Kreuth

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Dieser Artikel behandelt die bayerische Gemeinde Kreuth, für andere Orte siehe Kreuth (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kreuth
Kreuth
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kreuth hervorgehoben
Koordinaten: 47° 39′ N, 11° 45′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Miesbach
Höhe: 787 m ü. NHN
Fläche: 122,24 km²
Einwohner: 3637 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 83708,
83700 (Oberhof, Reitrain, Weißach),
83707 (Ringsee)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/PLZ enthält Text
Vorwahlen: 08029, 08022
Kfz-Kennzeichen: MB
Gemeindeschlüssel: 09 1 82 124
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Nördliche Hauptstraße 14
83708 Kreuth
Webpräsenz: www.rathaus-kreuth.de
Bürgermeister: Josef Bierschneider (CSU)
Lage der Gemeinde Kreuth im Landkreis Miesbach
Österreich Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen Landkreis Ebersberg Landkreis München Rosenheim Landkreis Rosenheim Bad Wiessee Bayrischzell Fischbachau Gmund am Tegernsee Hausham Holzkirchen (Oberbayern) Irschenberg Kreuth Miesbach Otterfing Rottach-Egern Schliersee (Gemeinde) Tegernsee (Stadt) Valley Waakirchen Warngau WeyarnKarte
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Kreuth ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Miesbach. Der Heilklimatische Kurort liegt am südlichen Ufer des Tegernsees. Kreuth erstreckt sich mit 17 Ortsteilen vom Tegernsee durch das weite Flusstal der Weißach bis zur Landesgrenze nach Tirol in einer Höhenlage zwischen 725 m am Tegernsee bis zum Gipfel der Halserspitz 1862 m ü. NHN.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wildbad Kreuth um 1900

Die Geschichte des Ortes reicht zurück in die Zeit des Klosters Tegernsee, von dem aus der „Kreuther Winkel“ urbar gemacht und besiedelt wurde. Davon rührt auch der Name „Kreuth“, der so viel bedeutet wie „das Gerodete/das Gereutete“.

Blick vom Leonhardstein auf Kreuth

Der Abt Rupert I. von Neuburg-Falkenstein des Klosters Tegernsee ließ im Jahre 1184 eine steinerne Kapelle in Kreuth errichten. Wegen der Baufälligkeit wurde diese Kapelle 1490 abgetragen. Der Tegernseer Abt Ayrinschmalz ließ bis ins Jahr 1491 eine neue Kirche im gotischen Stil errichten. Die Kreuther Leonhardifahrt wurde erstmals 1442 urkundlich erwähnt. Weitere Kirchen auf dem Gemeindegebiet sind die im Jahre 1700 geweihte Kirche "Mariä Heimsuchung" in Glashütte und die 1706 erbaute Kapelle „Zum heiligen Kreuz“ in Wildbad Kreuth.[2]

Kreuth war bis 1803 ein Teil des Klostergerichtsbezirks Tegernsee. Kreuth wurde im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern 1818 eine selbständige politische Gemeinde.

Bundesweites Aufsehen erregte 1976 der in Wildbad Kreuth gefasste Kreuther Trennungsbeschluss. Seither findet alljährlich im Januar die Klausurtagung der CSU-Landesgruppe in Wildbad Kreuth statt, wo die Hanns-Seidel-Stiftung seit 1975 ein Bildungszentrum gemietet hat.[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreuth ist die flächenmäßig größte und südlichste Gemeinde des Landkreises Miesbach.[4] Neben Tegernsee, Rottach-Egern, Bad Wiessee und Gmund ist Kreuth eine von fünf Ortschaften im Tegernseer Tal. Die Ortschaft befindet sich rund 25 km von Miesbach, 28 km von Bad Tölz, 30 km von Holzkirchen, 60 km von der Landeshauptstadt München und 40 km vom Tiroler Jenbach entfernt. Nachbargemeinden sind auf deutscher Seite Bad Wiessee im Norden, Rottach-Egern im Osten sowie Lenggries im Westen. Im Süden bildet das Mangfallgebirge die Gemeinde- und Landesgrenze zu Achenkirch im Bezirk Schwaz in Österreich.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Verkehrsader von Kreuth ist die Bundesstraße 307, welche am Achenpass übergeht in die Achenseestraße (B 181) und Kreuth mit dem Achental in Österreich verbindet. Alle Ortsteile von Kreuth sind durch die Busse des RVO zu erreichen. Darüber hinaus gibt es ein Anrufsammeltaxi.

Gemeindeteile und Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus 17 Ortsteilen, wie folgt:[5] Bayerwald, Brunnbichl, Enterbach, Enterfels, Glashütte, Grüneck, Kreuth Dorf, Oberhof, Pförn, Point, Reitrain, Riedlern, Ringsee, Scharling, Schärfen, Weißach und Wildbad Kreuth.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindegrenze zu Rottach-Egern verläuft teilweise entlang der Weißach.

Am Ringsee grenzt das Gemeindegebiet von Kreuth direkt an den Tegernsee. Zu den wichtigsten Flüssen und Bächen auf dem Gemeindegebiet zählen die Weißach, der Sagenbach, der Schwarzenbach, der Albertsbach, der Klammbach die Hofbauernweißach sowie eine Vielzahl von kleineren Bächen wie der Wisengraben. Im nördlichen Gemeindegebiet verläuft der Kanal Mühlbach.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit über 500 Jahren wird jährlich am 6. November in Kreuth die Leonhardifahrt zu Ehren des Heiligen Leonhard abgehalten. Sie ist die älteste in ganz Bayern und wurde erstmals im Jahr 1442 erwähnt.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem zum Gemeindegebiet gehörigen Ringberg liegt das Schloss Ringberg der Max-Planck-Gesellschaft, welches als Tagungsstätte dient und alle zwei Jahre einen Tag der offenen Tür veranstaltet.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nahe dem Ortskern von Kreuth liegt ein Kurpark mit Musikpavillon und Kneippbecken.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Bayerische Landesentwicklungsprogramm (LEP) festgelegt, wird Kreuth seit Mai 2016 dem Mittelzentrum Tegernseer Tal zugeordnet. Dadurch erhält Kreuth als ländliches und strukturschwaches Gebiet künftig mehr Spielraum für eine Weiterentwicklung.[6]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl vom 16. März 2014 führte bei einer Wahlbeteiligung von 51,1 % zu folgendem Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze
CSU 47,7 % 8
FWG 32,1 % 5
SPD 20,3 % 3

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Verleihung des Wappens durch das Staatsministerium des Inneren im Jahre 1965 lautet die Blasonierung:

Wappen von Kreuth

„Geteilt von Grün und Silber; oben ein Gemsenkopf, unten zwei Seeblätter mit verschlungenen Stielen in verwechselten Farben.“

Der Gamskopf symbolisiert die alpine Lage der vom hinteren Tegernseer Tal bis zum Achenpass und der Tiroler Landesgrenze sich erstreckenden Gemeinde, in der das Hochgebirgswild vorkommt. Der Gamskopf wurde schon vor der Wappenannahme als Ortszeichen von Kreuth geführt. Die zwei verschlungenen Seelaubblätter (Seerosenblätter) gelten als ältestes heraldisches Zeichen der Benediktinerabtei Tegernsee und erinnern daran, dass Kreuth auf eine hochmittelalterliche Rodung des Klosters Tegernsee zurückgeht und mit diesem bis zur Säkularisation 1803 niedergerichtlich und grundherrschaftlich verbunden war.

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit dem 11. Juni 1976 unterhält die Gemeinde Kreuth eine Grenzlandpartnerschaft mit der Gemeinde Achenkirch in Tirol zur Förderung und Vertiefung der nachbarlichen, kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen und Bindungen.

Am 24. September 2005 wurde eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Prunay-en-Yvelines im Département Yvelines etwa 60 km südwestlich von Paris begründet.[8]

Natur und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem Gemeindegebiet liegt das etwa 5327 Hektar umfassenden Landschaftsschutzgebiet Schutz des Weissachtales. Der heutige Zustand der Weißach ist überwiegend durch den Flussausbau zum Hochwasserschutz und die Begradigung zum Zwecke der Holztrift im 19. Jahrhundert bedingt.

Große Teile des Kreuther Gemeindegebietes liegen innerhalb des Flora-Fauna-Habitat Schutzgebietes des Mangfallgebirges, einem großflächigen Gebirgsstock mit Voralpencharakter, Gipfelhöhen im Subalpin, mit alpinen Heiden sowie Schlucht- und Hangmischwäldern, wozu das Gebiet der Weißachauen und der Hangwald bei Glashütte zählen.[9]

Am südlichen Ende des Gemeindegebiets an der Grenze zu Österreich befindet sich die durch die Ramsar-Konvention geschützte Bayerische Wildalm, die geprägt ist durch eines für die Kalkalpen typischen Hochmoores und das Vorkommen vieler bedrohter Pflanzenarten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kreuth – Chronologie. Bürgermeisteramt Kreuth, abgerufen am 17. Januar 2016.
  3. Heiner Effern und Wolfgang Wittl: Wie die CSU den Kampf um Kreuth verlor. sueddeutsche.de, 13. Juli 2015, abgerufen am 14. Juli 2015.
  4. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.06.2016. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, 30. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2016.
  5. www.bayerische-landesbibliothek-online.de − Ortsteile. Aufgerufen 12. Februar 2014.
  6. Ilse Aigner bestätigt: Kreuth gehört zum Tegernseer Tal. Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co.KG, 25. Mai 2016, abgerufen am 1. Juni 2016.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung
  8. Gemeinde Kreuth – Nachbar- und Partnergemeinden. Bürgermeisteramt Kreuth, abgerufen am 17. Januar 2016.
  9. Natura 2000 - Steckbrief des Mangfallgebirges. Bundesamt für Naturschutz, abgerufen am 1. Juni 2016.
  10. Halmbacher, Hans, Das Tegernseer Tal in historischen Bildern, Fuchs-Druck, Hausham, 1980, S. 324
  11. Gemeindebote Kreuth 12/2005

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kreuth – Reiseführer