Ford P3

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Ford
Ford Taunus 17 M (1963)

Ford Taunus 17 M (1963)

Taunus 17 M (P3)
Produktionszeitraum: 1960–1964
Klasse: Obere Mittelklasse
Karosserieversionen: Limousine, Kombi, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,5–1,75 Liter
(40–55 kW)
Länge: 4452–4517 mm
Breite: 1670 mm
Höhe: 1450–1490 mm
Radstand: 2630 mm
Leergewicht: 940–1015 kg
Vorgängermodell Taunus 17 M (P2)
Nachfolgemodell Taunus 17 M (P5)

Der 1960 vorgestellte Taunus P3 (= Projekt 3, d. h. die dritte neue Pkw-Konstruktion der Ford-Werke Köln seit Ende des Zweiten Weltkriegs) ist ein Wagen der oberen Mittelklasse von Ford Deutschland. Er präsentierte sich in einer vom Designer Uwe Bahnsen kreierten neuartigen, sachlichen Form, für die der Slogan „Linie der Vernunft“ geprägt wurde.

Modellgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Taunus P3 verließ Ford die Trapezlinie des Vorgängermodells P2. Der Wagen hatte weder Heckflossen noch überbordenden Chromschmuck und wirkte wieder europäischer. Er sah nicht nur sachlicher aus, sondern war deutlich wirtschaftlicher und zweckmäßiger als sein Vorgänger: Die veränderte Karosserieform brachte einen um 20 % geringeren Kraftstoffverbrauch bei höheren Geschwindigkeiten mit sich sowie bessere Beschleunigungswerte und eine größere Höchstgeschwindigkeit. Die hochgezogene Windschutzscheibe war stark gewölbt. Die Oval-Scheinwerfer ergaben bei Abblendlicht eine deutlich bessere Lichtverteilung und -intensität. Durchgehende Längsträger der Ganzstahlkarosserie machten sie verwindungssteif, sodass für die viertürige Ausführung keine Verstärkungen erforderlich waren. Wenig fortschrittlich war hingegen die Beibehaltung der 6-V-Bordspannung. Zur Verbesserung des Bedienkomforts war auch der erste Gang des P3 synchronisiert.[1] Das Fahrwerk mit MacPherson-Federbeinen und Querlenkern an den einzeln aufgehängten Vorderrädern und einer Starrachse an Blattfedern hinten hatte Ford ohne wesentliche Änderungen vom P2 übernommen.

Neben der Limousine als Zwei- und Viertürer gab es den von Ford „Turnier“ genannten Kombi, anfangs mit hochgesetzten Heckleuchten am Dachrand, später mit auf die Kotflügel aufgesetzten und zuletzt mit in die Kotflügel eingesetzten Rücklichtern. Der Kombi hatte verstärkte hintere Federn und größere Reifen. Man konnte zeitweise unter drei verschiedenen Heckklappen wählen: die erste ist oben am Dach angeschlagen, die zweite ist eine an der linken Seite befestigte Tür[2] und die dritte ist am Wagenboden angeschlagen, die Heckscheibe musste zum Öffnen der Klappe erst mit einer Kurbel eingefahren werden.[3]

Während der gesamten Bauzeit hatte der Käufer die Wahl zwischen drei Motoren (1498, 1698 und 1758 cm³) und einer Vielzahl an Farbkombinationen von Lack und Inneneinrichtung. Auf Wunsch war bei Dreiganggetrieben die automatische Kupplung „Saxomat“ erhältlich.

Motorvarianten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Einzelnen gab es folgende Motoren:

  • 17 M 1500: 1498 cm³ mit 55 PS (1960–1964)
  • 17 M 1700: 1698 cm³ mit 60 PS (1960–1963)
  • 17 M 1700: 1698 cm³ mit 65 PS (1963–1964)
  • 17 M TS: 1758 cm³ mit 70 PS (1961–1963)
  • 17 M TS: 1758 cm³ mit 75 PS (1963–1964)

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit diesem Modell konnte Ford kurzzeitig zu den Zulassungszahlen von Opel aufschließen (Anzahl der gebauten P3 669.731 Stück, davon 86.010 Kombis). Noch heute sind mehrere hundert Fahrzeuge dieser Baureihe im Einsatz (meist mit Oldtimerzulassung).

In einer sehr geringen Zahl von etwa 150 Stück produzierte das Karosseriewerk Deutsch ein Cabriolet und eine Coupé-Variante. Einige Taunus P3 wurden in Südafrika und Griechenland zum Pickup umgebaut.

Der Taunus P3, der seinerzeit im Volksmund wegen seiner Form „Badewanne“ genannt wurde, gilt heute als Design-Meilenstein. Abgelöst wurde er vom Taunus 17 M der Baureihe P5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ford P3 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tuchen, Bernd: Ford Taunus 17 M P3 – Die Geschichte der legendären "Badewanne", Verlag Dr. Faustus, Büchenbach 2007, ISBN 978-3-933474-45-2.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mittelschwerer PKW neuer Linie. In: Kraftfahrzeugtechnik 12/1960, S. 494-495.
  2. https://www.youtube.com/watch?v=Vvurs72j5Ag
  3. Weiterode: Spritztour in der Badewanne, YouTube-Kanal der HNA-online vom 19. August 2012