Flughafen Schwerin-Parchim

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Flughafen Schwerin-Parchim
BW
Flughafen Schwerin-Parchim (Mecklenburg-Vorpommern)
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Kenndaten
ICAO-Code EDOP
IATA-Code SZW
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Straße A24B191B321
Basisdaten
Eröffnung 1992
Betreiber Baltic Airport Mecklenburg GmbH
Terminals 1
Passagiere 1560 (2010) [1]
Flug-
bewegungen
12.956 (2010) [1]
Start- und Landebahn
06/24 3000 m × 55 m Beton

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Der Flughafen Schwerin-Parchim (auch englisch Schwerin-Parchim International Airport) ist ein Regionalflughafen in Parchim (Mecklenburg-Vorpommern). Er ist als Verkehrsflughafen klassifiziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1934 wurden erste Flüge mit Gleitflugzeugen durchgeführt. Nach einem Ausbaubeschluss wurde der Flughafen im August 1937 eröffnet. Der Flughafen wurde Luftwaffenstützpunkt der Wehrmacht. Während des Zweiten Weltkriegs wurden auf dem Flughafengelände Luftlandeeinheiten und Lastensegler stationiert. Zum Kriegsende wurden hier Nachtjäger stationiert (z. B. Messerschmitt Me 163 Komet, Messerschmitt Me 262 und Heinkel He 111 mit Flugbomben Hs 293). Durch mehrere Bombenangriffe der US-Luftwaffe wurde der Flugplatz im April 1945 zerstört.

Bereits vier Jahre später wurde auf dem wiederaufgebauten Flughafen ein sowjetisches Jagdbomberregiment stationiert. Ab 1973 wurde der Flugplatz zunehmend durch Kampfhubschrauber genutzt.

Zwei Jahre nach der Wende, am 13. November 1992 wurden die russischen Streitkräfte offiziell vom Flugplatz verabschiedet und bereits ab dem 1. Dezember 1992 wurde der Flugplatz privat genutzt. Dafür fand im gleichen Jahr die Gründung der FPM Flughafen Parchim Mecklenburg GmbH statt. Die Geschäfte wurden noch unter Geschäftsbesorgung der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung Parchim geführt. Im Jahr 1994 wurde die Anflug-, Landebahnrand- und Rollbahnbefeuerung erneuert und im November des gleichen Jahres wurde das Land Mecklenburg-Vorpommern Hauptgesellschafter des Flughafens. Seit 1996 ist der Flughafen Schwerin-Parchim von der Landesluftfahrtbehörde in die ICAO-Kategorie 4 E eingestuft. Am 30. März 1998 wurde das neue Flughafenabfertigungsgebäude fertiggestellt. Damit begann der offizielle Tourismusflugverkehr.

Seit 2000 wird der Flughafen auch im internationalen Luftfrachtverkehr genutzt. Im März 2005 wurde der Landkreis Parchim neuer Betreiber des Flughafens und löste die vorher hier tätige britische Plane Station Group ab. Seitdem nennt sich der Flughafen Schwerin-Parchim Baltic Airport Schwerin-Parchim.

Der Landrat des Landkreises Parchim hat nach Empfehlung seines Beirats und externer Berater Mitte 2006 beschlossen, dass der Flughafen Schwerin-Parchim künftig als reiner Frachtflughafen betrieben werden soll. Durch die geografische Lage des Flughafens zwischen den Metropolen Hamburg und Berlin (deren Flughäfen jeweils Nachtflugbeschränkungen unterliegen) kann der Flughafen Schwerin-Parchim insbesondere auch während der Nachtstunden Luftfrachtflüge abwickeln. Seit Ende November 2006 nutzt die Bundeswehr den Flughafen für umfangreiche Charterflüge von Hilfsgütern nach Afghanistan. Eine Frachtumschlaghalle mit rund 3000 m² wurde ebenfalls 2006 eröffnet und wird von der Cargologic GmbH, einer Tochterfirma der Rhenus Logistics AG betrieben.

Seit 1994 flossen bereits mehr als 36 Millionen Euro an Landesfördermitteln in den Flughafen Schwerin-Parchim. In der Saison 2005 nutzten rund 4600 Passagiere den Flughafen.

Durch die Fluggesellschaft Hamburg International wurden Charterflüge zum Goldstrand (Flughafen Warna) und Sonnenstrand (Flughafen Burgas) in Bulgarien durchgeführt, die spanische Gesellschaft Futura International Airways flog im Sommer 2005 je zweimal wöchentlich Palma de Mallorca und Warna (Bulgarien) an.

Ab 1. Juli 2007 ging der Flugplatz für 30 Millionen Euro in den Besitz der in Peking beheimateten LinkGlobal Logistics Co. Ltd. über. Außerdem ist eine Bürgschaft von 15 Millionen Euro zur Sicherung des Flughafenbetriebs bis 2010 nachzuweisen. Die Gesellschaft führt Frachttransporte zwischen Schwerin-Parchim und Zhengzhou in China durch. Der Kreis Parchim rechnet mit zusätzlich 1000 Arbeitsplätzen durch die erhofften Investitionen.[2][3] Seit Mitte 2007 werden u.a. Frachtflüge nach China durchgeführt.[4] Allerdings ließ LinkGlobal immer wieder Zahlungstermine verstreichen und führte erforderliche bauliche Maßnahmen nicht aus. Das Mecklenburgische Innenministerium prüft 2010 einen weitgehenden Forderungsverzicht.[5]

Seit dem Mai 2012 soll der provisorische Tower durch einen 36 Meter hohe Tower zu ersetzt werden, aber bis heute (Stand Mai 2016) ist er noch nicht fertiggestellt.[6]

Der Schwerin-Parchimer Flughafen wird seit 2014 zu einem Logistik-Drehkreuz ausgebaut[7]

Fluggesellschaften und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen wird derzeit (Stand Mai 2016) nicht im Linienverkehr angeflogen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Von 2008 bis 2014 begleitete das Filmbüro-Süd den Investor Jonathan Pang. Daraus entstand anschließend der 2015 erstmals gezeigte Dokumentarfilm Parchim International, der unter anderem den ausbleibenden Erfolg des Flughafens zeigt.[8] Seit dem 17. Mai 2016 läuft der Film in deutschen Kinos und er war auch schon auf einigen Dokumentarfilm-Festivals zu sehen.[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhart Schultze: Die Parchimer Flugplätze von 1937–2000: Das Leben mit Fliegern, Flugzeugen und Legenden. Band 1, 2., korr. Aufl., cw Verlagsgruppe, Schwerin 2001, ISBN 978-3-933781-18-5
  • Eberhart Schultze: Die Parchimer Flugplätze von 1937–2006 ihre Geschichte und Gegenwart: mit einer territorialgeschichtlichen Betrachtung der militärischen Abläufe in den letzten Tagen des Zweiten Weltkrieges und den ersten Monaten des Friedens im Raum zwischen Ganzlin, Lübz, Parchim, Ludwigslust und Grabow. Band 2, cw Verlagsgruppe, Schwerin 2006, ISBN 3-933781-53-1

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Luftverkehr in Mecklenburg-Vorpommern. svz.de, 14. Juni 2013, abgerufen am 19. März 2015.
  2. Andreas Frost: Chinese kauft Flughafen Parchim. In: Der Tagesspiegel. 25. Mai 2007, abgerufen am 28. Juni 2013.
  3. Peter Martens: Deutscher Flughafen wird chinesisch. In: Sueddeutsche Zeitung. 24. Mai 2007, abgerufen am 28. Juni 2013.
  4. Flughafengeschichte. Parchim International Airport, abgerufen am 28. Juni 2013.
  5. Ministerium prüft Millionenverzicht bei Flughafen. In: Schweriner Volkszeitung online. ZVS GmbH & Co. KG, 8. September 2010, abgerufen am 28. Juni 2013.
  6. Flughafen Parchim: Der Tower wächst - Eine Kanzel für Parchims Fluglotsen. NDR, 23. Mai 2012, archiviert vom Original am 26. Mai 2012, abgerufen am 28. Juni 2013.
  7. Parchim International Airport
  8. Dokufilm zu chinesischem Flughafen-Investor kommt ins Kino
  9. Parchim International, Termine. Lemme Film GmbH, 17. Mai 2016, abgerufen am 23. Mai 2016.