Johannes Strolz

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Johannes Strolz
Johannes Strolz (Februar 2022)
Nation Osterreich Österreich
Geburtstag 12. September 1992 (30 Jahre)
Geburtsort Bludenz, Österreich
Größe 186[1] cm
Gewicht 90 kg
Beruf Polizeisportler
Karriere
Disziplin Slalom, Riesenslalom, Kombination
Verein SC Warth
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 2 × Goldmedaille 1 × Silbermedaille 0 × Bronzemedaille
Junioren-WM 0 × Goldmedaille 0 × Silbermedaille 1 × Bronzemedaille
 Olympische Winterspiele
Gold Peking 2022 Kombination
Gold Peking 2022 Mannschaft
Silber Peking 2022 Slalom
 Alpine Ski-Juniorenweltmeisterschaften
Bronze Roccaraso 2012 Super-G
Platzierungen im Alpinen Skiweltcup
 Einzel-Weltcupdebüt 14. Dezember 2013
 Einzel-Weltcupsiege 1
 Gesamtweltcup 34. (2021/22)
 Riesenslalomweltcup 34. (2018/19)
 Slalomweltcup 11. (2021/22)
 Kombinationsweltcup 20. (2018/19)
 Podiumsplatzierungen 1. 2. 3.
 Slalom 1 0 0
letzte Änderung: 5. Oktober 2022

Johannes Strolz (* 12. September 1992 in Bludenz, Vorarlberg) ist ein österreichischer Skirennläufer. Er gehört aktuell der Nationalmannschaft[2] des Österreichischen Skiverbandes an und ist auf die technischen Disziplinen Slalom und Riesenslalom spezialisiert. Wie sein Vater Hubert 34 Jahre zuvor wurde er 2022 Olympiasieger in der Kombination.

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jugend und Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Johannes Strolz kam als Sohn des Olympiasiegers Hubert Strolz in Bludenz zur Welt. Nach guten Leistungen auf Schülerebene wechselte der Warther an die Schihauptschule Schruns und besuchte später das Schigymnasium Stams, wo er in den Nachwuchskader des ÖSV aufgenommen wurde. Nach der Matura absolvierte er den Grundwehrdienst und eine Ausbildung im Spitzensportkader der Polizei.[3]

Nach seinem Europacup-Debüt im Dezember 2011 nahm Strolz im März 2012 an der Juniorenweltmeisterschaft in Roccaraso teil, wo er die Bronzemedaille im Super-G errang. Ein Jahr später klassierte er sich in Québec in allen fünf Disziplinen im erweiterten Spitzenfeld, konnte jedoch den Medaillengewinn nicht wiederholen. Im Europacup konzentrierte er sich danach zunehmend auf die technischen Disziplinen und erreichte bislang acht Platzierungen unter den besten zehn. Am 8. Dezember 2017 gelang ihm im Riesenslalom von Trysil sein erster Sieg.

Weltcup und Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Weltcup-Debüt gab Strolz am 14. Dezember 2013 im Riesenslalom von Val-d’Isère. Seither wurde er nur vereinzelt im Weltcup eingesetzt, konnte jedoch noch keine Punkte gewinnen. Im April 2016 feierte er einen Prestigeerfolg, als er im Rahmen der Deutschen Meisterschaften den Slalom vor Fritz Dopfer und Dominik Stehle gewann. Ein Jahr später kürte er sich sowohl im Riesenslalom als auch im Slalom erstmals zum Österreichischen Meister.

Im Jänner 2018 gewann er als 30. im Riesenslalom von Garmisch-Partenkirchen seinen ersten Weltcuppunkt. Seine beste Saisonplatzierung erreichte er als 22. im Riesenslalom von Kranjska Gora im März. Zum Abschluss der Saison 2017/18 entschied er die Gesamtwertung des Europacups für sich. Beim Weltcup-Auftakt in Levi gewann er im November 2018 als 15. erstmals Punkte im Slalom. Sein vorläufig bestes Resultat erzielte er im Februar 2019 mit Rang zwölf in der Kombination von Bansko. Nach schlechtem Saisonstart erreichte er im Jänner 2020 im Nachtslalom von Madonna di Campiglio mit Platz zehn sein erstes Topresultat. Im Frühling 2021 strich ihn der ÖSV aus dem Kader und Strolz musste seine Karriere vorerst auf eigene Kosten fortsetzen, indem er unter anderem als sein eigener Servicemann fungiert.[4][5] Zwei Jahre nach seinem ersten Top-10-Ergebnis gelang ihm im Slalom von Adelboden mit der Startnummer 38 sein erster Weltcupsieg. Er wurde damit zum 300. männlichen Sieger der Weltcup-Geschichte.[6]

Bei den Olympischen Spielen von Peking gewann er 34 Jahre nach seinem Vater in Calgary ebenfalls die Goldmedaille in der alpinen Kombination. Damit konnte zum ersten Mal im alpinen Skisport der Sohn eines Olympiasiegers genauso eine Goldmedaille erringen.[7] Zudem war es der erste Olympiasieg eines Sportlers aus Vorarlberg seit 1998. Damals hatte Mario Reiter ebenfalls die alpine Kombination gewonnen. Im Slalom gewann er – wie sein Vater 1988 im Riesenslalom – die Silbermedaille. Im Mannschaftswettbewerb gelang ihm gemeinsam mit Stefan Brennsteiner, Katharina Huber, Katharina Liensberger, Michael Matt und Katharina Truppe der Gewinn einer weiteren Goldmedaille.

Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Olympische Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peking 2022: 1. Kombination, 1. Mannschaftswettbewerb, 2. Slalom

Weltcup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1 Podestplatz, davon 1 Sieg:
Datum Ort Land Disziplin
9. Jänner 2022 Adelboden Schweiz Slalom

Weltcupwertungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saison Gesamt Riesenslalom Slalom Kombination
Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz Punkte
2017/18 141. 10 53. 10
2018/19 68.' 93 34. 26 35. 45 20. 22
2019/20 120. 26 46. 26
2020/21 100. 40 35. 40
2021/22 34. 245 11. 245

Europacup[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Saison 2017/18: 1. Gesamtwertung, 2. Kombinationswertung, 3. Riesenslalomwertung, 3. Slalomwertung
  • 17 Platzierungen unter den besten zehn, davon 4 Siege:
Datum Ort Land Disziplin
8. Dezember 2017 Trysil Norwegen Riesenslalom
9. Dezember 2017 Trysil Norwegen Riesenslalom
25. Jänner 2018 Chamonix Frankreich Slalom
21. Februar 2018 Sarntal Italien Kombination

Juniorenweltmeisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitere Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Österreichisches Olympisches Comité (Hrsg.): Olympia Guide Peking 2022. Wien 2022, S. 113. Online, abgerufen am 10. Februar 2022.
  2. Die ÖSV-Kader für 2022/23 stehen fest. Abgerufen am 11. Mai 2022.
  3. Über Johannes Strolz – Karriere & Steckbrief. Olympiazentrum Vorarlberg, abgerufen am 14. November 2017.
  4. Kaderlos durch den Stangenwald. Die Presse, 9. Januar 2022, abgerufen am 20. Februar 2022.
  5. VOL.at: Darum ist Johannes Strolz sein eigener Servicemann. 10. Januar 2022, abgerufen am 20. Februar 2022.
  6. Johannes Strolz – der Sieger von Adelboden. ORF Vorarlberg, 10. Januar 2022, abgerufen am 10. Februar 2022.
  7. Strolz-Familie schafft Historisches. ORF, 10. Februar 2022, abgerufen am 10. Februar 2022.
  8. Dritter Niki für Gasser und Alaba. In: ORF.at. 5. Oktober 2022, abgerufen am 5. Oktober 2022.