Hörbranz

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Marktgemeinde
Hörbranz
Wappen Österreichkarte
Wappen von Hörbranz
Hörbranz (Österreich)
Hörbranz
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Vorarlberg
Politischer Bezirk: Bregenz
Kfz-Kennzeichen: B
Fläche: 8,74 km²
Koordinaten: 47° 33′ N, 9° 45′ OKoordinaten: 47° 33′ 19″ N, 9° 45′ 10″ O
Höhe: 426 m ü. A.
Einwohner: 6.512 (1. Jän. 2020)
Bevölkerungsdichte: 745 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6912
Vorwahl: 05573
Gemeindekennziffer: 8 02 18
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Lindauer Straße 58
6912 Hörbranz
Website: www.hoerbranz.at
Politik
Bürgermeister: Andreas Kresser (TOP)
Gemeindevertretung: (Wahljahr: 2020)
(27 Mitglieder)
15
7
3
1
1
15 
Insgesamt 27 Sitze
  • TOP: 15
  • ÖVP: 7
  • Team/FPÖ: 3
  • NEOS: 1
  • HaK: 1
Lage von Hörbranz im Bezirk Bregenz
AlberschwendeAndelsbuchAuBezauBildsteinBizauBregenzBuchDamülsDorenEggEichenbergFußachGaißauHardHittisauHöchstHörbranzHohenweilerKennelbachKrumbachLangen bei BregenzLangeneggLauterachLingenauLochauMellauMittelbergMöggersReutheRiefensbergSchnepfauSchoppernauSchröckenSchwarzachSchwarzenbergSibratsgfällSulzbergWarthWolfurtVorarlbergLage der Gemeinde Hörbranz im Bezirk Bregenz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

BW

Hörbranz ist eine Marktgemeinde mit 6512 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2020) in Österreich in Vorarlberg im Bezirk Bregenz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbranz liegt im westlichsten Bundesland Österreichs, Vorarlberg, im Bezirk Bregenz nördlich des Bodensees auf 426 Metern Höhe. 23,6 % der Fläche sind bewaldet.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbranz umgeben im Uhrzeigersinn die Gemeinden Hohenweiler, Möggers, Eichenberg, Lochau und Bregenz sowie (in Deutschland) Lindau und Sigmarszell.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Betzentobel stand in spätantiker Zeit ein Burgus. An der Römerstraße von Brigantium nach Cambodunum gelegen, diente er zum Schutz der Grenze. Als Liubilunaha wurde die Parzelle Leiblach erstmals 802 urkundlich erwähnt, die erste gesicherte urkundliche Erwähnung des heutigen Ortsnamens datiert auf 1226 als Herebrandeswiler. Im Jahre 1523 kam Hörbranz mit einem Teil von Bregenz zu Österreich. Die Habsburger regierten die Orte in Vorarlberg wechselnd von Tirol und Vorderösterreich (Freiburg im Breisgau) aus. Von 1805 bis 1814 gehörte der Ort zu Bayern, dann wieder zu Österreich. Zum österreichischen Bundesland Vorarlberg gehört Hörbranz seit der Gründung 1861. Der Ort war von 1945 bis 1955 Teil der französischen Besatzungszone in Österreich. Am 6. Juli 2008 wurde Hörbranz zur Marktgemeinde ernannt.[1]

Zur Geschichte des Heilbades siehe Bad Diezlings.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschließlich der Zweitwohnsitze wurden am 31. Dezember 2002 6481 Einwohner gezählt, wobei der Ausländeranteil bei 11,6 % lag. Am 1. Jänner 2016 waren es insgesamt 6317 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeindevertretung von Hörbranz besteht aus 27 Mitgliedern. Nach der Gemeindevertretungswahl 2020 entfallen davon 15 auf die Liste TOP, 7 auf die ÖVP, 3 auf die Team/FPÖ, 1 auf NEOS und 1 auf die Liste HaK.

Bürgermeister der Gemeinde ist seit der Gemeindevertretungswahl vom 13. September 2020 Andreas Kresser (TOP). Er löste in direkter Wahl mit 54,6 % der Stimmen Altbürgermeister Karl Hehle (ÖVP) ab, der nur 29,2 % der Wahlstimmen auf sich vereinigen konnte. Das Ergebnis sowohl der Gemeindevertretungs- wie auch der Bürgermeisterwahl galt als eine der großen Überraschungen dieses Wahlganges in Vorarlberg; die Liste TOP („Transparent - Offen - Parteiunabhängig“) war erst im Vorfeld des Urnenganges durch den Zusammenschluss von grünen und parteiunabhängigen Bürgerinnen und Bürgern gegründet worden.[2][3][4]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Hörbranz hatte bis 1935 kein Wappen geführt. Am 28. Oktober 1935 erhielt die Gemeinde Hörbranz von der Vorarlberger Landesregierung ein Gemeindewappen verliehen. Als historische Grundlage für das neue Gemeindewappen wurde der Name des ersten alemannischen Siedlers dieser Gegend, Herebrand, gewählt, der in seinem Namen angedeutete habe: "Heeres-Schwert". Dies wurde die heraldisch dominierende Figur für das Wappen. Es zeigt das Wappen ein silbernes Schwert mit goldenem Griff in rotem Schrägrechtsbalken auf goldenem, damaszierten Schild. Dabei wurde die Farbgebung durch allgemein heraldische und ästhetische Erwägungen bestimmt. Das Rot und das Schwert drückt somit nicht ein in der Gemeinde früher bestandenes Recht der Blutgerichtsbarkeit aus. Die Anlehnung an den Namen Herebrand soll auch auf die wiederholten kriegerischen Ereignisse hinweisen, die sich im Lauf der Jahrhunderte auf dem Boden der Gemeinde Hörbranz abgespielt haben.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Halbenstein und Ruine Ruggburg, Zeichnung von Johanna Isser von Großrubatscher, ca. 1827
Salvatorkolleg
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Hörbranz
  • Schloss Halbenstein: Im Ortsteil Backenreute befinden sich am Zugangsweg zur Ruggburg die minimalen Reste des ehemaligen Schlosses.
  • Katholische Pfarrkirche Hörbranz hl. Martin
  • Salvatorkolleg: Pater Franziskus Maria vom Kreuze Jordan gründete 1893 den Orden der Salvatorianer und Salvatorianerinnen als Marienkolleg. Der Schweizer Architekt August Hardegger errichtete das Hauptgebäude des Salvatorkollegs zwischen 1896 und 1906 im Stil des Historismus. Der Campanile-artige Turm und die beiden Eckturmrisalite geben dem Bauwerk einen mediterranen Akzent. Die Einrichtung wurde von 1896 bis 1979 als Gymnasium mit Schülerheim bzw. Internat genutzt und ist heute kirchliche Bildungsstätte und Begegnungshaus. Seit 1981 ist hier auch das Internat für die Schülerinnen der Landesberufsschule für das Gastgewerbe Lochau untergebracht. Im Ersten Weltkrieg als Lazarett genutzt, war es von 1938 bis 1945 Kaserne, zuletzt Sammellager für Kriegsgefangene.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gab es im Jahr 2003 101 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 763 Beschäftigten und 58 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 2.686.
Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle. Der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 55,9 %.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort teilt sich zusammen mit Lochau den Bahnhof Lochau-Hörbranz. Er liegt an der Bahnstrecke Lindau–Bludenz und ist der letzte Halt vor der deutschen Grenze. Es halten sowohl Züge der Linie S1 als auch REX in Richtung Lindau bzw. Bludenz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ort gibt es (Stand Januar 2003) 652 Schüler. In Hörbranz gibt es zudem fünf Kindergärten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Benedikt Bilgeri: Hörbranz. Eine flur- und siedlungsgeschichtliche Untersuchung. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung, 67. Jg. 1940, S. 197–255 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Hörbranz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hörbranz wurde zur Marktgemeinde erhoben (6. Juli 2008)
  2. Überraschungen und Bilder des Wahltages. In: vorarlberg.ORF.at. 14. September 2020, abgerufen am 24. September 2020.
  3. Triumphzug von Kresser in Hörbranz. In: Neue Vorarlberger Tageszeitung (NEUE.at). 14. September 2020, abgerufen am 24. September 2020.
  4. Hörbranz:Herausforderung für Kresser. In: vorarlberg.ORF.at. 9. Oktober 2020, abgerufen am 9. Oktober 2020.
  5. Quelle: Gemeinde Hörbranz - Aus der Geschichte - Wappen.