Kerberos (Mond)

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Kerberos
Kerberos (moon).jpg
Kerberos, aufgenommen von New Horizons
Vorläufige oder systematische Bezeichnung S/2011 (134340) 1
Pluto IV
Zentralkörper Pluto
Eigenschaften des Orbits
Große Halbachse (59 000 ± 2000) km
Periapsis ≈ 57800 km
Apoapsis ≈ 57800 km
Exzentrizität 0,0033
Bahnneigung ≈ 0°
Umlaufzeit (32,1 ± 0,3) d
Physikalische Eigenschaften
Albedo ≈ 0,50[1]
Scheinbare Helligkeit (26,1 ± 0,3) mag
Mittlerer Durchmesser Zwei Komponenten,[1] 8 bzw. 5 km
Fallbeschleunigung an der Oberfläche ≈ 0 m/s²
Fluchtgeschwindigkeit ≈ 0 m/s
Entdeckung
Entdecker

Mark R. Showalter et al.

Datum der Entdeckung 28. Juni 2011
Anmerkungen Quellen:[2][3]

Kerberos ist der viertnächste und viertgrößte der fünf bekannten Monde des Zwergplaneten Pluto. Der Mond besitzt eine visuelle Helligkeit von nur zehn Prozent des Mondes Nix. Bilder der Sonde New Horizons zeigen, dass Kerberos aus zwei etwa kugelförmigen Teilen besteht, die einen Durchmesser von rund 8 bzw. 5 Kilometern haben.

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 20. Juli 2011 gab die NASA die Entdeckung eines vierten Plutomondes bekannt. Der mit dem vorläufigen Namen S/2011 (134340) 1 bezeichnete Trabant wurde mit Hilfe des Hubble-Weltraumteleskops bei der Suche nach eventuell vorhandenen Planetenringen entdeckt. Die Entdeckung gelang einem Team von Astronomen um Mark R. Showalter. Mit einer geschätzten Größe von 13 bis 34 km war er zum Zeitpunkt seiner Entdeckung der kleinste bekannte Mond Plutos. Der Mond war auf einem am 28. Juni 2011 mit der Hubble Wide Field Camera 3 aufgenommenen Foto entdeckt worden und konnte auf weiteren Aufnahmen vom 3. und 18. Juli bestätigt werden. Die Belichtungsdauer für diese Aufnahmen betrug acht Minuten. Auf archivierten Hubble-Aufnahmen des Pluto-Systems, die am 15. Februar 2006 mit dem ACS/HRC-Instrument aufgenommen wurden, konnte der Mond ebenfalls identifiziert werden. Auf den meisten früheren Aufnahmen war der Himmelskörper jedoch nicht sichtbar, da diese mit kürzerer Belichtungszeit aufgenommen worden waren.[2][3]

S/2011 (134340) 1 war zunächst die vorläufige Bezeichnung, die von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) vergeben wurde; manchmal wurde sie fälschlich mit S/2011 P 1[4] angegeben. Die NASA bezeichnet ihn in ihrer Entdeckungsmeldung mit der inoffiziellen Projektbezeichnung P4. Am 2. Juli 2013 gab die IAU bekannt, dass der Mond offiziell als vierter Mond des Pluto anerkannt wurde und bestätigte den auf Basis einer Internetabstimmung eingereichten Namensvorschlag von Mark Showalter, Kerberos, nach dem Höllenhund in der griechischen Mythologie, der den Eingang zur Unterwelt bewacht.[5]

Bahneigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mittlere Distanz zu Pluto beträgt 57.780 ± 20 km, so dass die Umlaufbahn zwischen den bereits bekannten Monden Nix und Hydra liegt. Die Umlaufbahn hat eine nahezu kreisförmige und äquatoriale Charakteristik.[6]

Erforschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf den Aufnahmen mit dem Hubble-Weltraumteleskop können keine Oberflächenformen erkannt werden. Gegen Anfang Mai 2015 konnte Kerberos auch von der Raumsonde New Horizons erfasst werden.[1] Die Sonde passierte das Plutosystem im Juli 2015. Die Auswertung ihrer gesendeten Daten läuft noch (Oktober 2015).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kerberos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Last of Pluto’s Moons – Mysterious Kerberos – Revealed by New Horizons. 22. Oktober 2015, abgerufen am 24. Oktober 2015 (englisch).
  2. a b NASA: NASA’S Hubble Discovers Another Moon Around Pluto
  3. a b IAU Electronic Telegram No. 2769: NEW SATELLITE OF (134340) PLUTO: S/2011 (134340) 1
  4. Fourth Moon Adds to Pluto’s Appeal – Artikel auf der New Horizons-Website vom 20. Juli 2011 (abgerufen am 24. Juli 2012)
  5. IAU1303 News Release: Names for New Pluto Moons Accepted by the IAU After Public Vote, vom 2. Juli 2013
  6. M. R. Showalter, D. P. Hamilton: Resonant interactions and chaotic rotation of Pluto’s small moons. In: Nature. 522, Nr. 7554, 3. Juni 2015, S. 45–49. doi:10.1038/nature14469.