Steimbke

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Steimbke
Steimbke
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Steimbke hervorgehoben
Koordinaten: 52° 40′ N, 9° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Nienburg/Weser
Samtgemeinde: Steimbke
Höhe: 51 m ü. NHN
Fläche: 63,08 km2
Einwohner: 2466 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 39 Einwohner je km2
Postleitzahl: 31634
Vorwahl: 05026
Kfz-Kennzeichen: NI
Gemeindeschlüssel: 03 2 56 029
Webpräsenz: www.steimbke.de
Bürgermeister: Friedrich Leseberg (WG)
Lage der Gemeinde Steimbke im Landkreis Nienburg/Weser
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Über dieses Bild

Steimbke ist eine Gemeinde im Landkreis Nienburg/Weser in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steimbke liegt etwa zehn Kilometer entfernt von der Kreisstadt Nienburg in einer Moor- und Heidelandschaft, wobei der Blindesee den Mittelpunkt bildet. Durch Steimbke fließt die „Steinbeeke“ (hochdeutsch: „Steinbach“), von deren Namen sich der Legende nach der Ortsname ableiten soll.

Die Dörfer Steimbke, Wendenborstel, Glashof, Eckelshof, Lichtenhorst[2] und Sonnenborstel bilden die Gemeinde Steimbke. Der Ortsteil Steimbke ist der namensgebende Teil der Samtgemeinde Steimbke.

An die Gemeinde Steimbke grenzen die Gemeinden Heemsen, Rethem/Aller, Stöckse und Rodewald, die Stadt Neustadt am Rübenberge sowie die Kreisstadt Nienburg/Weser.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erdölpumpe am Ortsausgang – Wahrzeichen von Steimbke

Zahlreiche Urnenfunde belegen, dass das Gebiet um Steimbke bereits um 800-700 vor Christus besiedelt war.[3] Urkundlich wurde im Jahr 1175 in einem Schreiben ein „Steinanebeki im Logne-Gau“ und im Jahr 1221 im Calenberger Urkundenbuch ein „Hildebrandus de Stenbike“ (Hildebrand von Steimbke) erwähnt. Es ist jedoch unklar, ob diese Quellen tatsächlich in Verbindung mit dem heutigen Steimbke stehen.[4] Erstmals eindeutig wird Steimbke 1310 im Urkundenbuch des Klosters St. Johannes in Walsrode erwähnt[5], als die Brüder Hermann, Ritter und Heinrich, Edelherren von Hodenberg die Dörfer Steimbke und Glashof an das Kloster zu Walsrode verkaufen.[4]

Zur neueren Entwicklung des Dorfes hat die Gewerkschaft Brigitta durch den Beginn ihrer Erdölförderung 1934 den größten Teil beigetragen. Sie errichtete eine Werkssiedlung mit großzügigen Sportanlagen, einem Waldstadion mit Flutlicht, ein Hallenbad sowie ein Freibad.

Inzwischen hat der Rückgang der Erdölförderung dazu geführt, dass die Ölförderpumpen, früher das Wahrzeichen von Steimbke, abgebaut wurden. Steimbke verzeichnet 2466 Einwohner (31. Dezember 2015).

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Lichtenhorst, Sonnenborstel und Wendenborstel eingegliedert.[6]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Dionysii-Kirche im Ortskern.

Die Steimbker Bevölkerung ist überwiegend protestantischer Konfession. Dementsprechend befindet sich im Ortskern die evangelisch-lutherische Dionysii-Kirche. Dazu gehört auch das „Haus der Begegnung“, wo regelmäßig Treffen und Veranstaltungen für jung und alt stattfinden. Die örtliche Gemeinde der Neuapostolischen Kirche wurde aufgrund des Mitgliederrückgangs im Jahre 2005 geschlossen, ihre Kirche am Sonnenborsteler Kirchweg wurde zu einem Wohngebäude.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rat der Gemeinde Steimbke besteht aus 13 Ratsfrauen und Ratsherren. Dies ist die festgelegte Anzahl für die Mitgliedsgemeinde einer Samtgemeinde mit einer Einwohnerzahl zwischen 2001 und 3000 Einwohnern.[7] Die Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2016 und endet am 31. Oktober 2021.

Die letzte Kommunalwahl am 11. September 2016 ergab das folgende Ergebnis:[8]

Partei Anteilige Stimmen Anzahl Sitze
WG Steimbke 41,72 % 5
CDU 39,32 % 5
SPD 18,94 % 3

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2016 lag mit 68,33 %[8] über dem niedersächsischen Durchschnitt von 55,5 %.[9]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat wählte das Gemeinderatsmitglied Friedrich Leseberg (WG Steimbke) zum ehrenamtlichen Bürgermeister für die aktuelle Wahlperiode.[10]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Geteilt von Gold und Rot; oben ein schwarzes Erdölpumpwerk, unten ein silbernes Hufeisen, beiderseits begleitet von einem goldenen Buchenblatt.“

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steimbke pflegt eine Partnerschaft mit der Gemeinde Chouzé-sur-Loire in Frankreich. Die Haupt- und Realschule Steimbke ist außerdem eine Partnerschule von Werder Bremen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Steimbke existiert seit Jahrzehnten ein Spielmannszug. Die Band Adjudgement existiert seit Sommer 1993.

Am Nordrand der Steimbker Fuhren befindet sich ein Hügelgrab.

Benannt nach der Gewerkschaft Brigitta hat sich der 1949 gegründete Sportverein Brigitta-Elwerath etabliert. Die Fußballer des SVBE spielen erfolgreich in der Landesliga (Bezirk Hannover). Weiterhin gibt es vor Ort seit 1975 ein Hallenbad, heute mit Solarium und Sauna sowie bereits seit 1955 ein Freibad.

Jährlich findet in Steimbke das Schützenfest des Schützenvereins Steimbke statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steimbke – Rathausplatz; im Hintergrund die Kirche
Steimbke – Schule

Steimbke liegt direkt an der Bundesstraße 214, die von Nienburg/Weser nach Celle führt, sowie an den Kreisstraßen 3, 6 und 37. Zusätzlich wird der Ort von den Buslinien 40, 41 und 42 der Verkehrsgesellschaft Nienburg/Weser (VLN) angefahren.

Mehrere Firmen haben sich in Steimbke niedergelassen, so gibt es unter Anderem einen Hofladen, einen Agrarhandel, eine Geschäftsstelle der Raiffeisen Hauptgenossenschaft Nord, einen Supermarkt, zwei Konditoreien, eine Fleischerei, einen Friseursalon, zwei Banken, zwei Fahrschulen, zwei Gaststätten sowie einen Premium Burger-Laden mit Kiosk und Toto/Lotto-Annahmestelle.

Im Ortskern findet man das Steimbker Rathaus mit der Samtgemeindeverwaltung. Auch befindet sich hier ein Bürgerbüro, in dem die Angelegenheiten der Bürger bequemer erledigt werden können [11] Steimbke hat außerdem eine Freiwillige Feuerwehr.

In Steimbke befindet sich ein Schulzentrum mit Grund-, Haupt- und Realschule sowie ein ganztägiger Kindergarten mit Kindertagesstätte.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinz Schlichting, Gemeinde Steimbke (Hrsg): Steimbker Heimatbuch Band 1 und 2. Iggersen + Horstmann Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG, Nienburg, 1987

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steimbke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Ein Dorf in der Heide - Lichtenhorst
  3. Schlichting Band 1, Seite 31
  4. a b Schlichting Band 1, Seite 67
  5. Lüneburger Urk. N., Abt. 15: Kloster Walsrode Urk. 99
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. Mai 1970 bis 31. Dezember 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 200.
  7. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 27. März 2017.
  8. a b Gemeinde Steimbke – Gesamtergebnis Gemeinderatswahl 2016, abgerufen am 27. März 2017.
  9. Die CDU holt landesweit die meisten Stimmen. 12. September 2016, abgerufen am 27. März 2017.
  10. Gemeinderat Steimbke, abgerufen am 27. März 2017.
  11. Rathaus Steimbke.