Havelse

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Dieser Artikel erläutert den Ortsteil Havelse der Stadt Garbsen in Niedersachsen; zur ähnlich geschriebenen Stadt Havelsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg siehe dort.

Koordinaten: 52° 25′ 36″ N, 9° 36′ 12″ O

Havelse
Stadt Garbsen
Wappen von Havelse
Höhe: 51 m
Fläche: 1,9 km²
Einwohner: 5448 (31. Dez. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte: 2.867 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1967
Postleitzahl: 30823
Vorwahl: 05137
Havelse (Niedersachsen)
Havelse

Lage von Havelse in Niedersachsen

Havelse, Hannoversche Straße

Havelse ist ein Stadtteil von Garbsen in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Osten hin grenzt Havelse in Höhe des Marienwerder Forstes an Hannovers Stadtteil Marienwerder, im Süden an der Leineaue an Seelze, während die Nordwestgrenze durch den Mittellandkanal gebildet wird. Der Kanal überquert unweit der Ortschaft mittels eines imposanten Brückenbauwerks die Leine.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen des Ortes sind um 1216 Hauekesla, 13. Jahrhundert Havekesla, um 1225 Hauekesleue, 1236 Hauekesleue, 1283 Hauekesleue und um 1359 Havekesleve.

Die Stadt Garbsen, heute mit etwa 62.000 Einwohnern nach Hannover die größte Gemeinde in der Region Hannover, ist am 1. Januar 1967 aus dem Zusammenschluss der selbständigen Gemeinden Garbsen und Havelse entstanden und hat am 17. Juni 1968 Stadtrechte erhalten. In der Rangliste der größten Städte Niedersachsens belegt Garbsen hinter Celle den 13. Platz. Aus der Zeit vor der Bildung der politischen Gemeinde rühren die abweichenden Telefonvorwahlen her. Der Ortsteil Havelse war über die Gemeinde Seelze an das Telefonnetz angeschlossen und hat noch heute die Vorwahl 05137 statt der Garbsener 05131. Der Havelse prägende Ortsteil ist das „Alte Dorf“. Im Bereich des Kriegerdenkmals stand bis in die frühen 1930er Jahre das Dorfgasthaus. Im alten Dorfkern sieht man heutzutage restaurierte Bauernhäuser und eben das Kriegerdenkmal, welches an die Gefallenen der beiden Kriege 1914–1918 und 1939–1945 erinnert. In der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Einwohnerzahl kontinuierlich an, von 1.838 im Jahr 1946 auf 3.013 im Jahr 1953.[2] Damit verbunden war eine große Zahl von Neubauten. Dokumentiert wurde diese Entwicklung von dem Amateurfotografen Rudolf Guthmann. Seine Aufnahmen aus den Jahren 1953 bis 1971 werden im Stadtarchiv Garbsen verwahrt und sind über die Deutsche Digitale Bibliothek und das Archivportal-D allgemein zugänglich.[3]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Entwurf des Wappens von Havelse stammt von dem in Isernhagen geborenen und später in Hannover lebenden Heraldiker und Wappenmaler Gustav Völker, der schon die Wappen von Großburgwedel, Mellendorf, Wunstorf und vielen anderen Ortschaften entworfen hat. Die Genehmigung des Wappens wurde durch den Regierungspräsidenten in Hannover am 2. November 1964 erteilt.[4]

Wappen von Havelse
Wappenbeschreibung: „In Blau auf goldener Eichenzweiggabel ein sitzender, widersehender, goldbewehrter, silberner Habicht.“
Wappenbegründung: Das Wappen geht geschichtlich auf die ursprüngliche Namensgebung („Havekesla“ = Habichtswald) zurück. Aus diesem Grunde hat der Rat der Gemeinde den Habicht als Gemeindesymbol gewählt. Um den Eichenzweig herum versinnbildlicht die blaue Farbe das Wasser der ursprünglichen Wiesensümpfe in der sogenannten Leineniederung. Die erste Urkunde, in der das Dorf erwähnt wurde, stammt aus dem Jahre 1196. Durch diese schenkte der Graf Conrad von Roden an das Kloster Marienwerder elf Hufen und drei Teiche.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Havelse, Corpus-Christi-Kirche

Die evangelisch-lutherische Versöhnungskirche befindet sich an der Schulstraße, ihre gleichnamige Kirchengemeinde gehört zum Stadtkirchenverband Hannover.

Die katholische Kirche Corpus Christi am Nordenkamp wurde 1961 errichtet, 1995 folgte die Grundsteinlegung für ihren heutigen Glockenturm. Seit 2004 gehört die Kirche zur Pfarrei St. Raphael mit Sitz im Ortsteil Auf der Horst.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Havelse, Langer Acker

Siehe Liste der Baudenkmale in Havelse

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im zentralen Bereich entlang der Straße Am Hasenberge und der Hannoverschen Straße findet man viele Läden und Dienstleistungsunternehmen (Apotheke, Post, Gaststätte, Getränke, Friseur und andere). Die Wohnungsangebote im Stadtteil reichen von einfachen Einfamilienhäusern bis zu mehrgeschossigen Mietwohnanlagen.

Gelegentlich im Straßenbild auftauchende landwirtschaftliche Fahrzeuge erinnern daran, dass Havelse – wie man noch heute im Ortskern (Im alten Dorfe genannt) nachvollziehen kann – aus einem halben Dutzend landwirtschaftlicher Betriebe hervorgegangen ist. Erst 1959 wurden in Havelse die ersten Häuser an die Kanalisation angeschlossen. Im Zuge der Ausdehnung Hannovers und insbesondere der Ansiedlung von VW im hannoverschen Stadtteil Stöcken wuchs Havelse zu seiner heutigen Größe heran.

Bundesweite Bekanntheit erwarb Havelse für sich und die Stadt Garbsen zu Beginn der 1990er Jahre durch das Gastspiel des TSV Havelse in der 2. Fußball-Bundesliga. Derzeit (Sommer 2010) spielt der TSV in der Regionalliga Nord (vierte Liga). Bis September 2011 war im ehemaligen Rathaus Havelses der private Classic-Rock-Hörfunksender Radio 21 beheimatet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Drei Buslinien und eine Nachtbuslinie des Großraum-Verkehrs Hannover bieten Fahrmöglichkeiten innerhalb Havelses sowie von und zu benachbarten Ortsteilen und Nachbarkommunen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  •  Commons: Havelse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Havelse auf der Webseite der Stadt Garbsen
  • Bestand „Sammlung Havelse I“ des Stadtarchivs Garbsen mit mehr als 2.200 Schwarzweiß-Positiven bei der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) [1] und beim Archivportal-D [2]
  • Bestand „Sammlung Havelse II“ des Stadtarchivs Garbsen mit rund 600 Schwarzweiß-Negativen bei der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) [3] und beim Archivportal-D [4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stadt Garbsen: Stadt Garbsen im Überblick vom August 2011. Abgerufen am 25. Dezember 2015.
  2. Havelse im Fokus. Geschichten von Häusern und Menschen. Hrsg.: StadtArchivVerein Garbsen e.V. Garbsen 2007, S. 17.
  3. siehe Weblinks
  4. Landkreis Hannover: Wappenbuch Landkreis Hannover. Im Selbstverlag des Autors veröffentlicht, Hannover 1985
  5. Geschichte der kath. Kirchengemeinde