Christian Hirte

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Christian Hirte (2014)

Christian Hirte (* 23. Mai 1976 in Bad Salzungen) ist ein deutscher Politiker (CDU) und war von März 2018 bis Februar 2020 Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie im Kabinett Merkel IV. In diesem Amt war er gleichzeitig Beauftragter der Bundesregierung für die neuen Bundesländer bis zu seinem Rücktritt am 8. Februar 2020[1]. Er ist seit 2008 Mitglied des Deutschen Bundestages und seit 2014 einer der drei stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Thüringen.

Ausbildung und Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Abitur 1994 leistete Hirte den Zivildienst ab und begann 1995 ein Studium der Rechtswissenschaft an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, das er 2001 mit dem ersten juristischen Staatsexamen beendete. Während des Studiums war er von 1997 bis 2001 Stipendiat der Konrad-Adenauer-Stiftung. Anschließend absolvierte er das Referendariat und legte 2003 das zweite Staatsexamen ab.

Seit 2004 ist Hirte als Rechtsanwalt in der Sozietät Dr. Muth & Partner in Fulda tätig.[2] 2006/07 arbeitete er als Lehrbeauftragter für Wirtschaftsrecht an der Hochschule Fulda. Im Jahr 2010 erlangte er den Titel eines Fachanwalts für Steuerrecht. Schwerpunkt seiner anwaltlichen Tätigkeit ist die Beratung und Vertretung mittelständischer Unternehmen.

Partei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hirte trat 1993 in die Junge Union (JU) ein und 1995 in die CDU. Er war von 1999 bis 2005 Vorsitzender der JU Wartburgkreis. Von 2003 bis 2007 war er erster stellvertretender Landesvorsitzender der JU Thüringen und von 2007 bis 2009 Schatzmeister der JU Thüringen. Nach dem Eintritt in die CDU 1995 war Christian Hirte von 1999 an Mitglied im Vorstand der CDU Bad Salzungen und von 2005 bis 2008 Vorsitzender der CDU Bad-Salzungen-Leimbach. In seiner Heimat war er von 2004 bis 2009 Mitglied des Stadtrates in Bad Salzungen und von 2009 bis 2014 Mitglied des Gemeinderates von Tiefenort. 2011 bis 2015 leitete Hirte den Landesfachausschuss Energie und Nachhaltigkeit der CDU Thüringen. Von 2006 bis 2010 war er Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung (MIT) Eisenach-Wartburgkreis. Seit 2009 ist er Mitglied des Kreistages Wartburgkreis und seit 2010 Kreisvorsitzender der CDU Wartburgkreis. Hirte ist seit 2016 vom Kreistag als Mitglied im Aufsichtsrat des Klinikums Bad Salzungen bestellt. Im Jahr 2014 wurde Hirte zu einem der drei stellvertretenden Vorsitzender der CDU Thüringen gewählt.[3]

Abgeordneter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Video-Vorstellung (2014)

Am 15. Mai 2008 rückte Hirte für den ausgeschiedenen Abgeordneten Bernward Müller über die Landesliste Thüringen in den Bundestag nach und ist seitdem Mitglied des Deutschen Bundestages.

Er war ordentliches Mitglied im Haushaltsausschuss und im Rechnungsprüfungsausschuss des Haushaltsausschusses sowie stellvertretendes Mitglied im Finanzausschuss. In der 18. Wahlperiode war er Obmann der CDU/CSU-Bundestagsfraktion des 4. Untersuchungsausschusses (Cum/Ex-Untersuchungsausschuss) und Mitglied im Bundesfinanzierungsgremium. In der 17. Wahlperiode gehörte Christian Hirte dem Ausschuss für Tourismus, dem Ausschuss für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit und als stellvertretendes Mitglied dem Verteidigungsausschuss an. Darüber hinaus war er in der 16. Wahlperiode Obmann der CDU-CSU-Fraktion im Unterausschuss Neue Medien sowie Ausschussmitglied des 2. Untersuchungsausschusses bezüglich der Hypo Real Estate (HRE), wobei Hirte die CDU-CSU-Fraktion vertrat.

Hirte ist innerhalb der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zudem Mitglied im Parlamentskreis Mittelstand sowie im überfraktionellen Parlamentskreis Elektromobilität.

2013 gehörte Hirte dem Deutsch-Amerikanischen Young Leaders-Programm der Atlantik-Brücke an.

Bei den Bundestagswahlen 2009, 2013 und 2017 erlangte Christian Hirte im Bundestagswahlkreis Eisenach – Wartburgkreis – Unstrut-Hainich-Kreis das Direktmandat für die CDU.[4] Seit dem 29. Januar 2018 ist er als einer der elf Stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zuständig für Wirtschaft und Energie, Mittelstand, Tourismus.[5]

Öffentliche Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kabinett Merkel IV wurde Hirte Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie,[6][7] wo er als Nachfolger von Iris Gleicke die Aufgabe des Beauftragten der Bundesregierung für die neuen Bundesländer übernahm.[8] Er hat sich 2018 für die Weiterführung der Anerkennung von Opfern des SED-Regimes ausgesprochen.[9] Außerdem war er Beauftragter der Bundesregierung für den Mittelstand.[10]

Als am 5. Februar 2020 Thomas Kemmerich (FDP) mit den Stimmen der AfD-Fraktion zum Thüringer Ministerpräsident gewählt worden war, gratulierte Hirte Kemmerich via Twitter und nannte ihn einen „Kandidaten der Mitte“. Politiker von CDU und SPD kritisierten Hirtes Äußerung; einige forderten seinen Rücktritt.[11] Am 8. Februar 2020 gab Hirte bekannt, er habe auf „Anregung der Bundeskanzlerin“ um seine Entlassung gebeten.[12][13][14] Am gleichen Tag schlug Bundeskanzlerin Merkel dem Bundespräsidenten vor, Hirte aus dem Amt des Staatssekretärs zu entlassen.[15]

Mitgliedschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hirte ist Mitglied der überparteilichen Europa-Union Deutschland, die sich für ein föderales Europa und für den europäischen Einigungsprozess einsetzt.[16] Seit November 2018 ist er Vorstandsmitglied von Gegen Vergessen – Für Demokratie.[17] Seit März 2019 ist er Vorsitzender des Vereins Kuratorium Deutsche Einheit.[18]

Er ist außerdem Botschafter des Vereins „Aktionsnetzwerk Luther-Region e.V.“ sowie Mitglied im Lutherverein e.V., im Bad Salzunger Kulturverein e.V., im Förderverein Point Alpha e.V., im Verein zur Förderung der Palliativmedizin am Klinikum Bad Salzungen e.V., im Förderverein Dr.-Sulzberger-Gymnasium, Bad Salzungen und in der Initiative Christdemokraten für das Leben.[19]

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christian Hirte ist verheiratet und Vater zweier Töchter und eines Sohnes. Er ist katholisch.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Christian Hirte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ostbeauftragter Hirte gibt Posten auf Druck von Merkel ab. In: Welt online, 8. Februar 2020 (abgerufen am selben Tag)
  2. Homepage der Sozietät, zuletzt aufgerufen am 9. Februar 2020.
  3. www.cdu-thueringen.de/der-landesvorstand, zuletzt aufgerufen am 9. Februar 2020.
  4. Wahlen in Thüringen. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 29. September 2017.
  5. Wahl der Stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden und der Parlamentarischen Geschäftsführer. CDU/CSU-Bundestagsfraktion, abgerufen am 29. Januar 2018.
  6. Biographie Abgeordnetenseite CDU/CSU. CDU/CSU-Bundestagsfraktion, abgerufen am 27. März 2018.
  7. Christian Hirte. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, abgerufen am 25. Februar 2019.
  8. spiegel.de: CDU-Politiker Hirte wird Ostbeauftragter
  9. www.tagesspiegel.de 17. März 2018: Was der neue Ostbeauftragte denkt
  10. Vita - Christian Hirte. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
  11. zeit.de 8. Februar 2020: Chefinnensache
  12. Ostbeauftragter der Bundesregierung tritt nach eigenen Angaben zurück. In: tagesschau.de. 8. Februar 2020, abgerufen am 8. Februar 2020.
  13. Ostbeauftragter Christian Hirte tritt nach Gespräch mit Merkel zurück. In: Die Welt. 8. Februar 2020, abgerufen am 8. Februar 2020.
  14. Missglückter Tweet: Ost-Beauftragter Hirte entlassen. In: Watson. 8. Februar 2020, abgerufen am 8. Februar 2020.
  15. www.bundesregierung.de
  16. Christian Hirte Website der Europa-Union Deutschland. Abgerufen am 12. Januar 2018
  17. Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V. hat gewählt. Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., November 2018, abgerufen am 22. November 2018.
  18. Hirte übernimmt Vorsitz im Kuratorium Deutsche Einheit
  19. Vita - Christian Hirte. Abgerufen am 3. Oktober 2019.
  20. christian-hirte.de