Glauburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Glauburg
Glauburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Glauburg hervorgehoben

Koordinaten: 50° 19′ N, 9° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 124 m ü. NHN
Fläche: 12,67 km2
Einwohner: 3034 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 239 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63695
Vorwahl: 06041
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 010
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 34
63695 Glauburg
Website: www.glauburg.de
Bürgermeister: Carsten Krätschmer (SPD)
Lage der Gemeinde Glauburg im Wetteraukreis
ButzbachMünzenbergRockenbergOber-MörlenBad NauheimFriedberg (Hessen)Rosbach vor der HöheWöllstadtKarbenBad VilbelWölfersheimReichelsheim (Wetterau)NiddatalFlorstadtEchzellReichelsheim (Wetterau)NiddaHirzenhainGedernRanstadtGlauburgAltenstadt (Hessen)LimeshainOrtenberg (Hessen)KefenrodBüdingenLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisHochtaunuskreisFrankfurt am MainMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Glauburg ist eine Gemeinde im hessischen Wetteraukreis. Historisch gehörte Glauburg zu Region Oberhessen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glauburg liegt am Fuße des Vogelsberges angrenzend an die Landschaft Wetterau.

Nachbargemeinden sind im Nordwesten die Gemeinde Ranstadt, im Nordosten die Stadt Ortenberg, im Südosten die Stadt Büdingen, im Südwesten die Gemeinde Altenstadt sowie im Westen die Stadt Florstadt.

Die Gemeinde setzt sich aus den Ortsteilen Glauberg und Stockheim zusammen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Glauberg erfolgte 844–846 unter dem Namen in marca Gloubero im Lorscher Codex, einem Güterverzeichnis des Reichsklosters Lorsch. Stockheim tauchte erstmals 1198 in einem Dokument auf.
siehe unter Burg Glauburg

Bis 1806 gehörte Glauberg zum Gebiet der Grafen zu Stolberg-Gedern. Stockheim dagegen gehörte bis 1816 zum Gebiet der Fürsten von Isenburg-Büdingen.

Gemeindebildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde „Glauburg“ wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen durch den freiwilligen Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Glauberg und Stockheim zum 1. Juli 1971 neu gebildet.[2][3] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Glauburg 3070 Einwohner. Darunter waren 144 (4,7 %) Ausländer, von denen 58 aus dem EU-Ausland, 45 aus anderen Europäischen Ländern und 41 aus anderen Staaten kamen.[4] Die Einwohner lebten in 1368 Haushalten. Davon waren 411 Singlehaushalte, 343 Paare ohne Kinder und 429 Paare mit Kindern, sowie 157 Alleinerziehende und 28 Wohngemeinschaften.[5] 1844 Einwohner gehörten der evangelischen (60,1 %) und 494 Einwohner der katholischen (16,1 %) Konfession an.[6]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glauburg: Einwohnerzahlen von 1973 bis 2015
Jahr  Einwohner
1973
  
2.951
1975
  
2.894
1980
  
2.943
1985
  
3.039
1990
  
3.026
1995
  
3.335
2000
  
3.290
2005
  
3.220
2010
  
3.112
2011
  
3.070
2015
  
3.032
Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[7]; Zensus 2011[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[8] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[9][10][11]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
    
Insgesamt 15 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
FWG Freie Wählergemeinschaft Glauburg 46,5 7 45,4 7 35,7 7 35,6 7 31,5 6
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 22,5 3 30,0 4 36,7 7 41,4 8 45,7 9
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 16,5 3 11,5 2 13,1 2 6,9 1 7,4 1
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 14,6 2 13,1 2 14,5 3 16,1 3 15,5 3
Gesamt 100,0 15 100,0 15 100,0 15 100,0 19 100,0 19
Wahlbeteiligung in % 57,8 55,5 52,8 57,9 60,9

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[12] Seit der Bürgermeisterwahl vom 27. September 2009 hat Carsten Krätschmer dieses Amt inne. Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:[12]

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
27.9.2015 Carsten Krätschmer SPD 66,7
Werner Christiansen FWG 33,3
Wahlbeteiligung in % 54,1
27.9.2009 Carsten Krätschmer SPD 61,0
Thomas Meißner FWG 39,0
Wahlbeteiligung in % 79,0
2003 Wilfried Schneider SPD 22,9
Gerd Mordier 77,1
Wahlbeteiligung in % 81,7
1997 Eberhard Langlitz SPD 91,1
Wahlbeteiligung in % 62,1

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Vulkanradweg ist auf der ehemaligen Bahnstrecke Stockheim–Lauterbach (Hessen) angelegt und bis Altenstadt verlängert als Teil des BahnRadweges Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.
  • Ein Fußballplatz und eine Turnhalle bzw. ein Dorfgemeinschaftshaus ist in jedem Ortsteil vorhanden.
  • Im Ortsteil Stockheim liegen der öffentliche Kindergarten, der private Bauernhofkindergarten und die Keltenberg-Grundschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue des Büdinger Künstlers Axel Gallun am Keltenkreisel in Glauberg

Der Keltenfürst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Diller überreicht ein „Rotes Album“

Das deutsche Sonderpostwertzeichen „Keltenfürst vom Glauberg“ (144 Ct., Auflage: 17 Millionen, Grafiker: Werner Schmidt, Frankfurt am Main) aus der Serie Archäologie in Deutschland wurde am 7. Januar 2005 durch den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Karl Diller (MdB) in Büdingen vorgestellt.

Schon seit Jahrzehnten forschen Archäologen am Glauberg nach den früheren Kelten, die immer noch viele Rätsel aufgeben. Erst bei einem Erkundungsflug im Jahr 1988 erkannten Heimatforscher am Südhang des Glaubergs die Spuren eines riesigen Grabhügels in einem Getreidefeld. Später kam noch ein zweiter Grabhügel hinzu, der durch geophysikalische Messungen lokalisiert werden konnte. Beide Hügel waren eingeebnet und vom Boden aus nicht zu erkennen. 1994 begann das Landesamt für Denkmalpflege in Hessen mit einer mehrjährigen Ausgrabung. Heute ist die Grabanlage restauriert. Die Bestattungsstätten zweier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber zählen zu den prachtvollsten, die aus frühkeltischer Zeit bekannt sind. Eine weitere Sensation war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Statue ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung in Form eines Mistelblattes versehen. Da die Mistel bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Fürsten als oberster Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund keltischer Kultur in Hessen.
  • Das Glauberg-Museum zeigt Fundstücke aus der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter.
  • Ein eigenes Museumsgebäude auf dem Glauberg, die Keltenwelt am Glauberg, wurde am 6. Mai 2011 eröffnet. Dieses Museum wurde zum Teil vom Land Hessen und der Gemeinde finanziert. Kurze Zeit nach der Eröffnung erhielt das Gebäude den hessischen Architekturpreis 2011 für vorbildliches Bauen. Optisch wie aus dem Berg schwebend gibt es durch sein Panoramafenster den Blick auf den rekonstruierten keltischen Grabhügel frei.[13]

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzgebiet „Nidderauen von Stockheim“:

Landschaftsschutzgebiete „LSG Glauberg“ und „LSG Auenverbund Wetterau“:

Neun Naturdenkmäler:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Glauburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Glauburg – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 13. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  3. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.
  4. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Glauburg. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  5. Haushalte nach Familien: Glauburg. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  6. Religionszugehörigkeit: Glauburg. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  7. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  8. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  9. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  12. a b Bürgermeister-Direktwahlen inGlauburg. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  13. Die Keltenwelt am Glauberg