enercity

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enercity Aktiengesellschaft

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 21. Dezember 1970
Sitz Hannover
Leitung Marc Hansmann, Dirk Schulte
Mitarbeiterzahl 3111 im Gesamtkonzern (Stand: 2022)
Umsatz 8,1 Mrd. Euro. (Stand: 2022)
Branche Energiewirtschaft
Website www.enercity.de
Stand: 2022
Hauptverwaltungsgebäude in Hannover

Die Enercity Aktiengesellschaft (Eigenschreibweise enercity; ehemals Stadtwerke Hannover Aktiengesellschaft) in Hannover ist ein kommunales Energieversorgungs- und Energiedienstleistungsunternehmen. Der Umsatz lag 2022 bei 8,1 Milliarden Euro und es werden mehr als 3000 Mitarbeiter konzernweit beschäftigt. 2018 wurde der Markenname „enercity“ offizieller Unternehmensname, indem die „Stadtwerke Hannover Aktiengesellschaft“ in „enercity Aktiengesellschaft“ umfirmiert wurden. Eigentümer sind die Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover (75,09 %), die Thüga AG (24 %) und die Region Hannover (0,91 %).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gaswerk Glocksee an der Ihme, heute nicht mehr existent
Medaille mit dem Porträt des ersten Direktors der Stadtwerke Leonard Körting
Siegelmarke Städtisches Elektrizitätswerk Hannover

Gegen Mitte des 16. Jahrhunderts existierte in Hannover eine Wasserverteilung über ein Brunnensystem und Wasserleitungen, das über 300 Jahre lang mittels ständiger Ausbauten und Wartungen erhalten werden konnte. 1875 jedoch fasste der Magistrat den Entschluss, ein Grundwasserwerk in Ricklingen zu erbauen. Die Einwohnerzahl Hannovers von mehr als 100.000 machte diese Entscheidung notwendig, da die einfachen Brunnen dem Wasserbedarf der Stadt nicht mehr gewachsen waren. 1878 nahm das neue Werk in Ricklingen seinen Betrieb auf.

1825 war ein Vertrag mit der Londoner Imperial Continental Gas Association (ICGA) abgeschlossen worden, der das britische Unternehmen mit der Aufgabe betraute, die alten, noch mit Talg betriebenen Straßenlampen durch neue Gaslampen zu ersetzen, diese zu betreiben und zu warten. Hierzu wurde noch im selben Jahr der Vertragsunterzeichnung das Gaswerk Glocksee errichtet.

1883 folgte dem Gaswerk Glocksee eine Blockanlage zur Erzeugung elektrischer Energie. 1891 ging schließlich das erste Elektrizitätswerk in der Osterstraße ans Netz. Alle einzelnen Werke wurden 1922 zu den städtischen Betriebswerken zusammengefasst.

Die Nachkriegszeit war durch Wiederaufbaumaßnahmen und das Wirtschaftswunder geprägt, wovon auch die städtischen Betriebswerke profitierten. Neue Anlagen wurden eingerichtet und die Erweiterung der Netze in vorher noch nicht erschlossene Gebiete gefördert. Ab 1952 hieß das Versorgungsunternehmen offiziell Städtische Betriebswerke.

Nachdem der Aufschwung der späten 1960er Jahre bei denen die Stadtwerke bis zu zweistellige Zuwachsraten erzielt hatten, beschloss der Rat der Stadt Hannover im November 1970 die Umwandlung der Versorgungseinrichtungen in eine Aktiengesellschaft. Der alleinige Aktionär der Stadtwerke Hannover AG wurde am 21. Dezember 1970 die Landeshauptstadt Hannover. Die Umwandlung der Stadtwerke in eine Aktiengesellschaft war notwendig, um Stadtwerke und Üstra in der Holding Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover mbH (VVG) zusammenfassen zu können.

Das Geschäft mit Erdgas begann Anfang der 1970er Jahre, 1982 wurde der erste Kavernenspeicher in Empelde in Betrieb genommen, und 1989 begann der Betrieb des Gemeinschaftskraftwerks Hannover in Stöcken.

Die Hauptverwaltung befand sich von 1975 bis 2023 im Ihme-Zentrum im hannoverschen Stadtteil Linden-Mitte, seit August 2023 befindet sie sich in einem Neubau auf dem Glocksee-Gelände in der Calenberger Neustadt.

Am 8. April 2011 wurde mit Unterstützung der Landeshauptstadt Hannover der enercity Härtefonds e. V. gegründet. Der Verein soll soziale Härten bei Strom-, Gas- und Wassersperrungen vermeiden helfen.

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leuchtröhrenwand des KundenCenter von Enercity am Kröpcke

Die Enercity AG erzielte im Jahr 2022 einen Jahresumsatz von rund 8,1 Milliarden Euro. Sie bietet unter der Dachmarke „enercity – positive energie“ Strom, Solar, Wärme, Fernwärme, E-Mobilität, intelligente Technologien und Trinkwasser an.

Das Grundkapital von Enercity gehört zu 75,09 Prozent der Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft Hannover (VVG). Weitere 24 Prozent befinden sich im Besitz der Thüga AG mit Sitz in München, an der wiederum die enercity AG beteiligt sind. Die restlichen 0,91 Prozent gehören der Region Hannover.

Enercity hält mehrere Beteiligungen an Energieunternehmen in der Region Hannover und führt das operative Geschäft für die beiden großen Kraftwerke in den Stadtteilen Stöcken und Linden sowie für den Gasspeicher in Empelde.

Seit Anfang der 1990er Jahre nutzt das Unternehmen Biomasse zur Wärme- und Stromerzeugung. Das größte Projekt in diesem Zusammenhang ist die Übernahme von Anteilen der Danpower GmbH im Jahr 2006.

Geschäftsfelder und Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Region Hannover beliefert das Unternehmen über 700.000 Menschen mit Strom, Erdgas, Fernwärme, Trinkwasser und Energiedienstleistungen.

Strom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 1. Januar 2018 versorgt Enercity Privatkunden bundesweit mit 100 % Ökostrom. Enercity betreibt zur Produktion von Strom und Fernwärme in Hannover mehrere Kraftwerke: das Heizkraftwerk Linden in Linden-Nord, das Kraftwerk Herrenhausen in Leinhausen sowie zusammen mit VW das Gemeinschaftskraftwerk Hannover in Stöcken (mit Steinkohle betrieben). 70 Prozent des selbst erzeugten Stroms werden in drei Heizkraftwerken erzeugt.

Enercity erzeugt im Jahr 628.000 Megawattstunden Windstrom, was dem Verbrauch von 251.000 Haushalten entspricht. Mit 182 Windkraftanlagen in 23 Windparks zählt Enercity zu den größten Windenergieerzeugern an Land in Deutschland.

Wärme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernwärme wurde 1962 in Hannover eingeführt. Nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung wird die Abwärme aus der Stromerzeugung den Kunden als Raum- oder Prozesswärme geliefert.

Als weiteren Energieträger bietet Enercity Gas an, das direkt über die Leitungen ins Haus kommt und z. B. zum Beheizen der Wohnung und zum Kochen genutzt werden kann. Das Gas wird zum größten Teil aus Erdgasspeichern, wie der Gasspeicher Hannover GmbH, gewonnen oder es entsteht in Biogasanlagen. Erdgas wird auch über Erdgastankstellen für Fahrzeuge zur Verfügung gestellt.

Zur Geschichte siehe auch: Gaswerke-Verwaltung (Hannover).

Elektromobilität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer Beratung für Privatkunden, die auf Elektrofahrzeuge umsteigen wollen, liefert Enercity Stromtankstellen zum Laden ihrer Elektroautos. Seit 2010 baut Enercity in Hannover die Ladeinfrastruktur für E-Autos, E-Bikes und E-Roller aus. Für die Realisierung von DC-Schnellladestationen arbeiten Enercity und ÜSTRA zusammen.

Glasfaser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rund 20.000 Haushalte in Hannover und der Region nutzen durch Enercity Glasfasertechnologie. 6.000 Haushalte wurden 2019 neu angebunden.

Wasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Wasserwerke, in Elze-Berkhof, Fuhrberg und Grasdorf, versorgen die über 700.000 Menschen in Hannover und Region mit jährlich rund 43 Millionen Kubikmeter Wasser. Das entspricht in etwa dem Inhalt des Steinhuder Meeres.[1]

Beteiligungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Danpower GmbH

Seit 2006 ist Enercity an Danpower beteiligt, seit 2018 alleinige Gesellschafterin der Danpower GmbH. Sie ist ein bundesweit tätiges Wärmeversorgungs- und Contractingunternehmen mit Sitz in Potsdam, spezialisiert im Bereich dezentrale Energieversorgung und regenerative Energien mittels Kraft-Wärme-Kopplung und für den Einsatz von Biomasse.

Enercity Netz GmbH

Die Enercity Netz GmbH ist eine 100-prozentige Tochter der Enercity AG. Gegenstand des Unternehmens ist der Betrieb von Energieversorgungsnetzen zum Zwecke der leitungsgebundenen Elektrizitäts- und Gasversorgung sowie der Betrieb und die Instandhaltung von Messgeräten und die Verbrauchsdatenerfassung für Elektrizität und Gas. Sie ist somit Verteilnetzbetreiber und Messstellendienstleister.

Enercity-Fonds „proKlima“ GbR

Der 1998 gegründete Klimaschutzfond „proKlima“ wird finanziert von den Städten Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen, Ronnenberg und Seelze (zusammen das „proKlima-Fördergebiet“) sowie von Enercity. Enercity trägt mit ca. 75 % Anteil den Großteil des jährlichen Fondsvolumens von rund 4,4 Millionen Euro. Die Vergabe des Geldes erfolgt mit dem Ziel einer CO2-Effizienz und CO2-Reduzierung, dabei ist auch die Multiplikatorenwirkung und der Innovationsgrad der Maßnahmen relevant.

Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH

An der Energie-Projektgesellschaft Langenhagen mbH sind die Stadt Langenhagen und Enercity zu je 50 Prozent beteiligt. Das Unternehmen wurde 1994 gegründet. Zu den Geschäftsfeldern des Unternehmens zählen die Planung, der Bau und der Betrieb effizienter Strom- und Wärmeproduktionsanlagen. Ein Schwerpunkt ist die Nahwärmeversorgung durch den Einsatz von Blockheizkraftwerken.

Gasspeicher Hannover GmbH

Gemeinsam mit der Erdgas Münster GmbH unterhält Enercity mit einem Anteil von 68,35 % einen Erdgasspeicher mit vier Kavernen in der Nähe von Hannover in Ronnenberg-Empelde, die Gasspeicher Hannover GmbH (GHG). Die GHG ist für Bau und Betrieb dieser Untertagegasspeicher zuständig.

Gemeinschaftskraftwerk Hannover GmbH

Die Energieerzeugungsanlage Gemeinschaftskraftwerk Hannover entstand in Zusammenarbeit mit dem Volkswagenwerk Hannover sowie der Continental AG in Hannover-Stöcken. Abgedeckt wird der gesamte Prozess- und Raumwärmebedarf von VW-Nutzfahrzeuge sowie die Grundlast an Fernwärme und Elektrizität für das Versorgungsgebiet von Enercity. Mit Kaufvertrag vom 23. Juni 2010 hat Enercity von der Continental Reifen Deutschland GmbH, Hannover, deren 10,2-prozentigen Anteil an der Gemeinschaftskraftwerk Hannover GmbH erworben. Enercity hält damit einen Anteil von 84,7 %.

Gemeinschaftskraftwerk Hannover-Linden GmbH

Am Heizkraftwerk Linden in Hannover-Linden hält Enercity einen Anteil von 90 %.

htp GmbH

Ab 1996 vermarkteten die damaligen Stadtwerke Hannover AG das eigene Telekommunikationsnetz zur Steuerung ihrer Anlagen über eine eigens gegründete Gesellschaft. Die HTP GmbH ist ein im Raum Hannover, Hildesheim, Braunschweig, Peine, Wolfenbüttel und Hameln-Pyrmont agierendes Telekommunikationsunternehmen mit über 100.000 Privat- und Geschäftskunden (Stand: 2020). Enercity hält 50 Prozent der Anteile an htp, die anderen 50 Prozent werden von der EWE AG mit Sitz in Oldenburg gehalten.

Kraftwerk Mehrum GmbH

Am mit Steinkohle betriebenen Kraftwerk Mehrum hatte Enercity einen Anteil von 83,3 %, dieser wurde vom tschechischen Energieversorger EPH übernommen.[2]

Stadtwerke Wunstorf GmbH & Co. KG

Die Stadtwerke Wunstorf GmbH & Co. KG versorgen rund 10.000 Haushalte und Gewerbetreibende mit Strom, Erdgas und Wärme in der Region Wunstorf. Die Mehrheit der Anteile wird von der Stadt Wunstorf – über die Bäderbetriebe – gehalten. Neben der E.ON Avacon AG ist Enercity mit einem Anteil von 34 % beteiligt.

Thüga Holding GmbH & Co. KG aA

Im Dezember 2009 erwarb eine Gruppe kommunaler Unternehmen unter Beteiligung von Enercity sämtliche Anteile an der Thüga AG über die Thüga Holding GmbH & Co. KGaA von der E.ON Ruhrgas AG. Enercity hält einen Anteil von 20,53 %

Enercity Erneuerbare GmbH

Das Unternehmen hat seinen Sitz in Leer. Geschäftsfeld ist Planung, Errichtung, Betrieb, Erwerb von Anlagen zur Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Quellen, insbesondere Windenergieanlagen, sowie die Vermarktung von erneuerbarer Energie.

Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Enercity ist Gründungspartner und Hauptsponsor des Jungen Schauspiels Hannover und unterstützt jährlich ein Jugendtheaterprojekt, an dem Jugendliche aus Hannover mitwirken können.

Das vom Jazz Club Hannover veranstaltete Open-Air-Musikfestival „Swinging Hannover“ hat Enercity seit 2005 als Hauptsponsor und heißt seitdem offiziell „enercity swinging hannover“. Ebenfalls gefördert wird der am Vortag stattfindende Jazzbandball. Seit 2020, dem Jahr der Corona-Pandemie, veranstaltet Enercity gemeinsam mit dem Jazz Club Hannover die #sofakonzerte als Konzertreihe mit verschiedenen Künstlern.

Seit 2012 ist Enercity Co-Sponsor des Vereins Hannover 96. Außerdem ist Enercity seit 2010 für den Handball-Bundesliga-Verein TSV Hannover-Burgdorf der Trikot-Sponsor.

Maschseefontäne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Maschseefontäne

Die Maschseefontäne befindet sich am Nordufer des Maschsees in Hannover und war ein Geschenk der Enercity AG an die Stadt Hannover anlässlich des 50. Geburtstags. Im Jahr 1987 wurde sie in Betrieb genommen und seitdem übernimmt Enercity die Instandhaltung sowie die Stromkosten. Zuletzt wurden LED-Leuchten für eine energieeffiziente Beleuchtung am Abend und zu besonderen Anlässen installiert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theo Walter, Herbert Mundhenke: Die Strassenbeleuchtung der Stadt Hannover von 1815–1835. Ein Beitrag zum 125jährigen Jubiläum des hannoverschen Gaswerks, Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge, Bd. 7, Heft 1, Hannover: Hahnsche Buchhandlung, 1953
  • Olaf Grohmann: Geschichte der Wasser- und Energieversorgung der Stadt Hannover. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, hrsg. von der Stadtwerke Hannover AG, Hannover, 1999, S. 148–155, 202–207, 240–244
  • Rainer Ertel: Stadtwerke Hannover AG, in: Stadtlexikon Hannover, S. 587f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Stadtwerke Hannover – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. waterclick.de: Die Wassergewinnung im Fuhrberger Feld
  2. Tschechen kaufen Enercity-Kraftwerk Mehrum. Abgerufen am 1. August 2018 (deutsch).

Koordinaten: 52° 22′ 23,4″ N, 9° 43′ 7,9″ O