Deezer

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Deezer

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Rechtsform S.A.
Gründung 22. August 2007
Sitz Paris, Frankreich
Leitung Daniel Marhely (Gründer), Hans-Holger Albrecht (CEO)
Branche Streaming Media
Website www.deezer.com
Stand: 31. Oktober 2018

Die blau markierten Flächen zeigen die Verfügbarkeit von Deezer, Stand August 2016.

Deezer ist ein internationaler Musikstreaming-Dienst, der im August 2007 in Frankreich gegründet wurde. Deezer ist in mehr als 180 Ländern verfügbar und streamt einen Katalog von derzeit 53 Millionen Titeln[1] mit einer Bitrate von bis zu 320 kbit/s[2] und mit Deezer HiFi 1411 kbit/s. Neben Musik haben Nutzer auch Zugriff auf Hörbücher, Hörspiele und Podcasts. Deezer finanziert sich teilweise aus Werbung und hat rund 14 Millionen aktive Nutzer. (Alle Zahlen haben den Stand Oktober 2018 nach eigenen Angaben.)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und Anfangsjahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dienst wurde erstmals 2006 auf informeller Basis unter dem Namen Blogmusik.net gestartet. Eine Beschwerde der französischen Verwertungsgesellschaft SACEM führte jedoch im Februar 2007 zu seiner Schließung.[3] Der Name wurde in Deezer geändert und der Betrieb am 22. August 2007 wiederaufgenommen.

Kurz nach der Eröffnung legte Universal Music eine Beschwerde ein, da nach deren Ansicht urheberrechtlich geschütztes Material unrechtmäßig bereitgestellt wurde.[4]

Der Betreiber berief sich dagegen auf eine Vereinbarung mit der SACEM, die bereits vor dem Namenswechsel erfolgt war. Mit Sony BMG konnte Deezer dagegen bereits im Oktober 2007 eine Zusammenarbeit vereinbaren, die die Nutzung der Titel dieser Gesellschaft ermöglichen.[5] Am 14. Mai 2008 unterzeichnete Universal Music France ein internationales Abkommen mit Deezer, das den Zugang zu ihrem Musik-Katalog ermöglicht.[6] Am 11. September 2008 meldeten Deezer und Warner Music International schließlich ein Abkommen zur Zurverfügungstellung des Musikkatalogs des Major-Labels auf der Website.

Außer der Vereinbarungen mit drei der vier größten Plattenfirmen hat Deezer Verträge mit vielen selbstständigen Plattenfirmen abgeschlossen, wie Believe, Because Music, Beggars, The Orchard oder Naïve.

Im August 2007, dem ersten Monat, in dem Deezer offiziell den Betrieb aufgenommen hatte, verzeichnete die Plattform 773.000 Besucher. Die Anzahl der Nutzer stieg bis Mai 2008 auf 2,75 Millionen und kletterte bis Dezember 2009 auf sieben Millionen.[7]

Trotz des hohen Benutzeraufkommens bekam Deezer fast zeitgleich finanzielle Probleme. So brachte es das Unternehmen im ersten Halbjahr 2008 auf einen Umsatz von gerade mal 875.000 €, was nicht ausreichte, um die Lizenzgebühren zu bezahlen.[7] Im Juli 2008 begann der Dienst daher auf seiner Plattform Werbung zu schalten. Im Oktober desselben Jahres sicherte sich Deezer dann eine Finanzierung in Höhe von 8,4 Millionen US$ von AGF Private Equity und CM-CIC Capital Prive. Damit erhöhte sich die Gesamtinvestition in das Unternehmen auf 15,8 Millionen US$.[8]

Im Februar 2009 führte Deezer eine Registrierungspflicht ein, um genauere Nutzerdaten für zielgerichtete Werbeanzeigen ermitteln zu können. Im November 2009 wurde dann damit begonnen Audio-Werbung zwischen Liedern zu schalten.[7]

Am 5. November 2009 startete Deezer ein drei-stufiges Angebots-Modell. Während der Dienst die Gratis-Version beibehielt, kamen zwei zahlungspflichtige Abonnements hinzu. Für 4,99 € monatlich erhielten Nutzer eine bessere Soundqualität sowie Musik ohne Werbeunterbrechung, für 9,99 € monatlich gab es noch eine Offline-Nutzung für Computer sowie mobile Android-, BlackBerry- und iOS-Geräte dazu.[9]

Im Januar 2010 verließ Jonathan Benassaya, der CEO und Mitbegründer von Deezer, das Unternehmen, nachdem weniger als 15.000 der 12 Million Deezer Nutzer die zahlungspflichtigen Abonnements abgeschlossen hatten. Zu seinem Nachfolger als CEO wurde Axel Dauchez ernannt.[10]

Im August 2010 ging Deezer eine Partnerschaft mit dem französischen Mobilfunknetzbetreiber Orange ein. Dessen Kunden erhielten bei bestimmten Verträgen freien Zugang zum Deezer Premium Angebot.[11] Schon bald nach dem Start der Partnerschaft stieg die Abonnentenzahl von Deezer Premium von 6.000 auf 100.000 Nutzer monatlich. Anfang 2011 hatten bereits 500.000 Menschen ein kostenpflichtiges Deezer-Abo. Die Marke von einer Million Abonnenten wurde dann Mitte 2011 geknackt, ein halbes Jahr früher als geplant.[7] Die beiden Unternehmen erweiterten ihre Partnerschaft im September 2011 um Orange-Vertragskunden in Großbritannien.[12]

Ebenfalls im September desselben Jahres, integrierte Deezer Facebook in seinen Service, um Nutzern das Teilen von Musik über den Social-Media-Dienst zu ermöglichen.[13]

Internationale Expansion und Finanzierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Dezember 2011 gab Deezer bekannt, dass das Unternehmen plane bis zum Ende des Jahres nach ganz Europa und im Jahr 2012 auf den amerikanischen Kontinent mit Ausnahme der USA sowie nach Afrika, Südostasien und in weitere Länder weltweit zu expandieren. Bis zu diesem Zeitpunkt war der Dienst nur in Belgien, Frankreich und Großbritannien verfügbar.[14]

Deezer brauchte allerdings noch bis zum März 2012, um seinen Service in ganz Europa verfügbar zu machen.[15] In Australien, Kanada und Neuseeland ging der Dienst dann am 25. April 2012 an den Start.[16] Am 8. Juni gab Deezer die Verfügbarkeit in 35 lateinamerikanischen Ländern bekannt mit Ausnahme von Brasilien, Kuba und Venezuela.[17] Am 15. August teilte Deezer mit, dass sein Service auch in Indonesien, Malaysia, Pakistan, den Philippinen, Singapur und Thailand verfügbar werde.[18]

Am 10. Oktober 2012 erhielt Deezer eine Investition in Höhe von 130 Mio. US$ von der Beteiligungsgesellschaft Access Industries, die vom Milliardär Leonard Blavatnik gegründet wurde.[19] Ein Jahr zuvor hatte Access Industries bereits den Musikkonzern Warner Music Group für eine Summe von rund 3,3 Milliarden US$ aufgekauft.[20] Deezer nutzte die Investition, um weiter international zu expandieren und gab kurz darauf bekannt, dass es in 76 neuen Märkten verfügbar sei, was die gesamte Länderanzahl auf 160 weltweit erhöhte.[21]

Ende 2012 hatte Deezer rund drei Millionen zahlende Abonnenten von insgesamt sieben Millionen aktiven Nutzern monatlich und einen Katalog mit 20 Millionen Songs.[22]

Im Januar 2013 setzte Deezer seine internationale Expansion in 22 neue Länder in Afrika, Asien, dem mittleren Osten sowie nach Brasilien und die USA fort. Somit stieg die Anzahl der Länder auf insgesamt 182.[23][24] Der Markteintritt in die USA blieb zunächst jedoch nur auf eine begrenzte Zahl von Geräte-Partnerschaften mit Anbietern wie Sonos und Bose begrenzt.[25] Im Juli 2016 wurde Deezer dann für alle Nutzer in den USA zugänglich.[26]

Im April 2014 wurde bekannt, dass der bisherige globale CEO Axel Dauchez das Unternehmen bis September verlassen würde.[27] Als Nachfolger berief Deezer Ende 2014 den deutschen Juristen und Manager Hans-Holger Albrecht, der die Position seit Februar 2015 innehat.[28]

Im Oktober 2014 kaufte Deezer die Podcast-App Stitcher. Mit dem Zukauf erweiterte Deezer sein bestehendes Musik-Angebot um Radiosendungen und Podcasts.[29] Zunächst standen die neuen Inhalte nur in Frankreich, Großbritannien und Schweden zur Verfügung. Ab Oktober 2015 gibt es Podcasts und Radio auch in Deutschland über Deezer zu hören.[30] 2016 verkaufte Deezer Stitcher wieder und zwar für 4,5 Millionen US$ an das US-amerikanische Medienunternehmen E.W. Scripps Co.[31] Inhalte wie Podcasts und Radio sind aber nach wie vor über Deezer abrufbar.[32]

Im Januar 2016 erhielt Deezer erneut 100 Mio. € Kapital. Neben Access Industries investierte dieses Mal auch der französische Telekom-Konzern Orange in den Streaming-Dienst.[33]

Anfang August 2018 bestätigte Deezer eine weitere Finanzierungsrunde in Höhe von 160 Mio. €. Wiederholt investierten Access Industries und Orange. Als neue Geldgeber kamen die arabische Rotana-Firmengruppe sowie die Kingdom Holding aus Saudi-Arabien an Bord. Im Zuge dieser neuen Finanzierung wird Deezer mit einer Milliarde Euro bewertet.[34]

Im Oktober 2018 gab Deezer bekannt, dass der Streaming-Dienst ab sofort auch in arabischer Sprache verfügbar ist. Nutzer im Nahen Osten sowie in Nordafrika können zusätzlich zu Deezers internationalem Katalog auch exklusiv auf musikalische Inhalte des Katalogs der Rotana Group zugreifen. Zudem plant Deezer einen Standort in Dubai zu eröffnen.[35]

Derzeit führt Deezer auf seiner Webseite 189 Länder auf, in denen sein Service derzeit verfügbar ist.[36] Zudem gibt das Unternehmen an, 14 Millionen aktive Nutzer zu haben, die auf einen Katalog von über 53 Millionen Titeln zugreifen können (Stand: Oktober 2018).

Deezer in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 15. Dezember 2011 ist das Angebot von Deezer auch in Deutschland verfügbar[37] und seit Mitte 2012 hat der Dienst ein Büro in Berlin.[38]

Am 10. Juni 2014 wurde bekannt, dass der Streaming-Dienst Ampya an Deezer verkauft wird. Die rund 400.000 Kunden werden von Deezer übernommen.[39]

Nachdem am 1. Mai 2015 der Streaming-Dienst Simfy sein Angebot eingestellt hatte, wurden alle Kunden von Simfy zu Deezer weitergeleitet. Deezer sprach hierbei von einer Partnerschaft.[40][41]

Seit September 2015 bietet Deezer in Deutschland neben Podcasts auch Hörbücher und Hörspiele an.[42]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um neue potenzielle Kunden zu gewinnen, begann Deezer Partnerschaften mit Unternehmen zu vereinbaren, die einen großen Kundenkreis aufzuweisen haben, das sind:

  • Reiseveranstalter

Dazu gehörten 2014 eine Partnerschaft mit dem Reiseveranstalter TUI, dessen Kunden bei Buchung einer Reise ein dreimonatiges Deezer Premium-Probeabonnement erhielten.[43] Im selben Jahr kooperierte auch der Elektronikkonzern Samsung mit Deezer und bot Käufern seines Galaxy S5-Smartphones ein mehrmonatiges kostenloses Deezer-Probeabonnement an.[44]

  • Weitere Sendeanstalten

Im November 2014 stieß der Fernsehsender Joiz Germany als Partner dazu. Teil der Partnerschaft waren Playlists, die von den Moderatoren zu verschiedenen Themen erstellt und auch in Form von moderierten Clipstrecken in das Programm integriert wurden. Des Weiteren spielte Joiz Germany in seiner wöchentlichen Chartshow Coffee & Charts die Top 30 der aktuellen Deezer Streaming-Charts. Zusätzlich sollten regelmäßig Premium-Abonnements verlost werden.[45]

  • Telekommunikationsunternehmen

Eine weitere Vermarktungspartnerschaft, die 2014 hinzukam, besteht mit dem britischen Telekommunikationsanbieter Vodafone.[46] Vertragskunden können Deezer zu ihrem Vodafone-Tarif zu vergünstigten Konditionen hinzubuchen. Die Partnerschaft wurde 2016 auf zwei weitere Jahre verlängert.[47]

  • Lebensmitteldiscounter

Ab 2016 gab es eine Partnerschaft mit dem Discounter Lidl.[48] Die Zusammenarbeit wurde jedoch zum 31. März 2018 beendet, da Lidl sein Streaming-Angebot, über das Deezer vergünstigt genutzt werden konnte, eingestellt hat.[49]

Deezer nextbike Station Berlin an der Landsberger Allee
  • Fahrradverleiher

Seit Ende 2017 kooperiert Deezer mit nextbike, dem öffentlichen Fahrradverleihsystem der Stadt Berlin. Deezer hat jedoch ein eigenes Design eingeführt; die Fahrräder haben eine 3-Gangschaltung und sind mit derben luftbereiften Rädern ausgestattet. Inzwischen sind in Berlin mehrere feste Ausleihstandorte etabliert; die Ausleihe funktioniert berührungslos mit der Kunden-App von Deezer. Die bei Deezer bereits registrierten Nutzer können die ersten 30 Minuten das Rad kostenlos benutzen.[50]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundsatz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Deezer zu verwenden, muss sich der Nutzer zunächst über die Deezer Webseite oder App registrieren. Anschließend können unbegrenzt Musik, Hörbücher, Hörspiele und Podcasts gehört werden. In der kostenlosen Variante gibt es zwischen den einzelnen Titel von Zeit zu Zeit Werbeeinblendungen.[51]

Flow[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flow Funktion wird von Deezer als persönlicher Soundtrack bezeichnet.[52] Es handelt sich dabei um einen patentierten Algorithmus, der anhand der Hörgewohnheiten des Nutzers für diesen einen endlosen Stream aus aktuellen Songs und Lieblingsliedern zusammenstellt.[53]

Offline-Modus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Bezahl-Variante bietet Deezer einen Offline-Modus an. Dieser hat den Vorteil, dass sich Nutzer Titel herunterladen und auch ohne Internetverbindung anhören können. So wird, z. B. beim Musik hören auf dem Smartphone, der Verbrauch des Datenvolumens geschont.[54]

Songtexte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 hat Deezer eine Partnerschaft mit der kanadischen Songtextplattform LyricFind.[55] In der Deezer App können sich Nutzer über einen Klick auf das Mikrofon-Symbol den vollständigen Text eines Liedes anzeigen lassen, während dieses abgespielt wird.

Podcast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 sind auf Deezer auch Podcasts zu hören.[29] Wie beim Musikangebot sind auch die Podcasts in Kategorien eingeteilt und es gibt redaktionelle Empfehlungen. Seit 2016 produziert der Dienst mit den so genannten „Deezer Originals“ auch eigene Podcast-Formate, die exklusiv auf der Plattform angeboten werden.[56] Zu den Eigenproduktionen gehört z. B. „Das kleine Fernsehballett“, in der die Moderatorin Sarah Kuttner und der Medienjournalist Stefan Niggemeier über TV-Shows und Serien plaudern.[57]

Hörbücher und Hörspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Deutschland hat Deezer seit 2015 eine in seine Benutzer-Oberfläche integrierte Hörbuch-App. In dieser sind Hörbücher und Hörspiele in Kategorien unterteilt. Als erster Streamingdienst führte Deezer auch eine Lesezeichen-Funktion für Hörbücher ein, so kann der Nutzer den Titel genau an der Stelle weiterhören, wo er ihn zuvor unterbrochen hat.[42]

Geräteunterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desktop PC und Laptop[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deezer kann über seine Webseite direkt im Browser genutzt werden. Zudem gibt es eine Desktop-App. Sie steht Nutzern eines zahlungspflichtigen Angebots zur Verfügung. Als Betriebssystem wird mindestens Windows 7 oder macOS ab „Mavericks“ benötigt. Auch für Windows 10 Geräte ist eine Deezer-App verfügbar.[58]

Mobile Geräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es existieren Deezer-Apps für Android-, iOS- und Windows-Geräte. Zudem werden BlackBerry-Smartphones unterstützt.[59]

Smartwatch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Apple Watch kann Deezer seit 2016 genutzt werden,[60] 2017 kamen auch Uhren mit Android Wear hinzu.[61]

Seit 2018 ist Deezer auf verschiedenen Fitbit und Garmin Fitness Smartwatches verfügbar.[62][63]

Audiosysteme und Lautsprecher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deezer ist in eine Vielzahl von Soundsystemen integriert, dazu gehören u. a. Geräte von Bang & Olufsen, Bose, Onkyo, Samsung, Sonos, Sony, und Yamaha.[64]

Sprachassistenten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2017 unterstützt Deezer auch Google Home.[65] Ein eigener Alexa Skill für Amazon Echo folgte 2018.[66]

Smart-TV und Spielkonsolen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2011 ist Deezer bereits auf Smart-TV-Geräten von Samsung verfügbar. Seit 2013 auch auf Fernsehern von Toshiba und LG.[67] Es folgten Integrationen mit TV-Geräten von Panasonic, Philips, Sony Bravia sowie Bang & Olufsen. Nutzer von Android TV können sich ebenfalls eine Deezer-App herunterladen. Deezer ist auch kompatibel mit Chromecast sowie Amazon Fire TV.

Seit 2012 kann Deezer auf der Spielkonsole Xbox und seit 2018 auf deren Nachfolgemodell Xbox One genutzt werden.[68][69]

Autos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Deezer ist in verschiedene Auto-Infotainmentsysteme integriert. Es bestehen Integrationen mit den Systemen für BMW,[70] den Fiat 500X,[71] den Jeep Renegade [72] und MINI-Fahrzeuge.[73] Hier kann der Dienst über den Board-Computer der jeweiligen Fahrzeuge bedient werden.

Seit 2015 ist Deezer auch für Apples CarPlay und seit 2016 für Android Auto verfügbar.[74][75]

Musiker auf Deezer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vergütung der Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Teil der Einnahmen wird an die Rechteinhaber weitergegeben, wobei Deezer keine direkten Verträge mit Künstlern hat. Laut einem Interview aus dem Jahr 2015 mit Deezers CEO Hans-Holger Albrecht, zahlen Streamingdienste rund 70 Prozent ihrer Einnahmen an die Musiklabels und Vertriebe.[76]

Die Höhe der Einnahmen pro Musikstück hängt von seinem Marktanteil ab und kann von Monat zu Monat unterschiedlich ausfallen. Dabei spielt es auch einen Rolle, ob der Song aus dem kostenfreien Angebot oder dem bezahlten Premium-Abonnement abgespielt wird und in welchem Land er gehört wird. Zum Beispiel zahlte Deezer in Frankreich im Jahr 2012 für jedes Anhören zwischen 0,005 € (0,5 Cent) und 0,035 € (3,5 Cent).[77][78] Wie die Labels oder Vertriebe dieses Geld an Künstler letztlich ausschütten hängt jedoch vom jeweiligen Vertrag ab, den der Künstler mit diesen abgeschlossen hat.

Deezer gab 2017 bekannt, dass es an einem nutzerzentrierten Lizenzmodell arbeite, um die Auszahlungen an Rechteinhaber neu zu strukturieren.[79] Bei diesem neuen Modell sollen, vereinfacht gesagt, die Abo-Gebühren jedes Nutzers nach dessen Hörverhalten aufgeteilt werden und nicht mehr nach dem gesamten Marktanteil. Das neue Modell würde u. a. Streaming-Betrug erschweren und lokale Musiker würden mehr verdienen.[79]

Musikpiraterie und Streamripping[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie auch bei anderen Streamingdiensten, lassen sich alle verfügbaren Alben und Songs auf Deezer in der Bezahl-Version, z. B. auf dem Smartphone oder auch im für den Browser verfügbaren Offline-Modus speichern. Daher befürchten manche Künstler, dass mittels legaler Programme ihre Musik nicht in externen Bereichen wie Amazon oder iTunes gekauft wird, sondern über legale Programme in anderer Form heruntergeladen werden könnte, wodurch sie mit Einnahme-Ausfällen rechnen müssten. So ist es z. B. mittels eines Aufnahmeprogramms möglich, die gerade ablaufenden Musikstreams mit dem Programm aufzunehmen und anschließend als separate Datei (z. B. als MP3) zu speichern. Diese als Streamripping bekannte Methode ist ein bekanntes Problem in der Musikbranche.[80] Gemäß dem Bundesverband der Musikindustrie liegen diese Urheberrechtsverletzungen in Deutschland jedoch unter dem weltweiten Durchschnitt.[81]

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Musiker, wie z. B. Taylor Swift, Herbert Grönemeyer oder Die Ärzte, aufgrund der möglichen Musikpiraterie und den ihrer Meinung nach geringen Einnahmen immer wieder gegen Streamingdienste ausgesprochen. Teilweise stellten die Künstler ihre Musikkataloge den Diensten nicht zur Verfügung oder ließen sie wieder entfernen.[82] Mit der zunehmenden Popularität der Streamingdienste heben viele Künstler ihren Boykott jedoch auf. So sind z. B. seit November 2018 auch die Alben der Band Die Ärzte auf Deezer, Spotify und anderen Diensten verfügbar.[83]

Angebote und Abos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt fünf verschiedene Deezer-Angebote.[84]

Name Preis Werbefrei Bitrate Musik hören Sonstiges
Free Kostenlos ✘ Nein 128 kBit/s MP3 Unbegrenzt, mobil jedoch Einschränkungen Auf dem Smartphone können Titel nur in der Zufallswiedergabe abgespielt werden, 6 Titel pro Stunde überspringbar, kein Offline-Modus
Premium 9,99 €/Monat ✔ Ja 320 kBit/s MP3 Unbegrenzt; 30-Tage-Probeabo Verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android, Windows etc.), Audiosystemen und Lautsprechern, Internet-TVs, Spielekonsolen, Sprachassistenten und Wearables, offline hören möglich
Student 4,99 €/Monat ✔ Ja 320 kBit/s MP3 Unbegrenzt; 30-Tage-Probeabo Verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android, Windows etc.), Audiosystemen und Lautsprechern, Internet-TVs, Spielekonsolen, Sprachassistenten und Wearables, offline hören möglich
Family 14,99 €/Monat ✔ Ja 320 kBit/s MP3 Unbegrenzt; 30-Tage-Probeabo Sechs Deezer Premium Profile zu einem Preis, verfügbar auf mobilen Geräten (iOS, Android, Windows etc.), Audiosystemen und Lautsprechern, Internet-TVs, Spielekonsolen, Sprachassistenten und Wearables, offline hören möglich
HiFi 19,99 €/Monat ✔ Ja 1411 kBit/s FLAC Unbegrenzt; 30-Tage-Probeabo Verfügbar für die Windows Desktop-App und auf ausgewählten Audiosystemen (derzeit von Pioneer, SONOS, BANG & Olufsen, Yamaha und MOON by Simaudio)[85]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.deezer.com/de/company
  2. http://www.deezer.com/de/offers/
  3. BlogMusik devient Deezer Infos-du-net, 22. August 2007 (französisch)
  4. Universal: nos titres sont exploités illegalement sur Deezer, PC Inpact
  5. Presseerklärung von Deezer (Memento vom 16. September 2008 im Internet Archive) (PDF)
  6. Deezer ajoute Universal Music à son catalogue de musique en ligne, ZDNet.fr, 14. Mai 2008
  7. a b c d Pascal Rozat: Deezer: Profitability Down the Line? In: INA Global, 19. August 2011 (Memento vom 3. April 2015 im Internet Archive)
  8. Ben Rooney: Deezer’s Expansion Plans Get a Boost. In: Wall Street Journal, 8. Oktober 2012
  9. Robin Wauters: Digital music startup Deezer debuts desktop client, premium offering. In: TechCrunch, 5. November 2009 (Memento vom 21. Dezember 2012 auf WebCite)
  10. Roxanne Varza: Post bloodletting, Deezer appoints a new CEO. In: TechCrunch, 28. Januar 2010 (Memento vom 21. Dezember 2012 auf WebCite)
  11. Orange brings Deezer Premium to its customers. In: Screen Digest, 6. August 2010 (Memento vom 21. Dezember 2012 auf WebCite)
  12. Deezer takes on Spotify with Orange deal. In: Financial Times, 7. September 2011 (Memento vom 21. Dezember 2012 auf WebCite)
  13. Deezer enters realm of Facebook. In: Telecompaper, 23. September 2011. (Memento vom 21. Dezember 2012 auf WebCite)
  14. TechCrunch: Deezer plans to launch music service in 200 countries by June 2012. In: TechCrunch, 7. Dezember 2011.
  15. Robin Wauters: Deezer now covers all European countries from Iceland to Russia (46 countries). In: The Next Web, 15. März 2012.
  16. Matt Brian: Spotify rival Deezer continues its worldwide expansion with launch in Canada, Australia and New Zealand. In: The Next Web, 25. April 2012.
  17. Paul Sawers: Music streaming service Deezer goes live in 35 Latin American territories today. In: The Next Web, 7. Juni 2012.
  18. Steve O'Hear: European Music Streaming Service Deezer Heads to Asia. In: TechCrunch, 15. August 2012.
  19. Carsten Knobloch: Neues vom Musikdienst Deezer. In: stadt-bremerhaven.de, 10. Oktober 2012.
  20. Reuters: Russischer Milliardär kauft Warner Music. In: Zeit Online, 6. Mai 2011.
  21. Tom Warren: Deezer's streaming music service now available in 160 countries, US market not ready In: The Verge, 10. Oktober 2012.
  22. Ingrid Lunden: Deezer’s CEO Axel Dauchez On Cracking Into The U.S. And Why It’s Not Just Another Spotify In: TechCrunch, 9. Oktober 2012.
  23. Sarah Perez: Deezer Takes On Spotify With Expansions In Middle East, Africa, Brazil And Asia. In: TechCrunch, 28. Januar 2013.
  24. AFP: Deezer compte se lancer aux Etats-Unis en 2014. In: Challenges, 20. November 2013.
  25. Joan E. Solsman: Deezer entering US In: Cnet.com, .
  26. Micah Singleton: Deezer's music-streaming service is now available for everyone in the US In: The Verge, 19. Juli 2016.
  27. Music Business Worldwide: Deezer CEO exits, becomes Publicis France Boss In: Music Business Worldwide, 29. April 2014.
  28. Musikwoche: Deezer macht deutschen Manager zum Konzernchef In: Musikwoche, 19. Dezember 2014.
  29. a b Pascal Wuttke: Deezer kauft Stitcher In: Caschys Blog, 25. Oktober 2014.
  30. Sascha Ostermaier: Deezer: Podcasts und Radiosendungen nun auch in Deutschland verfügbar In: Caschys Blog, 29. Oktober 2015.
  31. Janko Roettgers: Scripps Buys Podcast Service Stitcher from Deezer. In: Variety, 6. Juni 2016.
  32. Deezer Talk. Support.deezer.com, abgerufen am 9. Dezember 2018
  33. dpa: Deezer holt sich 100 Millionen Euro bei Investoren. In: Focus Online, 20. Januar 2016.
  34. Musikwoche: Deezer bestätigt millionenschwere Finanzierungsrunde. In: Musikwoche, 3. August 2018.
  35. Musikwoche: Deezer will in Nahost und Nordafrika weiter wachsen. In: Musikwoche, 22. Oktober 2018.
  36. Deezer for developers. Developers.deezer.com, abgerufen am 9. Dezember 2018.
  37. Handelsblatt: Onlinedienst Deezer greift in Deutschland an. In: Handelsblatt, 14. Dezember 2011.
  38. Jürgen Stüber: Was Berliner Musikstreamingdienste besser als Spotify können. In: Morgenpost, 2. Dezember 2013.
  39. Georg Räth: ProSiebenSat.1 übergibt Ampya an Deezer – um Spotify in Deutschland zu stürzen. In: gruenderszene.de, 10. Juni 2014.
  40. Presseerklärung von Deezer über Simfy-Kundenübernahme
  41. Spotify-Konkurrent Simfy macht dicht, t-online.de, 4. Mai 2015, 21.05 Uhr
  42. a b Lennart Gotta: Hörbuch für unterwegs: Deezer erweitert Angebot. In: Computerbild, 25. September 2015.
  43. Christian Remse: Musik- und Hörbuch-Streaming-Dienst Deezer 3 Monate kostenlos nutzen. In: TECH.de, 9. März 2014.
  44. Don't forget to claim 6-months free Deezer music with your Galaxy S5 In: AndroidCentral, 12. April 2014.
  45. Petra Schwegler: Deezer pimpt sich mit Joiz In: W&V, 18. November 2014.
  46. Dietmar Schwenger: Deezer und Vodafone schließen Partnerschaft. In: Musikwoche, 5. September 2014.
  47. Musikwoche: Deezer und Vodafone verlängern Partnerschaft. In: Musikwoche, 27. Oktober 2016.
  48. Musik-Flat für 7,99 Euro: Lidl kooperiert mit Deezer und Maxdome. In: ifun.de.
  49. Manuela Pauker: Lidl beendet sein Streaming-Angebot. In: W&V, 22. Februar 2018.
  50. Nextbike Berlin kooperiert mit Deezer, abgerufen am 25. Oktober 2018.
  51. Selim Baykara: Deezer kostenlos nutzen und unbegrenzt Musik streamen – so geht's. In: Giga.de, 12. September 2017.
  52. [1]
  53. Frank Schmiechen: Wie Deezer die Großen der Musikstreaming-Branche angreifen will. In: gruenderszene.de, 19. Dezember 2016.
  54. [2]
  55. Chris O'Brien: Deezer partners with LyricFind to let users see words to songs as they stream. In: venturebeat.com, 18. Dezember 2014.
  56. Info Digital: Neuer Exklusiv-Podcast mit Sarah Kuttner & Stefan Niggemeier In: Info Digital, 21. März 2017.
  57. Kurt Sagatz: Sarah Kuttner und Stefan Niggemeier starten Podcast. In: Tagesspiegel, 21. März 2017.
  58. [3] Deezer auf Desktop und im Browser
  59. [4] Deezer auf Smartphones und Tablets
  60. Florian Müller: Deezer Apple Watch App erschienen. In: Smartwatch-im-Praxistest, 16. März 2016.
  61. Michael Schäfer: Musik-Streaming: Deezer unterstützt ab sofort Android Wear. In: Computerbase, Juli 2017.
  62. Peter Lanzendorf: Fitbit baut seine OS-Plattform für Smartwatches weiter aus. In: CE & Trade, 15. Januar 2018
  63. Rik Henderson: Garmin watches finally get full Deezer integration. In: Pocket-Lint, 6. September 2018
  64. [5] Deezer auf Audiosystemen
  65. Carsten Knobloch: Google Home mit Deezer-Unterstützung. In: Caschys Blog, 9. August 2017.
  66. Ingo Pakalski: Amazons Alexa streamt Musik von Deezer. In: golem.de, 2018.
  67. Pressebericht Smart TV
  68. Knut Schlinger: Napster und Deezer bringen Musik auf die Xbox. In: Musikwoche, 12. Dezember 2012.
  69. Michael Keller: Xbox One unterstützt jetzt Deezer. In: Curved, 14. März 2018.
  70. Georg Räth: BMW verankert Deezer. In: Gruenderszene, 18. Juni 2013
  71. Fiat 500X review In: RAC, 5. Dezember 2014.
  72. Nele Korn: Jeep Skills: die App für Fahrer, die alles im Griff haben wollen. In: Die Autotester, 11. August 2016.
  73. Christian Stein: Deezer bringt Musik-Streaming in den Mini. In: Musikexpress, 25. Mai 2013.
  74. Leo Becker: Apples CarPlay: Musik-Dienst Deezer nun integriert. In: heise.de, 9. Dezember 2015.
  75. Steve Haak: Deezer: Spotify-Konkurrent unterstützt Android Auto. In: Androidpit, 24. Februar 2016
  76. Thomas Heuzeroth: Früher oder später landen alle beim Streaming. In: Die Welt, 4. September 2015.
  77. Rates of Spotify competitors (Memento vom 4. Dezember 2013 im Internet Archive)
  78. Uniform Motion – Update to Release Day Economics
  79. a b Daniel AJ Sokolov: Fairness-Debatte: Deezer möchte neuartige Musik-Lizenzen. In: heise.de, 26. April 2017.
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  81. IFPI Veröffentlicht Music Consumer Insight Report 2018. Bundesverband der Musikindustrie, abgerufen am 9. Dezember 2018.
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