Berg TG

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TG ist das Kürzel für den Kanton Thurgau in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Berg zu vermeiden.
Berg
Wappen von Berg
Staat: Schweiz
Kanton: Thurgau (TG)
Bezirk: Weinfelden
BFS-Nr.: 4891i1f3f4
Postleitzahl: 8572
Koordinaten: 730030 / 269871Koordinaten: 47° 34′ 0″ N, 9° 10′ 0″ O; CH1903: 730030 / 269871
Höhe: 540 m ü. M.
Fläche: 13,1 km²
Einwohner: 3301 (31. Dezember 2017)[1]
Einwohnerdichte: 252 Einw. pro km²
Website: www.berg-tg.ch
Andhausen und Berg, mit dem Ottenberg im Hintergrund

Andhausen und Berg,
mit dem Ottenberg im Hintergrund

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Berg ist eine politische Gemeinde im Bezirk Weinfelden des Kantons Thurgau in der Schweiz. Die seit 1995 bestehende Gemeinde umfasst die ehemalige Munizipalgemeinde Berg mit deren ehemaligen Ortsgemeinden Berg, Andhausen, Graltshausen und Mauren sowie die zuvor zur ehemaligen Munizipalgemeinde Birwinken zählende Ortsgemeinde Guntershausen bei Birwinken.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Gemeinde Berg besteht aus folgenden Ortschaften:

  • Die ehemalige Ortsgemeinde Berg TG ist eine Streusiedlung am Ottenberg, liegt an der Strasse KreuzlingenWeinfelden und gliedert sich wie folgt: Im Nordwesten befindet sich der Ortsteil Bergerwilen und im Süden Kehlhof. Ebenfalls zu Berg gehören Beckelswilen im Nordwesten, Heimenlachen im Norden und Hohenalber im Nordosten. Das Schloss Berg wurde durch Briefe und ein Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff bekannt. Der letzte Graf von Thurn zu Berg, Johann von Thurn und Valsassina war von 1817 bis 1831 Mitglied der Regierung des Kantons Thurgau.[2]
  • Andhausen ist östlich des Ortes Berg gelegen und durch den anhaltenden Bauboom mit Berg zusammengewachsen.
  • Die ländlich geprägte Ortschaft Graltshausen liegt am nordöstlichen Ende von Berg. Dazu zählen auch die Weiler Ast bei Graltshausen und Lanzendorn. Ast gehörte früher zur Ortsgemeinde Oberhofen bei Kreuzlingen abgetrennt und 1998 der Politischen Gemeinde Berg zugeteilt.[3]
  • Guntershausen bei Berg liegt unterhalb von Andhausen und ist vor allem durch das Altersheim in der Region bekannt.
  • Das südlich gelegene Dorf Mauren am Hang des Ottenbergs ist wichtiger Durchgangspunkt für den Individualverkehr. An der Gemeindegrenze zu Weinfelden befindet sich der Ortsteil Unterhard, wohingegen Mittel- und Oberhard bereits zu Weinfelden gehören.

Die früher ebenfalls zur ehemaligen Munizipalgemeinde Berg zählende ehemalige Ortsgemeinde Weerswilen gehört seit 1995 zu Weinfelden.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Berg mit Kapelle

Aus der Steinzeit stammen Siedlungsspuren, aus der Bronzezeit Streufunde. Im Frühmittelalter waren Berg und Umgebung im Besitz des Bischofs von Konstanz und lagen an der Südgrenze der Bischofshöri. Aus dem Jahr 796 stammt eine Erwähnung als Berga. Als Vorläufer des um 1600 erbauten Schlosses wird eine Befestigungsanlage aus dem 12./13. Jahrhundert vermutet. Schloss und Gerichtsherrschaft mit den Dörfern Berg, Andhausen und Donzhausen sowie Teilen von Andwil, Mauren und Mattwil wurden bis 1798 vom Domstift Konstanz als Lehen vergeben. Die Herauslösung aus der Bistumsverwaltung und die Entstehung der ab 1386 belegten Gerichtsherrschaft sind ungeklärt. Gerichtsherren waren u. a. die Egli von Zug (1518–1567), die Brümsi von Herblingen (1586–1653/56) und die von Thurn-Valsassina (1676–1798).[4]

1506 wurde eine Pfründe auf den Mauritiusaltar der vermutlich im 11. Jahrhundert entstandenen Kapelle gestiftet, so dass in Berg, einer Filiale von Sulgen, ein Kaplan angestellt werden konnte. Nach der Reformation 1529, der die Einwohner anhingen, während die Gerichtsherrschaft in katholischer Hand verblieb, fand bis 1575 kein regelmässiger Gottesdienst statt. Bis zur Gründung der reformierten Kirchgemeinde 1851 mit Berg, Andhausen, Mauren und Weerswilen wurde Berg von Sulgen aus versorgt. Die im 16./17. Jahrhundert entstandene katholische Pfarrei umfasste darüber hinaus auch Altishausen, Birwinken, Dotnacht, Graltshausen, Guntershausen, Hugelshofen und Mattwil. 1935 wurde die Parität aufgehoben und eine katholische Kirche erbaut.[4]

Ziegelei Berg

Wichtigste Landwirtschaftzweige bildeten Obstbau (Brennerei), Viehwirtschaft und bis 1900 Rebbau. 1899 entstand eine Käserei. Infolge der Industrialisierung entstanden in Berg ca. 1865 die Ziegelei Brauchli und um 1900 mehrere Stickereibetriebe. 1911 erfolgte der Anschluss an die Mittelthurgaubahn mit den Stationen Kehlhof und Berg. In jüngster Zeit führten ein günstiger Steuerfuss und die attraktive Lage zu starkem Bevölkerungswachstum und zur Erschliessung neuer Wohnquartiere. 1990 arbeiteten je 45 % der in Berg Erwerbstätigen im zweiten bzw. dritten Wirtschaftssektor.[4]

1993 wurde die Ortsgemeinde Andhausen in die Ortsgemeinde Berg eingemeindet. 1995 vereinigten sich die Ortsgemeinden Berg, Graltshausen, Mauren, die von der Munizipalgemeinde Birwinken abgetrennte Ortsgemeinde Guntershausen bei Birwinken und der von der Ortsgemeinde Weerswilen abgetrennte Ortsteil Beckelswilen zur Politischen Gemeinde Berg. Bereits 1866 wurde die frühere Ortsgemeinde Graltshausen von der Munizipalgemeinde Hugelshofen abgetrennt und der Munizipalgemeinde Berg zugeteilt.[3]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung im Gebiet der heutigen Gemeinde Berg[3]
Bevölkerungsentwicklung der einzelnen Gemeinden
1850 1910 1950 1980 1990 2000 2010 2018
Politische Gemeinde 2876 3067 3406
Munizipalgemeinde 1374 1767 1690 1953 2517
Ortsgemeinde 440 833 795 1142 1575
Quelle [4] [3]

Von den insgesamt 3406 Einwohnern im Jahr 2018 waren 472 bzw. 13,9 % ausländische Staatsbürger.[5]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt im Dreieck der drei regionalen Zentren Amriswil, Kreuzlingen und Weinfelden und ist bestens an den öffentlichen Verkehr angebunden. Auf dem Gemeindegebiet liegen die beiden Bahnstationen Berg und Kehlhof auf der Strecke Konstanz–Weinfelden der ehemaligen MThB.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnergemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • PolenPolen Królik Polski (Partnerschaft der Katholischen Kirchgemeinde Berg)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Berg TG – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach Jahr, Kanton, Bezirk, Gemeinde, Bevölkerungstyp und Geschlecht (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 31. August 2018, abgerufen am 30. September 2018.
  2. Rolf Soland, Romanshorn: „Der letzte Graf von Thurn zu Berg“
  3. a b c d 2000 T4 Wohnbevoelkerung ab 1850.xlsx und 2018_2017_1990_BevGmd.xlsx (Bevölkerung in ausgewählten Jahren, 1990, 2000, 2010, 2017-2018, Vorjahresveränderung). Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.
  4. a b c d e Gregor Spuhler: Berg (TG). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
    Diese Abschnitte basieren weitgehend auf dem Eintrag im Historischen Lexikon der Schweiz (HLS), der gemäss den Nutzungshinweisen des HLS unter der Lizenz Creative Commons – Namensnennung – Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International (CC BY-SA 4.0) steht.
  5. 2018_2015_BevGmd_Geschl_Nat.xlsx (Bevölkerung nach Geschlecht und Nationalität, 2015-2018) Auf der Webseite der Dienststelle für Statistik des Kantons Thurgau, abgerufen am 1. November 2019.