Sender Weimar (Ettersberg)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sender Weimar
Funkübertragungsstelle Weimar 7
Sendeanlage Weimar (Ettersberg).JPG
Basisdaten
Ort: Ettersberg bei Weimar
Land: Thüringen
Staat: Deutschland
Höhenlage: 478 m ü. NN
Verwendung: A-Turm, Rundfunksender
Zugänglichkeit: Sendeanlage öffentlich nicht zugänglich
Besitzer: Deutsche Funkturm
Bauherr: Fundament GmbH im Auftrag der SED
Baustoff: Stein
Gesamthöhe: 29 m
Daten der Sendeanlage
Wellenbereich: UKW-Sender
Rundfunk: UKW-Rundfunk
Sendetypen: DVB-T, DAB, Richtfunk
Positionskarte
Sender Weimar (Thüringen)
Sender Weimar
Sender Weimar
Koordinaten: 51° 0′ 49,7″ N, 11° 15′ 31,1″ O

Der Sender Weimar (Ettersberg) befindet sich auf dem Großen Ettersberg nördlich von Weimar, in der Nähe des ehemaligen KZ Buchenwald. Neben dem Sender Weimar (südlich von der Stadt), befindet sich dieser ebenfalls auf einer Liegenschaft der Deutschen Funkturm GmbH einem Tochterunternehmen der Deutschen Telekom AG.

Dieser Standort wird heute zur Verbreitung von digitalen Fernsehen (DVB-T), analogen Rundfunk (UKW), digitalen Rundfunk (DAB) genutzt.

Weiterhin dient er als Antennenstandort für den Mobilfunk sowie für Richtfunkstrecken.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszug aus dem Schema der Netzebene 1

Die Liegenschaft inklusive des Sendebetriebsgebäudes (A-Turm) wurde ursprünglich als Bezirksrichtfunkzentrale (BzRFuZ) Erfurt[1], als Teil der Netzebene 1 des Richtfunknetz der Partei (SED)[2][3], erschlossen. Das Netz arbeitete im offenen Regime ohne Einsatz von Schlüsseltechnik und wurde bereits in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre von der Fernmeldeaufklärung der Bundeswehr, gemäß einer Vereinbarung mit dem Bundesnachrichtendienst (BND), aufgeklärt. In der Folge wurde die Nutzung des Netzes stark eingeschränkt. Mit dem Ausbau des Sondernetzes 1 verlor das Richtfunknetz an Bedeutung für die tägliche Kommunikation. Hauptsächlich war es für den Kriegsfall vorbereitet. Es wurde per 1. Januar 1984 kostenfrei an die Deutsche Post übertragen. Gemäß einer Vereinbarung zwischen der DP und der NVA wurde eine definierte Anzahl von Reservekanälen für Führungsstellen gegen Gebühr weiterhin bis 1990 für die NVA zur Verfügung gestellt. Der Standort wurde weiterhin für die Übertragung von Zeitungsdrucksätzen der Zeitung des Zentralorgans der Partei Neues Deutschland zu den Druckeinrichtungen im Bezirk Erfurt genutzt. Mitte der 1980er Jahre kam dann UKW und TV (Füllsender) hinzu. Infolge der Wiedervereinigung wurden die bis dahin genutzten Richtfunkstrecken eingestellt, und die Liegenschaft wurde an die Deutsche Bundespost übereignet.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sender Weimar (Ettersberg) Nordseite.jpg
Nordseite
Sender Weimar (Ettersberg) Südseite.jpg
Südseite


Frequenzen und Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Analoges Radio (UKW)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sendenetzbetreiber Media Broadcast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frequenz 
(MHz)
Programm RDS PS RDS PI Regionalisierung ERP 
(kW)
Antennen-
diagramm

rund (ND)/ gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/ vertikal (V)
89,2 Landeswelle Thüringen LANDESW. D8F9 Mitte 0,25 D (310°-80°, 100°-130°, 230°-290°) H
93,3 MDR Thüringen MDR_THUE D4F1 Erfurt 5 D (20°-280°) H
107,2 Antenne Thüringen ANT.THUE D6F8 Mitte 0,25 D (40°-120°, 200°-320°) H

Digitales Radio (DAB)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1. August 2011 wird DAB wird im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt[4], wobei mit vertikaler Polarisation Richtung Südost/Südwest und horizontal Polarisation Nordwest/Nordost gesendet wird. Am 1. Dezember 2012 erfolgte zusätzlich die Aufschaltung des landesweiten Multiplex mit den Hörfunkprogrammen des Mitteldeutschen Rundfunks im DAB-Kanal 9C[5]. Im Zuge der Restrukturierung auf eine einheitliche Frequenz für Thüringen, im Dezember 2014, wurde der DAB Block 9C auf den Block 8B gewechselt.

Block Programme
(Datendienste)
ERP 
(kW)
Antennen- diagramm
rund (ND),
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Gleichwellennetz (SFN)
5C
DRDeutschland
(D__00188)
DAB+ Block der Media Broadcast: 10 ND H (NW/NO)
V (SW/SO)
8B
Thueringen
(D__00229)
DAB+ Block des MDR: 8 ND V Bleßberg (Sonneberg), Dingelstädt, Gera (Langenberg), Inselsberg, Jena (Oßmaritz), Kulpenberg, Lobenstein (Sieglitzberg), Saalfeld (Remda), Suhl (Erleshügel), Weimar (Ettersberg)


Digitales Fernsehen (DVB-T)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die DVB-T-Ausstrahlungen laufen seit dem 5. Dezember 2005 und sind im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten.

Sendenetzbetreiber Media Broadcast[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanal Frequenz 
(MHz)
Multiplex Programme im Multiplex ERP 
(kW)
Antennendiagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
Modulations-
verfahren
FEC Guard-
intervall
Bitrate 
(MBit/s)
SFN
21 474 ARD Digital (MDR) 25 ND V 64-QAM 2/3 1/4 19,91 Saalfeld (Kulm), Sonneberg (Bleßberg), Erfurt-Windischholzhausen, Weimar (Großer Ettersberg)
27 522 ARD regional (MDR) Thüringen 25 ND V 64-QAM 2/3 1/4 19,91 Saalfeld (Kulm), Sonneberg (Bleßberg), Erfurt-Windischholzhausen, Weimar (Großer Ettersberg), Gera-Roschütz
50 706 ZDFmobil 25 ND V 16-QAM 
(8-k-Modus)
2/3 1/4 13,27 Saalfeld (Kulm), Sonneberg (Bleßberg), Großer Inselsberg,Erfurt-Windischholzhausen, Weimar (Großer Ettersberg)

Analoges Fernsehen (PAL)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Umstellung auf DVB-T wurden folgende analogen Fernsehprogramme gesendet:

Kanal Frequenz 
(MHz)
Programm ERP
(kW)
Sendediagramm
rund (ND)/
gerichtet (D)
Polarisation
horizontal (H)/
vertikal (V)
26 511,25 Das Erste (MDR) 0,32 D H
36 591,25 MDR Fernsehen Thüringen 0,32 D H
46 671,25 ZDF 0,16 D H

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sender Weimar (Ettersberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1] www.sperrgebiet.eu Bunker und Militäranlagen
  2. [2] Arbeitsgruppe Betriebsgeschichte ROBOTRON Radeberg – historische Richtfunknetze ZK-Netz
  3. [3] RFN der Partei und RFN der NVA
  4. [4] PM Media Broadcast vom 1. August 2011 – Bundesweites Digitalradio-Sendernetz nimmt Sendebetrieb auf
  5. [5] PM Media Broadcast vom 1. Dezember 2011 – Pressemitteilung Geschäftsstelle Digitaler Rundfunk Mitteldeutschland