Erhard Grundl

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Erhard Grundl, 2020

Erhard Grundl (* 7. Januar 1963 in Mallersdorf) ist ein deutscher Politiker (Bündnis 90/Die Grünen). Er ist seit 2017 Mitglied des Deutschen Bundestages.

Leben und berufliche Tätigkeit

Nach dem Besuch des Burkhart-Gymnasiums in Mallersdorf-Pfaffenberg und der Staatlichen Fachoberschule Straubing begann Grundl 1985 ein Studium der Sozialpädagogik an der Fachhochschule Regensburg, das er 1987 ohne Abschluss verließ. Von 1987 bis 1997 gehörte er der RockbandBaby You Know“ an und war von 1991 bis 2017 als Vertriebsmanager in der Musikindustrie tätig.

Erhard Grundl ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Politik

Grundl trat 2004 den Grünen bei. Von 2004 bis 2008 war er Vorsitzender des Kreisverbandes der Grünen in Straubing und von 2012 bis 2017 Bezirksvorsitzender der Grünen in Niederbayern. Von 2015 bis 2017 gehörte er dem bayerischen Landesausschuss der Grünen an und war von 2015 bis 2017 Delegierter im Länderrat.

2008 zog Grundl als Grüner im Stadtrat von Straubing ein, wo er von 2014 bis 2017 Vorsitzender der Stadtratsfraktion der Grünen war. Bei der Bundestagswahl 2017 ist Grundl über die Landesliste Bayern in den Bundestag eingezogen. Als Direktkandidat im Bundestagswahlkreis Straubing erreichte er 3,6 % der Erststimmen.

Im Deutschen Bundestag ist Grundl Obmann der Grünen im Ausschuss für Kultur und Medien, sowie Sprecher für Kulturpolitik. Außerdem ist er Mitglied im Sportausschuss. In seinen Reden im Plenum des Bundestags erläutert Grundl seine Argumente oft mit Beispielen aus der Popkultur. So wurden bisher Gerhard Polt[1][2], Rammstein,[1] Die Ärzte,[1] Funny van Dannen,[1] Helene Fischer und Mr. Burns von den Simpsons teil seines politischen Diskurses. In einer Plenardebatte zu Kultur im ländlichen Raum führte er "Goin‘ up the Country" von Canned Heat an[3] und in seiner Rede zur Debatte (1. Lesung) "Anerkennung der NS-Opfergruppen der damals sog. „Asozialen“ und „Berufsverbrecher“" empfahl er zur Entscheidungsfindung, nach Hause zu gehen und sich Bob Dylans „Chimes of Freedom“ anzuhören[4]. Nach eigener Aussage wurde er im Alter von neun Jahren „mit dem Radio unter der Bettdecke“ Fan von Bob Dylan.[5]

Im Januar 2019 war Grundl gemeinsam mit vier weiteren Abgeordneten von SPD, Linkspartei und Grüne Gast auf einem Schiff von Sea Watch im Mittelmeer.[6]

Brüsseler Erklärung

Am 1. Juli 2018 initiierte Grundl gemeinsam mit Claudia Roth die Brüsseler Erklärung für die Freiheit der Kunst.[7][8][9] Sie stellt sich gegen weltweite rechtsnationale Einflussnahme auf Kunst und Kultur durch einzelne Parteien und Regierungen in Europa und insbesondere Deutschland. 53.000 Menschen haben die Erklärung unterzeichnet (Stand: 6. Januar 2019).[9] Darunter sind Künstler wie Hape Kerkeling, Inga Humpe, Wladimir Kaminer, Igor Levit, Dirk von Lowtzow, Feo Aladag, Frank Spilker und Shermin Langhoff.

Ehrenämter & Mitgliedschaften

Auf der 18. Ordentlichen Mitgliederversammlung in Bonn wurde Erhard Grundl am 24. November 2018 in den Vorstand der Kulturpolitischen Gesellschaft gewählt.[10] Grundl ist Mitglied in folgenden Organisationen: Sozialverband VdK; Förderverein Box-Club Straubing; Amnesty International; ver.di; Erzeugergemeinschaft Energie Bayern (Aufsichtsrat); Vorstandsmitglied Arbeiterwohlfahrt Straubing; Fan-Radio „Straubing Tigers on Air“, Forum für Humor und komische Kunst.

Weblinks

Commons: Erhard Grundl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. a b c d AfD will Deutsch als Landessprache gesetzlich festschreiben, Deutscher Bundestag, 2. März 2018, Redezeit von Erhard Grundl 30:18 bis 35:55, abgerufen am 6. Januar 2019.
  2. Kordula Doerfler: Deutsche Sprache im Bundestag. AfD-Gesetzentwurf sorgt für Hohn und Spott, 2. März 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  3. Rede | Kultur im ländlichen Raum – Highlights. In: Erhard Grundl - MdB. Abgerufen am 4. Februar 2020 (deutsch).
  4. Rede | Anerkennung der NS-Opfergruppen der damals sog. „Asozialen“ und „Berufsverbrecher“. In: Erhard Grundl - MdB. Abgerufen am 4. Februar 2020 (deutsch).
  5. https://taz.de/Bob-Dylans-neues-Album/!5691652/
  6. Dominik Bloedner: Badische Zeitung: Tobias Pflueger ist an Bord der Sea Watch 3, Badische Zeitung, 4. Januar 2019, abgerufen am 6. Januar 2019.
  7. Brüsseler Erklärung. Künstler und Politiker verteidigen Kunstfreiheit, General-Anzeiger (Bonn), 15. Juli 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  8. Brüsseler Erklärung – Für die Freiheit der Kunst. Deutscher Kulturrat unterstützt die Brüsseler Erklärung, kulturrat.de, 17. Juli 2018, abgerufen am 6. Januar 2019.
  9. a b Brüsseler Erklärung – für die Freiheit der Kunst, change.org, 7. Juli 2018, abgerufen am 6. Januar 2019
  10. Kulturpolitische Gesellschaft Pressemitteilung: Kulturpolitische Gesellschaft wählt neuen Vorstand, abgerufen am 4. Dezember 2018