Eichendorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Marktes Eichendorf
Eichendorf
Deutschlandkarte, Position des Marktes Eichendorf hervorgehoben
Koordinaten: 48° 38′ N, 12° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 355 m ü. NHN
Fläche: 98,18 km2
Einwohner: 6521 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 66 Einwohner je km2
Postleitzahl: 94428
Vorwahlen: 09952, 09956, 09937, 08547
Kfz-Kennzeichen: DGF, LAN
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 113
Marktgliederung: 119 Ortsteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 5
94428 Eichendorf
Webpräsenz: www.markt-eichendorf.de
Bürgermeister: Max Schadenfroh (CSU)
Lage des Marktes Eichendorf im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt

Eichendorf (im Dialekt "Oachadoaf" gesprochen) ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

360° Panorama von Eichendorf
als Kugelpanorama anzeigen


Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichendorf liegt an der Vils. Der Markt ist noch sehr ländlich geprägt und dient den umliegenden Ortschaften als Verwaltungs- und Versorgungszentrum.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichendorf ist eine Großgemeinde mit 121 Ortsteilen unterschiedlicher Größe – neben Dörfern sind es Weiler (W) und Einöden (E):[2]

  • Abwandten (E)
  • Adldorf
  • Anglöd (E)
  • Antonsruh (E)
  • Asbach (W)
  • Attenkaisen (W)
  • Aufhausen
  • Badersdorf
  • Berg (W)
  • Birnbaum (E)
  • Brunnberg (E)
  • Büchsenholz (E)
  • Burg (E)
  • Burgstall (E)
  • Dornach
  • Ecklreit (E)
  • Edengrub (E)
  • Eggendorf (E)
  • Eichenberg (E)
  • Eichendorf
  • Eichet (W)
  • Einstorf
  • Enzerweis
  • Exing
  • Feldöd (E)
  • Feuereck (E)
  • Frauenholz
  • Gablöd (E)
  • Ganackersberg (E)
  • Gneidingerhart (W)
  • Granitz (E)
  • Greinöd (W)
  • Grimöd (E)
  • Grub (E)
  • Gschaid (E)
  • Haag (E)
  • Habersbrunn (W)
  • Haid
  • Halmbrunn (E)
  • Hart (E)
  • Hartkirchen
  • Haufenöd (E)
  • Heimhart
  • Hellenhart (E)
  • Hellenhub (E)
  • Hiemling (E)
  • Hintergrub (E)
  • Hochwimm (E)
  • Höfen (E)
  • Holzmann (W)
  • Holzwagen (E)
  • Hörmannsdorf (E)
  • Hötzenhub (E)
  • Huberöd (E)
  • Hütt
  • Indersbach
  • Jahrstorf (E)
  • Jetzeneck (E)
  • Kanzlöd (E)
  • Kellerhäuser (W)
  • Knottenöd (E)
  • Kraglöd (E)
  • Kröhstorf
  • Kuföd (E)
  • Kuglöd (E)
  • Lappersdorf
  • Lindert (E)
  • Madl (E)
  • Mildenberg (E)
  • Muggenthal (E)
  • Neuölling (W)
  • Nißlöd (E)
  • Oberklingenbach (E)
  • Obermadl (E)
  • Ölling (E)
  • Paßhausen (W)
  • Perbing
  • Perlöd (E)
  • Petzenbach (E)
  • Pitzling
  • Pöcking
  • Pollnöd (E)
  • Prunn
  • Rannersberg (E)
  • Rannersdorf
  • Reichstorf
  • Reisach (W)
  • Reith (E)
  • Rengersdorf
  • Reuth (W)
  • Rödlhub (E)
  • Rohrbach
  • Salzberg (E)
  • Schlag (E)
  • Schusteröd (E)
  • Schwaig (E)
  • Schwatzen (E)
  • Sichenöd (E)
  • Silbersberg (E)
  • Spielberg (W)
  • Steinberg
  • Stelzenöd (E)
  • Stieberg (E)
  • Stinglham (E)
  • Straß (E)
  • Thanhausen (W)
  • Thomasbach (E)
  • Unterfrauenholz
  • Unterklingenbach (E)
  • Vitzdom
  • Voglau (E)
  • Waidweber (E)
  • Wannersdorf
  • Wegnagl (E)
  • Weichslöd (E)
  • Weilöd (E)
  • Wildeneck (W)
  • Wimpersing (E)
  • Wisselsdorf
  • Wochenweis
  • Zeitlstadt (w)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zum 19. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Euchendorf“ wurde in einem Schreiben vom 24. März 1075 von Papst Gregor VII. erstmals erwähnt. Darin bestätigte der Papst dem Bischof Altmann von Passau die Schenkung von drei Gehöften und einer Kirche von Eichendorf an das Kloster St. Nikola bei Passau. Die übrige Ortschaft verblieb weiterhin im Besitz der Bischöfe, deren Eigentum sie wahrscheinlich schon seit dem 8. Jahrhundert war.

Historischer Ortsplan von 1826

Der Ortsteil Perbing wurde in einer Urkunde von König Heinrich II. vom 19. Juni 1011 als Berhcbuobingon erwähnt: Heinrich schenkt seinem Kämmerer Odelgis für dessen uneigennützige Dienste eine Königshufe in diesem damals noch selbständigen Ort.[3]

Im 12. bis 14. Jahrhundert scheint ein Ortsadel ansässig gewesen zu sein. In den Urkunden des Klosters Aldersbach wird 1170 ein Heinricus de Euchendorf als Zeuge und in Urkunden des Klosters St. Nikola von 1334 wird Karl von Euchendorf erwähnt. 1350 erhielt Heinrich der Euchendorfer eine Hube des Klosters St. Nikola zu Leibrecht.

1264 wird Eichendorf als „forum Eichendorf“, – Markt Eichendorf – in einem Verzeichnis der Güter und Einkünfte des Hochstifts Passau erwähnt. Im Jahre 1358 hatte Eichendorf bereits das Recht, drei Jahrmärkte und einen Wochenmarkt abzuhalten, was ein Bestätigungsbrief von Herzog Albrecht enthält.

Am 7. Oktober 1334 trafen sich Kaiser Ludwig der Bayer und sein Vetter Herzog Heinrich von Niederbayern in Eichendorf zu einem Versöhnungsgespräch. Im Landshuter Erbfolgekrieg wurde der Ort stark in Mitleidenschaft gezogen. Als Entschädigung an die Marktbürger zum Wiederaufbau wurde von Herzog Wilhelm IV. im Jahr 1512 die Abhaltung eines vierten Jahrmarktes zugesagt.

Im Dreißigjährigen Krieg brannten schwedische Truppen den Ort in den Jahren 1639 und 1648 (mit Ausnahme der Kirche) vollkommen nieder. 1835, 1848 und 1850 wüteten weitere Brände und vernichteten ganze Ortsteile. 1896 wurde Eichendorf zur Pfarrei erhoben. Vorher gehörte der Ort als Expositur zur Pfarrei Dornach.

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1915 erhielt der Markt mit der Eröffnung der Bahnstrecke Aufhausen–Kröhstorf einen Eisenbahnanschluss. Die Stilllegung der Strecke erfolgte 1971, der Abbau 1973. Heute verläuft hier der Vilstal-Radweg.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Eichendorf beschossen und dadurch einige Ortsteile zerstört.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die heutige Gemeinde (Markt) Eichendorf wurde in den Jahren 1972 bis 1978 neu formiert. Am 1. Januar 1972 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Dornach, Hartkirchen und Reichstorf eingegliedert. Am 1. Juli 1972 kamen Adldorf, Aufhausen, Exing und Indersbach sowie Teile der aufgelösten Gemeinden Kammern und Rengersdorf hinzu.[4] Abgeschlossen wurde die Gebietsreform zum 1. Mai 1978 mit der Eingliederung der Gemeindeteile Brunnberg, Gneidingerhart, Hiemling, Unterfrauenholz, Wildeneck und Zeitlstadt aus der ehemaligen Gemeinde Ettling.[5]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Kommunalwahl am 16. März 2014 mit einer Wahlbeteiligung von 59,3 % setzt sich der Marktgemeinderat von Eichendorf wie folgt zusammen:[6]

Das Rathaus am Marktplatz
Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 29,1 % 6
SPD 13,9 % 3
Aktive Bürger/ÖDP 11,7 % 2
Freie Wählergruppe 15,1 % 3
Junge Bürger 09,4 % 2
Junge Freie Wähler 08,5 % 2
Christliche Wähler-Union 06,1 % 1
Freie Wähler Vereinigung 06,2 % 1

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Eichendorf ist seit Mai 2002 Max Schadenfroh von der CSU. Bei der Kommunalwahl 2014 wurde er mit 86,9 % der gültigen Stimmen erneut im Amt bestätigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In Rot zwei silberne Schrägbalken; auf dem mittleren roten Streifen im Obereck eine silberne Kugel.

Pfarrkirche St. Martin

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nur wenige Wohnhäuser des 18. Jahrhunderts überstanden die Brände im zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts. Die dreischiffige spätgotische Pfarrkirche St. Martin wurde 1466 geweiht. Sie ist von der Barockisierung sowie der Modernisierung in der Mitte des 20. Jahrhunderts geprägt. Im Chor besitzt sie ein Vierrauten-Rippengewölbe. Die Rokokoaltäre stammen aus dem 18. Jahrhundert. Im Ortsteil Aufhausen wurde bei einer Ausgrabung die „Venus von Aufhausen“ geborgen.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die landwirtschaftliche Nutzfläche umfasst 6878 ha. Bestanden im Jahr 1999 noch 254 landwirtschaftliche Betriebe, ging deren Zahl bis 2010 auf 155 zurück.

Betriebsgrößenstruktur in der Landwirtschaft[7]
Betriebsgröße in ha Anzahl der Betriebe
1999 2010
unter 5 46 3
5 bis unter 10 54 27
10 bis unter 20 48 33
20 bis unter 50 65 48
50 oder mehr 41 44
Gesamt 254 155

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die A 92 München-Deggendorf gewährleistet den Anschluss an den überregionalen Verkehr.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grund- und Hauptschule unterrichten etwa 500 Schüler (2008).

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eichendorf verfügt über ein Freibad, über Sportanlagen mit einer entsprechenden Vereinspalette sowie über Wander- und Radwege im Vilstal.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Bayerische Landesbibliothek Online – Eichendorf, abgerufen am 8. Dezember 2017
  3. Qualiter nos reminiscentes gratuiti obsequii camerarii nostri nomine unum regalem mansum in villa vulgo dicta Berhcbuobingon pro rivo Sunninbach in pago Cunzingouuui in comitatu vero Adelberti comitis, ... eo modo ut, si quid ibi defuerit, in proximo loco nostro suppleatur, ei concedimus ..., ea quippe ratione ut predictus Ǒdelgisus exinde liberam habeat potestatem tam ipse quam eius heredes ... quicquid sibi inde agere libuerit. RI II,4 n. 1745, in: Regesta Imperii Online, URI: http://www.regesta-imperii.de/id/1011-06-19_1_0_2_4_1_459_1745 (Abgerufen am 30. November 2017).
  4. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 505.
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.
  6. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung: Statistik kommunal 2015 – Markt Eichendorf 09 279 113 - Eine Auswahl wichtiger statistischer Daten. PDF, online auf www.statistik.bayern.de, abgerufen am 4. Januar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Eichendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien