Hohentannen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Hohentannen
Wappen von Hohentannen
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton ThurgauKanton Thurgau Thurgau (TG)
Bezirk: Weinfelden
BFS-Nr.: 4495i1f3f4
Postleitzahl: 9216
Koordinaten: 734562 / 263410Koordinaten: 47° 30′ 28″ N, 9° 13′ 30″ O; CH1903: 734562 / 263410
Höhe: 570 m ü. M.
Höhenbereich: 455–590 m ü. M.
Fläche: 8.01 km²
Einwohner: 586 (31. Dezember 2018)[1]
Einwohnerdichte: 73 Einw. pro km²
Website: www.hohentannen.ch
Bernhausen, Gemeinde Hohentannen

Bernhausen, Gemeinde Hohentannen

Lage der Gemeinde
Untersee (Bodensee)Bommer WeierEmerzer WeierBiessenhofer WeierHauptwiler WeierHoorbacher WeierRüütiweierHorberweierBodenseeKanton St. GallenKanton St. GallenBezirk ArbonBezirk FrauenfeldBezirk KreuzlingenBezirk MünchwilenAffeltrangenAmlikon-BisseggBerg TGBirwinkenBischofszellBürglen TGBussnangErlen TGHauptwil-GottshausHohentannenKradolf-SchönenbergMärstettenSchönholzerswilenSulgen TGWeinfeldenWigoltingenWuppenauZihlschlacht-SitterdorfKarte von Hohentannen
Über dieses Bild
w

Hohentannen ist eine Ortschaft[4] und eine politische Gemeinde im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die auf einer Hochebene nordöstlich von Bischofszell gelegene Gemeinde bildete von 1816 bis 1998 mit den Weilern Oetlishausen und Heidelberg sowie der Ortsgemeinde Heldswil zusammen die Munizipalgemeinde Hohentannen.[5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftaufnahme von Hohentannen aus dem Jahr 1959

Hohentannen wurde 1256 als Hontannon und 1275 als Hohentannun erwähnt. Vom Mittelalter bis 1798 gehörte die niedere Gerichtsbarkeit über Hohentannen als bischöflich-konstanzisches Lehen der Herrschaft Heidelberg. Kirchlich gehörte Hohentannen stets zu Sitterdorf; Heidelberg und Oetlishausen zu Bischofszell. 1812 kamen Heidelberg und Oetlishausen zur Gemeinde Hohentannen.[5] 1874 wurde der Weiler Hummelberg von der Ortsgemeinde Sitterdorf (Munizipalgemeinde Zihlschlacht) abgetrennt und der Ortsgemeinde Hohentannen zugeteilt.[6]

Früher lag Hohentannen an der Strasse Sulgen–Bischofszell. Seit deren Verlegung ins Tal 1823 liegt das Dorf jedoch abseits der grösseren Verkehrswege. Acker- und Rebbau wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts von Vieh- und Milchwirtschaft abgelöst; Obstbau. Um 1900 war die Stickerei verbreitet. Heute bietet der Kiesabbau eine Einnahmequelle.[5] Am 1. Januar 1999 vereinigten sich die ehemaligen Ortsgemeinden Hohentannen und Heldswil und die Munizipalgemeinde Hohentannen zur Politischen Gemeinde Hohentannen, einer der kleinsten Gemeinden im Kanton Thurgau.[7] Trotz des Baus einzelner Einfamilienhäuser hat Hohentannen seinen Charakter als Bauerndorf bis in die Gegenwart bewahrt.[5]

→ siehe auch Abschnitt Geschichte im Artikel Heldswil

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohentannen-blazon.svg

Blasonierung: In Blau drei gelbe (2/1), mit roten Steinen verzierte, rautenförmige Schnallen.[8]

Das Gemeindewappen bildet das Wappen der Herren von Heidelberg.[7] Nachdem sich die Ortsgemeinden Heldswil und Hohentannen zur neuen politischen Gemeinde Hohentannen zusammengeschlossen hatten, übernahm die neue Gemeinde das Wappen, führte aber auf ihren Drucksachen stets auch das Wappen der ehemaligen Ortsgemeinde Heldswil.[8]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung der Gemeinde Hohentannen[6]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1900 1950 1990 2000 2010 2018
Politische Gemeinde 586 605 586
Munizipalgemeinde 672 652 614 529
Ortsgemeinde 382 402 350 294
Quelle [5] [6]

Von den insgesamt 586 Einwohnern der Gemeinde Hohentannen im Jahr 2018 waren 49 bzw. 8,4 % ausländische Staatsbürger. 247 (42,2 %) waren evangelisch-reformiert und 174 (29,7 %) römisch-katholisch. Die Ortschaft Hohentannen zählte zu diesem Zeitpunkt 318 Bewohner.[4]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2016 bot Hohentannen 190 Personen Arbeit (umgerechnet auf Vollzeitstellen). Davon waren 35,7 % in der Land- und Forstwirtschaft, 48,0 % in Industrie, Gewerbe und Bau sowie 16,4 % im Dienstleistungssektor tätig.[2]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ignaz Epper (* 6. Juli 1892 in St. Gallen; † 12. Januar 1969 in Ascona), Kunstmaler, Grafiker, Holzschnitt[9]
  • Mischa Epper-Quarles van Ufford (* 18. August 1901 in Bloemendaal; † Oktober 1978 in Basel), Plastikerin, Porträtplastikerin, Goldschmiedin[10]
  • Anton Bernhardsgrütter (* 12. April 1925 in Hohentannen; † 24. Dezember 2015 in Kreuzlingen), Maler, Zeichner, Lithograf und Textverfasser

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oetlishausen ist im Inventar der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz aufgeführt.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hohentannen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2019, abgerufen am 22. Dezember 2019.
  2. a b Thurgau in Zahlen 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (PDF-Datei; 1,8 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  3. Schweizerische Arealstatstik. Abgeschlossen auf 1. Juli 1912. Herausgegeben vom Eidg. Statistischen Bureau. (Memento vom 12. April 2016 im Internet Archive)
  4. a b Ortschaften und ihre Wohnbevölkerung. Ausgabe 2019. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabelle; 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  5. a b c d e Verena Rothenbühler: Hohentannen. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  6. a b c Bevölkerungsentwicklung der Gemeinden. Kanton Thurgau, 1850–2000 und Wohnbevölkerung der Gemeinden und Vorjahresveränderung. Kanton Thurgau, 1990–2018. Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau (Excel-Tabellen; jeweils 0,1 MB), abgerufen am 28. April 2020.
  7. a b Geschichte der Politischen Gemeinde Hohentannen. Auf der Webseite der Gemeinde Hohentannen, abgerufen am 1. November 2019
  8. a b Gemeindewappen. Auf der Webseite des Staatsarchivs des Kantons Thurgau, abgerufen am 8. Dezember 2019
  9. Sabine Felder: Epper, Ignaz. In: Sikart
  10. Epper-Quarles van Ufford, Mischa. In: Sikart