Limeshain

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Limeshain
Limeshain
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Limeshain hervorgehoben

Koordinaten: 50° 16′ N, 9° 0′ O

Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Wetteraukreis
Höhe: 206 m ü. NHN
Fläche: 12,5 km2
Einwohner: 5747 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 460 Einwohner je km2
Postleitzahl: 63694
Vorwahlen: 06047, 06048
Kfz-Kennzeichen: FB, BÜD
Gemeindeschlüssel: 06 4 40 014
Gemeindegliederung: 3 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Zentrum 2
63694 Limeshain
Website: www.limeshain.de
Bürgermeister: Adolf Ludwig (SPD)
Lage der Gemeinde Limeshain im Wetteraukreis
ButzbachMünzenbergRockenbergOber-MörlenBad NauheimFriedberg (Hessen)Rosbach vor der HöheWöllstadtKarbenBad VilbelWölfersheimReichelsheim (Wetterau)NiddatalFlorstadtEchzellReichelsheim (Wetterau)NiddaHirzenhainGedernRanstadtGlauburgAltenstadt (Hessen)LimeshainOrtenberg (Hessen)KefenrodBüdingenLahn-Dill-KreisLandkreis GießenVogelsbergkreisHochtaunuskreisFrankfurt am MainMain-Kinzig-KreisKarte
Über dieses Bild

Limeshain ist eine Gemeinde im hessischen Wetteraukreis. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Himbach.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Limeshain besteht aus den Ortsteilen Hainchen, Himbach und Rommelhausen. Sie grenzt im Westen und Norden an die Gemeinde Altenstadt, im Osten an die Stadt Büdingen, im Süden an die Gemeinde Hammersbach (Main-Kinzig-Kreis) sowie im Südwesten an die Stadt Nidderau (Main-Kinzig-Kreis).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Rommelhausen wurde im Jahr 930 als Ruommothusen erstmals urkundlich erwähnt. Die erste Erwähnung des Ortes Himbach findet sich in einer Urkunde Heinrichs IV. aus dem Jahr 1057 als Hintbach[2]. Hainchen wurde erst 1367 als „Zu dem Hain“ erwähnt. Ebenso wie Himbach gehörte es zu dieser Zeit zum Gericht Eckartshausen.

Die drei bis dahin verschiedenen Landratsbezirken zugeordneten Ortschaften gehörten ab dem Jahr 1874 zum Landkreis Büdingen.

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 31. Dezember 1971 fusionierten im Zuge der Gebietsreform in Hessen die bis dahin selbständigen Gemeinden Hainchen, Himbach und Rommelhausen zur neuen Gemeinde Limeshain.[3][4]

Am 1. August 1972 wurde der Altkreis Büdingen aufgelöst. Die Gemeinde Limeshain wurde dem neuen Wetteraukreis zugeordnet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Limeshain 5255 Einwohner. Darunter waren 492 (9,4 %) Ausländer, von denen 142 aus dem EU-Ausland, 276 aus anderen Europäischen Ländern und 75 aus anderen Staaten kamen.[5] Nach dem Lebensalter waren 927 Einwohner unter 18 Jahren, 2259 waren waren zwischen 18 und 49, 1131 zwischen 50 und 64 und 936 Einwohner waren älter.[6] Die Einwohner lebten in 2220 Haushalten. Davon waren 576 Singlehaushalte, 666 Paare ohne Kinder und 747 Paare mit Kindern, sowie 195 Alleinerziehende und 36 Wohngemeinschaften. In 381 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 1518 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[6]

Einwohnergröße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Limeshain: Einwohnerzahlen von 1970 bis 2019
Jahr  Einwohner
1970
  
2.770
1973
  
3.233
1975
  
3.489
1980
  
4.033
1985
  
4.201
1990
  
4.869
1995
  
5.351
2000
  
5.595
2005
  
5.455
2010
  
5.362
2011
  
5.255
2015
  
5.480
2019
  
5.747
Quellen: LAGIS[7]; Hessisches Statistisches Informationssystem[8]; Zensus 2011[5]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

• 1987: 2734 evangelische (= 62,53 %), 860 katholische (= 19,67 %), 778 sonstige (= 17,79 %) Einwohner[9]
• 2011: 2459 evangelische (= 46,79 %), 897 katholische (= 17,07 %), 1900 sonstige (= 36,16 %) Einwohner[9]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 14. März 2021 lieferte folgendes Ergebnis,[10] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[11][12][13]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2021
   
Insgesamt 23 Sitze
Parteien und Wählergemeinschaften 2021 2016 2011 2006 2001
% Sitze % Sitze % Sitze % Sitze % Sitze
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 50,3 12 65,1 18 55,0 15 51,7 14 52,5 14
UBL Unabhängige Bürgerliste Limeshain 26,2 6
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 23,4 5 10,7 3 12,2 3
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 24,2 6 17,6 5 22,7 6 22,4 6
FWG Freie Wählergemeinschaft Limeshain 15,2 4 25,6 7 25,1 7
Gesamt 100,0 23 100,0 27 100,0 27 100,0 27 100,0 27
Wahlbeteiligung in % 47,4 47,8 46,0 44,0 49,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem Jahr 1993 werden in Hessen die Bürgermeister für sechs Jahre direkt gewählt.[14]

Die vergangenen Bürgermeisterwahlen lieferten folgende Ergebnisse:[14]

Jahr Kandidaten Partei %
Ergebnis
2020 Adolf Ludwig SPD 71
Wahlbeteiligung in % 46,8
2014 Adolf Ludwig SPD 89,5
Wahlbeteiligung in % 35,3
2008 Adolf Ludwig SPD 89,7
Wahlbeteiligung in % 64,9
2002 Adolf Ludwig SPD 92,1
Wahlbeteiligung in % 34,3
1996 Klaus Hühn SPD 88,2
Wahlbeteiligung in % 46,1

Der seit 2002 amtierende Bürgermeister Adolf Ludwig (SPD) wurde am 19. Januar 2014 im ersten Wahlgang ohne Gegenkandidaten mit 89,5 % der Stimmen für eine dritte Amtsperiode wiedergewählt. Die Wahlbeteiligung betrug 35,3 %. Für die vierte Amtszeit, die mit 46,8 % Wahlbeteiligung am 1. Nov. 2020 stattfand, bekam er 71 %.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Gemeindegebiet verläuft der Obergermanisch-Raetische Limes, eine von den Römern bis etwa 260 n. Chr. unterhaltene Grenzanlage mit Kastellen und Beobachtungstürmen. Dazu gehört das Kleinkastell „Auf dem Buchkopf“ bei Rommelhausen. Noch heute im Gelände sichtbare Reste dieser Befestigungsanlagen sind westlich bis südlich von Rommelhausen erhalten und können über zu diesem Zweck angelegte Wanderwege erkundet werden.

Ein 25 Meter langes rekonstruiertes Teilstück des Limes zeigt den Ausbauzustand um 200 n. Chr. Die Rekonstruktion wurde im Zusammenhang mit einem archäologischen und naturkundlichen Wanderlehrpfad nach der Idee von Bürgermeister a. D. Klaus Hühn während seiner Amtszeit errichtet. Etwas weiter südlich wurde im Jahr 2013 der 11,46 Meter hohe,[15] rekonstruierte Steinturm des Wachtposten 4/103 „Eckartshäuser Unterwald“ eingeweiht.[16]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hessisches Statistisches Landesamt: Bevölkerungsstand am 31.12.2019 (Landkreise und kreisfreie Städte sowie Gemeinden, Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011)  (Hilfe dazu).
  2. RI III,2,3 n. 112, in: Regesta Imperii Online, http://www.regesta-imperii.de/id/1057-05-28_1_0_3_2_3_112_112.
  3. Gemeindegebietsreform in Hessen: Zusammenschlüsse und Eingliederungen von Gemeinden vom 29. November 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 48, S. 1917, Punkt 1571; Abs. 7. (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,1 MB]).
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 352.
  5. a b Bevölkerung nach Staatsangehörigkeitsgruppen: GGG. In: Zensus2011. Statistisches Bundesamt, abgerufen im März 2021.
  6. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 52 und 106;.
  7. Limeshain, Wetteraukreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 1. Juni 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  8. Hessisches Statistisches Informationssystem In: Statistik.Hessen.
  9. a b Ausgewählte Strukturdaten über die Bevölkerung am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 191;.
  10. Ergebnis der Gemeindewahl am 14. März 2021. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2021.
  11. Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im April 2016.
  12. Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011. In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2011.
  13. Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006. (Nicht mehr online verfügbar.) In: Webauftritt. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original; abgerufen im April 2006.
  14. a b Bürgermeister-Direktwahlen in Limeshain. In: Statistik.Hessen. Hessisches Statistisches Landesamt, abgerufen im Januar 2021.
  15. Limes-Wachturm wird am 17. August eröffnet in der Wetterauer Zeiturng vom 7. August 2013, abgerufen am 12. Februar 2020
  16. Der Limeswachturm auf der Webseite der Gemeindeverwaltung Limeshain

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Limeshain – Sammlung von Bildern