Landeswelle Thüringen

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Landeswelle Thüringen
Senderlogo
Allgemeine Informationen
Empfang analog terrestrisch, Kabel & Livestream
Sendegebiet Thüringen, angrenzende Regionen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Hessen, Niedersachsen und Bayern
Geschäftsführer Lars Gerdau, Holger Willoh
Programmchef Marco Kamphaus
Nachrichtenchef Dorothee Hädrich[1]
Sendestart 21. März 1995
Rechtsform privat
Programmtyp Rundfunksender mit Schwerpunkt auf Pop- und Rockmusik
Homepage www.landeswelle.de
Liste der Hörfunksender

Landeswelle Thüringen (eigene Schreibweise: LandesWelle Thüringen) ist ein privater Rundfunksender in Thüringen und wird von der LandesWelle Thüringen GmbH & Co. KG betrieben. LandesWelle Thüringen sendet ein Musik- und Informationsprogramm, dessen musikalischer Schwerpunkt Rock- und Popmusik der 1970er, 1980er und 1990er Jahre sowie aktueller Musik darstellt. Der Claim des Radiosenders lautet „Der 50/50 Mix - Die besten Songs aller Zeiten & das Beste von heute!“.

Sitz von LandesWelle Thüringen ist Erfurt. Es gibt zusätzlich Regionalstudios und journalistisch tätige Mitarbeiter in Nordhausen, Jena, Gera und Fambach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sender begann am 21. März 1995, um 5:30 Uhr mit der Ausstrahlung des Programms. Erster Musiktitel war „Alt wie die Welt“. Seit 31. Dezember 1994 lief bereits eine Demoschleife mit Jingles und Nonstop-Musik. Erster Titel auf den Frequenzen der zukünftigen Landeswelle war das „Rennsteiglied“ von Herbert Roth. War der Sender zunächst als „Familiensender“ konzipiert, entwickelte sich LandesWelle Thüringen zum Sender für eine ältere Zielgruppe. Ein Markenzeichen bei den Nachrichten war anfangs die „Thüringen-Minute“ jeweils eine Minute vor der vollen Stunde. Nach den Landesnachrichten folgten dann die regulären Weltnachrichten. Mit dem „LandesWelle Blitzdienst“ (heute der „LandesWelle Thüringen Verkehrsservice“) etablierte der Sender ab 1995 als erster landesweiter Radiosender in Deutschland einen Verkehrsdienst, welcher sich auf die Meldungen von Hörern stützt. Der Sender war zudem der erste in Thüringen, der „Blitzer-Standorte“ meldete und damit eine kontroverse öffentliche Debatte entfachte.

Sehr schnell etablierte der Sender zahlreiche populäre Sendungen im Programm, wie den „SamsTalk“ u. a. mit Petra Schenk, Frank Göbel, „Jugendliebe – Die Hits aus dem Osten“ mit Holger-Ralf Ehrhardt (heute u. a. KiKA), „Die TOP 100“ (die erste große Hörerhitparade zum 100. Sendetag mit Gesine Voigt und Holger-Ralf Ehrhardt), die „Gruß- und Wunschsendung“ zwischen 18 und 20 Uhr und etwas später die „Hitwelle – Die TOP-15-Hörerhitparade“ mit Michael Kraus und Holger-Ralf Ehrhardt oder der „Sportclub“ mit dem legendären Wolfgang Hempel. Weitere Moderatoren waren in den Anfangsjahren Tobias Bräuer, Wolfgang Buschner, Marcel Fischer, Frank Göbel, Karsten Heuke (heute MDR), Enrico Hess und Torsten Jäger. Die Senderclaims lauteten „Landesweit und doch ganz nah“ und später „Das Gute-Laune-Radio“.

„Jugendliebe – Die Hits aus dem Osten“ war eine Sendung mit DDR-Musik. Die Sendung lief jeweils sonntags. Mehr als 100 Zuschriften pro Sendung beteiligten sich am jeweiligen Rätsel rund um das DDR-Kulturleben. Zahlreiche DDR-Musiker waren Studiogäste, so u. a. Veronika Fischer, Peter Tschernig, Muck (Hartmut Schulze-Gerlach), Jörg Hindemith, Dagmar Frederic, Frank Schöbel, Tamara Danz und Gaby Rückert. Moderatoren der Sendung waren Holger-Ralf Ehrhardt und später Gunthart Hellwig.

„Hitwelle – Die TOP-15-Hörerhitparade“ lief von September 1995 an im Programm der Landeswelle und stellte jeweils fünf Vorstellungen und 15 platzierte Titel vor. Einige spätere große Hits hatten hier ihre Premiere, so Andrea Bocelli und Judy Weiss mit „Vivo per lei – ich lebe für sie“ oder Michael Jacksons „Stranger in Moscow“. Auch regionale Gruppen hatten hier ihr Podium, so konnte die Nordthüringer Gruppe Yoga mit „Time Is So Cruel“ einen Nummer-eins-Hit landen. Auch der hessischen Band Icks gelang dies. Moderiert wurde diese Sendung von Holger-Ralf Ehrhardt und Michael Kraus, der auch längere Zeit Morgenmann der Landeswelle war. Später übernahm Enrico Hess bis zur Einstellung der Sendereihe.

Entwicklung seit 2002[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2002 erfolgte ein großer Relaunch, Marcel Wentzke (heute Hitradio RTL Sachsen) übernahm zusammen mit Patricia Stepputtis die Morgensendung, welche bis zu 160 000 Hörer erreichte. Die Musikauswahl wurde auf eine jüngere Zielgruppe zugeschnitten. Zwischen 2003 und 2005 erreichte Landeswelle Thüringen laut Media-Analyse ihre höchsten Einschaltquoten. Im Oktober 2005 wechselte Thüringens bekannteste Moderatorin Sina Peschke zu Landeswelle. Seit 2003 engagierte sich Landeswelle Thüringen zusammen mit Antenne Thüringen in der Jugendradio Thüringen GmbH & Co. KG und ermöglichte so die großflächige Verbreitung des seit 2000 bestehenden Jugendsenders Radio Top40.

Seit 2005 ist die „mir.) marketing im radio thüringen GmbH & Co. KG.“, ein Tochterunternehmen der LandesWelle GmbH & Co. KG, als regionaler Vermarkter von Landeswelle Thüringen tätig. Das Unternehmen ist zuständig für die Vermarktung der Hörfunk-Werbezeiten, Veranstaltungen und Internetauftritte des Senders.

Mit einer Programmreform im Januar 2008 richtet sich der Sender wieder überwiegend an etwas ältere Hörer und an Familien. Am 8. Juli 2008 erfolgte ein weiterer Relaunch, mit dem sich der Sender als „Thüringens Rock- und Pop-Radio“ definiert. Ab 19. September 2010 waren bei Landeswelle Thüringen neue Jingles zu hören. Von Juli 2008 bis September 2012 moderierte Bastian Bender die Morgensendung „Bastian Bender und das LandesWelle Morgenteam“. Prägende Elemente der Sendung waren die Comedyformate Baumann und Clausen sowie „Ungefragt nachgefragt“.

Ab September 2012 moderierte Sina Peschke mit Oliver Eichhorn, später mit Marco Fischer die Morgensendung „Der LandesWelle FrühstücksClub“. Diese war bis 30. Juni 2015 auf Sendung, wurde aber abgesetzt, da Sina Peschke kündigte[2]. Danach erfolgte eine große Umstrukturierung des Programmes sowie deren Sendezeiten. Laut der aktuellen Media-Analyse 2017 radio II schalten den Sender zwischen 6 und 18 Uhr durchschnittlich 77.000 Hörern ein.[3] Damit hat LandesWelle 9.000 Hörer im Vergleich zur letzten ma Radio 2017 I verloren.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jingles von Landeswelle Thüringen

LandesWelle Thüringen sendet ein 24-Stunden-Vollprogramm im Adult-Contemporary-Format (kurz AC-Format). Der Programmschwerpunkt liegt auf Rock und Pop der 1970er, 1980er und 1990er Jahre sowie aktueller Musik. Servicethemen und Regionalnachrichten bilden den zweiten Schwerpunkt des Senders. Eine Besonderheit ist die Positionierung der Verkehrsinformationen jeweils vor den Nachrichten zur halben bzw. vollen Stunde.

Montag bis Freitag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liveprogramm, während der Woche 15 Stunden täglich:[4]

  • von 5 bis 9 Uhr: LandesWelle Thüringen am Morgen mit Timo Hartmann
  • von 9 bis 14 Uhr: LandesWelle Thüringen am Vormittag & Mittag mit Konni Winkler
  • von 14 bis 20 Uhr: LandesWelle Thüringen am Nachmittag mit Alex König

Wochenende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liveprogramm, am Samstag acht Stunden und am Sonntag fünf Stunden:[4]

  • Samstag, von 6 bis 9 Uhr: LandesWelle Thüringen am Morgen mit Christian Buri oder Lucie Militzer
  • Samstag, von 9 bis 14 Uhr: LandesWelle Thüringen – Endlich Samstag! mit Christian Buri oder Lucie Militzer
  • Sonntag, von 9 bis 14 Uhr: LandesWelle Thüringen am Sonntag mit Dietmar Hild oder Lucie Militzer

Weitere Moderatoren sind Katharina Lachnitt und Isabell Hensel.

Nach dem moderierten Programm und nachts wird ein durch Servicebeiträge (Nachrichten, Wetter und Verkehr) ergänztes Musikprogramm ohne Moderation gesendet. Sonntags zwischen 9 und 12 Uhr sowie werktags gegen 18:45 Uhr erfolgt die Ausstrahlung von religiösen Beiträgen. Zu diesem Zweck müssen Radiosender laut Rundfunkstaatsvertrag der evangelischen und katholischen Kirche sowie den jüdischen Gemeinden Sendezeit einräumen. Die Nachrichten bei LandesWelle Thüringen setzen sich aus Deutschland-, Thüringen-, Regional-, und Wirtschaftsnachrichten zusammen. Über den Tag verteilt werden diese in unterschiedlichen Kombinationen gesendet. Die Regionalnachrichten werden für die Sendegebiete Nord-, West-, Süd- und Ost-Thüringen der Lizenz entsprechend regionalisiert.

Stationvoices sind Michael-Che Koch und Isabell Hensel.

Empfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Programm ist über UKW und Kabel in ganz Thüringen zu empfangen. In den angrenzenden Gebieten von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Hessen kann man LandesWelle Thüringen über UKW empfangen. Außerdem ist weltweit der Empfang als Internetradio über die Homepage des Senders sowie in weiten Teilen Deutschlands über Kabelradio möglich. Neben dem über UKW und Kabel ausgestrahltem Programm und dem Livestream im Internet betreibt LandesWelle Thüringen seit Mai 2017 unmoderierte Webradios. Die LandesWelle GrillWelle hat einen Schwerpunkt auf Partymusik. LandesWelle Deutsch sendet nur deutschsprachige Musik.

Frequenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

LandesWelle Thüringen produziert ein im Freistaat Thüringen landesweit auf 14 Frequenzen ausgestrahltes privates Hörfunkprogramm.

Regionalisierungsgebiet Senderstandort Frequenz Leistung
Nord Heilbad Heiligenstadt 88,7 MHz 0,1 kW
Keula 104,5 MHz 10 kW
Kulpenberg 96,8 MHz 3 kW
Nordhausen 105,8 MHz 0,1 kW
Mitte Erfurt 99,7 MHz 0,5 kW
Inselsberg 104,2 MHz 100 kW
Weimar 89,2 MHz 0,25 kW
Ost Jena 106,1 MHz 1 kW
Gera 105,8 MHz 1 kW
Ronneburg 94,9 MHz 3 kW
Saalfeld 95,7 MHz 10 kW
Sieglitzberg-Lobenstein 98,5 MHz 2 kW
Süd Sonneberg 106,7 MHz 60 kW
Suhl  88,6 MHz 1 kW

Neben der Verbreitung über UKW kann der Sender auch im Kabelnetz in Thüringen, Sachsen, Bayern und Niedersachsen empfangen werden. Zusätzlich wird das Programm als Livestream über das Internet verbreitet.

Eigentümer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • REGOLD GmbH & Co. KG (Gesellschafter: je 50 % NWZ Funk und Fernseh GmbH und Regiocast)
  • R & B Thüringer Medienbeteiligungsgesellschaft mbH (Gesellschafter: MOIRA Rundfunk GmbH und Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG)
  • MOIRA Rundfunk GmbH (Tochterunternehmen der Medien Union)
  • Münchener Zeitungs-Verlag GmbH & Co. KG (gehört zur Ippen-Gruppe)
  • LAWESPA Medien-Beteiligungsgesellschaft mbH (Tochterunternehmen der Medien Union)
  • NWZ Funk und Fernseh GmbH (Nordwest-Zeitung)
  • Regiocast GmbH & Co. KG
  • Dr. Günther Koch

(Stand: 2016[5])

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dorothee Hädrich: Profil von Dorothee Hädrich. 15. Oktober 2017, abgerufen am 15. Oktober 2017.
  2. Sina Peschke kündigt bei LandesWelle Thüringen
  3. Pressetabellen Ma 2017 Radio I (pdf; 126 KB)
  4. a b Sendungen von Landeswelle Thüringen auf landeswelle.de, abgerufen am 6. Juni 2017.
  5. KEK - LandesWelle Thüringen GmbH & Co. KG

Koordinaten: 50° 59′ 14″ N, 11° 1′ 42″ O