Fritz Wolff (Architekt)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Fritz Wolff (* 15. März 1847 in Berlin; † 16. Juli 1921 in Bad Harzburg) war ein deutscher Architekt, preußischer Baubeamter und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fritz Wolff war ein Sohn des als „Tier-Wolff“ bekannten Berliner Bildhauers Friedrich Wilhelm Wolff. Nach seinem Abitur am Berliner Friedrich-Wilhelms-Gymnasium sammelte er als Baueleve bei Friedrich Adler erste praktische Erfahrungen im Bauwesen. Nach sechs Semestern Studium an der Berliner Bauakademie bestand er die Bauführerprüfung und arbeitete anschließend wiederum bei Friedrich Adler und bei Richard Lucae. 1873 errang er im Schinkel-Wettbewerb für seinen Entwurf eines Neubaus des Gewerbemuseums die Schinkel-Medaille.[1] 1874 legte er die Baumeisterprüfung (entsprechend dem späteren 2. Staatsexamen) ab.

Wolff arbeitete mehrere Jahre beim preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin, bis er 1881 zur Ministerial-Baukommission versetzt wurde.

Wolff nahm außerdem schon ab 1876 Lehraufträge am Gewerbemuseum und an der Bauakademie wahr. 1886 verließ er die staatliche Bauverwaltung und trat die Nachfolge von Hermann Ende als Professor an der Technischen Hochschule Charlottenburg an, 1900 wurde er zum Rektor der Hochschule gewählt. Erst mit der gesetzlichen Einführung der Altersgrenze für beamtete Hochschullehrer zum 1. April 1921 wurde Wolff emeritiert.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1918 verlieh die Technische Hochschule Hannover Wolff die Ehrendoktorwürde (als Dr.-Ing. E. h.). Er war Mitglied der Preußischen Akademie der Künste und trug den Titel Geheimer Baurat.

Bauten und Entwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Interimsbau des Pergamonmuseums (1897–1899)

1873 beteiligte sich Wolff gemeinsam mit dem Architekten Carl Cörper an dem Architekturwettbewerb für den Neubau des Schlesischen Provinzialmuseums der bildenden Künste in Breslau, ihr Entwurf erhielt auf Vorschlag der Jury einen (ursprünglich nicht vorgesehenen) 4. Preis in Höhe von 300 Talern.[2][3]

1874 übernahm Wolff nach seiner bestandenen Baumeisterprüfung zunächst die Bauleitung des von Richard Lucae entworfenen Palais Borsig, wobei ihm die Ausarbeitung der architektonischen Details zugeschrieben wird.

Als Mitarbeiter der Ministerial-Baukommission entwarf Wolff 1882 das Gebäude für die Neubauten der Provinzial-Steuerdirektion und des Packhofs in Berlin[3], bei dessen Bauausführung (1883–1886) er die Oberleitung ausübte. 1884 wurde sein Wettbewerbsentwurf für die Bebauung der Berliner Museumsinsel mit einem 2. Preis,[4] als indirekte Folge entwarf er den 1897–1899 ausgeführten Interimsbau für das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel[3], der nach neun Jahren durch den heutigen Bau nach dem Entwurf von Alfred Messel ersetzt wurde.

1885–1886 wurden nach Wolffs Plänen Umbau und Erweiterung des Ausstellungspalasts im ehemaligen Universum Landes-Ausstellungs-Park am Lehrter Bahnhof in Berlin-Moabit vorgenommen.[5] 1888 nahm er ohne Erfolg am Wettbewerb für das Empfangsgebäude des neuen Kölner Hauptbahnhofs teil.[3][6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Deutsche Bauzeitung, 7. Jahrgang 1873, Nr. 20 (vom 8. März 1873), S. 78.
  2. Deutsche Bauzeitung, 7. Jahrgang 1873, Nr. 78 (vom 27. September 1873), S. 305, und Nr. 84 (vom 18. Oktober 1873), S. 330. (Der Museumsbau wurde 1875–1879 in Überarbeitung des mit dem 1. Preis ausgezeichneten Entwurfs des Architekten Otto Rathey ausgeführt.)
  3. a b c d vergleiche Bestand zu Fritz Wolff beim Architekturmuseum der Technischen Universität Berlin
  4. Zweiter Preis für den Entwurf Museumsinsel (PDF; 906 kB), Im Centralblatt der Bauverwaltung, Nr. 15, 12. April 1884, S. 143., abgerufen am 27. Dezember 2012
  5. Centralblatt der Bauverwaltung, 6. Jahrgang 1886, Nr. 19 (vom 8. Mai 1886), S. 177–179.
  6. Centralblatt der Bauverwaltung, 8. Jahrgang 1888, Nr. 26 (vom 30. Juni 1888), S. 283.