Condor Flugdienst

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Condor Flugdienst GmbH
Logo der Condor
Airbus A321-200 der Condor
IATA-Code: DE
ICAO-Code: CFG
Rufzeichen: CONDOR
Gründung: 1955
Sitz: Frankfurt am Main, DeutschlandDeutschland Deutschland
Drehkreuz: * Frankfurt am Main
Heimatflughafen:

Frankfurt am Main

Unternehmensform: GmbH
IATA-Prefixcode: 881
Leitung: Heiner Wilkens (Vorsitzender des Aufsichtsrats)[1]
Ralf Teckentrup (Vorsitzender der Geschäftsleitung)[2]
Mitarbeiterzahl: ca. 3000
Fluggastaufkommen: 6,7 Millionen (2012)
Vielfliegerprogramm: Miles & More
Flottenstärke: 42
Ziele: international
Website: www.condor.com

Condor ist eine deutsche Fluggesellschaft mit Sitz in Frankfurt am Main und Basis auf dem Flughafen Frankfurt am Main. Sie ist eine Tochtergesellschaft der Thomas Cook Group.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung und erste Jahre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briefmarke der Deutschen Bundespost Berlin mit Fokker F-27 der Condor (1965)
Boeing 707 und 727 der Condor auf Rhodos im Jahr 1972

Am 21. Dezember 1955 wurde die „Deutsche Flugdienst GmbH“ von den vier Gesellschaftern Norddeutscher Lloyd (27,75 %), Hamburg-Amerika-Linie (27,7 %), Deutsche Lufthansa (25,81 %) und Deutsche Bundesbahn (18,5 %) gegründet. Die rechtliche Voraussetzung für die Gründung einer deutschen Fluggesellschaft war, dass die Besatzungsmächte das Alliierte Vorbehaltsrecht der Genehmigung des Luftverkehrs durch den im selben Jahr in Kraft getretenen zweiten Deutschlandvertrag auf die Bundesrepublik Deutschland übertragen hatten. Der Heimatflughafen ist seit Anbeginn Frankfurt am Main.

Am 29. März 1956 begann der touristische Flugbetrieb des Unternehmens mit einem Pilgerflug ins Heilige Land.[3] Schon im ersten Betriebsjahr standen Mallorca sowie die Kanareninsel Teneriffa auf dem Flugprogramm. Die Flotte bestand zunächst aus vier zweimotorigen Propellerflugzeugen des englischen Typs Vickers Viking mit je 36 Sitzen. Im Oktober 1957 erwarb die Gesellschaft fünf Maschinen des Typs Convair CV-240 aus den Beständen der KLM, die über eine Druckkabine verfügten und einen höheren Komfort boten. Im Jahr 1959 übernahm die Deutsche Lufthansa AG 95,5 % des Kapitals der Deutschen Flugdienst.

Die Deutsche Flugdienst GmbH übernahm 1961 die 1957 gegründete „Condor-Luftreederei“ des Oetker-Konzerns und nannte sich ab 1. November 1961 „Condor Flugdienst GmbH“. So kehrte ein traditionsreicher Name in die Lufthansa-Familie zurück: 1927 wurde als eine Lufthansa-Tochtergesellschaft die Syndicato Condor Ltda. in Brasilien gegründet und flog seit 1941 als Serviços Aéreos Condor. 1942 fiel das Eigentum an Brasilien und der Nachfolger (Serviços Aéreos Cruzeiro do Sul Ltda.) ging später an VARIG. Bei der heutigen Condor handelt es sich also nicht um eine Rechtsnachfolgerin der Syndicato Condor Ltda., jedoch erinnert der Name Condor an diese Pionierzeit der deutschen Verkehrsluftfahrt.

Condor im Auftrag der Bundeswehr von 1966 bis 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Oktober 1966 erhielt mit Condor erstmals ein privates Unternehmen den Auftrag, mit düsengetriebenen Flugzeugen Luftziele zu simulieren. Dazu wurden sechs North American F-86 eingesetzt, die mit Schleppzielen aus Pappe, Textil oder Kunststoff vom Flughafen Sylt starteten. 1974 wurden die Maschinen durch 24 Fiat G.91 ersetzt und 1976 zogen die Maschinen auf den Fliegerhorst Hohn um. Am 24. Mai 1989 wurde dann die GFD als Tochter der Condor und der Aero-Dienst gegründet, um mit einem wirtschaftlicheren zivilen Muster Zieldarstellung zu fliegen. Nach der Unterzeichnung eines entsprechenden Vertrages wurden zunächst vier Learjet 35 angeschafft, welche auch zwei statt einem Schleppziel aufnehmen konnten. 1997 unterzeichnete die Firma einen langfristigen Vertrag mit dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), durch den eine Aufstockung des Bestandes auf sieben Learjets möglich wurde. Im Jahr 2002 übernahm die EADS das Unternehmen. 2004 wurde aufgestockt auf elf und im Jahr 2013 auf insgesamt 13 Learjets. Im Jahr 2011 wurden 4.928 Zieldarstellung-Flugstunden der Learjets sowie 1.513 Simulatorstunden mit den ASTA-Ausbildungssimulatoren des Waffensystems Eurofighter geleistet.[4]

Condor im Zeitalter der Jets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 747-200 der Condor 1976
Airbus A310-200 der Condor 1987
Airbus A300 der Condor 1988

Die Condor Flugdienst GmbH hatte 1962 an der gesamten deutschen Flugtouristik einen Anteil von 63,3 Prozent. Rund 32.000 Passagiere wurden in diesem Jahr befördert – Mallorca war mit 18.400 Passagieren der Spitzenreiter. 1964 bestand die Condor-Flotte aus vier Vickers Viscount. Im Februar 1965 wurde die erste Boeing 727-100 von der Lufthansa übernommen, im Jahr 1970 kam eine zweite Maschine dieses Typs hinzu. Im Februar 1967 erhielt Condor ihre erste Boeing 707-300B, mit der Langstreckenflüge nach Colombo, Bangkok, Nairobi und Santo Domingo aufgenommen wurden. Charterflüge in die USA folgten ab Dezember 1967. Kontinuierlich wurde die Flotte bis 1968 auf Jets umgestellt.[5][6] Im Jahr 1968 erwarb die Lufthansa die Charterfluggesellschaft Südflug International, die am 2. Januar 1969 mit der Condor fusionierte.

Als erste Ferienfluggesellschaft der Welt setzte Condor 1971 den „Jumbo“ Boeing 747-200 ein. Mit einem Umsatz von 291 Millionen DM lag Condor 1973 weltweit an der Spitze der Ferienfluggesellschaften. Vorübergehend kamen während der Sommersaison 1971 drei Boeing 737-100 der Lufthansa zu Condor.[5] Die Flotte setzte sich 1973 zusammen aus insgesamt elf Boeing-Flugzeugen: Zwei Boeing 747, zwei Boeing 707 und sieben Boeing 727. Im Rahmen der Ölkrise wurden die zwei Boeing 747 später durch McDonnell Douglas DC-10-30 ersetzt, die bis Ende der 1990er-Jahre als größtes Flugzeugmuster in der Flotte verblieben.

Ab 1981 wurden insgesamt fünf Boeing 737-200 eingeflottet, später auch 737-300. Im Sommer 1985 gehörte für kurze Zeit auch eine von der Lufthansa Cargo geleaste Douglas DC-8 zur Flotte.

Condor Executive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1964 stieg Condor in den Bereich des Geschäftsflugverkehrs ein. Ein erster Versuch wurde ab August 1964 unternommen, als im Auftrag der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen täglich die Strecke DüsseldorfGrevenHannover mit einer Beech Queen Air bedient wurde. Nach Einstellung der staatlichen Subventionen im nächsten Jahr wurde die Strecke unwirtschaftlich und im Dezember 1965 eingestellt.[7] Ein weiterer Versuch in dieses Marktsegment wurde ab 1967 mit Condor Executive unternommen. Für Geschäftsreisende wurden Flüge mit einer Hawker Siddeley HS.125 angeboten.[8] Das Personal war zusätzlich geschultes Personal der Condor. Diese Flüge waren wirtschaftlich erfolgreich. Ebenso wurden mit dieser Maschine auch Ambulanzflüge für das Deutsche Rote Kreuz und den ADAC sowie ein vierwöchiger Flug, der der Gewinnung von Luftproben über Süd- und Nordamerika im Juli 1974 im Auftrag des Max-Planck-Instituts in Mainz diente, durchgeführt.[9][10]

Die geplante Tochter InterCondor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einher mit der Abwicklung der DDR-Fluggesellschaft Interflug im Jahr 1990 gingen Planungen, eine gemeinsame Tochterfirma „InterCondor“ zu gründen, an der sowohl Interflug als auch Condor mit jeweils 50 % beteiligt gewesen wären. Im Frühling desselben Jahres wurden bereits die nötigen Verträge unterzeichnet. Man rechnete für das Ostberlin-Geschäft mit einem Potenzial von 1,6 Millionen Fluggästen pro Jahr. Entsprechendes Werbematerial war bereits publiziert worden.[11][12] Zunächst sollte eine Boeing 757-200 der Condor mit 210 Sitzplätzen und einer Reichweite von 5700 Kilometern geleast werden, später weitere 737.[13] Bedingt durch die inzwischen erfolgte Deutsche Wiedervereinigung und geänderte Rahmenbedingungen wurde das Vorhaben letztlich nicht verwirklicht.

Entwicklung seit 1990[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Condor Flugdienst führte 1991 mit der Condor Comfort Class als erste Ferienfluggesellschaft eine Business Class ein. Im Herbst 1992 wurde die Tochter Südflug komplett in die Condor Flugdienst integriert. Zwischen 1993 und 1996 war wieder eine Boeing 747 in den Farben der Condor im Einsatz, eine 747-400 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-ABTD,[14] die allerdings keine Condor-Flüge durchführte, sondern für Lufthansa nach Taiwan flog. Zu der Zeit war es durch ein Gesetz der Volksrepublik China Fluggesellschaften, die Taiwan anflogen, untersagt, auch die Volksrepublik China anzufliegen. Im Jahr 1995 weitete Condor ihre Beteiligungen aus. Inzwischen gehören die alpha Holding GmbH (30 Prozent), die Kreutzer Touristik GmbH (37,5 Prozent), die Fischer Reisen GmbH (100 Prozent) und mit 10 Prozent die Öger Tours GmbH zum „Condor-Touristik-Verbund“. Condor Flugdienst übernahm außerdem den vom Lufthansa-Konzern bis dahin gehaltenen Anteil von 50 Prozent an der zur übrigen Hälfte Turkish Airlines gehörenden Charterfluggesellschaft Sunexpress.

Der US-amerikanische Maler James Rizzi gestaltete 1996 zum 40-jährigen Unternehmensjubiläum eine Boeing 757-200 zum fliegenden Kunstwerk, den „Rizzi Bird“. Condor wurde mit zwölf Festbestellungen Erstkunde der Boeing 757-300.

Seit 1997 gehört Condor zur C&N Touristic AG (heute Thomas Cook AG).

Die Condor Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hybridbemalung mit Condor-Farben, aber Thomas-Cook-Schriftzug und -Logo
Eine weitere Variante mit Condor-Schriftzug und -Farben, aber Thomas-Cook-Logo

Anfang des Jahres 1998 gründete Condor die Condor Berlin GmbH, (CIB) eine 100-prozentige Tochtergesellschaft mit Sitz in Berlin-Schönefeld. Diese besaß den ICAO-Code CIB und bediente bis zu ihrer Integration in die Muttergesellschaft am 1. Mai 2013 mit Airbus A320-200 Ziele auf der Kurz- und Mittelstrecke.

Entwicklung seit 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thomas Cook wurde 2002 zur ersten durchgängig internationalen Touristikmarke. Aus Condor Flugdienst wurde die neue Marke „Thomas Cook powered by Condor“. In Deutschland erhielten die Flugzeuge von Condor und Condor Berlin nach und nach das neue Thomas-Cook-Design. Auf dem Rumpf der Maschinen steht seitdem der Schriftzug „Thomas Cook“, auf dem Leitwerk das Thomas-Cook-Logo. Die Hauptfarbe Gelb wurde durch Blau ersetzt. Im Juni 2002 startete das erste von damals fünfzig Condor-Flugzeugen in der neuen Bemalung. 2003 wurde die Condor-Flotte um zwölf Boeing 757-200 reduziert, um Überkapazitäten im Markt abzubauen. Ab Mai 2004 flog die Fluggesellschaft der Thomas Cook AG in Deutschland wieder unter dem Markennamen Condor Flugdienst, da der Name Thomas Cook von den Deutschen aufgrund des schwächeren Bekanntheitsgrads nicht angenommen worden war und dies zu starken Einbußen in den Passagierzahlen führte. Bei der Bemalung wurde lediglich der Thomas-Cook-Schriftzug in „Condor“ umlackiert, das Thomas-Cook-Logo am Leitwerk blieb ebenso wie die Hauptfarbe blau. Condor Berlin kaufte 2005 einen weiteren Airbus A320-200 und betrieb nun eine Flotte von 13 Flugzeugen dieses Typs. 2006 folgte eine weitere A320-200, außerdem starteten Condor und Germanwings eine Partnerschaft.

Am 22. Dezember 2006 unterzeichneten die Deutsche Lufthansa AG und die KarstadtQuelle AG eine Absichtserklärung, wonach der Lufthansa-Konzern sich bereit erklärte, seinen Anteil von 50 Prozent an Thomas Cook an die KarstadtQuelle AG zu einem Kaufpreis in Höhe von rund 800 Millionen Euro zu übereignen.[15] Zugleich wurde vereinbart, den direkten Kapitalanteil des Lufthansa-Konzerns an Condor von 10 auf 24,9 Prozent aufzustocken und dem Lufthansa-Konzern zudem die Anteile der Condor an der türkischen Charterfluggesellschaft SunExpress zu übertragen. Lufthansas indirekter Kapitalanteil an der Condor von 45 Prozent ging mit dem Verkauf ihrer Thomas-Cook-Anteile komplett an KarstadtQuelle über. Insgesamt reduzierte die Deutsche Lufthansa somit ihren Kapitalanteil an der Condor um 30,1 Prozentpunkte. KarstadtQuelle erhielt die Option, nach Ablauf von zwei Jahren nach Schließung des Kaufvertrags den Anteil des Lufthansa-Konzerns an Condor von 24,9 Prozent zu übernehmen (Call-Option). Im Gegenzug erhielt der Lufthansa-Konzern eine Put-Option auf den Kapitalanteil der KarstadtQuelle AG (75,1 Prozent). Für den Fall, dass beide Unternehmen ihre Optionen nicht nutzen, wurde dem Lufthansa-Konzern ein Vorkaufsrecht auf die Thomas-Cook-Anteile an Condor zugestanden.[16] Mit dieser Anteilsregelung sollten die Start- und Landerechte von Condor auch außerhalb Europas insbesondere für den Lufthansa-Konzern gesichert und ein Aufkaufen durch ausländische Investoren zunächst vermieden werden.

Boeing 767-300ER der Condor mit der alten Grundbemalung und dem alten Schriftzug aber mit „Sunny Heart“

Im September 2007 gab Air Berlin bekannt, den Anteil von Thomas Cook übernehmen zu wollen. Der Kaufpreis sollte durch die Ausgabe neuer Air-Berlin-Aktien (Anteil der Thomas Cook an Air Berlin dann 29,99 Prozent) und in bar erfolgen und insgesamt 500 Millionen Euro betragen, wobei die Transaktion bis zum 10. Februar 2009 abgeschlossen sein sollte. Der Anteil der Lufthansa von 24,9 Prozent, auf den Thomas Cook eine Call-Option hatte, sollte dann im Februar 2010 an Air Berlin übergeben werden. Die wechselseitigen Beteiligungen wurden am 5. Oktober 2007 beim Bundeskartellamt zur Genehmigung vorgelegt. Das Bundeskartellamt hatte von Anfang an erhebliche Bedenken und verlängerte die Prüfungsfrist mehrfach. Am 11. Juli 2008 zogen Air Berlin und Thomas Cook den Antrag auf Fusion beim Bundeskartellamt aufgrund der „erheblich veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen“ zurück.

Daraufhin wurde versucht, die Condor in eine gemeinsame Fluglinie mit der Germanwings und TUIfly einzubringen. Die Verhandlungen scheiterten jedoch Ende September 2008. Laut Thomas Cook sollte es nun keine weiteren Bemühungen um eine Fusion geben.[17]

Thomas Cook kündigte am 9. Februar 2009 an, die restlichen Condor-Anteile von 24,9 Prozent für 77 Millionen Euro von der Lufthansa übernehmen zu wollen.[18][19] Dieser Schritt wurde im 1. Quartal 2009 vollzogen. Seither hält die Lufthansa keine Anteile mehr an Condor.

Im Jahr 2012 verlegte Condor ihren Sitz von Kelsterbach in den neuen Frankfurter Stadtteil Gateway Gardens am Frankfurter Flughafen.[20]

Im Frühjahr 2013 wurde bekanntgegeben, dass die Tochtergesellschaft Condor Berlin bis Mai 2013 aufgelöst und in die Condor Flugdienst GmbH integriert wird.[21] Der Zusammenschluss erfolgte zum 1. Mai 2013.[22]

Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im September 2013 stellten Condor und Thomas Cook Airlines UK ihren gemeinsamen neuen Markenauftritt vor, der ein vollständig neues Corporate Design und eine neue Bemalung der Flotte in grau/weiß/gelb und das „Sunny Heart“ beinhaltet.[23] Als erste Maschine erhielt Ende November 2013 eine Boeing 767-300ER die neue Bemalung.

Seit Herbst 2014 bildet Condor in Kooperation mit der Flugschule TFC Käufer eigene Piloten aus.[24]

Flugziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gateway Gardens, Sitz der Condor Flugdienst

Das Streckennetz der Condor umfasst im Sommerflugplan 2016 insgesamt 29 Kurz- und Mittelstreckenziele sowie 38 Langstreckendestinationen.[25]

Kurz- und Mittelstrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurz- und Mittelstreckenflüge der Condor werden mit Airbus A320-200 und A321-200 sowie Boeing 757-300 durchgeführt und starten in Berlin-Schönefeld, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg, Hannover, Köln/Bonn, Leipzig/Halle, München und Stuttgart.

Angeflogen werden Ziele im Mittelmeerraum sowie auf den Kanarischen Inseln.[25] Meist angeflogenes Ziel ist Antalya, das von mehreren Flughäfen aus täglich bedient wird.

Langstrecke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Langstreckenflüge der Condor starten in Frankfurt am Main, Düsseldorf und München und werden mit Boeing 767-300ER durchgeführt. Die Strecken ex Düsseldorf werden im Wetlease von Air Transat mit einem Airbus A330-200 durchgeführt

Angeflogen werden Ziele in Afrika, Asien, Süd- und Nordamerika sowie in der Karibik.[25] Alle Ziele werden mindestens einmal wöchentlich angeflogen; die meistfrequentierte Destination ist Punta Cana mit sechs Verbindungen in der Woche.

Des Weiteren unterhält Condor Kooperationsvereinbarungen mit Gol Transportes Aéreos in Brasilien sowie Alaska Airlines und Air North in Kanada.[25]

Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Boeing 757-300 der Condor
Boeing 767-300ER der Condor

Aktuelle Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Stand Mai 2017 besteht die Flotte der Condor aus 42 Flugzeugen mit einem Durchschnittsalter von 17,1 Jahren:[26]

Flugzeugtyp Anzahl bestellt Anmerkungen Sitzplätze[27]
(Business/Eco+/Eco)
Airbus A320-200 09 180 (-/24/156)
Airbus A321-200 07 6 mit Sharklets ausgestattet 210 (-/24/186)
220 (-/24/196)
Boeing 757-300 10 mit Winglets ausgestattet 275 (-/26/249)
Boeing 767-300ER 16 245 (30/35/180)
258 (18/35/205)
259 (18/35/206)
Gesamt 42

Flottenpolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 2009 und 2010 wurden alle Boeing-Flugzeuge der Condor mit Blended Winglets nachgerüstet, um den Kerosinverbrauch um bis zu 4 Prozent zu senken. Die Umrüstungen wurden von Ameco Beijing und Finnair Technical Services durchgeführt.[28][29] Die Boeing-Flugzeuge wurden über die frühere Muttergesellschaft Lufthansa bestellt und tragen deshalb den Kunden-Code 30 (beispielsweise Boeing 757-330) der Lufthansa.

Laut atmosfair ist Condor eine der umweltfreundlichsten Fluggesellschaften weltweit. Bei einer Auflistung der 100 umweltfreundlichsten Fluggesellschaften liegt Condor auf Platz zwei, vor Lufthansa auf Platz 30 (Langstrecke) bzw. Platz 59 (Kurzstrecke).[30]

Kabinenausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Business-Class-Sitz der Condor

Während die Kurz- und Mittelstreckenflotte (Airbus A320-200, A321-200 und Boeing 757-300) über Sitze der Economy und Premium Economy Class verfügt, werden in den Langstreckenmaschinen vom Typ Boeing 767-300ER drei verschiedene Beförderungsklassen angeboten:[27] Neben der Economy Class und der Premium Economy Class gibt es an Bord der 767-300ER eine Business Class (bis Oktober 2013 Comfort Class), die einen höherwertigen Sitz und umfangreicheren Service umfasst. Der Sitz lässt sich unter anderem in eine Liegeposition verstellen. Am 30. Oktober 2013 wurde die erste modernisierte 767 mit der neuen Kabine vorgestellt, alle Sitze in allen drei Klassen verfügen nun erstmals über persönliche Bildschirme für das In-flight Entertainment.[31] Die Kurz- und Mittelstreckenflotte verfügt über Bildschirme an der Kabinendecke.

Sonderbemalungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Condor versieht häufig Flugzeuge aus ihrer Flotte mit großflächigen Werbe- oder anderweitigen Sonderbemalungen.[32]

Aktuelle Sonderbemalungen:

Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung Zeitraum Bild
Boeing 757-300 D-ABON „Wir lieben Fliegen“ seit März 2006 2010-06-30 B757 Condor D-ABON EDDF 03.jpg
Boeing 767-300ER D-ABUM Retro seit August 2012 D-ABUM (10212444494).jpg
Airbus A320-200 D-AICA seit November 2011 D-AICA 2 A320-212 Condor Flugdienst(retro c-s) PMI 02JUN13 (8924829399).jpg

Ehemalige Sonderbemalungen:[26]

Flugzeugtyp Luftfahrzeugkennzeichen Bemalung Zeitraum Bild
Boeing 767-300ER D-ABUE Ein Herz für Kinder Juli 2013–Oktober 2015 Condor (Heart for Children Livery), D-ABUE, Boeing 767-330 ER (15836952393).jpg
D-ABUZ „Ja zu FRA!“ Dezember 2012–September 2015 D-ABUZ (15918328256).jpg
Airbus A320-200 D-AICC Sachsen Dezember 2014–Januar 2016

D-AICC sc.jpg

Ehemalige Flotte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vickers Viscount der Condor im Jahr 1965

Condor setzte im Lauf ihrer Geschichte folgende Flugzeugtypen ein:[33][34]

1 Eine Douglas DC-8-73 wurde zeitweise von German Cargo gemietet
2 Eine Boeing 747-400 der Lufthansa kam in Condor-Farben auf Flügen nach Taipeh zum Einsatz

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits seit 1998 verfügt die Condor Berlin über einen eigenen Technikbetrieb für die Wartung ihrer A320-Flotte, die Condor Berlin GmbH am Flughafen Berlin-Schönefeld. Seit 11. November 2008 werden auch die Flugzeuge des Typs Boeing 757 und 767 in Eigenregie gewartet. Dies geschieht durch die Condor Technik GmbH, einer 100-prozentigen Tochter der Condor Flugdienst GmbH. Angesiedelt ist das Unternehmen in Frankfurt, wo zunächst 100 Mitarbeiter tätig sind. Zum 9. August 2010 wurden erstmals drei Auszubildende zum Fluggerätemechaniker eingestellt.[35][36][37] Zuvor wurden die Boeing-Flugzeuge der Condor von der Condor Cargo Technik, einer Tochter der Lufthansa Technik, gewartet. Mit Ausgliederung des Flugbetriebs der Condor Berlin an die Muttergesellschaft am 1. Mai 2013 ist das Unternehmen nun ein ausschließliches Wartungsunternehmen. Als Tochtergesellschaft der Thomas Cook Group Maintenance ist sie ab diesem Datum am Standort Flughafen Berlin-Schönefeld für die Wartung der Airbus-Flotte der Condor zuständig.[38]

Pilotenausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit November 2014 bildet die Condor in Kooperation mit der TFC Käufer an der Flugschule in Essen eigene Piloten aus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Condor ab Initio Programms (CAP) durchlaufen eine theoretische sowie eine praktische Phase, die besonders auf den Linienbetrieb und die Tätigkeit in einem Zwei-Mann-Cockpit ausgerichtet ist. Diese Ausbildung ist sehr praxisnah und bereitet die Flugschüler umfassend auf die Anforderungen im Flugbetrieb von Condor vor. Darüber hinaus beinhaltet die Ausbildung das Typerating, also die spezifische Lizenz, für entweder den Flugzeugtyp Airbus A320/A321 oder Boeing 757/B767.

Zwischenfälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrer Geschichte verzeichnet Condor bisher drei Totalverluste von Flugzeugen, davon zwei mit Todesopfern in den eigenen Maschinen:

  • Am 17. Oktober 1958 stellten die Piloten einer Vickers Viking 1B der Deutsche Flugdienst (Luftfahrzeugkennzeichen D-BELA) auf einem Frachtflug von London Heathrow zum Flughafen Düsseldorf über Belgien das rechte Triebwerk aufgrund niedrigen Öldrucks ab und leiteten eine Ausweichlandung in Brüssel ein. Da die Höhe nicht gehalten werden konnte, ordnete der Kapitän den Wiederstart des Triebwerks an, was vom Kopiloten ohne Benutzung der Checkliste durchgeführt wurde. Dies führte zu einem nicht löschbaren Motorbrand, woraufhin eine Notlandung in einem Feld bei Kamershoek nahe Zele (Belgien) durchgeführt wurde. Nachdem die drei Crewmitglieder das Flugzeug verlassen hatten, explodierte es.[39]
  • Am 31. Juli 1960 fielen beim Anflug auf den Flughafen Rimini nacheinander beide Motoren einer Convair CV-240 mit dem Kennzeichen D-BELU und 30 Passagieren und vier Besatzungsmitgliedern an Bord aus. Bei der anschließenden Notlandung einen Kilometer vor Beginn der Landebahn kam einer der Passagiere ums Leben.[40]
  • Am 20. Juli 1970 kollidierte eine Boeing 737-100 der Condor mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-ABEL nahe dem spanischen Tarragona im Flug mit einer Piper PA-28 (Kennzeichen EC-BRU), wobei alle drei Insassen der Piper ums Leben kamen. Die Boeing wurde repariert.[41]
  • Am 2. Januar 1988 kollidierte eine Boeing 737-200 mit dem Luftfahrzeugkennzeichen D-ABHD auf dem Condor-Flug 3782 beim Anflug auf den Flughafen Izmir mit einem Berg nahe Seferihisar. Die Maschine zerbrach in mehrere Teile und brannte aus. Von den 16 Menschen an Bord, elf Passagieren und fünf Besatzungsmitgliedern, überlebte niemand den Unfall. Es war ein Unfall der Kategorie gesteuerter Flug ins Gelände, der aufgrund falscher Verwendung von Navigationshilfen und vor allem mangelhafter Koordination der Besatzung geschah.[42]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl-Peter Ritter: Condor – Ferienflieger mit Tradition. ursa minor Verlag, Wedemark 2011, ISBN 978-3-9814609-0-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Condor Flugdienst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Condor – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. condor.com – Impressum abgerufen am 24. Februar 2017
  2. [1] abgerufen am 21. Oktober 2017
  3. Sven Weniger: Drei Propellermaschinen ins Heilige Land. Er machte das Fliegen erschwinglich: Der deutsche Charterflug wird sechzig. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. März 2016, S. R2.
  4. aero-dienst.de – Geschichte abgerufen am 2. Oktober 2015
  5. a b berlin-spotter.de – Artikel zur Geschichte der Condor, 29. November 2008
  6. Stauch, Günther: Das große Buch der Lufthansa, GeraMond-Verlag München 2003
  7. Der Spiegel – Ausgabe 20/1966, S. 59, online
  8. Foto der Maschine auf airliners.net abgerufen am 24. Juni 2013
  9. vgl. Karl-Peter Ritter: Condor-Ferienflieger mit Tradition
  10. Frankfurter Rundschau – Fliegende Blätter, 5. Mai 2012, Beilage
  11. Postkarte: InterCondor (Boeing 757-200 in neuer InterCondor-Bemalung), vermutlich 1990 veröffentlicht.
  12. flugzeug-fotos.de – Abbildung der InterCondor-Postkarte
  13. Die ZeitInter Condor: Das Kind von Interflug und Condor, Ausgabe 25/1990, 15. Juni 1990
  14. airfleets.net – Daten zur 747-400 (Kenn. D-ABTD) der Condor abgerufen am 17. Januar 2009
  15. 4investors.de – Markt-Kommentar
  16. finanztreff.de – Karstadt kann Lufthansa-Anteile an Condor nach zwei Jahren kaufen
  17. tagesschau – Dreierbündnis der Ferien- und Billigflieger geplatzt (Memento vom 30. September 2008 im Internet Archive)
  18. Thomas Cook übernimmt Condor vollständig von Lufthansa. aero.de, 31. Januar 2009; abgerufen am 9. Februar 2009.
  19. Financial Times DeutschlandNeue Heimat für Ferienflieger: Lufthansa stößt Condor ab, 9. Februar 2009 (Memento vom 31. Juli 2012 im Webarchiv archive.is)
  20. Frankfurter Allgemeine ZeitungCondor verlegt Sitz nach Gateway Gardens, 7. Mai 2010
  21. airliners.de – Condor Berlin wird eingegliedert, 8. März 2013
  22. airliners.de – Condor schließt Integration von Condor Berlin ab, 30. April 2013
  23. airliners.de – Thomas Cook vereinigt Marken unter einem neuen Symbol, 1. Oktober 2013
  24. Condor ab-initio Blog
  25. a b c d condor.com – Flugplan abgerufen am 17. März 2016
  26. a b planespotters.net – Condor Fleet Details and History (englisch), abgerufen am 1. Mai 2017
  27. a b condor.com – Unsere Flotte abgerufen am 24. Februar 2017
  28. AMECO BEIJING Winglets für Condor-767 in: Aero International, Ausgabe 12/2008, Seite 41; Jahr Top Special Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg
  29. Helsingin Sanomat – Finnair seeks partners for aircraft maintenance (englisch), abgerufen am 8. September 2009
  30. atomasfair.de – Atmosfair Airline Index
  31. aero.de – Fluggastpremiere für die neue Condor Langstreckenkabine abgerufen am 31. Oktober 2013
  32. condor.com – Sonderlackierungen abgerufen am 29. Oktober 2015
  33. jp aircraft-markings und JP airline-fleets international, diverse Jahrgänge
  34. Flight International, diverse Jahrgänge
  35. Condor Magazin – Condor baut eigenen Technikbetrieb auf, Ausgabe 1/2009, S. 17.
  36. Condor Newsletter – Premiere: Condor Technik bildet aus, Ausgabe 100, 23. August 2010.
  37. airliners.de – Condor mit eigener Line Maintenance für Boeing-Flotte, 11. November 2008
  38. airliners.de – Condor schließt Integration von Condor Berlin ab, 30. April 2013
  39. Unfallbericht Viking 1B D-BELA, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 8. Dezember 2017.
  40. Unfallbericht CV-240 D-BELU, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. November 2017.
  41. Unfallbericht B-737-100 D-ABEL, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. November 2017.
  42. Unfallbericht B-737-230 D-ABHD, Aviation Safety Network (englisch), abgerufen am 28. November 2017.