Drakenburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Drakenburg
Drakenburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Drakenburg hervorgehoben
Koordinaten: 52° 41′ N, 9° 12′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Heemsen
Höhe: 24 m ü. NHN
Fläche: 11,72 km2
Einwohner: 1734 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 148 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31623
Vorwahl: 05024
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 005
Adresse der Verbandsverwaltung: Wilhelmstraße 4
31627 Rohrsen
Webpräsenz: www.drakenburg.de
Bürgermeister: Ute Paczkowski (SPD)
Lage der Gemeinde Drakenburg im Landkreis Nienburg/Weser
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Über dieses Bild
Schlacht bei Drakenburg 1547, rechts die Weser, im Hintergrund der Ort mit Schloss
Drakenburg, Matthäus Merian 1654

Drakenburg ist eine Gemeinde in Niedersachsen und liegt am Ostufer der Weser, gleich nördlich der Kreisstadt Nienburg, Es bezeichnet sich als Flecken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind 1025 Demeborg, 1227 Drakenburg, 1288 Drakenburg und 1294 Drakenburch. Der Wortteil „Drake“ könnte von „Drachen“ abgeleitet sein. Da Drache jedoch selten in alten Namen vorkommen, geht man eher davon aus, dass es sich auf den alten Vornamen „thraka“ - „Kampf, Andrang, Stärke“ bezieht oder auf „Dreck“ im Sinne von „Morast, Sumpf“. Am wahrscheinlichsten kommt es aus dem mitteldeutschen „Drake, Dragge“ - „Anker, Klammer“. Das würde bedeuten, dass die Burg als „Ankerburg“ oder „Klammerburg“ zu verstehen wäre.[2]

Die mittelalterliche Drakenburg (Niederdeutsch für Drachenburg), die dem Ort seinen Namen gab, war eine unmittelbar an der Weser gelegene Burganlage. Über ihr Aussehen ist so gut wie nichts bekannt. Sie war im Besitz der Grafen von Wölpe, die hier zeitweise residierten bis sie ihren Sitz im 13. Jahrhundert nach Neustadt am Rübenberge verlegten. Drakenburg war nach dem Erlöschen des Wölper Grafengeschlechtes 1302 im Besitz der Grafen von Hoya. Entstanden war die Burg vermutlich bereits im 12. Jahrhundert. Sie wurde im 14. Jahrhundert während der Mandelsloher Fehde zerstört, wahrscheinlich 1390. In welchem Umfang die Burg danach wieder aufgebaut wurde ist unbekannt. Bis etwa 1450 wird die Burg in den Quellen erwähnt. Eindeutige Zeugnisse eines Fortbestehens der Burg nach 1450 gibt es nicht. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Burg zur Zeit der Schlacht bei Drakenburg 1547 noch bestand. Die wenigen Erwähnungen der Burg in Quellen der Zeit von 1390 bis 1450 und ihr sang- und klangloses „Verschwinden“ sprechen ohnehin gegen eine besondere Bedeutung nach der Zerstörung in der Mandelslohschen Fehde. Zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges existierte die Burg jedenfalls nicht mehr. Ihre Reste wurden zu einem unbekannten Zeitpunkt, wahrscheinlich durch ein Hochwasser der Weser im 17. Jahrhundert zusammen mit dem Boden auf dem sie stand abgetragen. Ihr Standort ist nicht mehr eindeutig lokalisierbar, da das entsprechende Gelände heute zum Flusslauf der Weser gehört.

1547 kam es nach dem Abbruch der kaiserlichen Belagerung Bremens während des Schmalkaldischen Krieges zur Schlacht bei Drakenburg. Dabei trafen bei Drakenburg in Wesernähe in einer offenen Feldschlacht die Truppen des Herzog Erich II. zu Braunschweig-Lüneburg und die des Schmalkaldischen Bundes unter dem Grafen Albrecht von Mansfeld zusammen.

Neben der mittelalterlichen Drakenburg gab es im Ort eine dreiflügelige Schlossanlage, wohl erbaut von Heinrich Rantzau, der durch seine Ehe mit Christine von Halle Herr des größten Rittergutes in Drakenburg geworden war. Sie wurde im Dreißigjährigen Krieg 1627 ebenso wie der Ort Drakenburg während der zweiten Belagerung Nienburgs durch Tilly von den dänischen Verteidigern Nienburgs niedergebrannt. Damit sollte verhindert werden, dass Tilly sich wie bei der ersten Belagerung Nienburgs in Drakenburg einquartieren konnte. Diese Maßnahme konnte jedoch die Einnahme Nienburgs durch die Kaiserlichen nicht verhindern. Das Schloss war 1790 von einem weiteren Brand betroffen. Erhalten sind das Hoftor im Renaissancestil (Prachtportal von Drakenburg) sowie ein Flügel des Hauptgebäudes.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Evangelisch-lutherische St.-Johannis-Kirchengemeinde in Drakenburg wurde am 1. Februar 2012 mit der St.-Michaelis-Kirchengemeinde in Heemsen zur Evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Drakenburg-Heemsen zusammengeschlossen.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat hat elf gewählte Mitglieder, davon den vom Gemeinderat gewählten Bürgermeister. Ihm gehören seit der Kommunalwahl im September 2016 zwei Parteien und eine Wählergemeinschaft an.

  • SPD - 5 Sitze
  • CDU - 3 Sitze
  • WG - 3 Sitze

Bürgermeister ist Ute Paczkowski (SPD).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mittelalterliche Pfarrkirche Johannis-der-Täufer steht mitten im Ortskern des Fleckens. Zu ihrer Baugeschichte gibt es zwei geradezu gegensätzliche Versionen, die vor allem Stil und Alter des Chors unterschiedlich einschätzen: Nach der älteren Theorie errichtete man zunächst eine kleine Kapelle, den heutigen, romanischen Chor, und baute daran später das gotische Kirchenschiff. Nach der 2003 von dem Bauhistoriker Stefan Amt verfassten Broschüre des Landschaftsverbandes Weser-Hunte über Dorfkirchen in den Landkreisen Nienburg und Diepholz baute man zunächst das Kirchenschiff und erweiterte es später um einen spätgotischen Chor. Einigkeit besteht, dass der Turm nachträglich vor den Westgiebel gestellt wurde, asymmetrisch, um dessen schöne Blendarkaden nicht zu verdecken. Historisch interessant und von hoher künstlerischer Qualität sind Grabplatten aus der Spätgotik und der Renaissance von in Drakenburg ansässigen Adelsgeschlechtern[4][5]
  • Burgmannshöfe und Rittergüter
  • Schlossgut, ein geschichtlich bedeutender Gebäudekomplex der Weserrenaissance
  • Kirchhofsgut
  • Westliches Wesergut
  • Heimatmuseum Ole Schüne

Grünflächen und Naherholung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wassarium, Info-Park zum Thema Trinkwasser

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Drakenburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. Kirchliches Amtsblatt für die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers 2/2012, S. 61ff.
  4. Johannis-der-Taeufer-Kirche Drakenburg
  5. Landschaftsverband Weser-Hunte: Broschüre Mittelalterliche Dorfkirchen in den Landkreisen Diepholz und Nienburg/Weser, 2. Aufl. 2013, als PDF