Nix (Mond)

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(134340) Pluto II (Nix)
Nix viewed from New Horizons 2015-07-14.jpg
Nix, aufgenommen von der Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015
Vorläufige oder systematische Bezeichnung S/2005 P 2
Zentralkörper Pluto
Eigenschaften des Orbits
Große Halbachse 48.675 ± 21 km
Periapsis 48.563 km
Apoapsis 48.786 km
Exzentrizität 0,0023 ± 0,0021
Bahnneigung 0,10° ± 0,33 (Äquatorebene)°
Umlaufzeit 24,8562 ± 0,0013 Tage
Mittlere Orbitalgeschwindigkeit 0,1424 km/s
Physikalische Eigenschaften
Albedo 0,04−0,35
Scheinbare Helligkeit 23,41 ± 0,15 mag
Mittlerer Durchmesser ca. 42 × 36[1] km
Masse 5 · 1016 - 2 · 1018 kg
Fallbeschleunigung an der Oberfläche ≈ 0 m/s²
Fluchtgeschwindigkeit ≈ 0 m/s
Oberflächentemperatur −240–−218 °C / 33–55 K
Entdeckung
Entdecker

Forscherteam des
Lowell-Observatoriums

Datum der Entdeckung 15. Juni 2005
Pluto und seine Monde Charon, Nix und Hydra

Nix ist der drittnächste und drittgrößte Mond von Pluto.

Entdeckung und Benennung[Bearbeiten]

Nix wurde am 15. Juni 2005 zusammen mit Hydra vom Pluto Companion Search Team, bestehend aus Hal A. Weaver, S. Alan Stern, Max J. Mutchler, Andrew J. Steffl, Marc W. Buie, William J. Merline, John R. Spencer, Eliot F. Young, und Leslie A. Young, durch Beobachtungen mit dem Hubble-Weltraumteleskop am 15. und 18. Mai 2005 entdeckt. Die beiden Monde wurden am 15. Juni von Max J. Mutchler und am 15. August 2005 von Andrew J. Steffl unabhängig voneinander gefunden. Nix wurde bei 2,09 Bogensekunden Abstand zu Pluto gefunden. Als beide Monde nachträglich auf Aufnahmen vom November 2002 lokalisiert werden konnten, wurde daraufhin die Entdeckung am 31. Oktober 2005 bekanntgegeben. Der Mond erhielt zunächst die vorläufige Bezeichnung S/2005 P 2. Die Existenz der beiden Himmelskörper wurde bei weiteren Beobachtungen des Pluto-Systems am 22. Februar 2006 bestätigt.

Entdeckungsfotos von Nix und Hydra

Am 21. Juni 2006 wurde der Mond von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) offiziell nach Nyx (griechisch für „Nacht“) benannt, der Göttin der Nacht in der griechischen Mythologie. Nyx ist auch Mutter von Charon, nach dem der größte Plutomond Charon benannt ist. Es war ursprünglich beabsichtigt, den Mond Nyx zu nennen. Da der Name bereits an den Asteroiden (3908) Nyx vergeben war, wurde für den Plutomond eine etwas abweichende Schreibweise gewählt. Die USGS Gazetteer of Planetary Nomenclature gibt an, dass Nix die „ägyptische Aussprache“ ist, während Jürgen Blunck von einer „spanischen Übersetzung“ des griechischen Namens spricht.

Zudem entsprechen die Initialen von Hydra und Nix denen der Raumsonde New Horizons, die das System im Juli 2015 erkundet hat.

Bahneigenschaften[Bearbeiten]

Die Bahnen von Pluto, Charon, Nix und Hydra um das Baryzentrum des Systems

Nix umkreist den gemeinsamen Schwerpunkt des Pluto-Charon-Systems in einer prograden, beinahe kreisförmigen Umlaufbahn in einem mittleren Abstand von 46.640 km (48.675 Abstand von Plutos Zentrum, ca. 42,21 Plutoradien). Die Bahnexzentrizität beträgt 0,0023, die Bahn ist 0,1° gegenüber dem Äquator von Pluto geneigt.

Der Radius der Umlaufbahn des nächstinneren Mondes Charon ist im Mittel 29.103 km kleiner, der Radius der Umlaufbahn des nächstäußersten bekannten Plutomondes Kerberos ist etwa 10.000 km größer.

Nix umläuft Pluto in 24 Tagen 20 Stunden 32 Minuten und 55,7 Sekunden, was rund 3645,5 Umläufen in einem Pluto-Jahr (rund 248,09 Erdjahre) entspricht.

Die Bahnperiode befindet sich nahe einer 1:4-Bahnresonanz mit Charon, wobei die Abweichung 2,7 % beträgt, was darauf hindeutet, dass es sich um keine echte Resonanz handelt. Eine Hypothese zur Klärung dieser Frage besagt, dass eine solche Nah-Resonanz vor der nach außen laufenden Migration von Charon herstammt. Aufrechterhalten wird sie demnach durch die periodische lokale Fluktuation von 5 % in der Gravitationsfeldstärke durch den Umlauf von Pluto und Charon umeinander.

Die Rotation von Nix ist jedoch nicht im Voraus berechenbar und ihre Bahnebene ist nicht mit der von Plutos größtem Mond Charon identisch.[2]

Physikalische Eigenschaften[Bearbeiten]

Der genaue Wert des Durchmessers konnte bislang nicht bestimmt werden. Beim Vorbeiflug der Raumsonde New Horizons an Pluto konnten jedoch Fotografien erstellt werden, die eine Einengung des Durchmessers in zwei der drei Raumrichtungen erlauben. Demnach ist Nix ca. 42 × 36 km[1] groß.

Nix ist um 25 % lichtschwächer als Hydra, was auf eine um 10–15 % geringere Größe hinweist, wenn man von einer gleichen Albedo der beiden Monde ausgeht. Auf dem Entdeckungsfoto ist Nix 6.300-mal lichtschwächer als Pluto. Erste Untersuchungen des Mondes wiesen auf eine ähnlich rote Farbe wie Pluto hin, doch jüngere Untersuchungen berichten von einer ähnlich neutralen grauen Farbe wie Charon und Hydra, wobei aber ein Bereich des Mondes, möglicherweise ein großer Einschlagkrater, rot erscheint.

Nix ist wahrscheinlich, analog zur Theorie zur Entstehung des Erdmondes, das Produkt der großen Kollision eines Vorgängers von Pluto mit einem anderen plutogroßen Körper des Kuipergürtels, die den Mond Charon formte und dabei Trümmer in äußere Umlaufbahnen um Pluto gerieten, die dabei den Mond Nix bildeten.

Erforschung[Bearbeiten]

Nach der Entdeckung im Sommer 2005 durch Bilder des Hubble-Weltraumteleskops wurden die beiden neuentdeckten Monde im September 2005 durch das Keck- und das Gemini-Observatorium auf Hawaii sowie durch das ESO-VLT-Teleskop in Chile beobachtet, um die Entdeckung zu bestätigen, was jedoch misslang, da die Bedingungen für eine Beobachtung des Pluto-Systems zu dieser Zeit ungünstig waren. Am 24. Oktober konnten Marc W. Buie und Eliot F. Young die Monde auf den Bildern von 2002 ausmachen.

Es ist geplant, die am 19. Januar 2006 gestartete Raumsonde New Horizons am 14. Juli 2015 in 27.000 km Entfernung an Charon und in 9.600 km Entfernung an Pluto vorbeifliegen zu lassen. Da die Entdeckung von Nix und Hydra beim Start der Sonde noch nicht bestätigt war und Kerberos erst danach entdeckt wurde, wurden sie in der Mission nicht eingeplant. Nix und Hydra wurden jedoch nachträglich ins Beobachtungsprogramm aufgenommen. Sie sollten 90 Tage vor der Passage lokalisierbar sein und man wird dann ihre Bahnen genauer erfassen, um ihre Position beim Vorbeiflug sicherzustellen. Man wird dann beide Monde mit einer Auflösung von besser als 200 m/Pixel erfassen, nur wenig schlechter als bei Charon (200 m/Pixel). Nach den derzeitigen Simulationen befindet sich Hydra auf derselben Seite von Pluto wie Charon, Nix dagegen auf der anderen Seite, dafür aber näher an der Sonde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b "New Horizons captures two of Pluto's smaller moons", abgerufen am 22. Juli 2015 gegen 00:40
  2. http://www.raumfahrer.net/news/astronomie/04062015210943.shtml Ralph-Mirko Richter: Mindestens zwei von Plutos kleineren Monden taumeln, in Raumfahrer.net, Datum: 4. Juni 2015, Abgerufen: 7. Juni 2015.

Medien[Bearbeiten]

 Commons: Nix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Weblinks[Bearbeiten]