Echzell

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Echzell
Echzell
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Echzell hervorgehoben

Koordinaten: 50° 23′ N, 8° 53′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 129 m ü. NHN
Fläche: 37,61 km2
Einwohner: 5781 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 154 Einwohner je km2
Postleitzahlen: 61209, 61200
Vorwahlen: 06008, 06035
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 006
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Lindenstraße 9
61209 Echzell
Website: www.echzell.de
Bürgermeister: Wilfried Mogk (parteilos)
Lage der Gemeinde Echzell im Wetteraukreis
ButzbachMünzenbergRockenbergOber-MörlenBad NauheimFriedberg (Hessen)Rosbach vor der HöheWöllstadtKarbenBad VilbelWölfersheimReichelsheim (Wetterau)NiddatalFlorstadtEchzellReichelsheim (Wetterau)NiddaHirzenhainGedernRanstadtGlauburgAltenstadt (Hessen)LimeshainOrtenberg (Hessen)KefenrodBüdingenLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisHochtaunuskreisFrankfurt am MainMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Echzell ist eine Gemeinde im hessischen Wetteraukreis.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nidda
Wölfersheim Nachbargemeinden
Reichelsheim Ranstadt

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Echzell besteht aus den Ortsteilen Bingenheim, Bisses, Echzell, Gettenau und Grund-Schwalheim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Urgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rekonstruierte Mauern des Kastellbades an der Kirche.

Zahlreiche archäologische Funde weisen eine seit ca. 5000 v. Chr. nicht unterbrochene Besiedlung des Echzeller Gebiets nach.

Am Nordwestrand des heutigen Dorfes befand sich von ca. 90 n. Chr.–260 n. Chr. ein großes Römerkastell[2] für 1000 Soldaten als Teil des Wetterau-Limes (→ Kastell Echzell). Die Kirche steht auf den Resten der römischen Badeanlagen; einige Grundmauern sind im Pflaster davor markiert. Nahe der Kirche steht die Replik einer römischen Jupitergigantensäule, die vor wenigen Jahren südlich des Orts gefunden wurde.

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die älteste erhaltene schriftliche Erwähnung von Echzell findet sich in einer Urkunde vom 28. Juli 782 als Ahizuuila.

Der Ort lag in der ehemaligen Fuldischen Mark, die dann zur Grafschaft Nidda wurde, die Anfang des 13. Jahrhunderts in der Grafschaft Ziegenhain aufging. Der Ort gehörte zum Amt Bingenheim. Die Ämter-Struktur wurde im Großherzogtum Hessen 1821 aufgelöst (siehe: Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung). Die bisher von den Ämtern wahrgenommenen Aufgaben wurden Landräten (zuständig für die Verwaltung) und Landgerichten (zuständig für die Rechtsprechung) übertragen.[3] Echzell kam so zum Landratsbezirk Nidda und zum Landgericht Nidda. Die gerichtliche Zuständigkeit wechselte 1879 zum Amtsgericht Nidda.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde auf freiwilliger Basis am 31. Dezember 1970 die bis dahin eigenständige Gemeinde Grund-Schwalheim als Ortsteil in die Gemeinde Echzell eingegliedert.[4] Am 1. Juli 1971 erfolgte der Zusammenschluss mit der Gemeinde Gettenau zu einer Gemeinde mit dem Namen Echzell.[5] Als Sitz der Gemeindeverwaltung wurde der Ortsteil Echzell festgelegt. Die Gemeinde Bisses wurde am 1. Oktober 1971 eingegliedert.[6] Die Eingliederung von Bingenheim kraft Landesgesetz beendete am 1. August 1972 die Reihe der Zusammenschlüsse und Eingemeindungen.[7][8] Ortsbezirke nach der Hessischen Gemeindeordnung wurden nicht errichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Echzell 5593 Einwohner. Darunter waren 280 (5,0 %) Ausländer, von denen 90 aus dem EU-Ausland, 152 aus anderen Europäischen Ländern und 38 aus anderen Staaten kamen.[9] Die Einwohner lebten in 2253 Haushalten. Davon waren 640 Singlehaushalte, 644 Paare ohne Kinder und 725 Paare mit Kindern, sowie 208 Alleinerziehende und 36 Wohngemeinschaften.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Echzell: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2015
Jahr  Einwohner
1834
  
1.585
1840
  
1.630
1846
  
1.679
1852
  
1.622
1858
  
1.581
1864
  
1.638
1871
  
1.518
1875
  
1.511
1885
  
1.553
1895
  
1.580
1905
  
1.586
1910
  
1.557
1925
  
1.602
1939
  
1.611
1946
  
2.326
1950
  
2.488
1956
  
2.278
1961
  
2.347
1967
  
2.378
1973
  
4.781
1975
  
5.030
1980
  
5.288
1985
  
5.150
1990
  
5.454
1995
  
5.887
2000
  
6.020
2005
  
5.893
2010
  
5.760
2011
  
5.593
2015
  
5.701
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: Hessisches Statistisches Informationssystem[11]; Zensus 2011[9]
Ab 1970 einschließlich der im Zuge der Gebietsreform in Hessen eingegliederten Orte.

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1961: 1878 evangelische (= 80,02 %), 439 katholische (= 18,70 %) Einwohner[12]
• 2011: 3035 evangelische (= 54,3 %), 859 katholische (= 15,4 %), 1699 sonstige (= 30,4 %) Einwohner[13]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[14] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
   
Insgesamt 31 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 55,6 17 45,8 14 44,3 14 53,1 17
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 29,6 9 30,3 10 34,5 11 30,4 9
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 14,8 5 16,7 5 9,6 3
FWG Freie Wählergemeinschaft Echzell 7,1 2 11,6 3 16,5 5
Gesamt 100 31 100 31 100 31 100 31
Wahlbeteiligung in % 53,8 52,4 51,7 58,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2013 Wilfried Mogk parteilos 79,9
Jochen Degkwitz CDU 20,1
Wahlbeteiligung in % 72,5
2007 Dieter Müller SPD 53,9
Werner Müller CDU 46,1
Wahlbeteiligung in % 59,0
2001 Dieter Müller SPD 64,4
Lothar Moßmann FWG 35,6
Wahlbeteiligung in % 48,8
1995 Dieter Müller SPD 61,2
Andreas Günther CDU 38,8
Wahlbeteiligung in % 69,3

Am 1. November 2013 trat der neu gewählte Bürgermeister Wilfried Mogk sein Amt an und löste den seit 1995 amtierenden Dieter Müller (SPD) ab.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grundrisse eines Römerbades, entdeckt unter der evangelischen Kirche
  • Heimatmuseum, untergebracht in der ehemals ältesten Apotheke der Region
  • Jupitersäule, ausgegraben in den 1990er Jahren, darauf restauriert und vor dem Heimatmuseum aufgestellt
  • landgräfliches Jagdschloss, errichtet 1742, ehemals Wasserburg

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Echzell

Der Bahnhof Echzell liegt an der Bahnstrecke Beienheim–Schotten. Die Züge der RB 32 verkehren im Stundentakt von Friedberg (Hess) über Beienheim, Reichelsheim (Wetterau), Echzell und Bad Salzhausen nach Nidda. In der Hauptverkehrszeit verkehren auf der Strecke durchgehende Züge von und nach Frankfurt (Main) Hbf.

Den öffentlichen Personennahverkehr wird von der Verkehrsgesellschaft Oberhessen GmbH im Rahmen des Rhein-Main-Verkehrsverbundes besorgt.

Echzell liegt an den L 3188 (Rodheim (Hungen)Stammheim (Florstadt)) und L 3412 (Verbindung zur B 455). Die Kreisstraße K 181 führt zur B 455 nahe der Autobahnauffahrt 37 (Wölfersheim) der Bundesautobahn 45.

Der Deutsche Limes-Radweg führt durch den Ort. Er folgt dem Obergermanisch-Raetischen Limes über 818 km von Bad Hönningen am Rhein nach Regensburg an der Donau.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Internatsgymnasium Lucius[15] bietet Platz für etwa 150 Schüler.
  • Die Kurt-Moosdorf-Schule ist eine reine Grundschule. Bis 2007 bestand noch ein Hauptschulzweig und bis 2005 eine Förderstufe.
  • Im Ortsteil Bingenheim befindet sich die Lebensgemeinschaft Bingenheim, eine Einrichtung der Behindertenhilfe mit Wohnheim, Werkstätten für behinderte Menschen und Waldorf-Förderschule.[16]

Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Februar 2020 wurde bestätigt, dass der US-Konzern und Online-Versandhändler Amazon beabsichtigt, ein neues Verteilzentrum mit etwa 8500 Quadratmeter Größe am Rande des Ortsteils Grund-Schwalheim zu errichten.[17]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Echzell geboren

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Echzell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. Vgl. „Das große Alenkastell Echzell“
  3. Verordnung Die Eintheilung des Landes in Landraths- und Landgerichtsbezirke betreffend vom 14. Juli 1821. In: Großherzoglich Hessisches Regierungsblatt Nr. 33 vom 20. Juli 1821, S. 403–415 (411f).
  4. Eingliederung der Gemeinde Grund-Schwalheim in die Gemeinde Echzell, Landkreis Büdingen vom 7. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 4, S. 143, Punkt 188 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,3 MB]).
  5. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 21. Juni 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 28, S. 1117, Punkt 988; Abs. 29. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 5,0 MB]).
  6. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 17. September 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 39, S. 1603, Punkt 1320; Abs. 5. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 9,2 MB]).
  7. Gesetz zur Neugliederung der Landkreise Büdingen und Friedberg (GVBl. II 330-19) vom 11. Juli 1972. In: Der Hessische Minister des Innern (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1972 Nr. 17, S. 230, § 8 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,2 MB]).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352–353.
  9. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: Echzell. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  10. Haushalte nach Familien: Echzell. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  11. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  12. Echzell, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  13. Religionszugehörigkeit: Echzell. In: Zensus2011. Bayerisches Landesamt für Statistik, abgerufen im Dezember 2020.
  14. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  15. Vgl. Internatsgymnasium Institut Lucius
  16. Homepage der Lebensgemeinschaft Bingenheim
  17. Wolfram Ahlers: Amazon baut Verteilzentrum in Echzell. In: https://www.faz.net/. Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH, abgerufen am 9. März 2020 (deutsch).