Landkommissariat Bergzabern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Das Landkommissariat Bergzabern in der Pfalz 1818–1862

Das Landkommissariat Bergzabern (amtlich: Land-Commissariat Bergzabern; auch Berg-Zabern) war einer von zwölf Verwaltungsbezirken im bayerischen Rheinkreis (1837 in „Kreis Pfalz“ umbenannt), der von 1818 bis 1862 bestand. Das Verwaltungsgebiet lag in den heutigen Landkreisen Südliche Weinstraße und Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz, der namensgebende Verwaltungssitz war in Bergzabern.

Kantone und Gemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Landkommissariat Bergzabern gliederte sich in die Kantone Annweiler und Bergzabern und umfasste 56 Gemeinden (alle Orte in der amtlichen Schreibweise von 1817):[1]

Kanton Annweiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kanton Bergzabern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen:

  1. a b Die Gemeinden Altenstadt und Weiler, heute zur Stadt Wissembourg gehörend, wurden am 5. Juli 1825 an Frankreich abgetreten (Google Books)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der bayerische König Maximilian Joseph I. hatte am 30. April 1816 das Gebiet des später eingerichteten Rheinkreises aufgrund eines Tauschvertrages mit dem österreichischen Kaiser Franz I. förmlich in Besitz genommen.[2]

Aus der sogenannten Franzosenzeit hatte Bayern in der Pfalz zunächst die seit 1798 entstandene Verwaltungsstruktur im Wesentlichen übernommen. Der neu entstandene Rheinkreis war in vier „Kreisdirektionen“, später auch „Bezirksdirektionen“ genannt, eingeteilt. Die nachgeordneten Verwaltungsebenen Kantone und Bürgermeistereien, abgesehen von geringfügigen Gebietsanpassungen, blieben bestehen.

Das Gebiet des Landkommissariats Bergzabern gehörte bis 1814 zum Departement Donnersberg (Kanton Annweiler) bzw. bis 1815 zum Departement Niederrhein (Kanton Bergzabern). Nach der Inbesitznahme durch Bayern und der Einrichtung der Kreisdirektionen gehörte das Gebiet zur Kreisdirektion Landau.[3]

Mit Wirkung vom 1. April 1818 wurden die Distrikte der bisherigen vier „Bezirks-Directionen“ des Rheinkreises in zwölf „Land-Commissariate“ neu aufgeteilt. Der Aufgabenbereich und die Zuständigkeiten änderten sich nicht. Zum „Land-Commissär“ wurde Albert Gugel bestimmt, der bis dahin „Bezirks-Directions-Assessor“ zu Landau war. Dem Landkommissar standen ein Aktuar, zwei Schreiber und ein Bote zur Verfügung, für Gehälter und Bürokosten waren 3900 Gulden pro Jahr veranschlagt.[4]

Zum 1. Juli 1862 erhielten die Landkommissariate in der Pfalz die Benennung „Bezirksämter“, aus denen 1938 die Landkreise entstanden.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Amtsblatt der Königl. baierischen Regierung des Rheinkreises vom 26. November 1817: Bekanntmachung vom 17. November 1817, Kantonal-Eintheilung des Rheinkreises (bavarica.digitale-sammlungen.de)
  2. Amtsblatt für das kön. baierische Gebiet auf dem linken Rheinufer vom 1. Juli 1816: Besitzergreifungspatent vom 30. April 1816 (bavarica.digitale-sammlungen.de)
  3. Amtsblatt für das kön. baierische Gebiet auf dem linken Rheinufer vom 25. Juli 1816: Bekanntmachung vom 22. Juli 1816, Liste der zu den Kreisdirektionen gehörenden Kantone (bavarica.digitale-sammlungen.de)
  4. Amtsblatt der Königl. baierischen Regierung des Rheinkreises vom 18. Februar 1818: Allerhöchstes Rescript vom 6. November 1817, Bekanntmachung vom 17. Februar 1818, Einführung der Land-Commissariate (bavarica.digitale-sammlungen.de)
  5. Königlich Bayerisches Kreis-Amtsblatt der Pfalz vom 22. Mai 1862: Königlich Allerhöchste Verordnung vom 19. April 1862, Veränderung der Benennung der Landcommissariate der Pfalz (bavarica.digitale-sammlungen.de)