Uchte

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Uchte
Uchte
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Uchte hervorgehoben
Koordinaten: 52° 30′ N, 8° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Uchte
Höhe: 37 m ü. NHN
Fläche: 90,68 km2
Einwohner: 4952 (31. Dez. 2017)[1]
Bevölkerungsdichte: 55 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31600
Vorwahl: 05763
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 033
Adresse der Verbandsverwaltung: Balkenkamp 1
31600 Uchte
Webpräsenz: www.uchte-online.de
Bürgermeister: Jürgen Sievers (SPD)
Lage der Gemeinde Uchte im Landkreis Nienburg/Weser
Steinhuder MeerNordrhein-WestfalenLandkreis DiepholzLandkreis OldenburgLandkreis SchaumburgLandkreis HeidekreisLandkreis VerdenRegion HannoverBalgeBinnenBinnenBinnenBinnenBückenDiepenauDrakenburgEstorf (Weser)EystrupEystrupGandesbergenHämelhausenHämelhausenHaßbergenHaßbergenHassel (Weser)Hassel (Weser)HeemsenHilgermissenHoyaHoyerhagenHusum (bei Nienburg)LandesbergenLeeseLiebenau (Niedersachsen)LinsburgLinsburgMarkloheNienburg/WeserPennigsehlRaddestorfRehburg-LoccumRodewaldRohrsenSchweringenSteimbkeSteyerbergSteyerbergStöckseStolzenauUchteWarmsenWietzenWarpeKarte
Über dieses Bild

Uchte ist ein Flecken in der Samtgemeinde Uchte im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen und der Verwaltungssitz der Samtgemeinde Uchte.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uchte liegt zwischen dem Naturpark Dümmer und dem Naturpark Steinhuder Meer am Großen Moor ungefähr in der Mitte zwischen Sulingen und Minden an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde ist Verwaltungssitz der Samtgemeinde Uchte mit den Flecken Diepenau und Uchte sowie den Gemeinden Raddestorf und Warmsen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Flecken Uchte gehören die Ortsteile Hoysinghausen, Darlaten, Höfen, Lohhof und Woltringhausen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung von Uchte erfolgte 1196 im Urkundenbuch von Hoya. 1295 legten die Grafen von Hoya im Ort eine Burg als Grenzburg gegen das Bistum Minden an. 1382 eroberten der Mindener Bischof gemeinsam mit Graf Otten von Schaumburg Uchte und zerstörten die Burg. Außerhalb des Ortes errichteten sie eine neue Burg. Um 1400 fiel Uchte durch Eroberung wieder an die Grafen von Hoya, die erneut eine Burg erbauten. Die Auseinandersetzungen dauerten bis zum Ende des 16. Jahrhunderts an. 1521 fiel das zu dieser Zeit rund 50 Haushalte umfassende Uchte an die Landgrafschaft Hessen.

Bei einem Großbrand 1726 wurden 119 Wohnhäuser und die Kirche zerstört. 1806 wurde Uchte französisch und als Canton Uchte dem Departement Oberems mit Sitz in Osnabrück zugeordnet. Nach der französischen Besatzung beschloss der Wiener Kongress 1814, das Amt Uchte dem Königreich Hannover anzugliedern. Bei einem weiteren Großbrand 1817 brannten 58 Wohnhäuser nieder.

1898 wurden die Steinhuder Meer-Bahn und die Bahnstrecke Minden – Uchte in Betrieb genommen. Ab 1932 gehört Uchte zum Landkreis Nienburg.

Über Jahrhunderte wurde im Großen Moor westlich des Ortes Torf mit der Hand gestochen, der der Bevölkerung als Brennmaterial diente. Ab den 1920er Jahren setzte der industrielle Torfabbau ein, der zur Gründung von drei Torfabbauunternehmen führte. Heute (2011) ist im Moor, das seit 2007 unter Naturschutz steht, nur noch ein Unternehmen tätig.

Ab dem Jahre 2005 wurde der Ort durch das Mädchen aus dem Uchter Moor überregional bekannt, das im Nachhinein Moora genannt wurde. Es handelt sich um eine gut erhaltene, etwa 2650 Jahre alte Moorleiche, deren Überreste in den Jahren 2000 und 2005 beim Torfabbau im Großen Moor gefunden wurden.

In Uchte fördert ExxonMobil Erdgas (sog. Sauergas). Möglicherweise im Zusammenhang mit der Förderung steht ein leichtes Erdbeben der Stärke 3,0 am 16. August 2018 mit dem Zentrum im benachbarten Stolzenau.[2]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Darlaten, Höfen, Hoysinghausen, Lohhof und Woltringhausen eingegliedert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat des Fleckens Uchte besteht aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 3001 und 5000 Einwohnern.[4] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[5]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
SPD 47,66 % 7
CDU 41,51 % 6
Grüne 6,24 % 1
FDP 4,57 % 1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 56,09 %[5] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Jürgen Sievers (SPD) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[7]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Uchte unterhält Städtepartnerschaften mit dem französischen Sourdeval/Normandie (seit 1992) und dem polnischen Ząbkowice Śląskie/Schlesien (ehemals Frankenstein, seit 2005).

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof Uchte wird nur noch von der Museumseisenbahn angefahren.

Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 61 (führt vom Raum Bremen in das Ruhrgebiet) und der B 441, die in Uchte beginnt und in Hannover endet.

Eine Museumseisenbahn verkehrt in den Sommermonaten planmäßig auf dem Teilstück nach Rahden der ehemaligen Bahnstrecke Rahden–Nienburg.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Torfgeschichten aus dem Uchter Moor. Verse zum Lesen und Vorlesen von Hedi Knoop 1990, ISBN 3-9800798-1-3

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle 12411: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2017 (Hilfe dazu).
  2. Leichtes Erdbeben in Niedersachsen registriert auf t-online.de, 18. August 2018.
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 199.
  4. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 22. März 2017.
  5. a b Flecken Uchte – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 22. März 2017.
  6. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 22. März 2017.
  7. Rat Flecken Uchte, abgerufen am 22. März 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]