Kronau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kronau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kronau
Kronau
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kronau hervorgehoben
Koordinaten: 49° 13′ N, 8° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Karlsruhe
Landkreis: Karlsruhe
Höhe: 110 m ü. NHN
Fläche: 10,91 km2
Einwohner: 5648 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 518 Einwohner je km2
Postleitzahl: 76709
Vorwahl: 07253
Kfz-Kennzeichen: KA
Gemeindeschlüssel: 08 2 15 039
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirrlacher Straße 2
76709 Kronau
Webpräsenz: www.kronau.de
Bürgermeister: Frank Burkard (CDU)
Lage der Gemeinde Kronau im Landkreis Karlsruhe
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Über dieses Bild
Das Rathaus von Kronau

Kronau ist eine Gemeinde in Baden-Württemberg und gehört zum Landkreis Karlsruhe.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kronau liegt im Nordwesten des Landkreises Karlsruhe zwischen den Zentren der Regionen Mittlerer Oberrhein und Rhein-Neckar. Zur Gemeinde Kronau gehören außer dem gleichnamigen Dorf keine weiteren Ortschaften.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kronau grenzt im Südosten an Bad Schönborn und im Westen an Waghäusel (beide Landkreis Karlsruhe) sowie im Norden an St. Leon-Rot (Rhein-Neckar-Kreis).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Siedlungsspuren der heutigen Gemeinde Kronau reichen bis in die Jungsteinzeit zurück. An der Gemarkungsgrenze nahe der Bahnlinie Heidelberg–Karlsruhe fand man beim Kiesabbau auf einer ovalen, zwei Hektar großen Düne Gefäßscherben der Bandkeramiker, Geräte aus Feuerstein und Knochen von Haustieren. Wie auf dem nahen Michaelsberg bei Bruchsal hatten hier auf einer gegen das Hochwasser der Nebenrheinarme geschützten Insel die ersten Ackerbauern und Viehzüchter gelebt. Einige Gräber aus dem 4. Jh. v. Chr. sowie römische Siegel und Münzen mit dem Bildnis des Antoninus Pius (138–161 n. Chr.) zeugen von einer fast nie unterbrochenen Landnutzung in diesem Raum, lange bevor die erste schriftliche Kunde von dem Dorf in der „Grünen Au“ festgehalten ist.

1056 schenkte Kaiser Heinrich III. das Gebiet der Speyerer Kirche. Die erste urkundliche Erwähnung Kronaus datiert aus dem Jahr 1289. Wahrscheinlich hat sich aber schon lange vor der ersten Jahrtausendwende eine Dorfsiedlung entwickelt. Das Hochstift Speyer hat diese seinem ganz nahe gelegenen Amt Kislau unterstellt. Die Kronauer Bauern taten sich damals schwer, die Abgaben aus dem mageren Sandboden herauszuwirtschaften. Trotzdem blieben Landwirtschaft und Taglohn die einzigen Einnahmequellen der Menschen. Der Gemeindename veränderte sich über die Jahrhunderte hinweg mehrmals, ohne jedoch die Verbindung zur Grünen Au zu verlieren.

1867 entwickelte sich eine Zigarrenindustrie, die es in den 1920er Jahren zur Blüte brachte. Nach dem Zweiten Weltkrieg etablierte sich in Kronau ein funktionierendes Gewerbewesen.

Kronau ist heute Wohn- und Arbeitsgemeinde zwischen den Zentren der Regionen Mittlerer Oberrhein und Rhein-Neckar. Die Bevölkerungsentwicklung ist von einem kontinuierlichen Wachstum gekennzeichnet. Hatte Kronau im Jahre 1970 noch 4295 Einwohner, sind es mittlerweile nahezu 5700.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in Kronau führte zu folgendem amtlichen Endergebnis.[2] Die Wahlbeteiligung lag bei 57,5 % (2009: 57,9 %). Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Partei Stimmen Sitze Ergebnis 2009
CDU 51,9 % 7 66,6 %, 9 Sitze
SPD 29,3 % 4 33,4 %, 5 Sitze
Junge Liste 18,8 % 3 0,0 %, 0 Sitze

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen-Logo

Frank Burkard (CDU) wurde im Juli 2016 im zweiten Wahlgang mit 55,3 % der Stimmen gewonnen. Amtsvorgänger war Jürgen Heß, der 21 Jahre lang Bürgermeister war.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Blasonierung: „In Blau ein geschliffener, fünfstrahliger silberner Stern.“[3] Anmerkung: Heraldisch korrekt wäre gestürzter Stern.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kronau verfügt mit der Erich-Kästner-Grund- und Werkrealschule über ein Zentrum für die grundständige Bildung. Außerdem gibt es zwei römisch-katholische Kindergärten.

Erich-Kästner-Grund- und Werkrealschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erich-Kästner-Schule

Die heutige Kronauer Schule wurde im Jahre 1962 fertiggestellt und im Laufe der Jahre immer wieder erweitert und saniert. Seit 1993 beinhaltet die Kronauer Schule auch eine Werkrealschule. Die Klassen werden im jährlichen Wechsel zwischen den Hauptschulen Bad Schönborn und Kronau gebildet. Insgesamt besuchen 370–400 Schülerinnen und Schüler die Kronauer Bildungseinrichtung.

Die Erich-Kästner-Schule kooperiert mit den Außenklassen der Schule für Körperbehinderte in Karlsbad-Langensteinbach und der Schule für geistig behinderte Kinder in Bruchsal. Die Kooperation hat Modellcharakter erlangt.

An der Schule wird ein Mittagstisch und eine Mittagsbetreuung sowie eine Hausaufgabenbetreuung angeboten, die vom Förderverein der Schule getragen wird.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rathaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentral in der Ortsmitte gelegen ist das Kronauer Rathaus. Errichtet wurde das Rathaus im Jahre 1809. In den vergangenen 200 Jahren hatte es viele Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen erfahren. Zuletzt wurde es im Jahre 1998 um einen Anbau erweitert. 1999 wurde der denkmalgeschützte alte Bauteil des Rathauses grundlegend saniert.

Katholische Kirche St. Laurentius[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Laurentius-Kirche

Die katholische Laurentius-Kirche wurde von 1861 bis 1862 nach den Plänen des Architekten und großherzoglichen Baudirektors Heinrich Hübsch erbaut. In den 1960er Jahren wurde der Bau erweitert. Geweiht wurde das Gotteshaus am 20. August 1862 durch den Speyerer Bischof Nikolaus von Weis, der bei dieser Gelegenheit auch 800 Gläubigen das Sakrament der Firmung spendete.[4]

Alte Schule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemalige Kronauer Schulhaus, 1894 erbaut, wurde ab 1988 grundlegend saniert. Das Gebäude beherbergt neben dem katholischen Kindergarten Johannes Bosco einen großen Versammlungsraum und Proberäume für Vereine sowie die Volkshochschule. Es wird von vielen Kronauer Initiativen genutzt.

Feuerwehrhaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den weiteren Gemeindeeinrichtungen zählt das 1975 erbaute Feuerwehrhaus.

Friedhof[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortskern der Gemeinde liegt der Friedhof mit der 1975 errichteten Einsegnungshalle. Teilbereiche des alten Friedhofs wurden im Jahr 2010 im Rahmen einer Neugestaltung wieder angelegt. Seinen würdigen Platz fand im Friedhof auch ein Ehrenmal zum Gedenken an die Gefallenen des Krieges 1870/71 sowie das Ehrenmal zum Gedenken an die Opfer des Zweiten Weltkriegs.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Größere Bekanntheit erlangte der Ort durch den Handball-Bundesligisten SG Kronau/Östringen, der eine Spielgemeinschaft der örtlichen TSG Kronau und des TSV Baden aus dem nahegelegenen Östringen ist. Die Mannschaft stieg im Mai 2005 zum zweiten Mal nach 2003 in die Bundesliga auf und trägt ihre Heimspiele in der Mannheimer SAP-Arena aus. Seit 2005 nennt sich die Mannschaft Rhein-Neckar Löwen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Zimmermann, ehemaliger Bürgermeister
  • Heinz Hochadel, ehemaliger Bürgermeister

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes
  3. Herwig John (1986): Wappenbuch des Landkreises Karlsruhe. Wappen – Siegel – Dorfzeichen. Herausgegeben vom Landkreis Karlsruhe, S. 152.
  4. Schematismus des Bistums Speyer 1869, S. 198.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeinde Kronau (Hrsg.): Kronau – Geschichte und Gegenwart. Eine Ortschronik. Verlag Regionalkultur, Ubstadt-Weiher 2009, ISBN 978-3-89735-477-7.
  • Josef Seitz, Niko Vurnik: Kronau in Baden und seine Einwohner 1629–1910. Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher, Lahr-Dinglingen 2005.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kronau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien