Ku’damm 59

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Filmdaten
OriginaltitelKu’damm 59
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2018
Länge3 Filme je 90 Minuten
Stab
RegieSven Bohse
DrehbuchAnnette Hess
ProduktionBenjamin Benedict,
Nico Hofmann
MusikMaurus Ronner,
zusätzlich in Episode 3:
Christian Biegai,
Anna Kühlein
KameraMichael Schreitel
SchnittRonny Mattas
Besetzung
Chronologie

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Ku’damm 56

Ku’damm 59 ist ein dreiteiliger deutscher Fernsehfilm über den Aufbruch der Jugend am Ende der 1950er Jahre. Der dreiteilige Film wurde erstmals am 18., 19. und 21. März 2018 im Zweiten Deutschen Fernsehen als Fortsetzung von Ku’damm 56 gesendet.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ku’damm 59 führt die Geschichte von Caterina Schöllack und ihren Töchtern Monika, Helga und Eva weiter.

Teil 1: Nicki und Freddy machen Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es beginnt 1957 in Berlin: Monika erreicht hochschwanger die Tanzschule Schöllack. Sie hofft auf die Unterstützung ihrer Mutter Caterina Schöllack, die sie jedoch abweist. Noch vor der Haustür setzen die Wehen ein und Monika kommt ins Krankenhaus. Nachdem sie erst nach Tagen aus dem Delirium eines Kindbettfiebers wieder zu sich kommt, muss sie erfahren, dass ihre Mutter „alles geregelt“ hat. Ihre Tochter Dorli wurde bei Pflegeeltern untergebracht: bei Helga und ihrem Mann Wolfgang. Zwei Jahre später: Dorli ermöglicht es Helga und Wolfgang, Wolfgangs Homosexualität zu kaschieren und den Schein einer Familie aufrecht zu erhalten. Die leibliche Mutter Monika darf die Tochter zwar regelmäßig besuchen, aber Monikas Schwester verlangt von ihr, dass sie Dorli gegenüber als „Tante“ auftritt. Da sie Dorli nicht verlieren möchte, versucht Monika vor Gericht die Rückgabe des Sorgerecht zu beantragen. Weil Dorlis Vater Freddy allerdings verspätet und betrunken erscheint und einen schlechten Eindruck hinterlässt, wird ihr Antrag abgelehnt. Monika muss zusehen, wie Dorli sich mehr und mehr von ihr entfremdet. Monikas Mutter hingegen kommt dies gelegen, da sie Freddy und Monika als Duo „Nicki und Freddy“ erfolgreich vermarktet und ihre Tanzschule vom Erfolg der beiden profitiert. Caterina verliebt sich in den Regisseur Kurt Moser, der einen Heimatfilm mit Monika und Freddy dreht. Eva Fassbender, die jüngste Tochter von Caterina Schöllack, ist in ihrer Ehe mit Professor Jürgen Fassbender sehr unglücklich, da er überaus eifersüchtig ist und seine Macht ausübt, wo er nur kann. Der Fabrikantensohn und ehemalige Tanzschulkunde Joachim Franck ist mittlerweile aus dem Ausland zurückgekehrt. Er soll das Familienunternehmen übernehmen, da sein Vater dement ist. Die Sekretärin Ninette kümmert sich um seinen Vater und um ihn. Sie eröffnet kurz darauf Joachim, ein Kind von ihm zu erwarten. Ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt macht Monika Joachim einen Heiratsantrag.

Teil 2: Der Skandal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joachim kann Monikas Antrag trotz ihrer beider starken Gefühle füreinander nicht annehmen, da er sich der schwangeren Ninette verpflichtet fühlt. Monika stürzt sich in ihrem Beruf als Sängerin und Schauspielerin. Als sie merkt, wie sehr sie sich selbst belügt, beendet sie ihre Filmkarriere, bevor diese richtig begonnen hat. Sie bekennt sich zu ihrem unehelichem Kind und outet ihren Filmpartner Freddy als jüdischen ehemaligen KZ-Insassen. Freddy fühlt sich für die Ermordung seines Bruders verantwortlich und konnte bislang seine traumatische Vergangenheit im Konzentrationslager verdrängen. In einem Prozess soll er gegen die Verantwortlichen aussagen, wodurch seine Gefühle wieder hervorkommen. Fassbenders Druck auf Eva wird immer sadistischer, woraufhin Eva aus ihrer Ehe flieht und eine eigene Wohnung mietet. In dieser Situation genießt sie die Faszination und die Macht, die sie auf Männer ausüben kann. Helga hat inzwischen herausgefunden, dass sich Wolfgang in seinen Kollegen verliebt hat. Sie zieht verzweifelt mit Dorli zurück in die Tanzschule zu ihrer Mutter Caterina. Diese ist völlig aufgelöst, nachdem sie in der Zeitung über eine Vaterschaftsklage einer anderen Frau gegen Kurt Moser erfahren hat.

Teil 3: Im Urwald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fassbender findet Evas Aufenthaltsort heraus und ist außer sich, als Eva sich weigert, mit ihm nach Hause zu gehen. Kurze Zeit später wird sie bewusstlos mit einer schweren Kopfverletzung in ihrer Wohnung aufgefunden und kommt ins Krankenhaus. Nachdem sie aus einem wochenlangen Koma erwacht ist, zieht Eva zunächst zu ihrer Mutter. Sie erinnert sich nur bruchstückhaft an den Tatabend: Sie weiß nur, dass sie mit Joachim Franck die Kneipe verlassen hatte. Joachim hatte an dem Abend erfahren, dass er nicht der Vater von Ninettes Kind sein kann und daraufhin beschlossen, seine Ehe annullieren zu lassen. In einer Kneipe traf er auf Eva und ging mit zu ihr nach Hause. Joachim wird verdächtigt wegen eines versuchten Totschlags an Eva und kommt ins Gefängnis. Monika bewirkt, dass Ninette Joachims Alibi bestätigt, sodass er wieder freikommt. Wolfgang hat in seinem Kollegen Hans Liebknecht seine große Liebe gefunden und sucht einen Weg, weder ihn noch seine Ehe aufgeben zu müssen. Helga, die Wolfgang eben erst ein Kind geboren hat, will das nicht akzeptieren und weiterhin die Fassade der intakten Familie aufrechterhalten. Sie denunziert Hans beim Innenministerium der DDR. Eva kehrt zu Fassbinder zurück und erpresst ihn mit einer Tonbandaufzeichnung der Tatnacht, die Jürgen als Täter entlarvt. Er soll ihr im Gegenzug ein unabhängiges und finanziell sorgenfreies Leben ermöglichen. Monika hat mittlerweile eine neue Leidenschaft gefunden: den Blues. Sie arbeitet mit Freddys Band an gemeinsamen Liedern für die Bühne. Nachdem Joachim, der sein Firmenerbe aufgegeben hat, von Ninette getrennt ist, können er und Monika endlich heiraten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Dreiteiler wurde vom 26. Juni 2017 bis 29. September 2017 in Berlin und Umgebung gedreht.[1] Bis Anfang August 2017 wurde in den CCC-Studios in Berlin-Haselhorst gedreht. Anschließend fand der Außendreh bis zum 29. September 2017 statt. Am 30. Januar 2018 wurden die Ausstrahlungstermine verkündet. Die Premiere fand am 7. März 2018 im Cinema Paris in Berlin statt.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Regisseur Sven Bohse (hat auch den gefühlsgewittrigen Kieler Tatort inszeniert) und Autorin Annette Hess (Schöpferin von Weissensee) haben schon die erste Ku’damm-Staffel erschaffen. Hier legen sie in Sachen Verdichtung und Überhöhung noch einige Schippen drauf. Manchmal ringen sie den seelisch Versehrten in ihrem bonbonbunten Fünfzigerjahre-Knast allerdings so viele Selbstermächtigungskämpfe ab, dass sie sich darin verzetteln.“

Ku’damm 59 handelt davon, dass das Leben vielleicht ganz anders sein muss. Dass man sich als Tochter nach Ansicht des Mutterdrachens ins Unglück stürzen muss, um möglicherweise glücklich zu werden. Aber der Mehrteiler, das machte schon in der ersten Staffel seinen Reiz aus, ist als große Erzählung über die Emanzipation der jungen Generation in der deutschen Nachkriegszeit angelegt, als Prozess der Selbstfindung trotz übler Rollenerwartungen für Frauen, sadistischer Anstandsregeln und der ganzen Vergangenheit, über die keiner spricht. Das alles wird im zweiten Teil noch etwas ernsthafter und existenzieller.“

Claudia Tieschky: Süddeutsche Zeitung[4]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film erreichte an allen drei Ausstrahlungstagen gute Quoten für das ZDF. Der zweite und dritte Teil waren das meistgesehene TV-Ereignis in der Hauptsendezeit. Der Marktanteil stieg von Folge zu Folge an und erreichte beim dritten Teil knapp 18 %.

Datum Zuschauer
(gesamt)
Marktanteil Zuschauer
(14- bis 49-Jährige)
Marktanteil
(14- bis 49-Jährige)
18. Mär. 2018[5] 5,36 Millionen 14,3 % 7,7 %
19. Mär. 2018[6] 5,42 Millionen 16,2 % 0,88 Millionen 8,1 %
21. Mär. 2018[7] 5,60 Millionen 17,8 % 0,90 Millionen 8,8 %

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ku’damm 59 bei crew united
  2. Fulminante Premiere von „Ku’damm 59“ im Cinema Paris. Der beliebte ZDF-Mehrteiler geht in eine zweite Runde. In: Berliner Morgenpost. 7. März 2018, abgerufen am 17. März 2018.
  3. Christian Buß: Zweite „Ku’damm“-Staffel im ZDF. Rock'n'Roll als Waffe. In: Kultur. Spiegel Online, 15. März 2018, abgerufen am 17. März 2018: „8 von 10 Punkten“
  4. Claudia Tieschky: „Ku’damm 59“ im ZDF. Lebenslügen unterm Lippenstift. Süddeutsche Zeitung, 16. März 2018, abgerufen am 17. März 2018: „Und wann singen sie jetzt?“
  5. Manuel Weis: Primetime-Check: Sonntag, 18. März 2018. Quotenmeter.de, 19. März 2018, abgerufen am 19. März 2018.
  6. Fabian Riedner: Primetime-Check: Montag, 19. März 2018. Quotenmeter.de, 20. März 2018, abgerufen am 20. März 2018.
  7. Sidney Schering: Primetime-Check: Mittwoch, 21. März 2018. Quotenmeter.de, 22. März 2018, abgerufen am 22. März 2018.