Glauburg

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Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Glauburg in Hessen, für die gleichnamige Frankfurter Patrizierfamilie siehe Glauburg (Familie) und für die Ruine Glauburg.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Glauburg
Glauburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Glauburg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 19′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 130 m ü. NHN
Fläche: 12,67 km²
Einwohner: 3015 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner je km²
Postleitzahl: 63695
Vorwahl: 06041
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 010
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstr. 34
63695 Glauburg
Webpräsenz: www.glauburg.de
Bürgermeister: Carsten Krätschmer (SPD)
Lage der Gemeinde Glauburg im Wetteraukreis
Butzbach Münzenberg Rockenberg Ober-Mörlen Bad Nauheim Friedberg (Hessen) Rosbach vor der Höhe Wöllstadt Karben Bad Vilbel Wölfersheim Reichelsheim (Wetterau) Niddatal Florstadt Echzell Reichelsheim (Wetterau) Nidda Hirzenhain Gedern Ranstadt Glauburg Altenstadt (Hessen) Limeshain Ortenberg (Hessen) Kefenrod Büdingen Lahn-Dill-Kreis Landkreis Gießen Vogelsbergkreis Hochtaunuskreis Frankfurt am Main Main-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Glauburg ist eine Gemeinde im Wetteraukreis in Hessen, Deutschland. Historisch gehörte der Ort zu Oberhessen.

Die Gemeinde setzt sich aus den Ortsteilen Glauberg und Stockheim zusammen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glauburg liegt am Fuße des Vogelsberges angrenzend an die Landschaft Wetterau.

Nachbargemeinden sind im Nordwesten die Gemeinde Ranstadt, im Nordosten die Stadt Ortenberg, im Südosten die Stadt Büdingen, im Südwesten die Gemeinde Altenstadt sowie im Westen die Stadt Florstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glauberg wurde im Jahre 802 erstmals urkundlich erwähnt. Stockheim tauchte erstmals 1198 in einem Dokument auf.
siehe unter Burg Glauburg

Bis 1806 gehörte Glauberg zum Gebiet der Grafen zu Stolberg-Gedern. Stockheim dagegen gehörte bis 1816 zum Gebiet der Fürsten von Isenburg-Büdingen.

Die Gemeinde „Glauburg“ wurde mit der Gebietsreform in Hessen durch den Zusammenschluss der bisherigen Gemeinden Glauberg und Stockheim am 1. Juli 1971 neu gebildet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[3] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[4][5]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 15 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften  %
2016
Sitze
2016
 %
2011
Sitze
2011
 %
2006
Sitze
2006
 %
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 30,0 4 36,7 7 41,4 8 45,7 9
FWG Freie Wählergemeinschaft Glauburg 45,4 7 35,7 7 35,6 7 31,5 6
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 13,1 2 14,5 3 16,1 3 15,5 3
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,5 2 13,1 2 6,9 1 7,4 1
Gesamt 100,0 15 100,0 19 100,0 19 100,0 19
Wahlbeteiligung in % 55,5 52,8 57,9 60,9

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Bürgermeisterwahl vom 27. September 2009 hat Carsten Krätschmer dieses Amt inne. Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
27.9.2015 Carsten Krätschmer SPD 66,7
Werner Christiansen FWG 33,3
Wahlbeteiligung in % 54,1
27.9.2009 Carsten Krätschmer SPD 61,0
Thomas Meißner FWG 39,0
Wahlbeteiligung in % 79,0
2003 Wilfried Schneider SPD 22,9
Gerd Mordier 77,1
Wahlbeteiligung in % 81,7
1997 Eberhard Langlitz SPD 91,1
Wahlbeteiligung in % 62,1

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Vulkanradweg ist auf der ehemaligen Bahnstrecke Stockheim–Lauterbach (Hessen) angelegt und bis Altenstadt verlängert als Teil des BahnRadweges Hessen, der auf ehemaligen Bahntrassen ca. 250 km durch den Vogelsberg und die Rhön führt.
  • Ein Fußballplatz und eine Turnhalle bzw. ein Dorfgemeinschaftshaus ist in jedem Ortsteil vorhanden.
  • Im Ortsteil Stockheim liegen der öffentliche Kindergarten, der private Bauernhofkindergarten und die Keltenberg-Grundschule.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Statue des Büdinger Künstlers Axel Gallun am Keltenkreisel in Glauberg

Der Keltenfürst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karl Diller überreicht ein „rotes Album“

Das deutsche Sonderpostwertzeichen „Keltenfürst vom Glauberg“ (144 Ct., Auflage: 17 Millionen, Grafiker: Werner Schmidt, Frankfurt am Main) aus der Serie Archäologie in Deutschland wurde am 7. Januar 2005 durch den parlamentarischen Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen Karl Diller (MdB) in Büdingen vorgestellt.

Schon seit Jahrzehnten forschen Archäologen am Glauberg nach den früheren Kelten, die immer noch viele Rätsel aufgeben. Erst bei einem Erkundungsflug im Jahr 1988 erkannten Heimatforscher am Südhang des Glaubergs die Spuren eines riesigen Grabhügels in einem Getreidefeld. Später kam noch ein zweiter Grabhügel hinzu, der durch geophysikalische Messungen lokalisiert werden konnte. Beide Hügel waren eingeebnet und vom Boden aus nicht zu erkennen. 1994 begann das Landesamt für Denkmalpflege in Hessen mit einer mehrjährigen Ausgrabung. Heute ist die Grabanlage restauriert. Die Bestattungsstätten zweier keltischer Krieger aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. belegen die gehobene Stellung der Verstorbenen. Die Gräber zählen zu den prachtvollsten, die aus frühkeltischer Zeit bekannt sind. Eine weitere Sensation war die Entdeckung einer lebensgroßen Steinfigur eines Kriegers. Die bis auf die Füße vollständig erhaltene Statue ist mit einer haubenartigen Kopfbedeckung in Form eines Mistelblattes versehen. Da die Mistel bei den Kelten eine wichtige kultische Bedeutung besaß, mag dies auf die Rolle des Fürsten als oberster Priester hinweisen. Diese Figur des „Keltenfürsten vom Glauberg“ ist bislang der bedeutendste Fund keltischer Kultur in Hessen.
  • Das Glauberg-Museum zeigt Fundstücke aus der Altsteinzeit bis ins Hochmittelalter.
  • Ein eigenes Museumsgebäude auf dem Glauberg, die Keltenwelt am Glauberg, wurde am 6. Mai 2011 eröffnet. Dieses Museum wurde zum Teil vom Land Hessen und der Gemeinde finanziert. Kurze Zeit nach der Eröffnung erhielt das Gebäude den hessischen Architekturpreis 2011 für vorbildliches Bauen. Optisch wie aus dem Berg schwebend gibt es durch sein Panoramafenster den Blick auf den rekonstruierten keltischen Grabhügel frei.

Natur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutzschutzgebiet "Nidderauen von Stockheim":

Landschaftsschutzgebiete "LSG Glauberg" und "LSG Auenverbund Wetterau":

Neun Naturdenkmäler:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.
  3. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Glauburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Glauburg – Reiseführer