Desitin

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Desitin Arzneimittel GmbH
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Rechtsform Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Gründung 1919
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Dieter Peitz, Martin Zentgraf[1]
Mitarbeiter 304[2]
Umsatz 98,4 Mio. Euro[2]
Branche Pharma
Website www.desitin.de
Stand: 30. September 2015 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2015

Die Desitin Arzneimittel GmbH ist ein mittelständisches Pharmaunternehmen in Familienbesitz und hat ihren Sitz in Hamburg. Der Schwerpunkt der wirtschaftlichen Aktivitäten der Firma liegt in Deutschland: annähernd drei Viertel des Umsatzes werden in Deutschland erzielt. Darüber hinaus verfügt Desitin auch über eigene Niederlassungen in Norwegen, Schweden, Dänemark, Rumänien und Tschechien sowie in der Schweiz und der Slowakei. Für weitere Länder in Europa und Asien bestehen Vertriebspartnerschaften mit anderen Unternehmen (für Österreich: Sigmapharm und AOP).

Desitin konzentriert sich auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Arzneimitteln zur Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen. Einen besonderen Schwerpunkt stellen Mittel zur Behandlung der Epilepsie dar. Desitin ist Marktführer für Antiepileptika in Deutschland nach Zahl der Verordnungen. Das Sortiment umfasst neben neueren Substanzen und Nischenpräparaten alle von der WHO als unentbehrlich eingestuften Antiepileptika.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Die Firma wurde 1919 in Berlin als Chemische Fabrik Desitin AG gegründet und war in Tempelhof ansässig. Sie firmierte später auch unter dem Namen Desitin-Werke Carl Klinke GmbH. Die erste Arzneimittelspezialität war die Desitin-Salbe, eine noch heute genutzte traditionelle Wund- und Heilsalbe. Die nordamerikanischen Rechte am Namen Desitin gingen im Zuge des Zweiten Weltkrieges an die Desitin Chemical Co. in Providence (Rhode Island) verloren. Die Desitin Chemical Co. wurde 1963 von der Firma Pfizer übernommen, die wiederum ihren Bereich Consumer Healthcare Ende 2006 an Johnson & Johnson veräußerte. Johnson & Johnson vertreibt heute eine Desitin-Babypflegeserie in den USA.

Nach 1945 erfolgte der Umzug an den heutigen Unternehmensstandort in Hamburg-Fuhlsbüttel. In den folgenden Jahren verschob sich der Schwerpunkt des Unternehmens von dermatologischen Arzneimitteln über eine kardiologische Ausrichtung in den 1960er Jahren zur heutigen Konzentration auf Arzneimittel für Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Den Forschungsbemühungen um eigene neue Wirkstoffe (u. a. Valproat- und Phenytoin-Derivate) war kein Erfolg beschieden.

Wichtige Meilensteine im galenischen Bereich waren:

Wirtschaftliche Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das heutige Geschäftsmodell umfasst galenische Verbesserungen bereits existierender Wirkstoffe, Marketingkooperationen mit forschenden Pharmaunternehmen und die Ausbietung von reinen Generika. 2007 und 2008 erfolgten die Neueinführungen von Apydan extent (Oxcarbazepin-Retard), Clarium (Piribedil) und Diacomit (Stiripentol).

Aufgrund seiner Spezialisierung gelang es Desitin in der Vergangenheit wiederholt, Partnerschaften mit größeren Unternehmen einzugehen. So übernahm Desitin in den 90er Jahren die Nischenprodukte Ospolot (Sultiam) und Luminal (Phenobarbital) von der Bayer AG. Von 1993 bis 2000 war Desitin deutscher Vertriebspartner der Firma Glaxo Wellcome für das Antiepileptikum Lamictal (Lamotrigin). Heute besteht u.a. eine Vertriebspartnerschaft mit Novartis für ein Oxcarbazepin-Präparat.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wesentliche Produkte sind:

Wissenschaftsförderung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desitin stellt seit vielen Jahren das Preisgeld für den renommierten Alfred-Hauptmann-Preis für Epilepsie-Forschung bereit. Er wird alle zwei Jahre verliehen im Gedenken an Alfred Hauptmann, dem Entdecker der klinischen Wirksamkeit des Phenobarbitals als Antiepileptikum im Jahre 1912. Ausgezeichnet wird die beste wissenschaftliche Arbeit aus dem deutschsprachigen Raum auf dem Gebiet der experimentellen und klinischen Epileptologie. Weiterhin stiftet die Firma den Desitin-Jungforscherpreis, der als Wissenschaftspreis der Gesellschaft für Neuropädiatrie vergeben wird.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Impressum
  2. a b Bundesanzeiger: Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 01.10.2014 bis zum 30.09.2015
  3. WHO: Model List of Essential Medicines (17. Ausgabe, März 2011 – PDF, englisch)