Graue Wölfe

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Der „Wolfsgruß“ der Grauen Wölfe. Dieses Handzeichen hat aber auch viele andere Bedeutungen.

Graue Wölfe (türkisch Bozkurtlar oder Bozkurtçular) ist die Bezeichnung für türkische Rechtsextremisten wie Mitglieder der Partei der Nationalistischen Bewegung (MHP) oder der Partei der Großen Einheit (BBP). Sie haben in der Vergangenheit und besonders in den 1970er Jahren zahlreiche Gewalttaten und Morde begangen.[1][2][3][4] Sie bezeichnen sich selbst als „Idealisten“ (Ülkücüler).

In Deutschland wird die Partei durch drei Dachorganisation vertreten, denen bundesweit rund 303 Vereine mit mehr als 18.500 Mitgliedern angehören. Die älteste in Deutschland aktive Organisation ist die Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland (ADÜTDF) bzw. Türkische Föderation (Türk Federasyon), die als Gründungsmitglied der Türkischen Konföderation in Europa (Avrupa Türk Konfederasyon [!]) angehört. Weiterhin werden Mitglieder des Verbandes der türkischen Kulturvereine in Europa (ATB) und der Union der türkisch-islamischen Kulturvereine in Europa (ATIB) der Bewegung zugerechnet. Auch unorganisierte Nationalisten begreifen sich teilweise als „Idealisten“.[5] Die Jugendorganisation der Grauen Wölfe ist die „Idealisten-Jugend“ (Ülkücü Gençlik).

Nach der Präsidenten- und Parlamentswahl in der Türkei 2018 besteht der Eindruck, dass die Türkei versucht, die Extremistengruppe Graue Wölfe in Deutschland hoffähig zu machen. Cemal Çetin, Vorsitzender des Dachverbandes der Grauen Wölfe in Europa und frisch gewählter Abgeordneter der MHP, gehörte der türkischen Delegation beim NATO-Gipfel im Juli 2018 an und wurde mit Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen fotografiert.[6]

Herleitung

Der Wolf ist an die Wölfin (alttürkisch Kök Böri, „Blauer oder himmlischer Wolf“) aus der Türkischen Mythologie angelehnt, die entsprechend der Ergenekon-Legende die Göktürken aus dem sagenhaften Ergenekon-Tal herausführte. Diese hatten sich nach der Niederlage gegen die Chinesen im 8. Jahrhundert dorthin zurückgezogen. In der Geschichte der türkischen Völker spielt der Wolf eine bedeutende Rolle. So ist die Wölfin Asena Teil der historischen Abstammungslegende der Türken, aber ursprünglich möglicherweise eine Scythisch-Iranische Legende.

Ideologie

Ein Zuschauer zeigt den „Wolfsgruß“, hier zur Parade am türkischen Nationalfeiertag in Kyrenia (Girne), Nordzypern.

Die Ideologie ist der türkische Rechtsextremismus. Als Feindbilder sehen die Grauen Wölfe die kurdische Arbeiterpartei PKK, welche auf einschlägigen Webseiten als „Babymörder“ bezeichnet wird, und jegliche Kurden, welche eine „Gefahr“ für die Türkei darstellen. Ebenfalls als Feindbilder gelten des Weiteren Juden, Christen, Armenier, Griechen, Kommunisten, Freimaurer, Israel bzw. „Zionisten“, die EU, der Vatikan und die Vereinigten Staaten.[7]

Der „Wolfsgruß“ ist die Grußform der Grauen Wölfe, die einen Wolf darstellt. Laut dem deutschen Verfassungsschutz soll Alparslan Türkeş auf die Frage nach der Bedeutung mal geantwortet haben:

„Schau her, der kleine Finger symbolisiert den Türken, der Zeigefinger den Islam. Der beim Wolfsgruß entstehende Ring symbolisiert die Welt. Der Punkt, an dem sich die restlichen drei Finger verbinden ist ein Stempel. Das bedeutet: Wir werden den Türkisch-Islamischen Stempel der Welt aufdrücken.“[8]

Necdet Sevinç, ein Vordenker der MHP, charakterisierte in „Notizen an einen Idealisten“ (Ülkücüye Notlar) den Ülkücü folgendermaßen:

„Ein Idealist ist in der Regel kein Mann des Denkens, sondern immer ein Mann der Tat […] Alle Denkweisen, Handlungen und Meinungen, die von Handlungs- und Denkweise der Idealisten abweichen, sind ungültig.“[9]

Ziel der Grauen Wölfe ist eine sich vom Balkan über Zentralasien bis ins chinesische Autonome Gebiet Xinjiang erstreckende Nation, die alle Turkvölker vereint, diese Ideologie wird auch als Panturkismus bezeichnet. Zentrum der von ihr beanspruchten Gemeinschaft aller Turkvölker ist eine starke, unabhängige und selbstbewusste Türkei.

„In diesem Streben nach „Turan“, der zentralasiatischen Urheimat der Türken, konkretisieren sich die pantürkischen Ziele der „Idealisten“, die sämtliche türkischstämmigen Völker Asiens in einem großtürkischen Reich vereinigt sehen möchten.“[10]

Schwur der Idealisten

In den meisten „Idealistenvereinen“ (Ülkü ocakları) wird ein Eid gehalten, der „Schwur der Idealisten“ (Ülkücü yemini). Der Schwur weist patriotische Komponenten mit religiösen Elementen auf und ist eine Art Fahneneid und Treueschwur, der bei gleichzeitiger Präsentation der Nationalflagge geleistet wird. Der komplette Schwur lautet:

„Bei Allah, dem Koran, dem Vaterland, der Fahne wird geschworen. Meine Märtyrer, meine Frontkämpfer [Veteranen] sollen sicher sein. Wir, die idealistische türkische Jugend, werden unseren Kampf gegen Kommunismus, Kapitalismus, Faschismus und jegliche Art von Imperialismus fortführen. Unser Kampf geht bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Tropfen Blut. Unser Kampf geht weiter, bis die nationalistische Türkei, bis Turan erreicht ist. Wir, die idealistische türkische Jugend, werden nicht zurückschrecken, nicht wanken [zusammenbrechen], (sondern wir werden unsere Ziele) erreichen, erreichen, erreichen [bestehen bzw. Erfolg haben]. Möge Allah die Türken schützen und erhöhen. Amen.“[11]

In diesem Eid, in dem vor allem eine ungebrochene Kampfbereitschaft zum Ausdruck kommt, erkennt man, dass man mit knappen Formulierungen die Bekämpfung einer Reihe gegnerischer, politischer oder wirtschaftlicher „Systeme“ zu fördern versucht. Allerdings wird dabei verkannt, dass die im Eid genannten Feindbild-Elemente „Faschismus“ (antidemokratische, antiliberale und antikommunistische Haltung) und „Imperialismus“ (expansive Bestrebung nach Vereinigung aller Turkvölker) Bestandteile der eigenen Ideologie darstellen.

Die Formulierung „Idealistische Jugend“ vermittelt den jungen Anhängern zusätzlich noch die Überzeugung, sich für eine positive Sache einzusetzen. Besonders bei solchen Fällen, bei denen die Sozialisierung (vor allem männlicher) türkischer Jugendlicher in der Gesellschaft nicht gelingt, besteht die Gefahr, dass durch die Mitgliedschaft in einem „Idealistenverein“ die sozialen Defizite weiter verstärkt werden.

Der „Schwur der Idealisten“ legt die Schlussfolgerung nahe, dass aus der Sicht der „Idealisten“ die Bekämpfung der angeführten Feindbilder auch außerhalb der Türkei zu erfolgen hat. Die „Idealisten“ sind in der Bekämpfung ihrer „Feinde“ gleichermaßen konsequent wie auch oft skrupellos; zu diesen Feinden zählen vor allem die ethnisch nicht-türkischen Bevölkerungsgruppen der Türkei, die sich nicht zur türkischen Nation bekennen oder gar dieser schaden wollen.

Aktivitäten

Gewalttaten

Logo der MHP

In den 60er Jahren konzentrierte sich die Bewegung unter der Führung von Alparslan Türkeş darauf, die Jugend für die sogenannte „panturanistische Ideologie“ zu gewinnen. Es wurden die ersten Kommandolager gegründet, in denen Jugendliche eine militärische und politische Ausbildung erhielten.

In Kommandolagern bildete die Partei Schätzungen zufolge bis zu 100.000 Kommandoangehörige aus. Diese Kommandos erhielten den Namen Bozkurtçular („Graue Wölfe“). Ab 1968 begannen die Grauen Wölfe mit Gewaltaktionen gegen die erstarkende türkische Linke. Die „Kommandos“ hatten Ende der 1970er Jahre die meisten politischen Morde zu verantworten.[12]

Nach Angaben der türkischen Behörden begingen die Grauen Wölfe allein zwischen 1974 und 1980 insgesamt 694 Morde.[4]

Auch der Pogrom von Kahramanmaraş 1978 und der Pogrom von Çorum 1980, bei denen hunderte türkische Aleviten ums Leben kamen, wurde von den Grauen Wölfen durchgeführt.

Sie führten außerdem zusammen mit dem türkischen Geheimdienst den Bombenanschlag auf das Alfortville-Völkermordmahnmal 1984 durch.

Mehmet Ali Ağca, der das Attentat 1981 auf Papst Johannes Paul II. beging, war Mitglied der Grauen Wölfe. Ağca ermordete auch Abdi İpekçi, den Chefredakteur der Zeitung Milliyet, der sich für Frieden mit Griechenland einsetzte. Ein weiteres Mitglied soll 1984 ein Attentat auf den Frauenladen TIO in Berlin-Kreuzberg ausgeführt haben, bei dem die türkisch-kurdische Jurastudentin Seyran Ateş lebensgefährlich verletzt wurde.

Die Chinesische Regierung verbindet des Weiteren die Grauen Wölfe sowie die Türkische Regierung mit den Terroristischen Vereinigungen und Rebellengruppen in Xinjiang die ein islamisches "Ost-Turkestan" errichten wollen und wirft ihnen Geschichtsfälschung, Propaganda und Lügen vor.[13][14][15][16]

Politische Betätigung

In der Türkei

Im Jahre 1969 wurde von Alparslan Türkeş die MHP gegründet. Symbol der Partei ist eine Fahne mit drei Halbmonden, die der Fahne der Okkupationstruppen der osmanischen Besatzungsarmee entnommen sind.

1975 wurde die MHP zum Bündnispartner der konservativen Gerechtigkeitspartei (Adalet Partisi), die bis 1960 Demokratische Partei (Demokrat Parti) hieß, unter dem damaligen Ministerpräsidenten und späteren Staatspräsidenten Süleyman Demirel und damit Regierungspartei. Alparslan Türkeş wurde stellvertretender Ministerpräsident und hatte hierdurch staatliche Rückendeckung für Aktionen der Grauen Wölfe gegen die linke Opposition.

In den 1970er und 1980er Jahren haben die Grauen Wölfe als paramilitärischer Arm der MHP die Militäroffensive der türkischen Regierung gegen die kurdische PKK unterstützt. 1980 wurde die MHP, wie alle anderen Parteien, nach dem damaligen Militärputsch verboten. Der Vorsitzende wurde mit einem später aufgehobenen Politikverbot belegt. Dennoch machten viele Anhänger der Grauen Wölfe im Laufe der 1980er Jahre Karriere beim Militär und anderen staatlichen Einrichtungen. Ende der 1980er wurde das Verbot der MHP offiziell wieder aufgehoben. Im Laufe der späten 1980er und 1990er Jahre wandelte die Partei sich. Sie ist heute überwiegend religiös orientiert und nationalistisch einzustufen.

Laut Aussagen eines Migrationsforschers im Sommer 2016 wurde bekannt, dass sich die Grauen Wölfe mit den Anhängern der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP solidarisierten, obwohl sie früher mit diesen verfeindet waren. Sie sähen in diesem Bündnis eine „Perspektive“.[17]

Die CHP ist für die Wahlen 2018 eine Allianz mit der von einer Führerin der Grauen Wölfe, Meral Aksener, gegründeten Iyi Partei eingegangen.[18]

Die AKP ist für die Parlamentswahlen 2018 eine Allianz mit der MHP, einer vom Gründer der Grauen Wölfe, Alparslan Türkes, gegründeten Partei eingegangen.

In Österreich

In Linz kam es 2014 und 2015 zu Kritik am dortigen Bürgermeister, da dieser Kontakte zum den Grauen Wölfen zuzurechnenden Verein Avrasya unterhielt.[19][20] Diese Kontakte wurden auch nicht beendet, als der Verein Avrasya in sozialen Netzwerken Drohungen gegen Kurden verbreitete.[21] 2016 wurde der Verein aus dem Linzer Integrationsbeirat ausgeschlossen, nachdem ein Funktionär in Mauthausen faschistische Gesten gezeigt hatte.[22]

Seit 1. März 2019 sind in Österreich sowohl Zeichen der Grauen Wölfe als auch der Wolfsgruß verboten.[23] Das türkische Außenministerium protestierte gegen das Verbot und fand es insbesondere skandalös, dass die Grauen Wölfe in einer Liste mit der PKK genannt werden.[24]

In Deutschland

Auch in Deutschland geben sich die Grauen Wölfe Mühe, in Parteien aktiv zu sein. Das Ziel dabei ist, die Politik von Deutschland gegenüber Ausländern und der Türkei im Sinne der Grauen Wölfe zu beeinflussen.

2011 kam es im Essener Integrationsrat zum Eklat, als die Allianz der Essener Türken sich gegen eine Resolution zu den Grauen Wölfen positionierte. Der grüne Ratsherr Burak Çopur sagte, er sei fassungslos, dass die Allianz der Essener Türken geschlossen gegen die Resolution gestimmt habe, also auch der Vorsitzende des Integrationsrates Muhammet Balaban und sein Stellvertreter Mehmet Kekeç. „Das Abstimmungsverhalten zeigt, dass der Integrationsrat unterwandert ist, er ist ein Hort der Grauen Wölfe.“[25]

Die Sozialverwaltung der Stadt Köln sagte nach einigen Diskussionen zu, eine Studie über den Einfluss rechtsextremer Gruppen wie der Grauen Wölfe auf türkeistämmige Jugendliche durchzuführen. Zunächst wollte sich der Vorsitzende des Integrationsrates in Köln, Tayfun Keltek (SPD), nicht für die Studie aussprechen.[26]

Zafer Toprak ist 2001 in die CDU eingetreten und saß für die CDU in Hamm im Integrationsrat. Als die CDU erfuhr, dass er ein aktiver Grauer Wolf ist, wurde er 2015 aus der CDU ausgeschlossen.[27]

Zwischen dem 25. Juli 2014 und dem 26. April 2015 organisierte die Almanya Demokratik Ülkücü Türk Dernekleri Federasyonu (ADÜTÜF) 29 und die Avrupa Türk Konfederasyon (ATK) 2 Wahlkampfveranstaltungen zu Gunsten der Partei der Grauen Wölfen in der Türkei MHP.[28]

Obwohl die Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine in Deutschland e. V. (ADÜTF) öffentlich gesetzeskonformes Verhalten demonstriere, hält sie das Bundesamt für Verfassungsschutz als Verbreiter rechtsextremen Gedankengut schon wegen ihrer hohen Mitgliederzahl für gefährlich, da ihr Weltbild gegen Grundsätze des Grundgesetzes verstoße und in sozialen Netzwerken Gewaltaufrufe insbesondere gegen Kurden verbreitet werden. Auch über die verbandlich organisierte Ülkücü-Bewegung hinaus findet ihre Ideologie Anhänger unter Türkischstämmigen, wobei – neben Kurden und Juden – auch Deutschland in den Fokus der Stimmungsmache gerückt werde. „Die antisemitischen Stereotypen der türkischen Rechtsextremisten reichen von traditionellen Verschwörungstheorien – mit Juden als „finsteren Strippenziehern“ eines internationalen Imperialismus – bis hin zu einer religiös-islamisch begründeten Ablehnung der Juden als Un- beziehungsweise Falschgläubige,“ heißt es weiter. Unter der nicht dachverbandlich organisierten Ülkücü-Bewegung seien unter anderem bei Turan e. V. „eindeutige Bekenntnisse zum türkischen Rechtsextremismus zu finden“.[29]

In der Schweiz

In der Schweiz waren die Grauen Wölfe bei der Beaufsichtigung der Stimmabgabe zu den türkischen Präsidenten- und Parlamentswahlen im Juni 2018 in den Wahllokalen beteiligt. Sie brachten die Wahlurnen auch aufs Rollfeld auf dem Flughafen.[30]

Kritische Betrachtung

Die sich selbst als „türkische Idealisten“ ansehende Gruppierung steht in Europa unter Beobachtung. Der Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen wirft ihr vor, „zur Entstehung einer Parallelgesellschaft in Europa“ beizutragen, und sieht in ihr „ein Hindernis für die Integration der türkischstämmigen Bevölkerung“.[31]

Im Juni 2009 trat Ali H. Yıldız, Vorstandsmitglied des Deutsch-Türkischen Forums (DTF), einer Unterorganisation der CDU, von seinem Amt zurück, weil sich das DTF nicht klar genug von den Grauen Wölfen distanziere. Er erklärte: „Es kann nicht sein, dass wir uns auf der einen Seite gegen Pro Köln zusammenschließen und auf der anderen Seite die türkische NPD über die CDU Köln hofieren.“ Eine weitere Zusammenarbeit mit Sympathisanten der türkischen Rechtsextremen sei mit seinem Gewissen nicht zu vereinbaren.[32] Sein Kölner Parteifreund Kubilay Demirkaya beschrieb die Grauen Wölfe als: „Antisemiten, rassistisch, rechtsradikal, nationalistisch, haben diverse Feindbilder, zu denen gehören Juden, Amerikaner, Europäer, Kurden, Israel. Also es ist schon eine gefährliche Mischung, die sich in Deutschland breitmacht.“[33]

Eine Studie der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung empfahl 2006 CDU-Politikern, „aus politstrategischen Gesichtspunkten“ im Einzelfall abzuwägen, „inwieweit eine zielgerichtete Zusammenarbeit“ mit den Grauen Wölfen möglich sei.[34][35] Allerdings fordern Stimmen in der DTF regelmäßig, dass Graue Wölfe in einer demokratischen Partei nichts zu suchen haben und ausgeschlossen werden sollten.[36]

In einer Antwort zu einer kleinen Anfrage in Bezug zu den Grauen Wölfen von der Partei "die Linke" schrieb die Bundesregierung:

"Der Ideologie der Ülkücü-Bewegung liegt eine Überhöhung der türkischen Ethnie, Sprache, Kultur und Nation zugrunde. Besonders ethnische Minderheiten in der Türkei werden als spaltende Kraft der Einheit der Türkei gesehen und deshalb abgelehnt. Die Ideologie der Ülkücü ist wesentlich von Feindbildern und Verschwörungstheorien geprägt. Das Spektrum der „inneren“ und „äußeren“ Feinde reicht dabei von den Kurden, Griechen und Armeniern bis zu den Juden, von den Europäern über die Chinesen bis zu den USA und dem Vatikan. Je nach aktueller politischer Lage wird ein Feindbild besonders in den Fokus genommen. Diese Überhöhung der eigenen Ethnie bei gleichzeitiger Herabsetzung anderer Ethnien widerspricht der freiheitlichen demokratischen Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland."[37]

Angehörige

Sonstiges

Der Regisseur Chris Nahon hat in seinem Thriller Das Imperium der Wölfe (2005), nach dem Roman von Jean-Christophe Grangé, die Herrschaftsstrukturen der Grauen Wölfe in Paris und der Türkei sehr frei dargestellt.

Siehe auch

Literatur

  • "Der ideale Türke". Der Ultranationalismus der Grauen Wölfe in Deutschland. Eine Handreichung für Pädagogik, Jugend- und Sozialarbeit, Familien und Politik. Modellprojekt "Demokratie stärken - Auseinandersetzung mit Islamismus und Ultranationalismus" der ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur gGmbH. Autoren: Claudia Dantschke (Projektleitung). Arbeitsstelle Islamismus und Ultranationalismus der ZDK gGmbH. ZDK Gesellschaft Demokratische Kultur, Berlin 2013, ISBN 978-3-9816079-0-1
  • Emre Arslan: Der Mythos der Nation im transnationalen Raum. Türkische Graue Wölfe in Deutschland. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 3-531168-66-5
  • Jean-Christophe Grangé: Das Imperium der Wölfe. Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-404-15411-8
  • Fikret Aslan, Kemal Bozay: Graue Wölfe heulen wieder. Türkische Faschisten und ihre Vernetzung in der BRD. Münster 2000, ISBN 3-897710-04-8
  • Barbara Hoffmann, Michael Opperskalski, Erden Solmaz: Graue Wölfe. Koranschulen. Idealistenvereine. Türkische Faschisten in der Bundesrepublik. Köln 1981, ISBN 3-760906-48-6

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Political Terrorism, von Alex Peter Schmid, A. J. Jongman, Michael Stohl, Transaction Publishers, 2005, S. 674.
  2. The Nature of Fascism, von Roger Griffin, Routledge, 1993, S. 171.
  3. Leonard Weinberg, Ami Pedahzur, Arie Perliger: Political Parties and Terrorist Groups. Routledge, 2003, S. 45.
  4. a b Albert J. Jongman, Alex Peter Schmid, Political Terrorism: A New Guide to Actors, Authors, Concepts, Data Bases, Theories, & Literature. S. 674.
  5. Anna Feist, Herbert Klar, Steffen Judzikowski: Webstory "Graue Wölfe", ZDF, abgerufen am 29. November 2016.
  6. https://www.zeit.de/politik/ausland/2018-07/extremismus-graue-woelfe-angela-merkel-tuerkei-treffen/komplettansicht
  7. Bundesministerium des Innern (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2011 - Vorabfassung. Berlin 2012, S. 309 (PDF-Datei; 2,43 MB [abgerufen am 31. Juli 2012]). Verfassungsschutzbericht 2011 - Vorabfassung (Memento des Originals vom 20. Oktober 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verfassungsschutz.de
  8. Renate Lääts: Wölfe und Halbmonde: Die Symbolik der „Ülkücü-Bewegung“. 17. November 2015, abgerufen am 12. Juli 2018.
  9. Necdet Sevinç: Ülkücüye Notlar. Istanbul 1976, S. 28.
  10. Archivlink (Memento des Originals vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.is) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.verfassungsschutz-bw.de
  11. Militaristischer „Idealisten-Eid“ auf ADÜTDF-Veranstaltung im Raum Stuttgart (Memento vom 12. Februar 2013 im Webarchiv archive.is). Landesamt für Verfassungsschutz Baden-Württemberg, Juli 2005 (PDF-Datei; 375 KB).
  12. Faruk Şen: Türkei. Land und Leute. München 1986, S. 110 ff.
  13. Wayback Machine. 6. November 2014, abgerufen am 15. August 2018.
  14. Turkey's mediator stance on the rocks over anti-Chinese protests|WCT. 19. Oktober 2015, abgerufen am 15. August 2018.
  15. US & TERRORISM IN XINJIANG | South Asia Analysis Group. 6. November 2014, abgerufen am 15. August 2018.
  16. Behind the China Riots -- Oil, Terrorism & 'Grey Wolves' - NAM. 6. November 2014, abgerufen am 15. August 2018.
  17. Neues Deutschland: Migrationsforscher Faruk Sen: AKP-Anhänger und Graue Wölfe verbünden sich in Deutschland vom 27. Juli 2016 auf Presseportal.de
  18. sz-online: Allianz gegen Erdogan. In: SZ-Online. (sz-online.de [abgerufen am 7. Juli 2018]).
  19. Türkischer Verein: Kritik an roten Freunden der grauen Wölfe, Der Standard, 30. Oktober 2014
  20. Aufregung um Linzer SPÖ und "Graue Wölfe", Der Standard, 27. November 2015
  21. "Avrasya" an Armenier: "Dann seid ihr dran", Der Standard, 10. April 2015
  22. Wolfsgruß im ehemaligen KZ: "Avrasya" aus Beirat ausgeschlossen, Der Standard. 22. März 2016
  23. 58. Verordnung des Bundesministers für Inneres, mit der die Symbole-BezeichnungsV geändert wird, 27. Februar 2019, Republik Österreich; Anhang mit den neu verbotenen Symbolen: PDF
  24. Türkei an Österreich: Verbot von Symbol der Grauen Wölfe "skandalös", DerStandard, 15. Februar 2019
  25. Integrationsrat ist ein Hort der Grauen Wölfe. derwesten.de.
  26. Studie über Graue Wölfe geplant. ksta.de, abgerufen am 9. April 2013.
  27. CDU schließt „Grauen Wolf“ aus der Partei aus. In: www.wa.de. 16. Januar 2017 (wa.de [abgerufen am 25. Juli 2018]).
  28. Drucksache 18/5466. Bundestag, 3. Juli 2015, S. S. 6–7, abgerufen am 21. Juli 2018.
  29. „Ülkücü“-Bewegung – Türkischer Rechtsextremismus. In: Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Hrsg.): Verfassungsschutzbericht 2017, Stand: Juli 2018, S. 243–248 (PDF; 4,45 MB).
  30. Rechtsextreme Basler Türken überwachten Stimmabgabe – TagesWoche. In: TagesWoche. 4. Juli 2018 (tageswoche.ch [abgerufen am 27. Juli 2018]).
  31. Türkischer Nationalismus: ‘Graue Wölfe’ und ‘Ülkücü’ (Idealisten)-Bewegung (Memento vom 30. November 2004 im Internet Archive). Bericht des Verfassungsschutzes des Landes Nordrhein-Westfalen, Oktober 2004 (PDF-Datei; 294 KB).
  32. Helmut Frangenberg: Türkische Rechtsextreme. „Graue Wölfe“ in Kölner CDU (Memento des Originals vom 7. Juni 2009 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ksta.de. In: Kölner Stadt-Anzeiger, 4. Juni 2009. Abgerufen am 27. November 2010.
  33. Spiegel TV: Die grauen Wölfe, 18. November 2007, RTL
  34. Türkische Rechtsextreme schleichen sich in CDU.
  35. Studie schließt Kooperation mit Grauen Wölfen nicht aus
  36. NRW-CDU duldet radikale Türken in ihren Reihen.
  37. Bundesregierung: Drucksache 18/5466. Bundestag, 3. Juli 2015, S. S. 4, abgerufen am 21. Juli 2018.
  38. Porträt - Die Wölfin. Abgerufen am 7. Juli 2018.
  39. – Wer entmachtet Erdoğan? Die CHP, HDP oder die „Mutter der Grauen Wölfe“? Abgerufen am 7. Juli 2018.
  40. «Dann feuerte ich ihnen je drei Kugeln in den Kopf». In: az Solothurner Zeitung. (solothurnerzeitung.ch [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  41. Frankfurter Rundschau: Türkei: Die Rückkehr der Mafia in die türkische Politik. In: Frankfurter Rundschau. (fr.de [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  42. Kurdistan24: Far-right ally of Turkish President visits convicted mafia boss who threatened Demirtas. In: Kurdistan24. (kurdistan24.net [abgerufen am 10. Juli 2018]).
  43. Türkischer Extremismus: Merkels Handschlag mit dem Grauen Wolf. In: ZEIT ONLINE. (zeit.de [abgerufen am 21. Juli 2018]).