Col de la Croix de Fer

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Col de la Croix de Fer
Blick kurz vor der Passhöhe Richtung Südwesten

Blick kurz vor der Passhöhe Richtung Südwesten

Himmelsrichtung Nordost Südwest
Passhöhe 2067 m
Département Savoie, Frankreich
Wasserscheide Arc Romanche
Talorte St. Jean-
de-Maurienne
Rochetaillée
Ausbau asphaltierte Straße
Gebirge Alpen
Profil
Bergwertung HC HC
Ø-Steigung 5,2 % (1527 m / 29,5 km) 4,3 % (1356 m / 31,5 km)
Karte (Savoie)
Col de la Croix de Fer (Savoie)
Koordinaten 45° 13′ 41″ N, 6° 12′ 10″ OKoordinaten: 45° 13′ 41″ N, 6° 12′ 10″ O
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Der Col de la Croix de Fer (deutsch Eisenkreuz-Pass) ist ein französischer Alpenpass.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der 2067 Meter hohe Übergang liegt in der Region Auvergne-Rhône-Alpes (Département Savoie) an der D 926 und verbindet Rochetaillée nahe Le Bourg-d’Oisans im Romanche-Tal mit Saint-Jean-de-Maurienne am Fluss Arc im Maurienne-Gebiet.

Die Zufahrt von Nordosten aus Saint-Jean-de-Maurienne misst 29,5 km, diejenige von Südwesten aus Rochetaillée 31,5 km. Bei der Anfahrt aus Rochetaillée zweigt 2,5 km vor der Passhöhe die Straße zum Col du Glandon (1924 m) ab, welcher nach wenigen hundert Metern erreicht wird. Vom Col du Glandon gelangt man nach Saint-Étienne-de-Cuines im Maurienne-Tal (22 km).

Radsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Col de la Croix de Fer stand erstmals im Jahr 1947 im Programm der Tour de France und wurde seither 19-mal vom größten Radrennen der Welt überquert. Als erster passierte der Italiener Fermo Camellini den Alpenpass auf der 8. Etappe des Jahres 1947, die von Grenoble nach Briançon führte. Nach dem Jahr 1966 dauerte es zwanzig Jahre, ehe der Pass 1986 wieder im Programm der Tour de France aufschien. In den folgenden Jahren diente der Pass meist als vorletzter Anstieg, bevor die berüchtigte Steigung nach Alpe d’Huez in Angriff genommen wurde.

Ab dem Jahr 2006 nutzte die Organisation der Frankreich-Rundfahrt vermehrt die Auffahrt über den nahe gelegenen Col du Glandon (1924 m), dessen Passhöhe sich knapp unter jener des Col de la Croix Fer befindet. 2015 wurde der Col de la Croix Fer erstmals zweimal in einem Jahr von der Tour de France befahren, da die Streckenführung nach Alpe d'Huez über den Col du Galibier (2645 m) aufgrund eines Erdrutsches in der Abfahrt des Col du Lautaret (2058 m) nicht möglich war. Im Jahr 2022 steht auf der 12. Etappe erneut die Nordauffahrt des Col de la Croix Fer auf dem Programm.

Im Verlauf der Jahre wurden beide Auffahrten des Passes im Rahmen der Tour de France absolviert. Seit dem Jahr 1989 sind beide Seiten als Anstieg der Hors Catégorie klassifiziert. Der Sieger der Bergwertung auf der Passhöhe wurde bei der Tour de France 2012 mit dem Souvenir Henri Desgrange geehrt.[1]

Sieger der Bergwertung auf dem Col de la Croix Fer
Jahr Etappe Bergwertung Ausfahrt Sieger
1947 08. Etappe 1. Kategorie Süd ItalienItalien Fermo Camellini
1948 04. Etappe 1. Kategorie Nord ItalienItalien Gino Bartali
1952 11. Etappe 1. Kategorie Süd ItalienItalien Fausto Coppi
1956 18. Etappe 1. Kategorie Nord SpanienSpanien René Marigil
1961 10. Etappe 1. Kategorie Süd FrankreichFrankreich Guy Ignolin
1963 16. Etappe 1. Kategorie Süd SpanienSpanien Federico Bahamontes
1966 16. Etappe 1. Kategorie Süd SpanienSpanien Joaquim Galera
1986 18. Etappe 1. Kategorie Nord FrankreichFrankreich Bernard Hinault
1989 17. Etappe HC. Kategorie Nord NiederlandeNiederlande Gert-Jan Theunisse
1992 14. Etappe HC. Kategorie Nord FrankreichFrankreich Éric Boyer
1995 10. Etappe HC. Kategorie Nord FrankreichFrankreich Richard Virenque
1998 15. Etappe HC. Kategorie Süd ItalienItalien Rodolfo Massi
1999 10. Etappe HC. Kategorie Nord FrankreichFrankreich Stéphane Heulot
2006* 16. Etappe HC. Kategorie Nord Danemark Michael Rasmussen
2008 17. Etappe HC. Kategorie Nord Slowakei Peter Velits
2012* 11. Etappe HC. Kategorie Nord SchwedenSchweden Fredrik Kessiakoff
2015* 19. Etappe HC. Kategorie Nord FrankreichFrankreich Pierre Rolland
2015 20. Etappe HC. Kategorie Nord FrankreichFrankreich Alexandre Geniez
2017 17. Etappe HC. Kategorie Süd Belgien Thomas De Gendt
2022 12. Etappe HC. Kategorie Nord Italien Giulio Ciccone

* Auffahrt über den Col du Glandon

Neben der Tour de France stand der Pass bereits im Programm des Critérium du Dauphiné, der Tour de Savoie Mont-Blanc und der Nachwuchs-Rundfahrt Tour de l’Avenir.[2] Der Aufstieg von Saint-Jean-de-Maurienne ist in Abständen von einem Kilometer mit speziellen Schildern für Radfahrer ausgestattet.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Leissl: Die legendären Anstiege der Tour de France. Covadonga, Bielefeld 2004, ISBN 3-936973-09-1.
  • Kristian Bauer: Roadbook Tour de France. 40 Top-Anstiege von den Alpen bis zu den Pyrenäen mit dem eigenen Rennrad bezwingen. (Plus Höhepunkte aus der Geschichte der Tour). Bruckmann, München 2006, ISBN 3-7654-4477-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Col de la Croix de Fer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. le col de la Croix de Fer dans le Tour de France depuis 1947. Abgerufen am 26. Juni 2022.
  2. Cycling statistics for Col de la Croix de Fer (France). Abgerufen am 26. Juni 2022.