Hermann Broch

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Hermann Broch, 1909

Hermann Broch (* 1. November 1886 in Wien, Österreich-Ungarn; † 30. Mai 1951 in New Haven, Connecticut) war ein österreichischer Schriftsteller. Mit der Romantrilogie Die Schlafwandler zum Zerfall der Werte und der Persönlichkeit verfasste er Anfang der 1930er-Jahre eines der wichtigsten Werke des europäischen modernen Romans. In der Emigration setzte sich Broch mit politischen Themen wie Menschenrechten, Totalitarismus und Ökonomismus auseinander, die er „Totalwirtschaft“ nannte.[1] Posthum schlug man ihn für den Literaturnobelpreis vor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Broch, Sohn von Josef Broch (1852–1933) und Johanna (1863–1942; geb. Schnabel)[2], studierte nach der Matura in der Oberrealschule auf der Schottenbastei Textiltechnik an der Technischen Hochschule in Wien sowie Textilmaschinenbau in Mülhausen. Danach trat er 1907 in die väterliche Textilfabrik in Teesdorf bei Wien ein. 1909 konvertierte er vom Judentum zum Katholizismus[3] und heiratete Franziska von Rothermann; die Ehe wurde 1923 geschieden. 1917 begann Broch daneben eine leidenschaftliche Liebesbeziehung mit Ea von Allesch; nach seiner Scheidung zog er zu ihr in ihre Wohnung, die Beziehung dauerte bis 1927. In der Künstlerszene von Wien kam er auch mit dem Dichterpropheten Gusto Gräser in Berührung, der in der Folge das Urbild abgab für die Gestalt des „Imkers“ in den 'Schuldlosen'. Die Begegnung mit diesem besitzlosen Wanderer und Wanderlehrer, dem „Aussteiger par excellence“ (Lützeler), dürfte ihn bewegt haben, seine Direktorenstelle aufzugeben und sich der Philosophie und der Dichtung zuzuwenden. Nach dem Verkauf der Fabrik (1927) studierte er Mathematik, Philosophie und Physik an der Universität Wien und wurde danach freier Schriftsteller.

Nach dem „Anschluss“ an das nationalsozialistische Deutsche Reich wurde er noch am 13. März 1938 von selbsternannten Ordnungskräften für 18 Tage im Bezirksgefängnis Bad Aussee inhaftiert.[4] James Joyce und Stephen Hudson halfen, ein Visum für Großbritannien zu besorgen, wo Broch am 24. Juli eintraf.[5] Mit Unterstützung von Thomas Mann und Albert Einstein konnte er in die USA emigrieren. Am 9. Oktober 1938 traf er in New York ein.[6]

1949 heirateten Hermann Broch und die Malerin Annemarie Meier-Graefe (geb. Epstein; 1905–1994), Witwe des Kunsthistorikers Julius Meier-Graefe, die er bereits 1937 in Wien kennengelernt hatte.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Schaffen ist durch die Einführung neuer Stilelemente (z. B. innerer Monolog) sowie durch die Reflexion wissenschaftlicher Erkenntnisse, Forschungen oder Träume in seinem Werk gekennzeichnet. Er befasste sich u. a. intensiv mit James Joyce, über den er den Essay James Joyce und die Gegenwart (1935) schrieb.

In der Romantrilogie Die Schlafwandler (1930/32) stellte er den Zerfall der Werte und der Persönlichkeit dar. Broch zeigt typische Reaktionen auf den Religions- und Sinnverlust der modernen Gesellschaft. Im ersten Teil der Trilogie (Pasenow oder die Romantik) wird die romantisch-nostalgische Sicht (bei Leugnung der faktischen Realität) gestaltet; im zweiten Teil (Esch oder die Anarchie) taumelt der Held orientierungslos von einem Wertesystem ins andere, ohne für seine religiösen Sehnsüchte einen Halt finden zu können; der dritte Teil (Huguenau oder die Sachlichkeit) führt ein sachlich-zynisches Verhalten vor Augen: alle Wertsysteme werden der obersten Maxime des kommerziellen Gewinns untergeordnet. Das Buch gehört zu den wichtigsten Werken des europäischen modernen Romans und wird oft in eine Reihe gestellt mit Joyce’ Ulysses, Heinrich Manns Kaiserreich-Trilogie, Thomas Manns Zauberberg, Döblins Berlin Alexanderplatz, Musils Mann ohne Eigenschaften, Dos Passos Manhattan Transfer und Gides Les Faux-monnayeurs. Es ist in seinem Anspielungsreichtum, seiner Vielschichtigkeit und dichterischen Symbolstärke immer wieder eine Herausforderung für die Interpreten. Galt der Roman, der Brochs erfolgreichstes und international verbreitetstes Werk ist, lange Zeit als typisches Buch der Klassischen Moderne, so betont die jüngere Forschung zunehmend auch die Anklänge an postmoderne Schreibweisen.

Diesem Erstlingswerk ließ Broch einen kleineren Roman mit dem Titel Die Unbekannte Größe (1933) folgen. Dort werden Fragen der rationalen Lebensbewältigung in einer irrationalen Welt diskutiert, wobei die Umbrüche in der theoretischen Physik der 1920er Jahre und neue Erkenntnisse in der Mathematik (mit beiden Wissensbereichen war Broch vertraut) eine große Rolle spielen.

Zu den Arbeiten der frühen 30er Jahre gehören auch Brochs Dramen: die Tragödie Die Entsühnung (soziale Konflikte zur Zeit der Weimarer Republik) und die Komödie Aus der Luft gegriffen oder Die Geschäfte des Baron Laborde. In beiden werden die tragischen bzw. komischen Aspekte einer Gesellschaft geschildert, die unter die Dominanz ökonomischer Mächte geraten ist. Brochs lyrisches Werk aus den dreißiger Jahren, im Zusammenhang mit der zeitgenössischen Naturlyrik zu sehen, blieb bisher weitgehend unbeachtet.

Im nie ganz abgeschlossenen sogenannten Bergroman (von Broch vorgeschlagener Titel: Demeter oder die Verzauberung) beschrieb Broch den Einbruch einer irrationalen Macht in ein alpines Bergdorf, der zu Ritualmord und Massenwahn führt. Das Buch, dessen erste Fassung Ende 1935 abgeschlossen wurde, ist ein Beispiel des symbolisch-parabelhaften antifaschistischen Romans der dreißiger Jahre. Das Buch enthält neben der politischen auch eine mythisch-religiöse Ebene. „Mutter Gisson“, die Gegenfigur zum diktatorischen „Marius Ratti“, trägt Demeterzüge. Die Figur des "Weltverbesserers" Ratti ist ebenso wie die des mythischen Imkers Lebrecht Endeguth in Die Schuldlosen von dem "Wanderlehrer" und Dichter Gusto Gräser inspiriert, der 1910 in Brochs Wiener Freundeskreis auftrat. "Gräser war der Aussteiger par excellence" (Lützeler). Seit dieser Zeit beherrscht das Aussteigerthema das dichterische und essayistische Werk von Broch.

Die Arbeit an dem Roman hatte Broch 1936/37 unterbrochen, um seine Völkerbund-Resolution zu schreiben. Damit wollte er den Völkerbund aufrufen, sich für die Verteidigung der Menschenwürde und der Menschenrechte einzusetzen, um dem Totalitarismus Hitlers und Stalins Einhalt zu gebieten. Broch versuchte eine Reihe humanitärer Organisationen zur Unterstützung der Resolution zu gewinnen, doch gelang ihm das nicht. Er griff im amerikanischen Exil bei seinen Arbeiten zu den internationalen Menschenrechten auf diese Resolution zurück, die er damals nicht veröffentlicht hatte.

Broch schrieb insgesamt drei Fassungen des Bergromans. Die erste, die Rohfassung, war 1935 fertiggestellt. Heinrich Eduard Jacob (1889–1967) hatte das Typoskript auf seinem Weg in die Emigration im Juli 1939 in London von Stefan Zweig (1881–1942) übernommen und nahm es mit nach New York. Am 16. August 1939 händigte Jacob das Manuskript an Broch aus.[7] Das Fragment der zweiten Fassung des Romans, an der der Autor mit Unterbrechungen von 1936 bis 1938 gearbeitet hatte, war Frank Thiess vor Brochs Flucht aus Österreich übergeben worden. Thiess schickte es noch im Sommer 1938 über die Schweiz an Broch, der damals zwei Monate lang bei seinen Übersetzern Edwin und Willa Muir in St. Andrews/Schottland lebte. Schließlich nahm Broch die Arbeit an dem Stoff 1951 noch einmal auf, ohne sie jedoch beenden zu können. Der Roman wurde erstmals 1953 von Felix Stössingerphilologisch höchst anfechtbar – unter Verwendung dieser drei Fassungen, von denen Broch die ersten beiden verworfen hatte, als Band 4 der Gesammelten Werke (Rhein-Verlag Zürich) aus dem Nachlass herausgegeben, Titel Der Versucher. Die erste Fassung erschien 1967 unter dem Titel Die Verzauberung.[8] Sie gab Barbara Frischmuth die Anregung zu ihrer Demeter-Trilogie.[9]

1937 entstand (als Rundfunksendung) die erste Novellen-Fassung des späteren Vergil-Romans mit dem Titel Die Heimkehr des Vergil. Als Broch im März 1938 in Haft genommen wurde, arbeitete er bereits an der dritten Fassung dieser Novelle unter dem Arbeitstitel Erzählung vom Tode. Erst im amerikanischen Exil arbeitete er das Projekt zu einem umfangreichen Roman aus (Der Tod des Vergil, 1945). Broch zog darin eine „Parallele zwischen der kulturellen Umbruchszeit des Augusteischen Zeitalters und seiner Gegenwart“. Wie damals, meinte Broch, ging eine alte Kultur zu Ende, und die Konturen einer neuen (mit einem wiederkehrenden religiösen Zentrum) deuteten sich an. In den Monologen des sterbenden Vergil rechnet er mit der Kultur der untergehenden Epoche ab. Seine Traumvisionen durchschweben Bilder, die ihn in seiner Hoffnung auf den Beginn einer neuen Menschheitsepoche bestärken. Was den Stil des Buches betrifft, so wechseln Szenen von derber Realistik (Schilderung der „Elendsgasse“) mit politischen Diskussionen (Gespräch mit Kaiser Augustus) und hymnisch-lyrischen Passagen (Schicksals-Elegien und Traumsequenzen) ab. Die Gestapo-Haft hatte Broch unmittelbar in seiner Existenz bedroht. Es war ein Zustand, so schrieb er, „der mich zwingender und zwingender zur Todesvorbereitung, zu sozusagen privater Todesvorbereitung nötigte. Zu einer solchen entwickelte sich die Arbeit am Vergil …“[10]

Es war vor allem eine innere psychische Arbeit, die Broch hatte leisten müssen, um die Lebensbedrohungen zu bewältigen, die er – selbst mit Hilfe einer langen Psychoanalyse – nicht hatte abwenden können. Psychologische Überlegungen zu diesem überwältigenden Werk haben versucht, die Wege dieser intrapsychischen Arbeit nachzuzeichnen, die schließlich zur Individuation des Protagonisten führen (Aniela Jaffé).[11] Einen Prozess der inneren Reifung beschreibt auch der Psychoanalytiker Gerhard Dahl, wenn Broch in seinem Roman an dem Protagonisten Vergil gleichnishaft den Zusammenbruch der Abwehr von prägenitalen Ängsten darstellt (die „Elendsgasse“ als Symbol archaischer Ängste in der Urszene), ein Zusammenbruch, der zugleich auch „stufenweise“ einen Entwicklungsprozess ermöglicht. Der Tod muss am Ende des Romans nicht mehr als unzumutbare Kränkung des Narzissmus erlebt werden, sondern kann als glückliche Vereinigung mit der All-Mutter (Die Heimkehr) phantasiert werden.[12]

Im amerikanischen Exil gehörten Thomas Mann und Albert Einstein zu seinen Freunden. Beide bestärkten Broch darin, seine bereits in Österreich begonnenen Arbeiten zu einer Massenpsychologie (vergleiche seine Massenwahntheorie) weiter zu verfolgen. Diese große Arbeit blieb fragmentarisch und wurde erst nach seinem Tod aus seinem Nachlass veröffentlicht.[13] Während der Emigrationszeit setzte Broch sich auch intensiv mit Fragen der Demokratie, des Totalitarismus, der „Totalwirtschaft“ (vgl. Ökonomismus[1]) und der internationalen Menschenrechte auseinander, Themen, zu denen er Aufsätze schrieb, die noch heute aktuell sind.

Zu seinen essayistischen Glanzleistungen gehört das Buch Hofmannsthal und seine Zeit, an dem er vor allem in den Jahren 1947 und 1948 schrieb. Darin analysiert er die Kultur des alten Österreichs im späten 19. Jahrhundert, die Zeit des Liberalismus und der Wiener Moderne, wobei er den Begriff der „fröhlichen Apokalypse“ prägte.[14] Hofmannsthals Leben und Werk wird vor dem Hintergrund dieser untergehenden Kultur konturiert. Broch vergleicht Hofmannsthals Werk mit dem von Karl Kraus und macht deutlich, dass seine Sympathie der Absolut-Satire von Kraus gilt.

Kurz vor seinem Tod erschien 1950 sein letzter Roman Die Schuldlosen. In diesem Roman in elf Erzählungen sichtet er die Jahrzehnte zwischen 1913 und 1933 in Deutschland zeitkritisch. Das Buch enthält die legendäre Geschichte der Magd Zerline, die Hannah Arendt bei Erscheinen des Romans eine der schönsten Liebesgeschichten der Weltliteratur nannte. Als Einakter in Paris seit 1986 mit Jeanne Moreau in der Hauptrolle aufgeführt, erlangte die Geschichte Weltruhm.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinem Todesjahr wurde Broch von einigen Freunden und literarischen Gesellschaften für den Nobelpreis vorgeschlagen. Zu den zahlreichen Intellektuellen, die Brochs Werk schätzten und über ihn geschrieben haben, zählen Maurice Blanchot, Erich von Kahler, Hannah Arendt, George Steiner, Villy Sørensen, Milan Kundera, Elias Canetti. In Thomas Bernhards Roman Auslöschung ist Brochs Esch oder Die Anarchie eines von fünf Büchern, die der Erzähler seinem Schüler empfiehlt.

Gedenktafel für Hermann Broch

Ehrungen und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1942: Literaturpreis der Amerikanischen Academy of Arts and Letters
  • 1941: Guggenheimpreis
  • 1942 und 1944: Preis der Rockefeller-Stiftung an der Princeton University
  • 1962: Enthüllung einer Gedenktafel an seinem Geburtshaus in Wien 1, Franz-Josefs-Kai 37 (26. April)
  • 1970: In Wien-Meidling (12. Bezirk) wurde die Hermann-Broch-Gasse nach ihm benannt.

Gesamtausgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Broch: Gesammelte Werke. 10 Bde. Rhein-Verlag. Zürich 1952–1961.

  • Bd. 1: Gedichte. Mit 9 Bildern und 2 Handschriftenproben des Autors. Hrsg. u. eingel. v. Erich Kahler. 1953. 262 S.
  • Bd. 2: Die Schlafwandler. Eine Romantrilogie. 1952. 686 S.
  • Bd. 3: Der Tod des Vergil. 1952. 540 S.
  • Bd. 4: Der Versucher. Roman. Aus d. Nachlass hrsg. u. mit einem Nachw. vers. v. Felix Stössinger. 1953. 598 S.
  • Bd. 5: Die Schuldlosen. Roman in elf Erzählungen. Mit einer Einl. v. Hermann J. Weigand. 1954. 368 S.
  • Bd. 6: Essays I. Dichten und Erkennen. Hrsg. u. eingel. v. Hannah Arendt. 1955. 362 S.
  • Bd. 7: Essays II. Erkennen und Handeln. Hrsg. u. eingel. v. Hannah Arendt. 1955. 298 S.
  • Bd. 8: Briefe. Von 1929 bis 1951. Hrsg. u. eingel. v. Robert Pick. 1957. 458 S.
  • Bd. 9: Massenpsychologie. Schriften aus dem Nachlass. Hrsg. u. eingel. v. Wolfgang Rothe. 1959. 442 S. [Rez. Hermann Mörchen]
  • Bd. 10: Die unbekannte Größe und frühe Schriften mit den Briefen an Willa Muir. Hrsg. u. eingel. v. Ernst Schönwiese. Die Briefe an Willa Muir wurden mir einem Vorw. hrsg. v. Eric W. Herdt. 1961. 424 S.


Hermann Broch: Kommentierte Werkausgabe. 13 in 17 Bde. Hrsg. v. Paul Michael Lützeler. Frankfurt Main 1974–1981.

  • Bd. 1: Die Schlafwandler. Eine Romantrilogie. 1978. 760 S.
  • Bd. 2: Die unbekannte Größe. 1977. 258 S.
  • Bd. 3: Die Verzauberung. 1976. 416 S.
  • Bd. 4: Der Tod des Vergil. 1976. 520 S.
  • Bd. 5: Die Schuldlosen. Roman in elf Erzählungen. 1974. 352 S.
  • Bd. 6: Novellen, Prosa, Fragmente. 1980. 358 S.
  • Bd. 7: Dramen. 1979. 426 S.
  • Bd. 8: Gedichte. 1980. 232 S.
  • Bd. 9.1: Schriften zur Literatur I. Kritik. 1975. 422 S.
  • Bd. 9.2: Schriften zur Literatur II. Theorie. 1975. 318 S.
  • Bd. 10.1: Philosophische Schriften I. Kritik. 1977. 312 S.
  • Bd. 10.2: Philosophische Schriften II. Theorie. 1977. 332 S.
  • Bd. 11: Politische Schriften. 1978. 516 S.
  • Bd. 12: Massenwahntheorie. Beiträge zu einer Psychologie der Politik. 1979. 582 S.
  • Bd. 13.1: Briefe 1913–1938. Dokumente und Kommentare zu Leben und Werk. 1981. 508 S.
  • Bd. 13.2: Briefe 1938–1945. Dokumente und Kommentare zu Leben und Werk. 1981. 474 S.
  • Bd. 13.3: Briefe 1945–1951. Dokumente und Kommentare zu Leben und Werk. 1981. 636 S.

Hörspielbearbeitungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Korrespondenz

  • Jeffrey B. Berlin: Der unveröffentlichte Briefwechsel zwischen Antoinette von Kahler und Hermann Broch unter Berücksichtigung einiger unveröffentlichter Briefe von Richard Beer-Hofmann, Albert Einstein und Thomas Mann. In: Modern Austrian Literature. Journal of the International Arthur Schnitzler Research Association, Vol. 27, No. 2, 1994. Riverside, CA (USA) 1994, S. 39–76. ISSN 0026-7503
  • Hannah Arendt – Hermann Broch. Briefwechsel 1946–1951. Hrsg. von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a. M. 1996 (2. Aufl.: 2000) ISBN 3-633-54113-6 (Nur wenige Arendt-Briefe sind überliefert).
  • Hermann Broch – Briefe über Deutschland 1945–1949. Die Korrespondenz mit Volkmar von Zühlsdorff. Hrsg. von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a. M. 1986, ISBN 3-518-02587-2.
  • Hermann Broch: „Frauengeschichten“. Die Briefe an Paul Federn 1939–1949. Hrsg. von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a. M. 2007, ISBN 3-518-41890-4.
  • Hermann Broch – Ruth Norden. Transatlantische Korrespondenz. Hrsg.von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a. M. 2005, ISBN 3-518-41675-8.
  • Hermann Broch Daniel Brody. Briefwechsel 1930–1951. Hrsg. von Bertold Hack und Marietta Kleiss. Mit einer Vorbemerkung von Herbert G. Göpfert und einer Broch-Bibliographie von Klaus W. Jonas, Frankfurt a. M. 1971, ISBN 3-7657-0387-7.
  • Hermann Broch – Annemarie Meier-Graefe. Der Tod im Exil. Briefwechsel 1950–51. Hrsg. von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a. M. 2001, ISBN 3-518-41218-3.
  • Verlorener Sohn? Hermann Brochs Briefwechsel mit Armand. Hrsg. von Paul Michael Lützeler, Frankfurt a. M. 2010, ISBN 978-3-518-42192-5.
  • Hermann Broch – Frank Thiess. Briefwechsel 1929–1938, 1948–1951. Hrsg. von Paul Michael Lützeler, Göttingen 2018, ISBN 978-3-8353-3269-0.

Sekundärliteratur Schriften und Aufsätze

  • Thomas Koebner: Hermann Broch. Leben und Werk. Dalp Taschenbücher. Bd. 380. Bern 1965. 142 S.
  • Manfred Durzak: Hermann Broch in Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Rowohlts Monographien. Bd. 118. Reinbek 1966. 180 S.
  • Leo Kreutzer: Erkenntnistheorie und Prophetie. Hermann Brochs Romantrilogie „Die Schlafwandler“. Studien zur deutschen Literatur. Bd. 3. Tübingen 1966. X, 212 S.
  • Manfred Durzak: Hermann Broch. Sammlung Metzler. Bd. 58. Stuttgart 1967. 82 S.
  • Thomas Koebner: Die mythische Dimension in Hermann Brochs „Die Schlafwandler“. München 1967. VIII, 140 S.
  • Manfred Durzak: Hermann Broch. Der Dichter und seine Zeit. Sprache und Literatur. Bd. 43. Stuttgart 1968. 234 S.
  • Paul Michael Lützeler: Hermann Broch – Ethik und Politik. Studien zum Frühwerk und zur Romantrilogie „Die Schlafwandler“. München 1973. 190 S.
  • Gerhard Dahl: Hermann Broch – Der Tod des Vergil. Eine psychoanalytische Studie. In: Psychoanalytische Textinterpretation. Hrsg. v. Johannes Cremerius. Hamburg 1974. S. 71–124.
  • Manfred Durzak: Hermann Broch. Dichtung und Erkenntnis. Studien zum dichterischen Werk. Sprache und Literatur. Bd. 102. Stuttgart 1978. 248 S.
  • Paul Michael Lützeler. Hermann Broch. Eine Biographie. Frankfurt Main 1985. 414 S.
  • Friedrich Vollhardt: Hermann Brochs geschichtliche Stellung. Studien zum philosophischen Frühwerk und zur Romantrilogie „Die Schlafwandler“ 1914–1932. Studien zur deutschen Literatur. Bd. 88. Tübingen 1986. VIII, 316 S.
  • Hermann Broch. Das dichterische Werk. Neue Interpretationen. Hrsg. v. Michael Kessler u. Paul Michael Lützeler. Stauffenburg-Colloquium. Bd. 5. Tübingen 1987. XII, 282 S.
  • Rudolf Koester: Hermann Broch. Köpfe des XX. Jahrhunderts. Bd. 109. Berlin 1987. 96 S.
  • Brochs theoretisches Werk. Hrsg. v. Paul Michael Lützeler u. Michael Kessler. Suhrkamp Taschenbuch. Bd. 2090. Frankfurt Main 1988. 234 S.
  • Hermann Broch. Literature, philosophy, politics. Edited by Stephen D. Dowden. Studies in German literature, linguistics and culture. Vol. 30. Columbia (South Carolina) 1988. XVI, 358 p.
  • Monika Ritzer: Hermann Broch und die Kulturkrise des frühen 20. Jahrhunderts. Stuttgart 1988. 340 S.
  • Hannah Arendt: Hermann Broch. In: dies.: Menschen in finsteren Zeiten. Hrsg. v. Ursula Ludz. München 1989. S. 131–171.
  • Jürgen Heizmann: Antike und Moderne in Hermann Brochs „Tod des Vergil“. Über Dichtung und Wissenschaft, Utopie und Ideologie. Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft. Bd. 33. Tübingen 1997. 208 S.
  • Jürgen Heizmann: Neuer Mythos oder Spiel der Zeichen? Hermann Brochs literarästhetische Auseinandersetzung mit James Joyce. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Bd. 72. Jg. 1998. H. 3. S. 512–530.
  • Carsten Könneker: Hermann Brochs Rezeption der modernen Physik. Quantenmechanik und ‚Unbekannte Größe‘. In: Zeitschrift für deutsche Philologie. Bd. 118. Jg. 1999, S. 205–239.
  • Carsten Könneker: Moderne Wissenschaft und moderne Dichtung. Hermann Brochs Beitrag zur Beilegung der Grundlagenkrise der Mathematik. In: Deutsche Vierteljahrsschrift für Literaturwissenschaft und Geistesgeschichte. Bd. 73. Jg. 1999. S. 319–351.
  • Paul Michael Lützeler: Die Entropie des Menschen. Studien zum Werk Hermann Brochs. Würzburg 2000. 204 S.
  • Fransisco Budi Hardiman: Die Herrschaft der Gleichen. Masse und totalitäre Herrschaft. Eine kritische Überprüfung der Texte von Georg Simmel, Hermann Broch, Elias Canetti und Hannah Arendt. Europäische Hochschulschriften. Bd. 625. Frankfurt Main 2001. 256 S.
  • Paul Michael Lützeler: Kulturbruch und Glaubenskrise. Brochs „Die Schlafwandler“ und Matthias Grünewalds „Isenheimer Altar“. Kontakte. Bd. 10. Tübingen 2001. 118 S.
  • Hermann Broch. Neue Studien. Festschrift für Paul Michael Lützeler zum 60. Geburtstag. Hrsg. v. Michael Kessler. Stauffenburg-Colloquium. Bd. 61. Tübingen 2003. 604 S.
  • Hermann Broch. Visionary in exile. Edited by Paul Michael Lützeler. Studies in German literature, linguistics and culture. Rochester (New York) 2003. XIV, 266 p.
  • Freundschaft im Exil. Thomas Mann und Hermann Broch. Hrsg. v. Paul Michael Lützeler. Thomas-Mann-Studien. Bd. 31. Frankfurt Main 2004. 246 S.
  • Hermann Broch – ein Engagierter zwischen Literatur und Politik. Hrsg. v. d. Österreichischen Liga für Menschenrechte. Innsbruck 2004. 172 S.
  • Hermann Broch. Politik, Menschenrechte – und Literatur? Hrsg. v. Thomas Eicher, Paul M. Lützeler u. Hartmut Steinecke. Übergänge – Grenzfälle. Bd. 11. Oberhausen 2005. 296 S.
  • Patrick Eiden: „Grenzenlos wird das Reich sein“. Imperiale Formgebung in Hermann Brochs Der Tod des Vergil. In: Die Souveränität der Literatur. Zum Totalitären der klassischen Moderne 1900–1933. Hrsg. v. Uwe Hebekus u. Ingo Stöckmann. München 2008. S. 259–287.
  • Barbara Picht: Erzwungener Ausweg. Hermann Broch, Erwin Panofsky und Ernst Kantorowicz im Princetoner Exil. Darmstadt 2008. 312 S.
  • Hermann Broch und die Künste. Hrsg. v. Alice Stašková u. Paul Michael Lützeler. Berlin 2009. VI, 264 S.
  • Paul Michael Lützeler: Hermann Broch und die Moderne. Roman, Menschenrecht, Biographie. München 2011. 238 S.
  • Hartmut Sommer: Die fröhliche Apokalypse. Hermann Broch und die Wiener Bohème. In: ders.: Revolte und Waldgang. Die Dichterphilosophen des 20. Jahrhunderts. Darmstadt 2011. S. 63–86.
  • Daniel Hoffmann: Broch, Hermann. In: Metzler-Lexikon der deutsch-jüdischen Literatur. Jüdische Autorinnen und Autoren deutscher Sprache von der Aufklärung bis zur Gegenwart. 2., aktualisierte u. erw. Aufl. 2012. Hrsg. v. Andreas B. Kilcher. Stuttgart 2012.
  • Hermann-Broch-Handbuch. Hrsg. v. Michael Kessler u. Paul Michael Lützeler. Berlin 2016. VI, 670 S.
  • Hermann Brochs Vergil-Roman. Literarischer Intertext und kulturelle Konstellation. Hrsg. v. Elena Agazzi, Guglielmo Gabbiadini u. Paul Michael Lützeler. Tübingen 2016. 296 S.
  • Victoria Weidemann: "Der fürchterliche Lärm der Stummheit": Zur Politik des Hörbaren bei Hermann Broch. Würzburg 2017. 318 S.
  • Hermann Broch und die Ökonomie. Hrsg. v. Jürgen Heizmann, Bernhard Fetz u. Paul Michael Lützeler. Arco Wissenschaft. Bd. 31. Wuppertal 2018. 290 S.
  • A companion to the works of Hermann Broch. Edited by Graham Bartram, Sarah McGaughey and Galin Tihanov. Rochester (New York) 2019. XII, 278 p.
  • Hermann Broch und Der Brenner. Hrsg. von Paul Michael Lützeler und Markus Ender. Innsbruck 2020.
  • Aussteigen um 1900. Imaginationen in der Literatur der Moderne. Hrsg. v. Barbara Mahlmann-Bauer u. Paul Michael Lützeler. Göttingen 2021.
  • Bergande, Wolfram: COBRAR LA PALABRA A LA MUERTE. COMENTARIOS A 'LA MUERTE DE VIRGILIO' DE HERMANN BROCH DESDE LA PERSPECTIVA DE LA TEORÍA PSICOANALÍTICA DE LACAN REVISTA CHILENA DE LITERATURA, Mayo 2021, Número 103, p. 167–188.

Einträge in Nachschlagewerken

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Unter „Totalwirtschaft“ verstand Broch die im heutigen Sprachgebrauch mit „Ökonomismus“ bezeichnete Dominanz wirtschaftlichen Denkens und Handelns: „Das Gehirn des modernen Menschen ist ökonomisch verseucht“. Vergleiche: Massenwahntheorie. 1939 bis 1948. 3. Teil, Kapitel 5.8. ISBN 3-518-37002-2 („Totalwirtschaft und Totalversklavung“).
  2. Munzinger-Archiv GmbH, Ravensburg: Hermann Broch - Munzinger Biographie. Abgerufen am 20. Februar 2017.
  3. Lexikon der deutsch-jüdischen Autoren, Bd. 4, 1996, S. 73–85, S. 73.
  4. Paul Michael Lützeler (Bearb.): Hermann Broch 1886–1951. Eine Chronik (Marbacher Magazin 94/2001), ISBN 3-933679-44-3, S. 52.
  5. Lützeler: Hermann Broch. Eine Chronik, S. 53.
  6. Lützeler: Hermann Broch. Eine Chronik, S. 54.
  7. Briefe Brochs an Zweig vom 27. Juli und 18. August 1939 sowie an Wolfgang Sauerländer vom 28. Juli 1939.
  8. Walter Weiss, in: Handbuch der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit 1945. München 1990, S. 105.
  9. Paul Michael Lützeler, in: Die Zeit. Hamburg 2001, Nr. 22.
  10. Hermann Broch: Briefe. Hrsg. u. eingel. v. Robert Pick, Zürich 1957.
  11. Aniela Jaffé: Hermann Broch. Der Tod des Vergil. Ein Beitrag zum Problem der Individuation. In: Studien zur analytischen Psychologie C. G. Jungs. Bd 2. Zürich 1955.
  12. Gerhard Dahl: Hermann Broch „Der Tod des Vergil“. Eine psychoanalytische Studie. In: J. Cremerius: Psychoanalytische Textinterpretation. Hamburg 1974.
  13. Broch. Auf der Doppelleiter. In: Der Spiegel, 27. April 1960.
  14. Vgl. Rudolf Flotzinger: Fröhliche Apokalypse. In: Oesterreichisches Musiklexikon. Online-Ausgabe, Wien 2002 ff., ISBN 3-7001-3077-5; Druckausgabe: Band 1, Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2002, ISBN 3-7001-3043-0.