Diébédo Francis Kéré

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Diébédo Francis Kéré
Grundschule in Gando
Innenraum der Grundschulbibliothek in Gando
Modell des Projekts Zhou Shan Hafen, China

Diébédo Francis Kéré (* 1965 in Burkina Faso) ist ein aus Burkina Faso stammender Architekt, der seit 1985 in Deutschland lebt und in Berlin das international tätige Architekturbüro Kéré Architecture betreibt. Typisch für Kérés Projekte ist die Verwendung lokaler Materialien, der Einsatz traditioneller Handwerkstechniken insbesondere im Holzbau, sowie eine energiesparende, kostengünstige und nachhaltige Bauweise.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kéré hat dreizehn Geschwister, er wuchs in einem Dorf in Burkino Faso auf. Im Alter von sieben Jahren schickten ihn seine Eltern zu Verwandten in die nächste Großstadt, damit er die Schule besuchen konnte. Er begann nach seiner Schulzeit eine Lehre, in der er in der traditionellen Bauweise seiner Heimat ausgebildet wurde. Mit 20 Jahren, 1985, führte ihn sein Weg dank eines Stipendiums der Carl-Duisberg-Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Entwicklungsdienst nach Deutschland, wo er seine Schreinerlehre beendete und das Abitur an einer Abendschule machte. 1995 nahm er ein Architekturstudium an der TU Berlin auf. Bereits 2001, noch vor Abschluss seines Studiums, wurde er für Entwurf und Bau einer Schule in seinem Heimatdorf mit dem hochdotierten Aga Khan Award for Architecture ausgezeichnet. Nach dem Studium gründete er 2004 sein eigenes Büro Kéré Architecture.

Er widmet sich vorrangig sozial und ökologisch nachhaltigen Architekturprojekten in Entwicklungsländern, angefangen bei seinem Heimatland Burkina Faso.

Außer dem Aga Khan Award for Architecture 2004 wurde 2009 mit dem Global Award for Sustainable Architecture, dem Swiss Architectural Award 2010 für die Erweiterung der Schule von Gando, 2011 mit dem Marcus Prize for Architecture der University of Wisconsin Milwaukee[1] und 2012 der Holcim Global Award in Gold für das Projekt eines Gymnasiums in Gando ausgezeichnet.

Kéré ist der Architekt des Operndorf Afrika nach Ideen des Regisseurs Christoph Schlingensief. Im Mai 2012 besuchte der frühere Bundespräsident der Bundesrepublik Horst Köhler das Projekt, dessen Schirmherr er ist.[2]

Seine Arbeit wurde unter anderem im Museum of Modern Art in der von Andres Lepik kuratierten Ausstellung Small Scale, Big Change. New Architectures of Social Engagement[3] präsentiert, neuerdings auch in AFRITECTURE im Architekturmuseum der TU München. Im Winter 2016/2017 hat er im gleichen Museum die international erste Einzelausstellung seines architektonischen Gesamtwerkes Francis Kéré: Radically Simple präsentiert.[4] Er hat verschiedene Lehraufträge angenommen, zuletzt an der Graduate School of Design der Universität Harvard.[5] Bis 2017 unterrichtete er als an der Università della Svizzera italiana in Mendrisio.[6] Zum 1. Oktober 2017 wurde er auf die Professur "Architectural Design and Participation" an der Technischen Universität München berufen.[7]

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kéké hat an verschiedenen Gruppenausstellungen teilgenommen u. a. 2011 an „Small scale big change“ am MOMA in New York und 2016 an der Architekturbiennale in Venedig.[15]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2016 drehte der Schweizer Fotograf Daniel Schwartz den Dokumentarfilm Francis Kéré: An Architect Between & The Design Between Screening, der anschließend auf mehreren Architektur-Ausstellungen gezeigt wurde.[15]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Diébédo Francis Kéré – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]