Jugoslovenske Železnice

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Železnice Kraljevine SHS
Железнице Краљевине СХС (1918–1929)
Jugoslovenske Državne Železnice
Југословенске Државне Железнице(1929–1954)
Jugoslovenske Železnice
Југословенске Железнице (seit 1954)
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Rechtsform Staatsbahn
Auflösung 2004
Auflösungsgrund Umbenennung des verbliebenen Unternehmens in Železnice Srbije
Sitz Belgrad
Branche Transport/Logistik

Die Jugoslovenske Železnice (kyrillisch Југословенске Железнице, Akronym JŽ-ЈЖ; Kroatisch: Jugoslavenske željeznice; Mazedonisch: Југословенски железници, Jugoslovenski železnici; Serbisch: Југословенске железнице, Jugoslovenske železnice; Slowenisch: Jugoslovanske železnice), waren von 1918 bis 1991 die Staatsbahn Jugoslawiens. Sie war eines der Gründungsmitglieder des Internationalen Eisenbahnverbandes UIC und hatte den UIC-Code 72.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm der neue gegründete Staat, das „Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen“ die Streckennetze der von Kroaten, Serben und Slowenen besiedelten Gebiete Österreich-Ungarns. Aus diesem Zusammenschluss entstand die erste jugoslawische Eisenbahn, die zunächst „Železnice Kraljevine Srba, Hrvata i Slovenaca (SHS-CXC)“ – Eisenbahnen des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen – hieß. Auf Grund einer Verfassungsänderung 1929 bis 1954 hieß sie Jugoslovenske državne železnice (JDŽ). Die jugoslawische Eisenbahngesellschaft entstand nach dem Ersten Weltkrieg als Zusammenschluss der von der Donaumonarchie übernommenen Eisenbahnen und der serbischen Staatsbahn.

Beim Ausbruch des Zweiten Weltkrieges der am 6. April 1941, durch den Einmarsch deutscher, italienischer, ungarischer und bulgarischer Truppen, in Jugoslawien wurde das Land zerstückelt. Es wurden quasi unabhängige Satellitenstaaten gebildet, wie Kroatien dem auch Bosnien & Herzegowina einverleibt wurde und Serbien. Das Gleiche widerfuhr auch der Eisenbahn, die unter den Achsenmächten und den kollaborierenden Staaten aufgeteilt wurde. Bis zum 28. Februar 1942 wurde in Rom der Lokomotivpark der JDŽ zwischen der DRB, MÁV, BDŽ, FS sowie der neu gegründeten HDŽ (Kroatische Staatsbahn) und der SDŽ aufgeteilt.

Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde auch die Eisenbahn, die durch den Krieg erhebliche Zerstörung erlitten hat, wieder aufgebaut. Viele Lokomotiven wurden wieder von den ehemalingen Achsenmächten zurückgegeben, getauscht oder als Reparationszahlung übernommen. Durch die Übergabe der östlichen Gebiete von Triest an Jugoslawien kamen über 100 km Gleichstromstrecke (3000 V) zum Eisenbahnnetz der JDŽ hinzu.

Bis in die 70er Jahre wurden erhebliche Bauvorhaben realisiert, um das noch zum Teil unterentwickelte und uneinheitliche Bahnnetz auf europäisches Niveau zu bringen. Im Jahr 1952 erfolgte eine Reform der Bahnverwaltung, die von da an Jugoslovenske Železnice hieß.[1] Durch die Einführung der Arbeiterselbstverwaltung kam es zu einer Dezentralisierung der Eisenbahn. Die „Gemeinschaft der Jugoslawischen Eisenbahnen“ (Zajednica Jugoslovenskih Železnica -ZJŽ) bestand aus der Generaldirektion mit Sitz in Belgrad, Schlaf- und Speisewagengesellschaft „KSR“, Projektierungsbüro (Zavod za projektovanje ZJŽ - heute CIP) und 5 Eisenbahntransportunternehmen (ŽTP) in Belgrad (mit Betriebsleitung in Titograd - heute Podgorica), Zagreb, Sarajevo, Skopje und Ljubljana. Ljubljana selbst war als Vereinigtes Transportunternehmen (ZŽTP) in drei autonome Unternehmen, als (ŽTP) in Maribor, Ljubljana und Postojna, unterteilt.
Das Ende des Unternehmens kam, als der jugoslawische Staat Anfang der 1990er Jahre zerfiel und die unabhängig gewordenen Länder eigene Staatsbahnen gründeten. Der bei Serbien verbliebene Rest der JŽ wurde vor wenigen Jahren in Železnice Srbije (Eisenbahnen Serbiens) umbenannt.

Streckennetz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahnnetz der späteren Jugoslovenske Železnice zu Zeiten des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (ca. 1925–1929)

Das jugoslawische Normalspurnetz entstand aus drei verschiedenen Netzen, dem Österreichisch-ungarischen, dem Osmanischen in Mazedonien (seit 1873) und dem serbischen (erste Strecke Belgrad–Niš erst 1884). Zudem hatte die Donaumonarchie in ihrem abgelegenen Grenzgebiet Bosnien überwiegend Schmalspurbahnen gebaut (Vgl. Bosnische Spur). Daraus resultierten teilweise sehr unterschiedliche Ausrichtungen der einzelnen Landesteile und fehlende Verbindungen zwischen einigen Regionen. Diese Schwierigkeiten konnten trotz einiger Streckenbauten bis zum Ende der Jugoslovenske Železnice nicht behoben werden.

Nach 1918 kamen folgende Eisenbahnnetze in das Streckennetz der jugoslawischen Eisenbahnen:

Gesellschaft Streckenlänge
k.k. Staatsbahnen (kkStB) ca. 360 km
k.k. priv. Südbahngesellschaft(süd) ca. 525 km
Österreichische Lokalbahnen ca. 350 km
Magyar Államvasutak (MÁV) ca. 1.240 km
Bosnisch-Herzegowinische Landesbahnen (BHLB) ca. 1.165 km
Srpske Državne Željeznice (SDŽ) ca. 1.550 km
Deustsch-bulgarische Heeresfeldbahen in Mazedonien ca. 425 km

Wichtigste Bahnverbindung war der Korridor von Villach über Ljubljana, Zagreb, Vinkovci, Belgrad, Niš und Skopje nach Griechenland mit Abzweig nach Bulgarien in Niš. Wichtige Neubauprojekte waren in den 1960er und 1970er Jahren die Bahnstrecke Sarajevo–Ploče, die die schmalspurige Hauptstrecke über den Ivanpass und entlang der Neretva ersetzte, sowie die Bahnstrecke Belgrad–Bar.

Fahrzeugpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moskwitsch-Draisine der JŽ auf der Hauptstrecke Zagreb-Belgrad

Dampflokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 01 bis BR 10[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 01: Es handelte sich um Vierzylinder-Heissdampflokomotiven der Achsfolge 1'C1' von Schwartzkopff, Berlin

BR 03: Dies waren Schnellzuglokomotiven der Achsfolge 2'C. Sie entsprachen der Baureihe SB 109 der österreichischen Südbahn. Nach dem ersten Weltkrieg kamen 13 Stück als Reihe 03 zur JDŽ.

BR 05: Von Berliner Maschinenbau-Actien-Gesellschaft vormals L. Schwartzkopff erbaute Schnellzugloks der Achsfolge 2'C1', ab 1930 wurden insgesamt 40 Stück gebaut. Viele Teile waren baugleich mit den Reihen 06 und 30.

BR 06: Von Borsig erbaute Personenzugloks der Achsfolge 1'D1', insgesamt wurden ab 1930 30 Stück gebaut. Viele Teile waren baugleich mit den Reihen 05 und 30.

BR 10: Dies waren Schlepptenderlokomotiven der Achsfolge 2'D

BR 11 bis BR 20[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 11: Die Lokomotiven der BR 11 waren 2'Dh2-Schlepptendermaschinen, die der ungarischen Reihe 424 entsprachen.

BR 20: Die Lokomotiven der BR 20 waren 1'Ch2-Schlepptendermaschinen und Nachbauten der k.u.k. HB 860.

BR 21 bis BR 30[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 22: 1'C1' Schlepptendermaschinen mit 3-achsigen Tender

BR 25: Es handelte sich um Lokomotiven der Achsfolge 1'Dh, die mit einem 3-achsigen Schlepptender ausgerüstet waren. In Italien waren derartige Lokomotiven als Reihe FS 728 im Einsatz.

BR 29: Schwere Güterzuglokomotiven der Achsfolge 1'E mit 3-achsigem Tender

BR 30: Von Borsig erbaute Güterzugloks der Achsfolge 1'E, insgesamt wurden ab 1930 40 Stück gebaut. Viele Teilen waren baugleich mit den Reihen 05 und 06.

BR 31 bis BR 40[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 31: In Ungarn entwickelte C'Cn4v Malletlokomotivreihe. Dort als MÁV VIm geführt

BR 32: In den 1960er Jahren waren noch ausgemusterte Mallets zu sehen, wie die 1C'C Mallet BR 32-015

BR 33: Die ehemaligen deutschen Kriegslokomotiven der DR-Baureihe 52 waren bei der JŽ als BR 33 geführt.

BR 35: Schlepptenderlokomotiven der Achsfolge E. Sie entsprachen weitgehend der Preußische G 10

BR 51 bis BR 60[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 53: Die BR 53 war eine Tenderlokomotive der Achsfolge 1D1

BR 61 bis BR 70[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 61: Es handelte sich hier um eine Tenderlokomotive der Achsfolge C, die für Rangierarbeiten eingesetzt wurde.

BR 62: Rangierlokomotive der Achsfoge C

BR 71 bis BR 80[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalspurlokomotiven der Spurweite 0,76 m

BR 81 bis BR 90[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalspurlokomotiven der Spurweite 0,76 m

BR 91 bis BR 99[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schmalspurlokomotiven der Spurweite 0,76 m

Diesellokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven mit elektrischer Kraftübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 641 – 645[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
641-0 1960 Bo´Bo´ MÁVAG DVM2-6
641-0 1961 Bo´Bo´ MÁVAG DVM2-8
641-1 1971 Bo´Bo´ MÁVAG DVM2-57
641-2 1970 Bo´Bo´ MÁVAG DVM2-56
641-2 1970 Bo´Bo´ MÁVAG DVM2-59
642-0 1961-63 Bo´Bo´ Đuro Đaković DEL 825
642-1 1964 Bo´Bo´ Đuro Đaković DEL 825G
642-3 1968 Bo´Bo´ Đuro Đaković DEL 825B
643-0 1967 Bo´Bo´ Brissonneau et Lotz
643-1 Bo´Bo´ Đuro Đaković
644-0 1973-74 (A1A)´(A1A)´ Macosa G22U
645-0 1981 (A1A)´(A1A)´ Đuro Đaković
Baureihe 661 - 666[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
BR 662 der JŽ (D 66)
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
661-0 1970 Co´Co´ GM(EMD) G16
661-1 1961-63 Co´Co´ GM(EMD) G16
661-2 1964 Co´Co´ GM(EMD) G16
661-3 1967 Co´Co´ MLW
662-0 1965-69 Co´Co´ Đuro Đaković DEL1650CC
663-0 1972 Co´Co´ EMD -
664-0 1973 Co´Co´ GM ĐĐ G26
665-0 1972 Co´Co´ MLW MX 626
666-0 1978 Co´Co´ EMD -

Lokomotiven mit mechanischer Kraftübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
821-0 1965 B ĐĐ DML180 N26
830-0 1964 C ĐĐ DML120 U/C (600 mm Spur)

Lokomotiven mit hydraulischer Kraftübertragung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 721[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
721-0 B – – (JŽ-Nummernschema für Werklok)
BR 731 – 734[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
731-0 1958–1961 C Jenbach ĐĐ DH400 C42
731-1 1963–1965 C ĐĐ DHL400 CS
732-0 1964 C Jenbach ĐĐ DH600 C48
732-1 1969 C ĐĐ DHL600 C44
733-0 1968 C ĐĐ DHL600 CP
734-0 1958–1961 C MIN DHL400 C42
BR 740 – 742[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
740-0 1968 B´B´ ĐĐ DHL600 BB
740-1 1970 B´B´ ĐĐ DHL600 BBGP
741-0 1966 B´B´ MIN DHL1500
742-0 1971 B´B´ MIN DHL1650
BR 761[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
761-0 1957 C´C´ KM DML180 N26

Zusammenstellung der Diesellokomotiven [2][3]

Elektrische Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

3 kV Gleichstrom Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 341 – 342[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
341-0 1954 Bo´Bo´ Alsthom Ähnlich TCDD 4001-03
342-0 1968 Bo´Bo´ ASGEN/OMFP
BR 361 – 362[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
E-Lok der JŽ BR 362-034
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
361-0 1931–1932 Bo´BoBo´ diverse
361-1 1931–1932 Bo´BoBo´ diverse
361-2 1932 Bo´BoBo´ Saronno
362-0 1960–1967 Bo´Bo´Bo´ Ansaldo/OMFP
362-1 1968 Bo´Bo´Bo´ ASGEN/OMFP
  • BR 362: 6-Achsige Gelenklokomotive italienischer Bauart (Ansaldo, baugleich mit den E.646 der Ferrovie dello Stato). Sie führte Mitte der 1960er Jahre die internationalen Züge auf den schon elektrifizierten Strecken

25 kV Wechselstrom Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BR 441[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
JZ 441-401
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
441-0 1967–1969 Bo´Bo´ SGP/TU
441-0 1970 Bo´Bo´ Rade Končar
441-3 1967–1969 Bo´Bo´ SGP/TU
441-3 1970 Bo´Bo´ Rade Končar
441-4 1967–1969 Bo´Bo´ SGP/TU
441-5 1967–1968 Bo´Bo´ SGP/TU
BR 461[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Baureihe Baujahr Achsfolge Hersteller Type
461-5 1973 Co´Co´ Craiova/ASEA

Zusammenstellung der Elektrolokomotiven [4]

Nachfolger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Land Gesellschaft Abkürzung
Bosnien und Herzegowina
Föderation Bosnien und Herzegowina
Republika Srpska
Željeznice Bosne i Hercegovine
-Željeznice Federacije Bosne i Hercegovine (Sarajevo)
-Željeznice Republike Srpske (Doboj)
ŽBH
ŽFBH
ŽRS
Kroatien Hrvatske željeznice
Mazedonien Makedonski železnici
Montenegro Željeznica Crne Gore ŽCG
Serbien Železnice Srbije ŽS
Slowenien Slovenske železnice
Kosovo Hekurudhat e Kosovës/Kosovske Železnice HK / KŽ

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

C.J. Halliwell: The Locomotives of Jugoslavia, Frank Stenvalls Förlag, Malmö 1973, ISBN 91-7266-012-0
Allessandro Albé: Amerikanische Diesellokomotiven in Europa, Verlag Pospischil, Wien 1998, ASIN: B0092DE1GU

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Jugoslovenske Železnice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.sicip.co.rs/en/aboutUs/background.html
  2. C.J. Halliwell: The Locomotives of Jugoslavia. Vol. 1, 1973, S. 168–170.
  3. Alessandro Albé: Amerikanische Diesellokomotiven in Europa. In: Bahn im Bild. Nr. 115, 1998, S. 11–15.
  4. C.J. Halliwell: The Locomotives of Jugoslavia. Vol. 1, 1973, S. 161–162.