
Freitag vor Ostersonntag Karfreitag
siehe Osterdatum Ostersonntag *
Montag nach Ostersonntag Ostermontag
1. Mai Erster Mai
Tag der Arbeit


Ostersonntag + 39 Tage [A 2] Christi Himmelfahrt
Christi Himmelfahrtstag
Christi-Himmelfahrtstag
Christi-Himmelfahrts-Tag
Himmelfahrtstag






Ostersonntag + 49 Tage [A 2] Pfingstsonntag *
Montag nach Pfingstsonntag Pfingstmontag
Ostersonntag + 60 Tage [A 2] Fronleichnam
Fronleichnamstag




[A 3] [A 4]
8. August Augsburger Hohes Friedensfest [A 5]
15. August Mariä Himmelfahrt
Maria Himmelfahrtstag
[A 6]
3. Oktober Tag der Deutschen Einheit [A 7][A 8]
31. Oktober Reformationstag
Reformationsfest
[A 1]
[A 9] [A 9] [A 9]
1. November Allerheiligen
Allerheiligentag



Mittwoch vor dem 23. November Buß- und Bettag [A 10] [A 11]
25. Dezember 1. Weihnachtstag
Erster Weihnachtstag
1. Weihnachtsfeiertag
Erster Weihnachtsfeiertag










26. Dezember 2. Weihnachtstag
Zweiter Weihnachtstag
2. Weihnachtsfeiertag
Zweiter Weihnachtsfeiertag










gesamte Summe 12 14 9 12 9 9 * 10 9 11 11 12 12 11 9 11
Summe im überwiegenden Teil eines Landes geltender
und nicht stets auf einen Sonntag fallender Feiertage[A 12]
12 13 9 10 9 9 10 10 9 11 11 12 11 11 9 10
bedeutet gesetzlicher Feiertag in diesem Bundesland. Bundeseinheitliche Feiertage sind hervorgehoben.
* bedeutet, für Hessen kann hier keine sinnvolle Angabe gemacht werden, da alle Sonntage als gesetzliche Feiertage gelten.
  1. a b Gemäß § 4 Abs. 3 des Feiertagsgesetzes von Baden-Württemberg (siehe [Baden-Württembergisches] Gesetz über die Sonntage und Feiertage (Feiertagsgesetz - FTG)) haben Schüler am Gründonnerstag und am Reformationstag schulfrei. In der Regel legt das Kultusministerium die Ferientermine so fest, dass diese beiden Tage in die Osterferien bzw. in die Herbstferien fallen.
  2. a b c In der Zählweise nach jüdisch-christlicher Tradition wird meist vom 40., 50. bzw. 61. Tag des Osterfestkreises gesprochen, dessen erster Tag der Ostersonntag ist.
  3. Fronleichnam ist gesetzlicher Feiertag in folgenden katholisch geprägten Gemeinden des sorbischen Siedlungsgebietes im Landkreis Bautzen:
    Bautzen (nur in den Ortsteilen Bolbritz und Salzenforst), Crostwitz, Göda (nur im Ortsteil Prischwitz), Großdubrau (nur im Ortsteil Sdier), Hoyerswerda (nur im Ortsteil Dörgenhausen), Königswartha (nicht im Ortsteil Wartha), Nebelschütz, Neschwitz (nur in den Ortsteilen Neschwitz und Saritsch), Panschwitz-Kuckau, Puschwitz, Räckelwitz, Radibor, Ralbitz-Rosenthal und Wittichenau. Entscheidend ist dabei der Arbeitsort, nicht der Wohnort eines Arbeitnehmers.
    Die gesetzliche Grundlage für diese durch die Fronleichnamsverordnung festgelegte Regelung ergibt sich aus § 1 Abs. 1 des Sächsischen Feiertagsgesetzes, siehe Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen (PDF; 12 kB) auf datumsrechner.de.
    In den restlichen Gemeinden Sachsens ist Fronleichnam als religiöser Feiertag durch § 3 Abs. 1 des Sächsischen Feiertagsgesetzes geschützt.
  4. Fronleichnam ist gesetzlicher Feiertag im gesamten Landkreis Eichsfeld (79 Gemeinden am 31. Dezember 2013, Auflistung siehe dort) sowie in folgenden Gemeinden des Unstrut-Hainich-Kreises und des Wartburgkreises:
    Anrode (nur in den Ortsteilen Bickenriede und Zella), Brunnhartshausen (nur in den Ortsteilen Föhlritz und Steinberg), Buttlar, Dünwald (nur in den Ortsteilen Beberstedt und Hüpstedt), Geisa, Rodeberg (nur im Ortsteil Struth), Schleid, Südeichsfeld und Zella/Rhön.
    Die gesetzliche Grundlage für diese Regelung ergibt sich aus § 2 Abs. 2 und § 10 Abs. 1 des Thüringer Feiertagsgesetzes, siehe Thüringer Feiertagsgesetz auf thueringen.de.
    In den restlichen Gemeinden Thüringens ist Fronleichnam als religiöser Feiertag durch § 3 Abs. 1 Nr. 2 des Thüringer Feiertagsgesetzes geschützt.
  5. Das Augsburger Friedensfest ist nur im Stadtgebiet Augsburg (nicht jedoch im angrenzenden Umland) gesetzlicher Feiertag (Art. 1 Abs. 2 Bayerisches Feiertagsgesetz, siehe Bayerisches] Gesetz über den Schutz der Sonn- und Feiertage auf gesetze-bayern.de).
  6. Mariä Himmelfahrt ist in Bayern in den derzeit 1704 (seit 2014; bis 2013: 1700, siehe Nach Zensus – Bayerische Gemeinden verlieren Feiertag) Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung gesetzlicher Feiertag, in den restlichen 352 (seit 2014; bis 2013: 356) Gemeinden nicht. „Überwiegend“ bezieht sich dabei nicht auf die Gesamtbevölkerung, sondern auf den Vergleich zwischen evangelischem und katholischem Bevölkerungsanteil. Gemäß Art. 1 Abs. 3 des Bayerischen Feiertagsgesetzes ist es Aufgabe des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung, festzustellen, in welchen Gemeinden Mariä Himmelfahrt gesetzlicher Feiertag ist. Die aktuelle, seit 2014 gültige Festlegung beruht auf dem Ergebnis der letzten in der Bundesrepublik Deutschland durchgeführten Volkszählung vom 9. Mai 2011, die bis 2013 gültige Regelung auf dem Ergebnis der Volkszählung vom 25. Mai 1987. Gemäß Art. 4 Abs. 3 des Bayerischen Feiertagsgesetzes entfällt im gesamten Bundesland zu Mariä Himmelfahrt an Schulen aller Gattungen der Unterricht. Diese Festlegung gilt ausdrücklich auch in den Teilen Bayerns, in denen dieser Tag kein gesetzlicher Feiertag ist. Eine Übersichtskarte aller Gemeinden, in denen Mariä Himmelfahrt ein Feiertag ist, kann beim Bayerischen Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung heruntergeladen werden (Link siehe unter #Weitere Weblinks).
  7. Festlegung per Bundesgesetz, der Tag ist damit deutschlandweiter Feiertag auch ohne länderspezifische Festlegung. Alle Bundesländer außer Baden-Württemberg haben den Tag dennoch in das jeweilige Landesfeiertagsgesetz übernommen.
  8. In den alten Ländern wurde bis 1990 der 17. Juni zum Gedenken an den Volksaufstand 1953 in der DDR als Tag der deutschen Einheit begangen, siehe Gesetz über den Tag der deutschen Einheit, BGBl. 1953 I, S. 778 auf 17juni53.de. Mit Inkrafttreten des Einigungsvertrages am 29. September 1990 wurde nach dessen Art. 2 Abs. 2 des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands das Datum der Wiedervereinigung (3. Oktober) zum gesetzlichen Feiertag. In den westlichen Bundesländern und in Westberlin wurden im Jahr 1990 beide Feiertage begangen.
  9. a b c Der 31. Oktober 2017 soll im Gedenken an das 500. Jubiläum des Beginns der Reformation einmalig als gesamtdeutscher Feiertag begangen werden. Eine entsprechende Verordnung wurde bereits von mehreren Bundesländern erlassen.
  10. Der ehemals bundeseinheitlich begangene Buß- und Bettag ist seit 1995 nur noch in Sachsen ein arbeitsfreier Feiertag (dessen Kosten die Arbeitnehmer alleine tragen durch einen – im Vergleich zu anderen Ländern – höheren Anteil an den Beiträgen zur gesetzlichen Pflegeversicherung). Da er aber auch in allen anderen Ländern als wichtiger Feiertag der evangelischen Kirche gilt, steht er unter besonderem gesetzlichen Schutz und ein Arbeitgeber darf Arbeitnehmern für diesen Tag beantragte unbezahlte Freistellung nur in begründeten Ausnahmefällen verweigern.
  11. Gemäß Art. 4 Nr. 3 des Bayerischen Feiertagsgesetzes entfällt im gesamten Bundesland am Buß- und Bettag an allen Schulen der Unterricht.
    • Bayern: mit Mariä Himmelfahrt, ohne Friedensfest,
    • Baden-Württemberg und Bayern: ohne Sonderbestimmungen für Schüler,
    • Brandenburg: ohne Oster- und Pfingstsonntag,
    • Hessen: ohne alle Sonntage,
    • Sachsen und Thüringen: ohne Fronleichnam.

Bewegliche Feiertage[Bearbeiten]

Ein Feiertag wird als beweglich bezeichnet, wenn er nicht in jedem Jahr zum gleichen Datum stattfindet. Bewegliche Feiertage haben fast immer einen Bezug zum Kirchenjahr, ihr Datum hängt meist vom Osterdatum ab und hat dann einen fixen Tagesabstand zu diesem. Die folgende Tabelle zeigt alle beweglichen, gesetzlich anerkannten Feiertage in Deutschland.

Daten beweglicher Feiertage
Bezeichnung
(ggfs. Wochentag)
2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025 Abstand zum Ostersonntag bundes­einheitlich arbeitsfrei
Gründonnerstag(1) 02.04. 24.03. 13.04. 29.03. 18.04. 09.04. 01.04. 14.04. 06.04. 28.03. 17.04. − 3 Tage nein
Karfreitag 03.04. 25.03. 14.04. 30.03. 19.04. 10.04. 02.04. 15.04. 07.04. 29.03. 18.04. − 2 Tage ja
Ostersonntag 05.04. 27.03. 16.04. 01.04. 21.04. 12.04. 04.04. 17.04. 09.04. 31.03. 20.04. ± 0 Tage ja
Ostermontag 06.04. 28.03. 17.04. 02.04. 22.04. 13.04. 05.04. 18.04. 10.04. 01.04. 21.04. + 1 Tag ja
Christi Himmelfahrt
(Do)
14.05. 05.05. 25.05. 10.05. 30.05. 21.05. 13.05. 26.05. 18.05. 09.05. 29.05. + 39 Tage(3) ja
Pfingstsonntag 24.05. 15.05. 04.06. 20.05. 09.06. 31.05. 23.05. 05.06. 28.05. 19.05. 08.06. + 49 Tage ja
Pfingstmontag 25.05. 16.05. 05.06. 21.05. 10.06. 01.06. 24.05. 06.06. 29.05. 20.05. 09.06. + 50 Tage ja
Fronleichnam
(Do)
04.06. 26.05. 15.06. 31.05. 20.06. 11.06. 03.06. 16.06. 08.06. 30.05. 19.06. + 60 Tage nein
Buß- und Bettag(2)
(Mi)
18.11. 16.11. 22.11. 21.11. 20.11. 18.11. 17.11. 16.11. 22.11. 20.11. 19.11. variabel(4) nein

(1) Gesetzlich schulfreier Tag in Baden-Württemberg.

(2) Gesetzlicher Feiertag im Freistaat Sachsen.

(3) Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag des Osterfestkreises und damit 39 Tage nach dem Ostersonntag gefeiert. Deshalb fällt das Fest immer auf einen Donnerstag. Der früheste mögliche Termin ist der 30. April, der späteste der 3. Juni.

(4) Das Datum des Buß- und Bettages ist definiert als der Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag. Dieser ist der letzte Sonntag vor dem 1. Adventssonntag, mit dem das Kirchenjahr beginnt. Wegen des festen Weihnachtstermins am 25. Dezember kann der Buß- und Bettag rechnerisch bestimmt werden als „der letzte Mittwoch vor dem 23. November“ und ist somit unabhängig vom Ostersonntag.

Nicht bewegliche Feiertage[Bearbeiten]

Nicht bewegliche Feiertage fallen jedes Jahr auf einen anderen Wochentag als in den mindestens vier Jahren davor und danach. In einem Normaljahr fallen Neujahr, Heiligabend und Silvester auf denselben Wochentag. Der erste Weihnachtsfeiertag fällt immer auf denselben Wochentag wie der Tag der Arbeit. Der zweite Weihnachtsfeiertag fällt immer auf denselben Wochentag wie Mariä Himmelfahrt, der Tag der Deutschen Einheit und der Reformationstag.

Traditionell kann jedem Jahr ein Buchstabe anhand des Neujahrswochentages zugewiesen werden und zwar absteigend, siehe Sonntagsbuchstabe: A für Sonntag bis G für Montag. Schaltjahren wird der vorhergehende Buchstabe hintenangestellt: AG, BA usw.

Wochentage der festen Feiertage
Typ Anz. 01.01. 24.12., 31.12. 01.05., 25.12. 15.08., 03.10., 31.10., 26.12. 01.11. 06.01.
A 43 So So Mo Di Mi Fr
BA 13 Sa Do
B 43 Sa So Mo Di
CB 15 Fr Mi
C 43 Fr Sa So Mo
DC 13 Do Di
D 44 Do Fr Sa So
ED 14 Mi Mo
E 43 Mi Do Fr Sa
FE 14 Di So
F 44 Di Mi Do Fr
GF 13 Mo Sa
G 43 Mo Di Mi Do
AG 15 So Fr

Im 400-Jahreszyklus des Gregorianischen Kalenders kommen die 14 möglichen Jahreskalender nicht gleich häufig vor, aber alle Kombinationen 56-, 57- oder 58-mal.

Häufigkeit der Wochentage der festen Feiertage
Tag 01.01. 24.12., 31.12. 01.05., 25.12. 15.08., 03.10., 31.10., 26.12. 01.11. 06.01.
Mo 56 58 56 58 56 57
Di 58 57 58 56 58 57
Mi 57 57 57 58 56 58
Do 57 58 57 57 58 56
Fr 58 56 58 57 57 58
Sa 56 58 56 58 57 56
So 58 56 58 56 58 58

Rechtliche Bedeutung[Bearbeiten]

Beschäftigte[Bearbeiten]

Feiertage sind für Beschäftigte grundsätzlich arbeitsfrei. Für Arbeitnehmer ergibt sich das aus § 9 des Arbeitszeitgesetzes. Ihnen ist nach § 2 des Entgeltfortzahlungsgesetzes eine Feiertagsvergütung zu zahlen. Es kann bestimmt werden, dass die durch den Feiertag ausgefallene Arbeit vor- oder nachzuholen ist, jedoch darf dies nicht unentgeltlich gefordert werden.[5] Für Beamte folgt die Arbeitsbefreiung aus § 3 Abs. 3 Arbeitszeitverordnung des Bundes und vergleichbaren Landesregelungen. Etwaige Feiertagszuschläge sind im Rahmen von § 3b Einkommensteuergesetz steuerfrei.

Bei Beschäftigten, die in einem anderen Bundesland arbeiten als dem, in dem ihr Wohnsitz liegt, gilt das Feiertagsrecht des Landes, in dem an dem konkreten Tag gearbeitet werden soll. Auf den Sitz des Arbeitgebers kommt es nicht an. Die Geltung des Feiertagsrechts kann nicht durch Vereinbarungen abbedungen werden.

Schichtarbeiter im öffentlichen Dienst müssen mangels einer Regelung im Tarifvertrag an Feiertagen, an denen sie frei haben wollen, für diese Tage Urlaubstage in Anspruch nehmen.[6]

Verkaufsstellen[Bearbeiten]

Verkaufsstellen müssen an Feiertagen nach den Ladenöffnungsgesetzen der Länder grundsätzlich geschlossen sein.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Grundsätzlich dürfen Lastkraftwagen an Feiertagen nicht verkehren (§ 30 Abs. 3 StVO) und in bestimmten Bereichen geschlossener Ortschaften nicht parken (§ 12 Abs. 3a StVO).

Gaststätten und Veranstaltungsbetriebe[Bearbeiten]

Hauptartikel: Tanzverbot in Deutschland

An Feiertagen, die gleichzeitig als „stiller Tag“ gelten, können musikalische Darbietungen, Sportveranstaltungen und andere über einen regulären Schankbetrieb hinausgehende Programme untersagt sein. Die betreffenden Tage, der Umfang des Verbotes und mögliche Ordnungsstrafen werden dabei von den Ländern festgelegt.

Regionale Besonderheiten[Bearbeiten]

Abgesehen von den bereits genannten regionalen Unterschieden bei der Feiertagsregelung gibt es folgende regionale Besonderheiten:

Stille Tage[Bearbeiten]

Neben den Feiertagen schreiben die Feiertagsgesetze der einzelnen Länder sogenannte „stille Tage“ vor (in einigen Ländern auch als „stille Feiertage“ bezeichnet), an denen besondere Einschränkungen zu beachten sind, die jedoch von Land zu Land unterschiedlich sind. Am bekanntesten ist wohl das Tanzverbot am Karfreitag. Auch erhalten Filmproduktionen nach der offiziellen Erklärung der FSK bezüglich des § 29 keine Feiertagsfreigaben, deren „Charakter diese[n] [stillen] Feiertage[n] so sehr widerspricht, dass eine Verletzung des religiösen und sittlichen Empfindens zu befürchten ist“. In Sachsen und Bayern fallen auch einige kirchliche Hochfeste, die nicht gesetzlich arbeitsfrei sind (z. B. Mariä Empfängnis), unter den Schutz der stillen Tage. Der außer in Sachsen 1995 überall als Feiertag abgeschaffte Buß- und Bettag ist derart geschützt, auch dem Volkstrauertag als staatlich angeordnetem Gedenktag kommt in allen Ländern eine über den regulären Sonntagsschutz hinausgehende Bedeutung zu. Manchmal ist nur die Zeit des Hauptgottesdienstes geschützt, manchmal der ganze Tag und manchmal nur der Nachmittag und der Abend. Genaueres muss im Einzelfall den Feiertagsgesetzen der Länder entnommen werden. Die grundsätzlich einem Schutz unterliegenden stillen Tage sind nach Ländern verschieden und können umfassen:

Das Verbot kann auch „alle nicht-öffentlichen unterhaltenden Veranstaltungen außerhalb von Wohnungen“ umfassen. So wurde einem Wirt in Köln untersagt, seine Räumlichkeiten für eine muslimische Beschneidungsfeier zu vermieten. Die Richter wiesen darauf hin, dass Beschneidungsfeiern im islamischen Kulturkreis nicht an einen Kalendertag gebunden seien und deshalb nicht gerade am Karfreitag stattfinden müssten.[7]

Tanzverbot[Bearbeiten]

Hauptartikel: Tanzverbot in Deutschland

In den meisten Ländern ist das Tanzverbot nicht nur auf den Karfreitag beschränkt, sondern gilt auch für eine Reihe weiterer stiller Tage.

Andere regional begrenzte Festtage[Bearbeiten]

An einer Reihe von Tagen finden in bestimmten Regionen festliche Ereignisse statt, zu denen eventuell die Arbeit ruht oder eingeschränkt ist. Da es sich dabei aber nicht um vom Gesetzgeber festgelegte Feiertage handelt, spricht man in diesem Fall auch von „unechten Feiertagen“ oder „Brauchtumstagen“. Beispiele für solche Tage sind:

Hohe Feiertage[Bearbeiten]

In einigen Nordseehäfen werden die sogenannten „hohen Feiertage“ begangen, dies sind Neujahr, Ostersonntag, Maifeiertag, Pfingstsonntag sowie Weihnachten. An Tagen vor diesen Feiertagen (Vorfeiertag) wird bereits um 12 Uhr die Arbeit eingestellt (Hafenruhe). An diesen „hohen Feiertagen“ herrscht im Gegensatz zu Sonntagen und einfachen Feiertagen generelles Arbeitsverbot.

Zusammenfallen zweier Feiertage[Bearbeiten]

In Deutschland liegen die Feiertage so, dass normalerweise nicht zwei auf denselben Tag fallen können (Sonntage ausgenommen). Die einzige mögliche Ausnahme geht mit einem ungewöhnlich frühen Osterdatum einher und tritt in Jahren ein, in denen der Ostersonntag auf den 23. März fällt: Christi Himmelfahrt wird dann gleichzeitig mit dem unbeweglichen Tag der Arbeit am 1. Mai begangen. Dieser seltene Fall tritt in unregelmäßigen Abständen etwa einmal pro Jahrhundert ein. Im 21. Jahrhundert fiel Christi Himmelfahrt das einzige Mal im Jahr 2008 auf den 1. Mai. Das nächste Mal wird dies erst wieder im Jahr 2160 vorkommen. Davor fiel Christi Himmelfahrt zuletzt 1913 auf den 1. Mai, der aber in Deutschland erst seit 1933 ein Feiertag ist.

In der Bundesrepublik war der 17. Juni von 1954 bis 1990 als Tag der deutschen Einheit ein bundesweiter Feiertag. Er fiel in diesem Zeitraum dreimal mit dem (auch damals nicht bundeseinheitlichen) Feiertag Fronleichnam zusammen (1954, 1965 und 1976).

Anders als in Ländern, in denen das Zusammenfallen von Feiertagen z. B. aufgrund der Vermischung des islamischen und des Gregorianischen Kalenders nicht ungewöhnlich ist, hat der deutsche Gesetzgeber für diesen Ausnahmefall keine Ersatzregelungen vorgesehen. In den Feiertagsgesetzen einiger deutscher Länder findet sich sinngemäß die Formulierung: „An den gesetzlichen Feiertagen mit Ausnahme des 1. Mai und 3. Oktober sind verboten: […]“. Dies bereitet insbesondere bei der Beurteilung der Gültigkeit des Tanzverbotes und des Verbotes öffentlich bemerkbarer Aktivitäten und Veranstaltungen Schwierigkeiten, denn am Himmelfahrtstag sind öffentliche Versammlungen und Unterhaltungsveranstaltungen in der Regel nicht oder nur eingeschränkt gestattet, während sie für den Tag der Arbeit charakteristisch und auch ausdrücklich erlaubt sind.

Kritik[Bearbeiten]

Der Großteil der Feiertage in Deutschland ist christlichen Ursprungs, jedoch gehören mittlerweile 40 % der Bevölkerung keiner christlichen Konfession mehr an (was nicht mit einer Ablehnung traditioneller Feiern gleichzusetzen ist). Forderungen nach einer Reform der deutschen Feiertagsgesetze, wie Hans-Christian Ströbeles Vorschlag zur Einrichtung eines muslimischen Feiertages,[8] stoßen jedoch kaum auf Interesse. Die Hochschulinitiative „Die Laizisten“ fordert sogar die Abschaffung aller religiösen Feiertage, um die weltanschauliche Neutralität des Staates zu sichern.[9]

Im Zuge des Rückgangs der Bedeutung von Kirche und Religion in Deutschland wird auch immer häufiger die als ungerecht empfundene Verteilung der nicht bundeseinheitlichen Feiertage kritisiert. Zum Beispiel gibt es in Bayern mindestens drei, im Extremfall (Stadt Augsburg) sogar fünf gesetzlich arbeitsfreie Tage mehr als in vielen norddeutschen Ländern, obwohl diese zusätzlichen Feiertage von einem nennenswerten Teil der Bevölkerung nicht mehr in ihrem ursprünglichen Sinn begangen werden, sondern schlicht als zusätzliche freie Tage angesehen werden, die Bürgern anderer Länder nicht zur Verfügung stehen.

Der Ausfall des Feiertagsschutzes für Arbeitnehmer an Tagen mit uneinheitlicher Feiertagsregelung, an denen zugleich wegen des Feiertages flächendeckend schulfrei gegeben wird, wird insbesondere in Bayern als erhebliche Belastung für alleinerziehende Arbeitnehmer und Familien mit Kindern, in denen beide Eltern berufstätig sind, beklagt. In der Praxis können Eltern gezwungen sein, unfreiwillig einen Tag Urlaub zu nehmen, um ihre an dem Tag nicht zur Schule gehenden Kinder beaufsichtigen zu können.

Ehemalige Feiertage[Bearbeiten]

  • Der Josefitag (am 19. März) war in Bayern ein gesetzlicher Feiertag, der 1969 abgeschafft wurde.
  • Von 1954 bis 1990 wurde der Tag der deutschen Einheit in West-Deutschland am 17. Juni begangen, zum Gedenken an den Aufstand des 17. Juni 1953. Der Tag gilt unverändert als Nationaler Gedenktag.
  • In Ost-Deutschland wurde von 1950 bis 1989 am 7. Oktober der Tag der Republik begangen.
  • Der Buß- und Bettag wurde in Deutschland mit Ausnahme von Sachsen 1995 zu Gunsten der Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag abgeschafft.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Rechtsnormen[Bearbeiten]

Überblick über die Landesgesetze:

Weitere Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Feiertage in der Bundesrepublik Deutschland – bund.de
  2. Vgl. z. B. Art. 3 Abs. 1 der Landesverfassung von Baden-Württemberg.
  3. Verordnung über die Erweiterung der gesetzlichen Feiertage, GBl DDR I (Nr. 18) S. 161, vom 8. März 1990
  4. Verordnung über die Einführung gesetzlicher Feiertage, GBl DDR I (Nr. 27) S. 248, vom 16. Mai 1990
  5. BAG, Urteil vom 25. Juni 1985, Az. 3 AZR 347/83, Volltext = BAGE 49, 120 = AP Nr 48 zu § 1 FeiertagslohnzahlungsG.
  6. Urteil des Bundesarbeitsgerichts, FAZ online, 15. Januar 2013
  7. D: Verbot von Beschneidungsfeiern am Karfreitag möglich. In: religion.orf.at. 24. März 2015, abgerufen am 25. März 2015.
  8. Vgl. Artikel in der FAZ vom 17. November 2004. Kostenpflichtig auch online verfügbar.
  9. Kritische Auseinandersetzung mit den aktuellen Feiertagsgesetzen – Die Laizisten
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